orlets schrieb:Ich habe nur schwarze Klamotten. Meine ehemalige Freundin, hat sich schon bei mir beschwert, wie ich rum laufen würde ,als ob ich zu einer Beerdigung ginge und ich sollte mir mal was anständiges tragen.
Ich habe sie damals in Portugal besucht und ich hatte in diesem Urlaub,als sie das gesagt hatte Geburtstag und sie schenkte mir neue Klamotten in bunten "fröhlichen" Farben. Das war überhaupt nichts für mich, aber ich wollte im Urlaub kein Stress machen und hab das getragen. Nach dem Urlaub zurück Zuhause lagen die nur im Schrank. Ganz schlimm war ein Polo-Shirt mit blau weißen Streifen und ein Anker Symbol auf der Brust, das sah für mich fast aus wie ein Matrosen Faschingskostüm.
Kann ich alles sehr gut nachvollziehen - die Sprüche ("Beerdigung"), dann die, wie ich sie nenne, Überredungsgeschenke, entweder gleich knallig-bunt, oder zwar schwarz, aber... (wie der von mir erwähnte Schal). Einmal kam auch die Empfehlung, ich solle mir "blonde Strähnchen machen lassen" - nix da. An mir wird nix aufgehellt, und auch kein "-chen" angebracht. Würde ich die Haarfarbe verändern (angenommen; noch nie gemacht) dann entweder von natürlichem Schwarzbraun auf Tiefschwarz, oder quietschbunt.
orlets schrieb:Warum das denn? Ist ein Mensch nach seinem Tod ganz abgeschrieben? Nicht mehr Wert, am Grab besucht zu werden und Blumen zu hinterlegen, für die ganze Lebenszeit,wo die Eltern für dich da waren? So ein Verhalten verstehe ich ehrlich gesagt nicht. Aber ich weiß ja nicht, wie dein Verhältnis miteinander war, obwohl das auch keine Entschuldigung wäre.
Da ich es auch so halte (nicht bzw. kaum an Gräber, verbinde damit nichts):
Meine Eltern leben noch, die Großeltern sind alle verstorben. Auch meine "dritten Großeltern" (Kindheits-Nachbarn im Großelternalter) sind verstorben.
Zu keinem war das Verhältnis schlecht. Einige von ihnen haben mir sogar explizit sehr viel bedeutet. Nur an den Gräbern empfinde ich da nichts. Zugehörig, im Alltag präsent, bleiben sie mir auf andere Art und Weise: Dinge in ihrem Sinne tun. Manch kleiner Gegenstand von ihnen, nicht viel wert materiell (z.B. ein kleines Holzfigürchen das ich als Kind geschenkt bekommen habe), aber mich an eine Gewohnheit, Gegebenheit, besondere Stärke von ihnen erinnert. Das ist für mich mehr "Oma-Poldi"-ig denn z.B. das Grab: eine Steinplatte mit Namen, Geburts- und Sterbedatum, darunte die sterblichen Überreste von Oma Poldi. Persönlich finde ich auch, dass ich damit, was ich an Oma Poldi toll, bewundernswert fand selbst zu beherzigen mehr von Oma Poldi im Jetzt behalte denn bei einem Grabbesuch.
Wenn jemandem ein Grabbesuch hilft: Verurteile ich nicht
:)