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Beschneidung erlauben oder verbieten?

7.857 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Religionen, Köln, Toleranz ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 16:02
@kleinundgrün

Wenn Eltern rüber nach Belgien oder Österreich oder Frankreich fahren, um die Beschneidung durchzuführen, wie auffällig glaubst du ist das?

Und wenn du schon abtreibungen ins Feld führst: Das ist ein gutes beispiel, wo ein verbot die anzahl der abtreibungen nicht verringert hat. Die Prozedur wurde einfach unsicherer, weil die seriösen ärzte das nicht mehr gemacht haben sondern irgendwelche anderen leute.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:06
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Wenn Eltern rüber nach Belgien oder Österreich oder Frankreich fahren, um die Beschneidung durchzuführen, wie auffällig glaubst du ist das?
Auffällig ist das nicht - aber darum ging es ja nicht. Sondern mit welcher Wahrscheinlichkeit eine illegale Handlung auffliegt. Und dieses Risiko ist dann dann dadurch gegeben, dass irgend jemand das verrät. Es ist kein großes Risiko - aber das ist Steuerbetrug auch nicht.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das ist ein gutes beispiel, wo ein verbot die anzahl der abtreibungen nicht verringert hat. Die Prozedur wurde einfach unsicherer, weil die seriösen ärzte das nicht mehr gemacht haben sondern irgendwelche anderen leute.
Ist das so? Wie viele Abtreibungen abseits der Legalität finden statt und wie ist der Trend? Ernstgemeinte Frage, ich habe auf die Schnelle keine belastbaren Statistiken gefunden.

Aber unterstellen wir, es wäre so. Genau so viele Menschen, die sonst legal eine bestimmte Handlung durchgeführt haben, führen sie auch illegal durch (was ich ehrlich gesagt für nicht plausibel erachte, eine illegale Handlung durchzuführen ist durchaus für viele Menschen eine Hürde, Menschen halten auch nachts ganz alleine an einer roten Ampel).
Welchen inhaltlichen Wert hat dieses Argument? Welche Straftaten müsste man legalisieren, weil deren Strafbarkeit Menschen in prekäre Situationen bringt?
Beispiel Drogen. Die Illegalität der Drogen bewirkt hohe Preise und Beschaffungskriminalität. Sollen alle Drogen legalisiert werden?

Wir haben hier zwei betroffene Rechtsgüter: Die Ausübung der Religion und die körperliche Unversehrtheit.
Beides befindet sich bei der Bescheidung in einer Konfliktsituation. Und das Kernproblem ist, dass andere als der Betroffenen selbst darüber entscheiden. Bei näherer Betrachtung gibt es da ja niemanden, der die Rechte des Kindes wahr nimmt. Natürlich sind die Eltern da - aber die treffen die Entscheidung ja aufgrund ihrer religiösen Ansichten - nicht der des Kindes. Das macht dieses Thema so schwierig.
Traditionell folgte das Kind quasi immer der Religion der Eltern. Aber das lässt ja nach. Gerade in westlichen Ländern nimmt orthodoxe Religiosität ab.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:10
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Auffällig ist das nicht - aber darum ging es ja nicht. Sondern mit welcher Wahrscheinlichkeit eine illegale Handlung auffliegt. Und dieses Risiko ist dann dann dadurch gegeben, dass irgend jemand das verrät. Es ist kein großes Risiko - aber das ist Steuerbetrug auch nicht.
Es ist viel kleiner als Steuerbetrug, weil wer sollte das denn sagen? Und wann? Gib mir ein Szenario.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Ist das so? Wie viele Abtreibungen abseits der Legalität finden statt und wie ist der Trend? Ernstgemeinte Frage, ich habe auf die Schnelle keine belastbaren Statistiken gefunden.
Hier ein link aus amerika wo es halt abortion bans gab https://edition.cnn.com/2018/03/21/health/abortion-restriction-laws/index.html
Laws that seek to limit abortions around the world may not lower the rate of abortions but could make them less safe, according to a new report that illustrates the trend.
In countries with the fewest restrictions, only 1% of abortions were the "least safe" kind from 2010 to 2014. That number jumps to 31% in the most restrictive countries, according to the report, released Tuesday by the Guttmacher Institute, a reproductive rights think tank.

During the same period, abortions happened roughly as frequently in the most restrictive countries as they did in the least restrictive: 37 versus 34 abortions each year for every 1,000 women aged 15 to 44.



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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:14
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Denen kannst du nicht mit einem Verbot kommen, wenn du keine erhebliche KOnfrontation über Jahrzhente willst.
Was willst du denn immer mit deinem Verbot. Ich dachte es wäre klar dass es kein solches geben wird. Zumindest nicht auf absehbare Zeit, denn politisch ist es nicht gewollt, da diese Sache niemand auch nur mit der Kneifzange anfassen würde.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:14
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und wann? Gib mir ein Szenario.
Habe ich doch. nur wenige Beiträge oberhalb.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Hier ein link aus amerika wo es halt abortion bans gab
Wo finde ich da konkret den Zusammenhang von Zahlen und Verbot?


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20.05.2021 um 17:17
@Bone02943

Weil es hier threadthema ist und immer wieder im Raum steht.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Habe ich doch. nur wenige Beiträge oberhalb.
Das ist aber ja kein szenario, wo konkret einer mit strafe rechnen muss, der sein kind im Ausland beschneidet. Was soll dem passieren? Wann soll das einer rausfinden, dass das kind beschnitten ist und wie soll man den Eltern irgendwas nachweisen.

Dann sagen die "ja wir waren in der Türkei und da hat dann der Onkel das einfach gemacht ohne unser wissen". Und dann? Der Onkel ist fein raus, den Eltern kannst du nix nachweisen.

Und allein, dass es ÜBERHAUPT auffällt ist EXTREM unwarscheinlich.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:21
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Das ist aber ja kein szenario, wo konkret einer mit strafe rechnen muss, der sein kind im Ausland beschneidet. Was soll dem passieren? Wann soll das einer rausfinden, dass das kind beschnitten ist und wie soll man den Eltern irgendwas nachweisen.
Wie passiert sowas denn bei Mädchen?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Dann sagen die "ja wir waren in der Türkei und da hat dann der Onkel das einfach gemacht ohne unser wissen". Und dann? Der Onkel ist fein raus, den Eltern kannst du nix nachweisen.
Meinst du nicht es gibt da sowas wie eine Fürsorgepflicht der Eltern?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und allein, dass es ÜBERHAUPT auffällt ist EXTREM unwarscheinlich.
Schrei doch nicht gleich rum, herrje.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Weil es hier threadthema ist und immer wieder im Raum steht.
Ich habe in dem Beitrag aber nichts von einem Verbot geschrieben.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:23
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Wie passiert sowas denn bei Mädchen?
Gar nicht. Das ist ja das ding. Auch bei Mädchenbeschneidung wird das kaum bestraft, es findet nur nicht so oft statt.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:23
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Gar nicht. Das ist ja das ding. Auch bei Mädchenbeschneidung wird das kaum bestraft, es findet nur nicht so oft statt.
Würde dann natürlich zeigen, dass Verbote dahingehend sinnlos sind.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:24
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Denen kannst du nicht mit einem Verbot kommen, wenn du keine erhebliche KOnfrontation über Jahrzhente willst.
Deswegen sollte man die Religionsvertreter einbinden. Es ist ja nicht so, dass religiöse Rituale unabänderlich sind. Religiöse Riten sind reine Symbolik. Es läuft auch quasi keiner mehr in einen Fluss, um sich taufen zu lassen. Es gibt beim Abendmahl auch kein Brot, sondern billige Oblaten.
Weil auch religiöse Riten dem Faktischen unterliegen. Eine Beschneidung könnte zunächst auch symbolisch erfolgen - wenn eben ein gewisser Druck da wäre. Ohne Druck kann man sich hinstellen und sagen: "So haben wir das schon immer gemacht und so machen wir das weiter. Veränderung ist eben mit Arbeit verbunden."
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Was soll dem passieren? Wann soll das einer rausfinden, dass das kind beschnitten ist und wie soll man den Eltern irgendwas nachweisen.
Die Eltern halten es vor allen anderen völlig geheim? Und das Kind bis zur Verjährung auch? Keine Familienangehörige oder Freunde, die davon erfahren?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und dann? Der Onkel ist fein raus, den Eltern kannst du nix nachweisen.
Also wenn meinem Kind einer meiner Familienangehörigen in der Türkei - während ich dabei bin - den arm abhackt, wäre ich dann einfach draußen? Oder gäbe es so was wie die Vermutung, da mitgewirkt zu haben oder gar es gefördert zu haben?
Gerade bei einem kleinen Kind wäre es absurd, da keine Verletzung elterlicher Pflichten zu sehen.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:26
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Gar nicht. Das ist ja das ding. Auch bei Mädchenbeschneidung wird das kaum bestraft, es findet nur nicht so oft statt.
Ist das gefühlt oder statistisch belegbar?

Ich frage, weil es immerhin eine ärztliche Meldepflicht in solchen Fällen gibt.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:28
Zitat von Bone02943Bone02943 schrieb:Würde dann natürlich zeigen, dass Verbote dahingehend sinnlos sind.
Teils Teils. Bei der Frage danach, ob wir das damit unterbinden können, sind in der Tat verbote sinnlos, wenn gar nicht klar ist, wie wir das überhaupt kontrollieren und verfolgen wollen.

Ein Verbot hat insofern aber bei der Mädchenbeschneidung einen effekt, weil es schwerer macht, dass sie hier fuß fasst (das hat die männerbeschneidung schon). Es kann kein arzt hier auf der internetseite damit werben bzw. auch werbung dafür machen, dass mädchen beschnitten werden. So machen das wenigstens nicht noch mehr Eltern.

Aber die MÄnnerbeschneidung ist so weit und so omnipräsent, dass das hier gar keinen solchen positiven effekt haben kann. Im Gegenteil, wir würden ggf. dafür sorgen, dass sie unsicherer wird, obwohl sie genau so oft gemacht wird.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Deswegen sollte man die Religionsvertreter einbinden. Es ist ja nicht so, dass religiöse Rituale unabänderlich sind. Religiöse Riten sind reine Symbolik. Es läuft auch quasi keiner mehr in einen Fluss, um sich taufen zu lassen. Es gibt beim Abendmahl auch kein Brot, sondern billige Oblaten.
Weil auch religiöse Riten dem Faktischen unterliegen. Eine Beschneidung könnte zunächst auch symbolisch erfolgen - wenn eben ein gewisser Druck da wäre. Ohne Druck kann man sich hinstellen und sagen: "So haben wir das schon immer gemacht und so machen wir das weiter. Veränderung ist eben mit Arbeit verbunden."
Dafür bin ich offen wenn du mir einen einzigen Rleigionsvertreter mit wenigstens moderatem einfluss zeigst, der sich dafür auch nur halbwegs offen zeigt.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Die Eltern halten es vor allen anderen völlig geheim? Und das Kind bis zur Verjährung auch? Keine Familienangehörige oder Freunde, die davon erfahren?
Warums ollten sie? Ihre Freunde finden das ja auch alle gut. Wird man dem Kind die Hose runter reißen? Und zeigt man einen an, nur weil der Junge beschnitten ist? Das macht kein Mensch, schon gar kein Freund von dir oder Verwandter.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Also wenn meinem Kind einer meiner Familienangehörigen in der Türkei - während ich dabei bin - den arm abhackt, wäre ich dann einfach draußen? Oder gäbe es so was wie die Vermutung, da mitgewirkt zu haben oder gar es gefördert zu haben?
Gerade bei einem kleinen Kind wäre es absurd, da keine Verletzung elterlicher Pflichten zu sehen.
Nö. Wenn du sagst, das kind war in Obhut des Onkels und wir sind durch Istanbul gefahren im urlaub, ist das nicht verboten. Da weis mal nach, dass da die eltern was von mitkriegen mussten, wenn das vor 5 Jahren in istanbul passiert ist, viel spaß.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Ist das gefühlt oder statistisch belegbar?

Ich frage, weil es immerhin eine ärztliche Meldepflicht in solchen Fällen gibt.
https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/91938/Dunkelziffer-bei-Genitalverstuemmelungen-alarmiert-Landesregierung-in-NRW
Obwohl die Beschneidung weiblicher Genitalien seit 2013 in Deutschland ein Straftatbestand ist, verzeichnet die amtliche Statistik an Rhein und Ruhr dazu keinerlei Strafanzeigen.

Dass es keinen einzigen derartigen Fall gegeben haben soll, ist auch für NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) „schwer zu glauben“, wie er sagt. Genital­verstümmelung sei „eine barbarische Praxis und schwere Menschenrechtsverletzung“, Er befürchte, dass viele Fälle nicht zur Anzeige kämen. „Diese Mauer des Schweigens müssen wir dringend durchbrechen.“
So vonwegen Meldepflicht und kommt doch alle sraus.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:33
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Doch. Wenn etwas üblich ist, ist es eher sozialadäquat und damit eher erlaubt. Das ist bei nahezu allem so. Alkohol und andere (ähnlich gefährliche) Drogen oder bestimmte Handlungen wie Autofahren - die zwar gefährlich sind (gemessen an den Folgen) aber eben "üblich".
Diese Beispiele passen überhaupt nicht. Man kann tagelang Autofahren ohne jemanden zu verletzen. Genauso kann man literweise Alkohol oder kiloweise Drogen in sich hineinstopfen, ohne dass man jemanden verletzt.
Bei JEDER Beschneidung verletzt man jemanden körperlich (Säuglinge sogar ohne Betäubung unter qualvollen Schmerzen) oder einige seelisch - und das willentlich und wissentlich, man könnte sagen vorsätzlich, sogar von Nicht-Ärzten!
Ein nettes Foto gefällig: Klick (Vorsicht: Nichts für schwache Gemüter!)
Video einer Beschneidung ... man beachte die sich verändernden völlig verzweifelten qualvollen Schreie des Babys (Noch weniger etwas für schwache Gemüter): KLICK
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Das ist eben der Punkt "Tradition". Kann man gut oder schlecht finden, ist aber eine Bemessungsgrundlage für erlauben oder verbieten.
Mir ist auf der Metaebene schon klar, dass einem immer das völlig unzureichende Argument "Tradition" vorgepredigt wird. Letztendlich steckt aber nicht der Glaube an die Tradition dahinter, sondern man ist einfach nicht mutig genug, sich diplomatisch mit mehreren Interessengruppen anzulegen (sei es Israel, die USA oder aufgrund unserer Historie auch dem Judentum) und sich einem internationalen Aufschrei zu stellen.

Jahrelang wurde stattdessen behauptet die Beschneidung habe keinerlei Nachteile. Wenn man eine Lüge häufig genug erzählt, glauben es die Leute. Die Studienlage wird immer eindeutiger, dass das nicht so ist. Wer sich damit wirklich intensiv auseinandersetzt, dem ist die Sachlage klar.
Nun argumentiert man mit Tradition. Doch Traditionen müssen und werden sich ändern:
Traditionell wurden auch die Kinder in der Schule verprügelt. Nun darf man das nicht mehr.
Traditionell durften Frauen nicht wählen. Nun dürfen sie es.

Irgendwann wird sich auch diese Tradition ändern - auch bei den Muslimen wird irgendwann die Bedeutung der Religion abnehmen wie bei uns Christen: es muss nur der erste Dominostein eines Mutigen irgendwann fallen. Die anderen werden nachziehen.

Zusammenfassend bin ich dementsprechend also natürlich für ein strafrechtliches Verbot, das aber (noch) nicht so schnell passieren wird.
Es wäre aber zumindest schon mal gut, wenn sich jeder beispielsweise obiges Video anschauen muss, bevor er es an seinem Kind akzeptiert. Weil der Öffentlichkeit ist das nicht bekannt.
Zudem sollte es die Möglichkeit geben, dass Betroffene den Beschneider innerhalb einer gesetzlichen Frist, z.B. 20 Jahre ab OP, zivilrechtlich auf empfindlichen Schadenersatz verklagen können. Dann hätte der Ungefragte zumindest eine Möglichkeit sich aktiv dagegen zu wehren und der Beschneider überlegt sich die Sache vielleicht zwei Mal...


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:34
@shionoro
Verstehe mich nicht falsch, ich begreife Dein Argument. Dem Grunde nach.
Es ist auch nicht falsch, dass man diesen Punkt einbeziehen muss. Ist eine Strafverfolgung überhaupt möglich und macht eine Strafverfolgung nicht alles nur schlimmer.

Aber: Wenn eine Gesellschaft ein unerwünschtes Verhalten nicht verurteilt, dann wird dieses Verhalten gebilligt. Die Botschaft an Täter und Opfer ist: Das ist legal, Du kannst Dich nicht wehren, Du kannst keinen Regress nehmen.
Deswegen sind deine Argumente nicht völlig falsch - aber sehr nachrangig.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Dafür bin ich offen wenn du mir einen einzigen Rleigionsvertreter mit wenigstens moderatem einfluss zeigst, der sich dafür auch nur halbwegs offen zeigt.
Wenn ein Verbot im Raum steht, wird das die Flexibilität steigern.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Warums ollten sie? Ihre Freunde finden das ja auch alle gut.
Ehrlich - das hatte ich doch in dem Beitrag alles ausgeführt. Gerade solche "internen" Straftaten kommen ans Licht, wenn man sich eben nicht mehr gut versteht. Oder es der Falsche erfährt.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Nö. Wenn du sagst, das kind war in Obhut des Onkels und wir sind durch Istanbul gefahren im urlaub, ist das nicht verboten. Da weis mal nach, dass da die eltern was von mitkriegen mussten, wenn das vor 5 Jahren in istanbul passiert ist, viel spaß.
Tatortwissen? Nicht böse gemeint - aber Ermittlungen funktionieren nicht so. Da ist es nicht so, dass der Vernehmende einfach nickt, wenn ihm eine halbwegs plausible Geschichte erzählt wird.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:So vonwegen Meldepflicht und kommt doch alle sraus.
Polemik. Keiner sagt, es kommt alles raus. Aber es steigert die Gefahr der Entdeckung.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:38
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Aber: Wenn eine Gesellschaft ein unerwünschtes Verhalten nicht verurteilt, dann wird dieses Verhalten gebilligt. Die Botschaft an Täter und Opfer ist: Das ist legal, Du kannst Dich nicht wehren, Du kannst keinen Regress nehmen.
Deswegen sind deine Argumente nicht völlig falsch - aber sehr nachrangig.
Der Umkehrschluss ist aber eben nicht wahr. Nur, weil du etwas verbietest, heißt das nicht, dass es nicht mehr gebilligt wird.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Wenn ein Verbot im Raum steht, wird das die Flexibilität steigern.
Hast du ein Beispiel, wo das historisch jemals in einem vergleichbaren fall so war? Bei der Burka zumindest nicht.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Ehrlich - das hatte ich doch in dem Beitrag alles ausgeführt. Gerade solche "internen" Straftaten kommen ans Licht, wenn man sich eben nicht mehr gut versteht. Oder es der Falsche erfährt.
Und was passiert dann? Ich will was konkretes. Gib mir mal ein ganze konkretes realistisches szenario, was dir blühen kann, wenn du dein kind beschneidest. Irgendwas mit echten personen und nicht nur vagen 'das kann rauskommeN' Statements.
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Tatortwissen? Nicht böse gemeint - aber Ermittlungen funktionieren nicht so. Da ist es nicht so, dass der Vernehmende einfach nickt, wenn ihm eine halbwegs plausible Geschichte erzählt wird.
Doch. So funktioniert das. Oder glaubst du, wenn da massenhaft leute im ausland beschneiden werden die ohnehin überlasteten gerichte da die Soko Istanbul wegen sowas ausrufen und auch noch von den türkischen behörden, die das verbot scheiße finden werden, unterstützt?


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:48
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Diese Beispiele passen überhaupt nicht. Man kann tagelang Autofahren ohne jemanden zu verletzen. Genauso kann man literweise Alkohol oder kiloweise Drogen in sich hineinstopfen, ohne dass man jemanden verletzt.
Klar. Aber in einem Leben Autofahren ist die Wahrscheinlichkeit nicht gerade gering.

Der Rest ist eher was für die Gefühlsecke. Wir reden von "lege artis" durchgeführten Beschneidungen.
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Mir ist auf der Metaebene schon klar, dass einem immer das völlig unzureichende Argument "Tradition" vorgepredigt wird. Letztendlich steckt aber nicht der Glaube an die Tradition dahinter, sondern man ist einfach nicht mutig genug, sich diplomatisch mit mehreren Interessengruppen anzulegen (sei es Israel, die USA oder aufgrund unserer Historie auch dem Judentum) und sich einem internationalen Aufschrei zu stellen.
Das ist halt Deine These.
Und gäbe es keine Gewaltenteilung könnte man darüber reden. Aber den Gerichten ist so was eher egal. Die fällen ständig Urteile, die der Politik nicht passen.
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Jahrelang wurde stattdessen behauptet die Beschneidung habe keinerlei Nachteile.
Das kann man ja begutachten. Man kann feststellen, was es schadet und wie groß der Schaden ist. Und das ist natürlich ein wichtiger Aspekt.
Und nochmal - ich halte das für keine Bagatelle. Es ist eine irreversible Maßnahme, die körperliche Folgen hat und erhebliche Folgen haben kann.
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Nun argumentiert man mit Tradition.
Nicht "nun", sondern schon immer. Religion ist nun mal ein geschütztes Rechtsgut. Wollte man das ändern, müsste man eben das GG ändern.
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Traditionell wurden auch die Kinder in der Schule verprügelt. Nun darf man das nicht mehr.
Das ist auch etwas unsinnig. Denn soziale Normen ändern sich. Was vor 100 Jahren legal war, ist es heute nicht mehr und umgekehrt. Keiner sagt, dass Tradition immer gewinnt - aber es ist eben ein Kriterium.
Zitat von LestradeLestrade schrieb:Irgendwann wird sich auch diese Tradition ändern
Bestimmt. Und ich vermute, dass das gar nicht in so ferner Zukunft liegt.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Der Umkehrschluss ist aber eben nicht wahr. Nur, weil du etwas verbietest, heißt das nicht, dass es nicht mehr gebilligt wird.
Wenn Du als Gesellschaft eine Handlung nicht pönalisierst, dann sagst Du damit, dass diese Handlung zumindest nicht so schlimm ist, dass sie Strafe verdient. Was ist daran nicht folgerichtig?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Hast du ein Beispiel, wo das historisch jemals in einem vergleichbaren fall so war?
Dass eine Drucksituation ein Verhalten geändert hat?
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Und was passiert dann? Ich will was konkretes. Gib mir mal ein ganze konkretes realistisches szenario, was dir blühen kann, wenn du dein kind beschneidest. Irgendwas mit echten personen und nicht nur vagen 'das kann rauskommeN' Statements.
Soll ich Dir eine Kriminalgeschichte erzählen? Ich fühle mich von Dir relativ verarscht.
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Doch. So funktioniert das.
Das gute Argument zum Schluss.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:49
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Soll ich Dir eine Kriminalgeschichte erzählen? Ich fühle mich von Dir relativ verarscht.
Ja,s ollst du. Gibt mir einen realistischen Fall, wo du dir vorstellen kannst, dass das beschneidungsverbot zu etwas gutem fühlt.

Aysche und Mohammed lassen Mohammed Junior im alter von 10 Beschneiden in der Türkei.

Wie kommt das raus? Wie wird bestraft? Mal ganz konkret, nicht nur 'ja irgendwer köntne das sagen'. Was passiert denn dann, wenn einer das sagt?


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:52
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Weil auch religiöse Riten dem Faktischen unterliegen. Eine Beschneidung könnte zunächst auch symbolisch erfolgen - wenn eben ein gewisser Druck da wäre. Ohne Druck kann man sich hinstellen und sagen: "So haben wir das schon immer gemacht und so machen wir das weiter. Veränderung ist eben mit Arbeit verbunden."
Eben - zumal, was schon mehrfach betont wurde, die reale Beschneidung, immer noch nachgeschoben werden kann, dann nur eben bitte in voller Selbstverantwortung und auf Wunsch des betroffenen, nunmehr volljährigen Mannes.


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20.05.2021 um 17:54
Zitat von shionoroshionoro schrieb:Ja,s ollst du. Gibt mir einen realistischen Fall, wo du dir vorstellen kannst, dass das beschneidungsverbot zu etwas gutem fühlt.
Jeder Fall, wo das Verbot greift, wäre eine Körperverletzung weniger. Ganz einfach.


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Beschneidung erlauben oder verbieten?

20.05.2021 um 17:58
Zitat von TripaneTripane schrieb:Jeder Fall, wo das Verbot greift, wäre eine Körperverletzung weniger. Ganz einfach.
Geht ja gar nicht, bestrafen kann ich ja erst, nachdem es passiert ist.


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