Flybywire schrieb:Mich wundert, dass die Presse da nicht tieder recherchiert hat. Ich erinnere mich zumindest nicht daran, dass man versucht hat, diesen Menschen zu finden und zu interviewen.
Die Vorgänge wurden erst nach und nach in den verschiedenen Berichten genannt - schon der Zwischenbericht warf Fragen auf, und die Safety Investigation setzte der Factual Information nochmal ordentlich was drauf - allerdings ist das ganze relativ tief in den mehreren hunderten Seiten Bericht verborgen.
In Malaysia hat man aber offenbar keine funktionierende investigative Presse. Die Presse dort folgt weitgehend den Regierungsvorgaben. Der Zeitpunkt, als die Weltpresse wegen MH370 noch vor Ort war, wurde wohl bewusst abgewartet, dass man erst anschließend erste Berichte veröffentlicht.
Immerhin gibt es kleinen Progress. So kam in der sog. ZDF-Doku (eigentlich eine französische Produktion) der Krisendirektor von MAS Sharuji zu Wort. Und ein Mitarbeiter vom DCA, der zum ersten Mal ein Interview gab, allerdings eher nur allgemein davon sprach, dass das DCA bei der Untersuchung viel vertuscht hat.
DearMRHazzard schrieb:Manchmal ist es einfach besser, wenn die Menschen ein ungelöstes Rätsel sehen.
Zz-Jones schrieb:mit Szenarien zu beschäftigen, bei welchen Malaysia dann auch einen Anlass zur Vertuschung gehabt hätte.
Gehen wir mal von dem theoretischen Szenario aus, dass das ATC (bzw. DCA) von dem Agenten einer fremden und mächtigen Macht (nennen wir sie "C") infiltriert war. Dass dies der Regierung auch einigermaßen klar ist, nur es fehlen eben die Beweise. Wenn man dann anfangen würde zu sagen: "durch das Verhalten von X oder Y, die gerade Dienst hatten, wurde das Verschwinden in dieser Form erst ermöglicht." Das wirft doch Fragen auf... Und am Ende muss man doch sagen: wir glauben, schuld ist C. - C. würde dann natürlich dies eine ungeheuerliche Lüge nennen, und es würden Konsequenzen folgen, die von der Art sind, dass sie der Regierung weitaus mehr schaden als nützen (man muss dabei nicht zwingend davon ausgehen, dass das Leaken von 1MDB-Evidenz im Raum stand, aber klar ist, dass diese schon länger vorlag.)
Andersherum gefragt: wenn Friedrich Merz sagt, dass die USA bei den Verhandlungen mit dem Iran gedemütigt wurden, so hat er zwar wahrscheinlich recht. Aber war das angesichts benötigter Mittelstreckenraketen auch wirklich klug bzw. wäre er nicht Philosoph geblieben, wenn er geschwiegen hätte?