Zuerst möchte ich nochmal auf den früheren Post verweisen mit dem peer-reviewten Aufsatz von Lyne zu der Notwasserung:
Beitrag von Neupythagoreer (Seite 2.809)Dieser ist jetzt auch veröffenticht worden und die o.g. Ergebnisse finden sich dort, z.B. der erste zitierte Satz auf S. 209 (9 im pdf):
https://www.cambridge.org/core/journals/journal-of-navigation/article/final-two-mh370-communications-suggest-controlled-eastward-descent/3B8A244FB86B058D36A406BE6EB17345Er spricht von einem "controlled eastward desent", also eine Notwasserung mit ausgefahrenen flaps.
Die Argumente kurz zusammengefasst:
- die beiden letzten BFO-Werte können zwar auf eine hohe vertikale Geschwindigkeit hindeuten, aber ebenso auch auf den Auftrieb durch die ausgefahrenen flaps (also in einer Landungskonfiguration)
- Das Schadensbild an den Trümmern, v.a. den flaps zeigt, dass MH370 mit ausgefahrenen flaps gewassert wurde
- außerdem war das ATSB-Modell des steilen Absturzes von Anfang an kritisch zu sehen, denn die Unvollständigkeit des letzten login konnte eigentlich nur damit erklärt werden, dass MH370 bereits abgestürzt war und somit sich nicht vollständig einloggen könnte - dann hätte aber das Wrack ganz nah am 7. Bogen sein müssen.
In dem Aufsatz oben findet man auch frühere Veröffentlichungen dazu, das möchte ich hier also als Referenz für die weitere Diskussion nutzen - ohne jetzt noch mal alles im Detail vorzustellen, da ich früher schon genauer darauf eingegangen bin.
Zz-Jones schrieb:Wenn der Treibstoff bei ausgefahrenen Flaps versiegte, werden diese dann anschließend ja nicht wieder eingefahren worden (womit?), also ist auch diese Annahme im Grunde nichtssagend.
Das weiß ich nicht, kann so sein. Aber wenn jemand beim Flugende den login manuell auslöst und anschließend eine Notwasserungskonfiguration, warum dann erst, als der Treistoff praktisch verbraucht war? Wer das so plant, würde ganz sicher dies tun, weil er tatsächlich notwassern möchte.
Zz-Jones schrieb:Die Frage ist doch eigentlich eher, seit wann die Flaps ausgefahren waren und, ob dies überhaupt beabsichtigt war?
Ein Laie kann schließlich auch mal hier und dort rumdrücken.
Wenn die Flaps zufällig auf Reisehöhe ausgefahren worden wären, würden sich dadurch ernsthafte Probleme ergeben - in dem sehr unwahrscheinlichen Fall eines Versehens würde man das also rückgängig machen. Kann ja mal jemand am Simulator ausprobieren, was dann passiert. Sie werden erst vor der Landung bzw. in dem Fall Notwasserung auf geringer Höhe ausgefahren.
Der Entführer muss bestimmt Flugkenntnisse und auch Kenntnisse einer 777 gehabt haben, z.B. auch wegen der Anfangstrecke bis nach Penang. Die flaps sind dabei zentral.
Der Wasserschaden legt nahe, dass 1) die Flaps ausgefahren waren, vor allem aber 2) der Flügel kontrolliert auf das Wasser aufgesetzt wurde. Das würde ein Laie ja auch nicht schaffen.
Zz-Jones schrieb:Was die Annahme einer Wasserung betrifft, muss man sich doch nur mal zu Gemüte führen, wie lange OI das Wetter dort selbst für Schiffe für ungeeignet hält..
Das liegt daran, dass das wahrscheinliche Suchgebiet weiterhin der Annahme des unkontrollierten Absturzes folgt sehr weit im Süden folgt. Aber bei einer Notwasserung würde ich davon ausgehen, dass diese in einer geeigneten Zone durchgeführt worden wäre - hatten wir ja auch schon mehrfach, z.B. hier:
Beitrag von Neupythagoreer (Seite 2.773)
Ahmose schrieb:Ja. Ein Überleben wäre ein extrem unwahrscheinlicher Glücksfall. Solange wir keine anderen Infos haben, können wir das wohl ausschließen.
Wie erklärst du dann, dass bei allen Notwasserungen, und zwar insbesondere auch großen Passagierjets, die Piloten immer überlebt haben und auch keine Verletzungen bekannt wurden? Das Problem besteht vielmehr für die Passagiere, vor allem in den hinteren Bereichen.