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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

177 Beiträge, Schlüsselwörter: Krankenhaus, Operation, Vollnarkose, Operiert, Operationssaal
Bernard
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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 00:40
@chen
chen schrieb:"Frag mal in der Rubrik "Verschwörungen", da wurde vielen das Gehirn entfernt."
Tzzz...., tzzz..., tzzz.... - was sind denn das für Sachen. Wie wir sie kennen - wie wir sie lieben... :D

@Addy
Magendurchbruch ist wirklich heftig! Und vier verkorkste Operationen beim Opa machen natürlich auch nachdenklich...

@MikeNess
Abszess am Steiß mit Komplikationen hört sich schon übel an... :(

Dankeschön für´s Mitmachen!
Ansonsten scheint der Standard sich hier -bislang- auf "Appendix" (Blinddarm) und Mandeln zu konzentrieren. Meinen aktuellen Beitrag bezüglich der 3. Operation (gestern vor vier Wochen; am 4. Advent 2010) stelle ich im Laufe des Tages ein; ist doch etwas umfangreicher geworden. Aber das ist ja mittlerweile schon bekannt von mir: Meine Diskussionsbeiträge stellen bisweilen eher kleine Kurzgeschichten dar... ;)

Übrigens lag ich auch schon mal auf einem echten Seziertisch einer echten Pathologie eines echten Krankenhauses. ;) Lang, lang ist´s her...

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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 12:35
Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?
ja


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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 13:42
Moinsen!
Die letzte OP war ein Trümmerbruch im Sprunggelenk. Sicher unter Vollnarkose aber warum ich das nicht vertragen habe, kann mir bis heute niemand sagen. Hatte nen Kreislaufzusammenbruch danach. Lag sicher an dem Streß während des Unfalles.
Und was ich davon hatte? Ne Stunde länger in der Aufwachstation. Hab ein paar Tage gebraucht um mich von der Dröhnung zu erholen aber überlebt hab ichs trotzdem.
Allerdings hab ich die Schraubenentfernung mit ner Rückenmarkspritze machen lassen. Bis auf das ich mir den Hintern im OP- Saal abgefroren habe war das auf alle Fälle angenehmer. Geiles Gefühl seine Beine fliegen zu sehen ohne sie zu spüren! ;-)

Gruß Eni


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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 13:51
Bernard schrieb:Zahnentfernung unter Vollnarkose ist aber eher die Ausnahme
Ja, das stimmt wohl. Ich war aber eben 12, und das ist auch jetzt schon über 10 Jahre her. Keine Ahnung, was sich da medizinisch weiterentwickelt hab. Ich hätte es auch nicht mitkriegen wollen, nachher wurde auch noch gesagt ich hätte wohl auch sehr stark geblutet :/

Aber vor der Vollnarkose an sich hatte ich damals komischerweise gar keine Angst. Vielleicht, weil ich gar nicht drüber nachgedacht hab. Ich saß also da auf dem "OP-Stuhl", bekam die erste Spritze (wohl Schmerzmittel) und dann halt die Narkosespritze, ich sollte von 10 runter zählen. Ich dachte mir schon "Ach, die immer mit ihrem Runterzählen...ich komm bestimmt bis 1 und dann passiert nichts" :D War aber glaub ich schon bei 6 weg, das ging ganz plötzlich, ein irres Kribbeln im Kopf und *schwupps* lag ich wieder im Aufwachraum.

Naja das mit der Kost war so ne Sache...die ganze Zeit üble Schmerzen, pürrierte Bananen mit Zwieback von Mama haben die Sache auch nicht besser gemacht. Und dann ein paar Tage später Fäden ziehen...das sind Schmerzen...


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20.01.2011 um 13:53
1999 wurde bei mir bei beiden Sprunggelenke, die Sehen ersetzt.
Im Aufwachraum musste ich nur erbrechen.
2007 hatte ich einen Autounfall, das linke Bein und das Knie verschlagen, musste auch die Varitzen enfernen, kam nicht gut raus, hatte nachher eine Beckenbodenthrombose.
Nachher das Knie spiegeln, gesehen, das der Knorpel kaputt ist.
2009 mussten sie unterhalb des Knie, die Knochen brechen, dann das Knie um 6 Grad richten. D.H.
Aus O-Bein X-Bein machen. Kam noch eine Platte mit 5 Schrauben rein.
Diesmal keine Probleme im Aufwachraum, sie haben heute bessere Narkosemittel.
Ich hatte nur Probleme mit der Platte, es entzündete sich alles, musste ein Jahr aushalten mit viel Schmerzen.
2010 die Platte raus. Das Knie noch schmerzhaft, aber besser als vorher.
Sie wissen, das ich empfindlich bin mit den Narkosemittel, sie können keine Rückenmarksspritze geben, da ja auch mein Rücken durch den Unfall, geschädigt ist.
Aber die Narkoseärzte haben es gut im Griff.
Und schaden im Gehirn durch Narkosemittel habe ich auch nicht festgestellt, ich habe nur Probleme mit dem Kurzzeitgedächnis durch den Unfall.


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20.01.2011 um 13:55
Ich habe auf nein geklickt, weil ich in mein Leben noch nie operiert wurde


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20.01.2011 um 14:02
@ Häfi!

Es gibt sie aber die Gehirnschäden, wenn man innerhalb kürzester Zeit viel operiert wird. Die Frau die damals mit mir im Zimmer lag mußte das durchmachen. Hatte sie noch regelmäßig besucht und irgendwann erkannte sie mich nicht mehr. Was aus ihr geworden ist weiß ich leider nicht.

@ fireofmysic: Sei froh. Nichts ist schlimmer als ne beschissene Gesundheit!

Gruß Eni, die mal wieder mit ner Schleimbeutelentzündung daheim sitzt....


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sturmnacht
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20.01.2011 um 14:05
@Einfachnurich
Es kann auch zu Gehirnschäden kommen, wenn man sich nicht operieren lässt.
Auch kann es von Medikamenten kommen. Sogar von der normalen Pille wurden schon Hirnschäden diagnostiziert.


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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 14:05
@Einfachnurich
Ich weiß nicht warum aber ich muss mehrere Schutzengel haben hatte mal ein Unfall und das Einzigste was ich hatte war eine kleine Schürfwunde war bis jetzt mein erster Unfall
Und das letzte mal wo ich so richtig krank war, dass war vor 20 Jahren seitdem nie wieder außer ein kleiner Schnupfen das nach ein paar Stunden weg war :)


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20.01.2011 um 14:19
Moinsen!
Sicher haben auch Medikamente ihre Nebenwirkungen. Ich fand es mit meiner Mitpatientin ziemlich schlimm, weil ich das so nicht kannte. Darum hab ichs erwähnt.

@Flaming_Tears: Die Sprüche (nicht negativ gemeint!!!!!) habe ich auch immer gebracht, weil ich vor meinem Unfall auch mehr als robust war....
Ein "Treffer" der viel nach sich gezogen hat...
Magste lange gesund bleiben!

Gruß Eni


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20.01.2011 um 14:29
ja...Zyste/Unterleib...
Narkose war super, alles gut verlaufen....konnte am Nachmittag schon wieder nachhause :)


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20.01.2011 um 14:41
@Einfachnurich
da bin ich mir sicher aber man weiß nie wa


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20.01.2011 um 16:30
@chen

Wusste ichs doch, du kannst einfach nicht sachlich sein!

PS: Ich hab noch alles!


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20.01.2011 um 17:20
@Einfachnurich
Meinst du nicht, dass die gute Frau einfach Alzeimer hatte? Und im Spital stärker wurde.


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20.01.2011 um 18:01
zum Glück brauchte ich noch nie eine OP


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20.01.2011 um 19:11
Vor 20 Jahren, am 12. Januar hatte ich 'n schweren Arbeitsunfall. Beim montieren eines Reifens ist mir die Felge auseinander geflogen, der Reifen selbst blieb ganz, aber die Felge......
Bei 'ner späteren Untersuchung stellte sich raus, dass die Felge total verrostet war und dadurch dem entsprechenden Luftdruck nicht standhalten konnte. Die Felge war nicht von 'nem Auto, sondern von 'nem landwirtschaftlichen Anhänger. Es war auch keine Felge üblicher Bauart, es war ein Felgenmodell das aus Zwei großen, tellerförmigen Teilen bestand, die in der Mitte mit 9 Schrauben zusammengefügt werden / wurden. Problem bei der "Unfall - Felge" war, dass 6 Schrauben fehlten. Deshalb wollte ich da im vornherein natürlich entsprechend weniger Luftdruck drauf geben und der Kunde sollte nachdem er die restlichen Schrauben besorgt hat den Luftdruck erhöhen, bzw. erhöhen lassen. Der Kunde wollte ursprünglich 4 Bar Luftdruck, aber wegen der fehlenden Schrauben wollte ich, erst mal nur 2 Bar Luftdruck draufgeben, aber schon bevor die 2 Bar drauf waren, flog das Ding auseinander. Fazit : Mit 'em Heli ins Tübinger Unfallklinikum, 9 Stunden Not - OP ==> 6 mal 'n Kiefer gebrochen ( 2 mal unten links, 2 mal unten rechts, 2 mal oben rechts ), Nase gebrochen, Schädelbruch im Stirnbereich ( durch die Öffnung lief mir nach der ersten Nachoperation Hirnwasser durch die Nase, was wegen der Gefahr einer Hirnhauterntzündung natürlich 'ne zusätzliche OP zur Folge hatte ), das rechte Auge nur noch bei 20 % Sehkraft, das Brillengestell / die Brille die ich trug wurde mir durch den Schlag so stark auf den Nasenrücken gedrückt, dass ich seitdem kein Geruchssinn mehr habe, das heißt der Geruchsnerv wurde durchtrennt, die Wange war neben dem rechten Nasenflügel aufgrissen bis zur Lippe ( konnte man hochklappen ), habe da jetzt 'ne 4 - 5 cm lange Narbe, die man aufgrund chirurgischer Behandlungskunst aber kaum sieht. Durch die Kieferbrüche wurden mir an den Zähnen kleine Platten, mit Ösen angeklebt, durch die dann Drähte gezogen wurden und somit die Kiefer zur Heilung fixierten. Dadurch gab es 5 - 6 Wochen lang nur Suppen und Soßen zum Essen, mhm. Als mir die "Platten" von den Zähnen wieder entfernt wurden, uh, das war schmerzhaft, da hab ich geheult. Bei der Not - OP wurden mir 2 oder 3
( schätze ich, mal ) Titanplatten am rechten Oberkiefer angebracht, die aber nicht entfernt wurden. Ich wollte das vor 7,5 Jahren mal machen lassen, man riet mir aber das zu belassen, weil dadurch mehr Schaden angerichtet werden könnte, ans der Nutzen rechtfertigt. Aufgrund des Unfalls, drohte im Mai ( vor fast 20 Jahren ) sich die Netzhaut des rechten Auges zu lösen, und musste daher gelasert werden. Na ja, insgesamt gab es glaub ich 5 oder 6 Nach - OP 's. Bei einer hatte ich im Aufwachraum 'n unangenehmes Erlebnis. Plötzlich hatte ich das Gefühl mich übergeben zu müssen und rief, leicht panisch werdend, die anwesende Schwester. Die mich dann aber recht schnell beruhigen konnte, in dem sie unter anderem ein paar mal sagte da wär nichts. Infolge einer Nachbehandlung des Unfalls habe ich unter anderem auch mal 'ne Valiumspritze bekommen, mit 'nem anschließenden gaaaaaaaanz kleinen Valiumrausch, hui das war geil!


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Bernard
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Wurdet Ihr schon mal unter Vollnarkose operiert?

20.01.2011 um 23:51
Meinen Dank zuvor für Eure -zum Teil ja richtig dramatischen- Berichte. Dann bleibt bzw. werdet mal schön gesund... ;)
Hier nun der bereits angekündigte und sehr umfangreiche Bericht über meine 3. OP unter Vollnarkose:

Begonnen hat das ganze Elend bereits in der Woche vor dem 3. Advent vergangenen Jahres. Ungeklärte und nicht deutlich zu lokalisierende Schmerzen im Bereich der rechten Körperseite, dabei auch immer heftiger werdend, ließen mich nicht zur Ruhe kommen. Ein für mich absolutes Alarmzeichen: ich stellte die Aufnahme fester Nahrung nach kurzer Zeit vollkommen ein; nährte mich ausschließlich von Mineralwasser und Tee. Gedanken an eine Entzündung vom "Appendix", also dem "Wurmfortsatz" des Blinddarms kamen mir in den Sinn; vielleicht ein schon seit längerer Zeit ignorierterer Leistenbruch oder schlichtweg festsitzende Blähungen in den Gedärmen...? "Et un drink, wat di smeck - ower bliff vun Dokter weg..." ("Esse und trinke, was dir schmeckt - aber bleib vom Doktor weg!") heißt eine der Lebensweisheiten meiner früheren norddeutschen Landsleute. Insofern also erstmal zugewartet und still gelitten. Am 14. Dezember versuchte ich in letzter Verzweiflung durch Verabreichung zweier Gläschen "Enzian" der Sache Herr zu werden - am späten Nachmittag des darauf folgenden Mittwoch ließ ich den Bereitschaftsarzt kommen. Zufällig mein persönlicher "Leibarzt" hier aus dem Dorf...

Der diagnostizierte nach Befühlen und Betasten des auf dem heimischen Canapé liegenden Patienten eindeutig und zielsicher eine entzündete Gallenblase; das Schmerzmittel "Novalgin" wurde injiziert und Tropfen des gleichnamigen Präparats verschrieben. Außerdem möchte ich ihn in den kommenden Tagen zwecks genauerer Untersuchung per Ultraschall in seinen Praxisräumlichkeiten aufsuchen. In der Ahnung auf eine schwerwiegende Erkrankung hatte ich -quasi mit letzter Kraft- vor dem Anruf noch einen kleinen Pilotenkoffer mit dem Nötigsten gepackt und mich eigentlich schon darauf eingestellt, die Nacht bereits im Krankenhausbett verbringen zu müssen. Spritze wie auch Tropfen brachten keine sonderliche Linderung der Beschwerden und so suchte ich den "Medicus" dann am Freitag im Laufe des Vormittages auf. Dort ergab sich ein merkwürdiger medizinischer Sachverhalt. Zwar -so stellte sich beim "Ultraschall" heraus- war tatsächlich, wie schon von erfahrener Doktorenhand bei mir daheim festgestellt, eine Entzündung und Vergrößerung der Gallenblase gegeben. Gleichwohl aber fehlten die bei diesem Befund fast ausnahmslos vorhandenen "Steine" im Organ, was recht ungewöhnlich ist. Unverzügliche Einweisung in das Passauer Klinikum war vonnöten; der private "Notfallkoffer" ohnehin noch gepackt. Ein hilfreicher und darüber hinaus medizinisch versierter Nachbar brachte mich unverzüglich nach dort...

Auch im großen und modern eingerichteten Krankenhaus der "Drei-Flüsse-Stadt" konzentrierten sich die zunächst eingeleiteten Untersuchungen auf den Bereich von Leber und Galle. Der Befund nicht viel anders als zuvor - allerdings mit zwei gravierenden neuen Erkenntnissen. Zum einen stellten sich meine rasch im hauseigenen Labor ermittelten Blutwerte als -gelinde gesprochen-
katastrophal heraus. Zum anderen förderten auch weitere durchgeführte Ultraschall-Untersuchungen, neben dem schon bekannten, ungewöhnlichen Ergebnis einer zwar entzündeten aber halt "steinlosen" Gallenblase, ein zusätzliches Mysterium zutage, welches der untersuchende Arzt nach Hinzuziehung weiterer Kollegen folgendermaßen beschrieb: "Da ist noch etwas im Bauch, das wir uns nicht erklären können...".

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Frisch aufgenommen... - und unverzüglich literweise Infusionen erhielt "Bernard" bereits am ersten Tag im "Klinikum Passau".

Neben dem desaströsen Blutbild spielten dann in den Folgetagen (auch noch nach der Operation) abwechselnd Organe wie Leber, Nieren und -ursächlich- auch weiterhin die Galle in ihren messbaren Funktionen "verrückt". Gleich nach Aufnahme am Freitagabend in der Station 14 für "Allgemein-, Visceral-, Thorax- Gefäß- und Kinderchirurgie", wurde der Patient denn auch bis zum Sonntagvormittag fast durchgängig mit Infusionsflüssigkeit aus einkaufstaschengroßen Plastikbeuteln "befüllt" - zur "Abwechslung" alle paar Stunden aber auch mal ein kleineres Fläschchen Antibiotikum mit in den Blutkreislauf eingebracht. Die Schmerzen waren mittlerweile auch auf den Bereich des Unterleibes übergegangen und strahlten von dort -typisch, wie mir erklärt wurde- stark und äußerst unangenehm bis in die rechte Schulter hinauf. Als sich auch durch die Infusionsgabe bis zum Samstag-Nachmittag keine Normalisierung der kollabierenden Werte ergab, kündigte der zuständige Facharzt für den kommenden Tag an, daß er -bei weiterhin üblen Laborergebnissen- "in den Bauch hinein schauen müsse". Dies werde im Rahmen einer -zwar unter Vollnarkose durchzuführenden, gleichwohl aber harmlosen und "sein täglich Brot" darstellenden- Bauchspiegelung geschehen. Zwei kleine, unauffällige Schnitte zum Einbringen zunächst eines Gases zwecks Erweiterung des Sichtfeldes im Bauchinnenraum; hernach dann Kamera und Beleuchtung zum Inspizieren betroffener Organe und Gefäße. Und so geschah es denn auch - am 4. Advent 2010 wurde erstmalig in meinem nunmehr 54 Jahre währenden Leben, durch geschulte Chirurgenaugen ein kritischer Blick in meinen Leib getan. Zuvor wurde ich noch mit albern ausschauenden, weißen Thrombose-Strümpfen und dem obligatorischen "Flügelhemd" maskiert...
Die junge Narkoseärztin und deren Assistenten hatte ich kurz vor Beginn ihrer Tätigkeit und schon im Operationssaal liegend noch schnell gefragt, was denn die meisten Patienten als letztes vor dem geistigen "Wegtreten" verbal noch so von sich geben würden...? Eine Antwort hatten die beiden da -eigenartigerweise- nicht parat - worauf zumindest ich mich mit einem ebenso fröhlichen wie hoffnungsvollen "Auf WIEDERsehen...!" in´s Reich der Träume verabschiedete...

Während dieser meiner "Abwesenheit" ergab sich dann zunächst während der Bauchspiegelung folgender Sachverhalt, wie mir der Chirurg später berichtete: Beim Blick in den Bauchinnenraum
erkannte er eine äußerst seltene Form von "Nekrose" (griechisch: nékrosis „Absterben“); auch als "akzidenteller Zelltod" bezeichnet. Das "Bauchnetz" ("Omentum majus"), ein Geflecht aus Nerven und Blutgefäßen an dem u.a. eine Reihe von Organen und Därmen "befestigt" ist, hätte sich ihm zu großen Teilen "schwarz und abgestorben dargestellt"; daraus hatte sich dann die Entzündung der Gallenblase ergeben. Aus der Routineuntersuchung wurde nun sehr rasch eine "richtige" Operation mit einem großen Bauchschnitt zu dem ich -wie allgemein üblich- bereits im Vorwege meine Einwilligung gegeben hatte. Kosmetische Aspekte waren mir aber sowas von egal dabei gewesen! Und auf diese Weise wurden nun in einem Zeitraum von etwa 2 Stunden die Überreste dieser "innerlichen Verwesung" aus dem lebendigen Körper entfernt. Als mögliche vermutete Ursache kam ein Gefäß- oder Organinfarkt in Frage, bei dem die Blutversorgung der betroffenen Bereiche unterbrochen wurde. So jedenfalls habe ich die fachmännischen Ausführungen in meinem medizinisch-laienhaften Denken verstanden und versucht, diese einigermaßen nachvollziehbar und verständlich Euch hier wieder zu geben...

Im Gegensatz zu meiner ersten Operation unter Vollnarkose vor über 20 Jahren, war zunächst nach glücklich überstandenem Eingriff kein Grund für irgendwelchen showmäßigen "Firlefanz";
vielleicht wird man im Alter auch abgeklärter, realistischer und... - ängstlicher. Wobei sich das jetzt keinesfalls auf die wirklich wunderbare Behandlung und Versorgung durch Ärzte, Pfleger und Schwestern im "Klinikum Passau" bezieht. Nicht einen Moment -vom Eintreffen in der "Chirurgischen Aufnahme" bis zur Entlassung durch den stellvertretenden Chefarzt- gab es bei mir ein Gefühl von mangelndem Vertrauen, Hilflosigkeit oder Uninformiertheit. Und wirklich jede/n Mitarbeiter/in des Hauses habe ich lieber kommen denn gehen sehen. Nein, es war bei mir -als ein doch relativ sensibles Menschenkind mit all seinen diesbezüglichen Auswirkungen auf mich und andere- mehr die allgemeine Unsicherheit meinen -zunächst mysteriösen- Zustand betreffend, welcher -durchaus auch- das Schlimmste fürchten ließ. Nein, Krebs ist es Gottlob nicht gewesen - natürlich immer bei solchen Geschichten die erste Frage, welche sich stellt...

Die Erinnerung daran, wie ich im "Aufwachraum" wieder zu mir kam, ist ziemlich nebulös - Realität und Vorstellungen verwischen sich stark. Es ist mir entsinnlich, daß mich eine freundliche und attraktive Schwester mit viel vertrauensbildendem Blickkontakt umsorgte- das gab für mich in dieser Situation -wie auch im wirklichen Leben- ein schönes, sicheres Gefühl von "Nähe". "Mein"
Operateur schaute vorbei - auch später, nach etwa 2 Stunden "erwachen" und zurück im Patientenzimmer auf der Station, informierte er sich noch persönlich über das Wohlergehen des
Frischoperierten - und mich über das, was er festgestellt und medizinisch notwendig unternommen hatte. In den Folgetagen allerdings ward er nicht mehr gesehen - möglicherweise nach diesem letzten Dienstwochenende vor dem Fest in den wohlverdienten Weihnachtsurlaub gegangen. Schade - hätte mich gerne noch bei ihm für seine großartige Leistung, vom "täglich Brot" innerhalb Minuten auf einen durchaus als "exotisch" zu bezeichnenden, schweren Eingriff umzusteuern, bedankt...

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Frisch operiert... - zeigt der Patient bereits einen Tag nach dem Eingriff seinen Verband über der etwa 30 cm langen Wundnarbe.

Und gerade die kommenden drei Tage sollten -abgesehen von der Anfangszeit meiner Beschwerden mit den schrecklichen Leibschmerzen- noch einmal eine ganz besondere Härte darstellen. Nein, nicht die Operation, das entfernte tote Gewebe oder die lange Narbe stellten hier nun ein großes Übel dar. Außer etwas Wundschmerz, der zudem mit entsprechender Medikamentation unterdrückt wurde, tat auch nix weh. Aber das im Rahmen der zunächst laparoskopisch ("Knopflochchirurgie") vorgenommenen Untersuchung eingeblasene Gas hatte sich -trotz großem Bauchschnitt und der dadurch ja eigentlich geschaffenen Möglichkeit sofort wieder zu entweichen- offenbar im Darmbereich festgesetzt und wollte partout weder nach vorne ("Bäuerchen") noch (naheliegender) über den "Anus" meinen Körper wieder verlassen. Eine milchige Flüssigkeit mit leckerem Bananengeschmack wurde mehrfach verabreicht - brachte gleichwohl nicht den gewünschten Effekt, die "Darmwinde" sturmhaft wehen zu lassen. Nach dem beschriebenen Zeitraum ergab es sich dann eher unbemerkt und ohne große Anstrengung, daß sich die lästige "Flatulenz" (Darmaufblähung) von selbst löste - ab diesem Moment kehrten auch der seit rund zwei Wochen nicht mehr gegenwärtige Appetit, ja sogar richtiger Hunger zurück! Für mich, der ich mir einbilde meine Psyche und den dazugehörigen Körper einigermaßen zu kennen und einschätzen zu können, ein eindeutiges, gutes Zeichen von beginnender Heilung und absehbarer Genesung...

Und so war es auch. Zwar -wie schon erwähnt- mochten sich einige Organe und auch die Blutwerte zunächst noch nicht dauerhaft an die neuen "Spielregeln" ihres Gastkörpers halten. Das ging an einem Tage sogar so weit, daß mir aufgrund dieser, bei der morgendlichen Blutabnahme gemessenen "Querelen", fast das Mittagessen versagt worden wäre! Lecker Fisch gab es - und erst nach einer nochmaligen "Blutspende" (bei der die Werte sich lediglich etwas verbessert präsentierten) und knapp vor Ablauf einer (sicherlich notwendigen) streng gehandhabten Aufbewahrungsfrist für die einst schwimmende Mittagskost um 14.00 Uhr, wünschte dann der zuständige Stationsarzt telefonisch "Guten Appetit". Da stelle ich mich über alle medizinisch-akademischen Erkenntnisse, Befunde und Eventualitäten: Mag ich essen, geht´s mir gut...!

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Frische Gesichtsfarbe... - und schon wieder zu einem Späßchen bereit, zeigt hier während der Visite unser "Commissaire" seinen vom Brustende bis in die Hüfte reichenden "Bauchschmiß".

Als alleinstehender und -weitgehend- zurückgezogen lebender Mensch ist ein Krankenhaus-Aufenthalt immer etwas zwiespältig. Die Zahl an Besuche(r)n hält sich in Grenzen; so ganz großen Wert lege ich, in der ja doch recht "intimen" Situation eines Klinik-Aufenthaltes, auch nicht darauf. Die Versorgung meiner Tiere wurde durch meine tollen Vermieter mehr als ausreichend sicher gestellt - dieses war mir am Allerwichtigsten! Demzufolge sah ich das nahende Weihnachtsfest auch nicht als unumstößlichen Termin, noch vorher wieder nach Hause zurück zu kehren. In fachlicher Sicherheit und der menschlichen Zuwendung des Krankenhauses fühlte ich mich so wohl, daß ich dem Chefarzt schon frühzeitig bei einer der täglichen Visiten zu verstehen gab, daß ich die anstehende "Entlassungswelle" am Morgen des Heiligen Abend -respektive den Tagen davor- nicht unbedingt in Anspruch nehmen müsse - ich hätte mich tatsächlich daheim allein recht hilflos gefühlt. "Gut zu wissen..." kommentierte er meine Aussage - und so erlebte ich die Feiertage in der ganz besonderen Atmosphäre eines wunderbaren Klinikums, mit ungeheuer -und gerade auch an diesen Tagen- engagierten Mitarbeiter/innen sowie deren geduldigen Patienten. Und natürlich auch stimmungsvoller Andacht in der altehrwürdigen, hauseigenen Kapelle - umgeben von Leidensgenossen und ihren Angehörigen; mit Segen, Chor und Orgelspiel - und einem einfühlsamen (erkälteten) Pfarrer. Dem erst nach einer halben Stunde Gottesdienst auffiel, daß er die elektrischen Kerzen am festlich geschmückten großen Christbaum nicht eingeschaltet hatte...

Am Vormittag des 28. Dezember 2010 näherte sich mein erster Krankenhaus-Aufenthalt mit Vollnarkose-Operation seit über 20 Jahren, seinem Ende. Ein kleines monetäres "Dankeschön" für die Kaffeekasse "meiner" Stationsmitarbeiter/innen war selbstverständlich - ich habe sie alle in sehr guter Erinnerung behalten. Der diensthabende Oberarzt verabschiedete mich mit den Worten: "Nun ruhen sie sich vier Wochen gut aus - und dann vergessen sie die ganze Sache möglichst schnell...!". So soll es sein...


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28.01.2011 um 02:20
Japp, von ner KAtze im Gesicht im Whiskyrausch...


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28.01.2011 um 03:26
@Gruselschinken
Zweibeinig oder Vierbeinig - die Katze, meine ich... ;)


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28.01.2011 um 12:40
4 Beinig, inklusive Jod am Morgen danach.
War die Katze von nem Kumpel,dies sich in meinem Gesicht gemütlich machen wollte


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