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Erich von Däniken

23.806 Beiträge, Schlüsselwörter: UFO, Ufos, Ufologie, Däniken, Erich von Däniken, EVD

Erich von Däniken

25.12.2019 um 20:23
Diagnostiker schrieb:Die ideologische Brandstifterei von Brentjes, die das Thema zu einem Politikum machte, bewirkte wahrscheinlich bei einem nicht unerheblichen Teil der Bevölkerung eher das Gegenteil des erwünschten Effekts
Burchard Brentjes war kein Unbekannter für mich (aber auch jetzt nicht so bekannt, daß ich hätte sagen können, was ich von ihm kannte), aber wirklich gezielte Anti-EvD-Propaganda kannte ich nicht wirklich. Die ging dann doch nicht so stark durch die Medien oder Schulen. Auch heute gilt Brentjes lt. Wikipedia als scharfer Kritiker, aber jetzt nicht als Kreuzzügler oder so. Von Brandstifterei zu sprechen und gar vom gegenteiligen Effekt, das erscheint mir beides dann doch arg überzogen.
Diagnostiker schrieb:Däniken wurde zu einer Art Gallionsfigur unterschwelliger Opposition
Waaaas? Nicht in den oppositionellen Kreisen, die ich kannte. Gallionsfigur, nee, nu wirklich nicht. Die alternative Sicht eines EvD auf die Geschichte der Menschheit war zwar spannend, gewiß auch (das immerhin) nochmals spannender, weil nicht von öffentlicher Seite vertreten. Aber das waren auch andere, Gottfried Keller etwa. Auch mit Hohlweltvorstellungen - und Behauptungen von Belegen, Erfahrungsberichten etc. - war ich vertraut ab womöglich Ende der Siebziger. Kurz danach lernte ich Nahtoderfahrungen, Kübler-Ross und Moody kennen. War alles irgendwie bekannt, irgendwie spannend. Da stachen präastronautische Thesen nicht hervor, sondern waren nur "Teil von't Janze".


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 10:42
perttivalkonen schrieb:Von Brandstifterei zu sprechen und gar vom gegenteiligen Effekt, das erscheint mir beides dann doch arg überzogen.
Was die Brandstifterei betrifft, war es tatsächlich so. Dazu muss ich allerdings etwas weiter ausholen, weil hier die damalige politische Großwetterlage mit hineinspielt, die aus Däniken ein Politikum werden ließ. Momentan habe ich wenig Zeit, aber ich werde das später noch detaillierter ausführen. Der Film lief damals zur Unzeit und diejenigen, die ihn damals durchs Raster der stattlichen Kontrolle rutschen ließen, wurden entsprechend gemaßregelt. Für die Bevölkerung war die kurzfristige Absetzung des Films Anlass zur Empörung, auf die dann reagiert werden musste. Auch dazu später noch mehr im Detail.

Falls Du an Brentjes "Rätsel aus dem Altertum" rankommen solltest (akzent-Band 47) - dort findest Du u.a. seine Reaktion auf einen Leserbrief aus dem Jahr 1973 - also just aus dem Kontext der Debatte um die Absetzung des Films.

Na ja, und der Aufruf zum Kampf gegen Däniken als Kampf für den Sozialismus hat schon Signalcharakter, wenn er auf einer Referententagung vorgebracht wird. Das riecht schon sehr scharf nach Abwehr von gegnerischer Propaganda des Klassenfeinds ...


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 11:44
Diagnostiker schrieb:Der Film lief damals zur Unzeit und diejenigen, die ihn damals durchs Raster der stattlichen Kontrolle rutschen ließen, wurden entsprechend gemaßregelt.
Klar wurden die gemaßregelt. Ganz, wie Du schriebst: "entsprechend".

Daß Brentjes vehement gegen EvD-sche Thesen vorging, wissen wir ja. Ebenso klar, daß sowas wie "klassenfeindlich" in DDR-Publikationen das Pendant zum "sogenannten Skeptiker" der Allmy-Believer ist (oder das "Believer" der Skeptiker). Sowas pappt man schnell mal wem an, um damit erfolgreich Stimmung contra zu machen. (Und ebenso klar mag das bei anderen den gegenteiligen Effekt auslösen.)

Band 47 von akzent kommt mir nicht bekannt vor. Wohl aber kann ich mich noch daran erinnern, daß es ein akzent-Buch was, das mich zum allerersten Mal mit der PaläoSETI-These vertraut gemacht hat. Und zwar positiv. Ich kann mich noch an zwei Zeichnungen darin erinnern, vom "Astronauten" aus den Tassilibergen sowie vom Stein der Schwangeren mit zwei Menschensilhouetten zum Größenvergleich. Das muß Band 5 von Johann Dorschner gewesen sein, "Sind wir allein im Weltall?" Eine positive Rezeption der EvD-schen Präastronautik in einem akzent-Buch erklärt jedenfalls sehr gut, wieso ein späteres Buch dieser Reihe die Thematik nochmals deutlich kritisiert. So erinnere ich mich noch gut an eine Artikelreihe in der "Urania" zur Menschwerdung, in der ein Wissenschaftler über knapp 400.000 Jahre alte Ritzzeichnungen eines Löwen sowie von symbolartigen Zeichen aus Bilzingsleben berichtete (incl. Abbildungen), und in einem späteren Artikel ebendieser Reihe schrieb ein Kollege u.a. eine deutliche Kritik dazu. So hat man das in der DDR nun mal gemacht, wenn etwas erst mal publiziert war, ein deutliches Dementi hinterherzuwerfen, sinnigerweise in der gleichen Publikationsreihe odgl.

Es bleibt mir alles zu hoch angebunden mit Gallionsfigur EvD ebenso wie mit Brandstifterei Brentjes'.


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 16:57
perttivalkonen schrieb:Klar wurden die gemaßregelt. Ganz, wie Du schriebst: "entsprechend".
Ja, der zuständige Leiter wurde strafversetzt. Auf die Schnelle habe ich noch diesen Abschnitt gefunden (von S. 142 bis 147). Darin heißt es:
Ein neuerdings vom Progress Filmbetrieb in der DDR verbreiteter Film zwingt zur Stellungnahme und Warnung, denn dieser Film propagiert eine moderne Ersatzreligion, die 'Dänikitis'. ... Die Umgestaltung unserer Kinohallen in Bethallen des neuen Kultes ist ein Verstoß gegen alle Prinzipien unserer sozialistischen Gesellschaft ... Die Freigabe des Films sei unverständlich und verantwortungslos, da dadurch "bei manchen ein wissenschaftsfeindliches, antimarxistisches Weltbild gefestigt wird." ... Tatsächlich verbirgt sich dahinter, gepaart mit schlecht verhohlener Wissenschaftsfeindlichkeit, ein Komplex antihumanistischen Gedankenguts mit rassistischen, kolonialistischen und faschistoiden Aspekten.
... usw. usw.
perttivalkonen schrieb:Das muß Band 5 von Johann Dorschner gewesen sein, "Sind wir allein im Weltall?"
Bei Dorschner findet sich zwar eine Abbildung vom "Marsgott" aus dem Tassili-Massiv, aber keine wohlwollende Bezugnahme zu Däniken, sondern den Hinweis, dass diese von Lhote gefundenen Felsbilder für manche auch als Raumfahrer interpretiert worden sind. Dorschner geht dann auch noch auf die Terrasse von Baalbek ein sowie auf die Grabplatte von Palenque - hier explizit mit Bezug auf Däniken, dessen Deutung von Pacal als Raumfahrer jedoch ablehnend kommentiert wird.

Dorschner hatte sein Buch ebenfalls im Jahr 1973 geschrieben und lag Anfang März 1974 zur Referententagung bereits vor. Sowohl K. H. Schmidt wie auch Friedrich Jungnickel, die beide als Referenten auftraten, erwähnten Dorschners Buch als Quellenreferenz. Dorschner selbst erklärte in einem Vortrag, den er in Jena 1976 hielt, dass er sich angesichts der Publizierung von Dänikens Büchern dazu aufgefordert sah, sein Buch zu schreiben. Der zeitliche Zusammenhang lässt an einen Auftrag im Kontext mit der Ausstrahlung und Absetzung des Däniken-Films denken. Ebenso wie die Referententagung damit im Zusammenhang steht.

Das kann man nachlesen in "Astronomie in der Schule" Jg. 1974, Seite 102-106 (Bericht über die Referententagung von Klaus Lindner) sowie in "Die Sterne" Jg. 1975 (Tagungsreferate von Schmidt und Jungnickel) und Jg. 1977 (Referat von Dorschner).
perttivalkonen schrieb:Eine positive Rezeption der EvD-schen Präastronautik in einem akzent-Buch
Nein, das war keine positive Rezeption. Auch in anderen akzent-Büchern gab es so etwas nicht. Dorschner lotete Denkmöglichkeiten aus (wobei er auf das "denkbar" besonderen Wert legte!), die auf die Möglichkeit des Besuchs von Außerirdischen in der menschlichen Vorgeschichte ausgerichtet waren, kritisierte aber deutlich die Methoden der Prä-Astronautik im Allgemeinen und das Vorgehen von Däniken im Besonderen als negatives Beispiel, wie es gar nicht gehen könne.


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 17:27
Kurzer Nachtrag, bevor ich erst mal wieder weg muss ...


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 18:07
Diagnostiker schrieb:Auf die Schnelle habe ich noch diesen Abschnitt gefunden (von S. 142 bis 147). Darin heißt es:

Ein neuerdings vom Progress Filmbetrieb in der DDR verbreiteter Film zwingt zur Stellungnahme und Warnung, denn dieser Film propagiert eine moderne Ersatzreligion, die 'Dänikitis'. ... Die Umgestaltung unserer Kinohallen in Bethallen des neuen Kultes ist ein Verstoß gegen alle Prinzipien unserer sozialistischen Gesellschaft ... Die Freigabe des Films sei unverständlich und verantwortungslos, da dadurch "bei manchen ein wissenschaftsfeindliches, antimarxistisches Weltbild gefestigt wird." ... Tatsächlich verbirgt sich dahinter, gepaart mit schlecht verhohlener Wissenschaftsfeindlichkeit, ein Komplex antihumanistischen Gedankenguts mit rassistischen, kolonialistischen und faschistoiden Aspekten.

... usw. usw.
Könnt ich ja noch gut zur Hälfte voll unterschreiben. Wenn man was dazu sagen mußte, dann mußte halt die Inkompatibilität zum Sozialismus irgendwie benannt werden. Was erwartest Du denn, was man dann schreiben könnte? Na selbstverfreilich genau sowas! Immerhin habense auch sachbezogene Kritik mit angebracht, und die is ja nu nicht grad falsch.

Das Wesentliche aber is nu: wurde das einmal gesagt, irgendwo publiziert? Oder haben die da ne DDR-weite mehrwöchige Kampagne draus gemacht, von der die Aktuelle Kamere mehrmals berichtete? War es also hoch angebunden oder nur ne stinknormale Randglosse? Und da sag ich Randglosse. Sie mußten halt was zu sagen, weils das auf nem ganz offiziellen Weg zugänglich war. Das war die große verdammte Peinlichkeit, weswegen man im Zugzwang war. Ansonsten hätt es wohl noch Jahre gebraucht, bis mal ein Brentjes nen Artikel über EvD/PA verfaßt hätte.
Diagnostiker schrieb:Bei Dorschner findet sich zwar eine Abbildung vom "Marsgott" aus dem Tassili-Massiv, aber keine wohlwollende Bezugnahme zu Däniken
Sonst hätt das Buch auch keine zweite Auflage erreicht. Scherzbold, echt! Es wurden Präastronautik-Thesen inhaltlich vorgestellt, und das für DDR-Verhältnisse wohlwollend. Wieso is das nix wert, wenn dabei der EvD nicht erwähnt und gleich noch gewürdigt wird? Es war PA-wohlwollend, punkt.
Diagnostiker schrieb:sowie auf die Grabplatte von Palenque - hier explizit mit Bezug auf Däniken, dessen Deutung von Pacal als Raumfahrer jedoch ablehnend kommentiert wird
Stimmt, da hatten die auch ne Abzeichnung von drin; ich erinnere mich. Frag mich allerdings, wieso das "ablehnend kommentiert" für Dich ein "jedoch" ist. Wohlwollend war es bezüglich der Grundthese, quasi als Offenheit für die Frage "Waren sie hier? Und könnte das eine oder andere darauf hindeuten?". Daß deswegen nicht jede vorgeschlagene PA-Interpretation gut ist und gelobt werden muß, versteht sich eigentlich von selbst. Und gerade wenn der Vorreiter einer grundsätzlich interessanten Idee "ausm Westen" is, dann isses immer gut zu zeigen, daß dieser Vorreiter, weil westideologisch benachteiligt, auch fehlerhaft ist.
Diagnostiker schrieb:Nein, das war keine positive Rezeption.
Doch, genau das war es. Es war eine positive Würdigung der grundsätzlichen PA-Idee, und bei mir weckte sie durchaus das Interesse an möglichen "Alienkontakten" in der Menschheitsgeschichte. Das Interesse an nem Thema zu zerschlagen statt zu fördern sah anders aus. Damals gab es in der NBI (glaube, es war noch in den Siebzigern) ne Artikelreihe "woher wir kommen", und da gabs dann auch mal eine Folge über moderne Thesen. Da wurden westliche Hypothesen vom "Mängelwesen Mensch" wie vom "Mörderaffen" aber ordentlich abgewiesen. So hat Dorschner eben nicht über die PaläoSETI-Idee geschrieben. Sondern - wohlwollend.
Diagnostiker schrieb:Dorschner lotete Denkmöglichkeiten aus (wobei er auf das "denkbar" besonderen Wert legte!), die auf die Möglichkeit des Besuchs von Außerirdischen in der menschlichen Vorgeschichte ausgerichtet waren, kritisierte aber deutlich die Methoden der Prä-Astronautik im Allgemeinen und das Vorgehen von Däniken im Besonderen als negatives Beispiel, wie es gar nicht gehen könne.
Wieso Du das nicht "wohlwollende Rezeption" nennen kannst, ist mir echt ein Rätsel. Der Verdacht einer gewissen Schere im Kopf lag mir ja schon bei der "Brandstifterei" auf der Zunge.


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 19:23
perttivalkonen schrieb:Das Wesentliche aber is nu: wurde das einmal gesagt, irgendwo publiziert?
Es wurde mehrmals gesagt und publiziert - nicht nur in der Wochenpost, sondern noch in anderen Zeitungen und Zeitschriften - und dafür eigens eine Referententagung vorzubereiten, wo Brentjes als Auftakt zur nachfolgenden Diskussionsrunde einige "grundsätzliche Ausführungen" anbringt, in denen er seine einschlägig ideologisch vorbelasteten Kritikpunkte vorträgt, ist nun mal nicht irgendeine nebensächliche Randglosse, sondern doch schon eine höhere Stufe der Auseinandersetzung - auch wenn sie es nicht in die Aktuelle Kamera geschafft haben sollte (eventuell wurde vielleicht auch darüber berichtet? - Ich weiß es nicht.).
perttivalkonen schrieb:Das war die große verdammte Peinlichkeit, weswegen man im Zugzwang war.
Interessant ist in diesem Zusammenhang, dass die "Peinlichkeit" - also die Filmvorführung - zeitlich parallel mit einer Auseinandersetzung in der sowjetischen "Nauka i Shizn" (Wissenschaft und Leben) stattfand, bei der die Thesen des Films zurückgewiesen wurden (im Film traten auch Kasanzew und Saizew auf, die als Wissenschaftler vorgestellt wurden) - merkwürdigerweise eben erst 1973, obwohl der Film von 1970 war und in der Sowjetunion schon längere Zeit lief, ohne dass es zu einer inhaltlichen Auseinandersetzung kam. Ich vermute, dass das kein Zufall ist, sondern auf einen anderen Hintergrund verweist, der hinter den politischen Kulissen ablief.
perttivalkonen schrieb:Sonst hätt das Buch auch keine zweite Auflage erreicht.
Mein Exemplar ist die dritte Auflage aus dem Jahr 1978 ...
perttivalkonen schrieb:Es wurden Präastronautik-Thesen inhaltlich vorgestellt, und das für DDR-Verhältnisse wohlwollend.
Brentjes meinte ebenfalls, dass grundsätzlich alles "denkbar" ist, was Däniken behauptet - aber er meinte das keineswegs wohlwollend. Dorschner hat sich zwar nicht in der selben Schärfe wie Brentjes geäußert, aber dennoch nicht wohlwollend, sondern ablehnend, mit der Begründung, dass man - würde man jedes rätselhafte Bauwerk usw. als Eingriff von Außerirdischen deuten, nicht besser wäre als unsere Vorfahren, die bestimmte Felsformationen usw. mit Teufeln, Hexen und Zauberern "erklärte".

Es wurden einige Objekte benannt, die bei Däniken eine Rolle spielten, aber nicht in zustimmender Weise, dass man hier tatsächlich das Eingreifen von "Astronautengöttern" in Betracht ziehen könnte, sondern in ablehnender Weise, dass man hier die Fähigkeiten der Menschen komplett unterschätzen würde, so dass der Schluss auf Außerirdische zumindest "verfrüht" ist, so lange man die Alternativen noch nicht ausreichend geprüft hat.

Dorschner listet außerdem noch einen Katalog von Kriterien für einen "Kontakt-Mythos" auf, den er bei Sagan und Shklovski zitiert, aber fügt unmittelbar hinzu, dass selbst bei Vorliegen aller Kriterien in einem Mythos kein Beweis gegeben wäre, dass es sich tatsächlich um die Wiedergabe eines realen Kontakts handeln würde. Das heißt, auch hier nicht zustimmend oder "wohlwollend", sondern ganz klar ablehnend, weil nicht beweiskräftig.
perttivalkonen schrieb:Wohlwollend war es bezüglich der Grundthese, quasi als Offenheit für die Frage "Waren sie hier? Und könnte das eine oder andere darauf hindeuten?".
Na gut, wenn fehlende Polemik für Dich wohlwollend bedeutet, dann ist das für Dich eben so, aber im Resultat kam bei der "wohlwollenden" Prüfung der vorgebrachten Beispiele ja dann doch dasselbe heraus wie bei einer nicht wohlwollenden Prüfung - als Beleg unbrauchbar und damit als Methode zur wissenschaftlichen Suche nach außerirdischen Besuchern abzulehnen. Für Dorschner wie auch für Bernhardt ging es auch ohne ideologische Brandstifterei, während Brentjes meinte, hier die sowjetischen Genossen von "Nauka i Shizn" übertreffen zu müssen. Das ist dann nur noch eine Frage des Stils, aber nicht in der Sache. Hier waren sich alle drei vollkommen einig.


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Erich von Däniken

26.12.2019 um 20:11
Diagnostiker schrieb:Es wurde mehrmals gesagt und publiziert
Klar mehrmals. Aber nochmals, wenn die Kader sich wirklich mal auf was eingeschossen haben, dann hatte das sowas von eindeutig andere Dimensionen. Hatte ich ja kurz skizziert.

Echt, die EvD-"Debatte" war doch ein Witz. Das war mal kurz Thema wegen des Kinofilms, aber dann nicht mehr. In all den Jahren und Jahrzehnten, wie oft hat die Wochenpost denn erneut über EvD berichtet? Der Unionverlag hatte dann noch mal ein Büchlein rausgegeben. Hier, da dort wurde das mal am Rande erwähnt. Aber es war schlicht kein Thema.

Und jetzt reichts mir auch damit. Letztlich ist schon alles gesagt. Und wenn selbst Du schon Dorschners PA-Abschnitt so zusammenfaßt, wie ich es getan hätte, und der Unterschied ist dann nur noch der, daß Du diese seine erkennbar "kritische Würdigung" der Idee nicht "wohlwollend" bezeichnen willst; und wenn Du ne harte Kritik "Brandstifterei" nennst, dann gehts hier eh nur noch um ne Wortwahl aus Vorentscheid und nicht mehr wirklich um die Sachlage. Daher beende ich es hier.


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Erich von Däniken

29.12.2019 um 15:59
perttivalkonen schrieb:wie oft hat die Wochenpost denn erneut über EvD berichtet?
Gar nicht. Die Debatte wurde ja von oben abgewürgt und unterbunden - das wäre ja eine Fehlerdiskussion gewesen, also etwas, was gar nicht ging im Selbstverständnis der Avantgarde der Arbeiterklasse ... :D
perttivalkonen schrieb:Der Unionverlag hatte dann noch mal ein Büchlein rausgegeben.
Ja, das war 1978 und im Jahr darauf kam noch eine zweite Auflage heraus. Das war Bernhardts "Sind wir Astronautenkinder?", in dem es um die ersten vier Däniken-Bücher ging, die im Zeitraum von 1968 bis 1973 erschienen waren. Brentjes veröffentlichte seine beiden Bücher im Jahr 1980 und nahm auch darin nur auf die ersten drei Bücher Dänikens Bezug. In der Zwischenzeit hatte Däniken 1974 noch seine "Erscheinungen" und 1977 seine "Beweise" herausgegeben sowie 1976 einen weiteren Film veröffentlicht.

Möglicherweise sickerte also erneut etwas mehr neues Material in die DDR hinein, so dass man meinte, hier noch einmal nachlegen zu müssen - wenn auch mit inzwischen in die Jahre gekommenem Material, was schon zusammengeschrieben war, aber wegen der abgewürgten Debatte einstweilen in der Schublade der Verlage geparkt worden ist. Im Zuge der KSZE-Verpflichtungen ergaben sich über "Familienzusammenführungen" mehr Reise- und Ausreisemöglichkeiten, so dass hier vielleicht ein stärkerer Zustrom von Däniken-Büchern in die DDR erfolgte.
perttivalkonen schrieb:Aber es war schlicht kein Thema.
Offiziell sicher nicht - mit öffentlichen Debatten zu strittigen Themen, die der Zensur unterlagen hatte man es ja generell nicht so - aber unterschwellig durchaus schon, wenn man - wie z.B. im Dresdner Stanislaw-Lem-Klub u.a. über Däniken diskutieren wollte und prompt von der Staatsmacht einen Riegel vorgeschoben bekam, der zur Auflösung des Vereins führte. Und nachdem Brentjes die Faschismus-Keule geschwungen hatte, gab es die einen oder anderen "Maßregelungen" bis hin vor Gericht (auch wenn ich das nur vom Hörensagen her weiß und leider nicht anderweitig belegen kann).
perttivalkonen schrieb:Letztlich ist schon alles gesagt.
Im Prinzip schon, deshalb höre ich jetzt auch damit auf. Danke für das interessante Gespräch.


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Erich von Däniken

13.01.2020 um 09:58
Nemon schrieb am 17.12.2019:...aber wenn du wirklich dabei bleibst, @trunkenmaster gibt's ne Runde :freibier:Denn das
Ich bin derzeit über EvD sehr, sehr verunsichert. da ja alle Einwände schon widerlegt worden sind. Die Welt kann doch so einfach sein, Der Wahnsinn.


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Erich von Däniken

13.01.2020 um 10:21
trunkenmaster schrieb:Ich bin derzeit über EvD sehr, sehr verunsichert. da ja alle Einwände schon widerlegt worden sind. Die Welt kann doch so einfach sein, Der Wahnsinn.
Ich verstehe nicht recht, wie du das meinst.
Welche Einwände sind widerlegt? Es sind doch EvDs Behauptungen widerlegt. Einwände gegen seine Behauptungen wurden m. E. nicht widerlegt.


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Erich von Däniken

14.01.2020 um 09:45
Einfach mal auf den Punkt gebracht: EvD ist ein Betrüger?


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Erich von Däniken

14.01.2020 um 10:13
trunkenmaster schrieb:Einfach mal auf den Punkt gebracht: EvD ist ein Betrüger?
Genau um diesen Punkt laviert er ja herum, was auch aus dem Grund eine gängige Verschwörungstheoretiker-Rhetorik ist, dass man keine juristischen Angriffspunkte bieten will.
Sagt er nicht bei jeder Gelegenheit: "Glauben Sie mir kein Wort!" Bei anderen Größen der Bullshit-Industrie heißt es: "Ich stelle ja nur Fragen."

Betrug würde z. B. eine vorsätzliche Täuschung in niederträchtiger Absicht zu Gewinnerzielung voraussetzen, und das wäre dann an irgend einem Punkt justiziabel. Das mag man hier immer noch als gegeben annehmen. Schließlich besteht das gesamt Geschäftsmodell daraus, Unwahrheiten und Lügen zu verbreiten sowie die Wissenschaft und Menschen, die etwas zwischen den Ohren haben, das nicht hohl ist, zu verunglimpfen. Die Meinungsfreiheit deckt das auch noch ab, so lange keine Verleumndung oder Hetze etc. im Spiel ist.

Würde er jetzt aber Kristallschädel verkaufen mit dem Versprechen, sie befähigten zu Zeitreisen oder Ähnlichem. könnte das eher in Richtung Betrug ausgelegt werden. Und selbst auf diesem Feld zeigt ja die gesellschaftliche Realität, dass ein Betrug, den die Leute kaufen wollen, durchgeht. Beipiele gibt es reichlich in Alternativ-"Medizin" und im gesamten Sortiment der Esoterik-Industrie.

Die Antwort auf deine Frage ist eindeutig. Im Klartext: "Man könnte möglicherweise die Frage stellen, ob EvD ein Betrüger ist." ;)


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Erich von Däniken

15.01.2020 um 06:18
Der Nachteil ist halt, dass er keine Beweise vorlegen kann.


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