Ich möchte nochmal auf ein mögliches Motiv eingehen. Es liegt sehr wahrscheinlich eine gezeilte Tat bzw. ein Verbrechen vor und um dieses zu verstehen, muss man nach dem Motiv fragen. Die Ausgefeiltheit von MH370 könnte für einen staatlichen Akteur sprechen. Kandidaten sind die üblichen Verdächtigen: Russland, der Iran, China, wobei zwischen diesen Synergien bestehen. Vor allem in Szenarien, in denen irgendeine Art von Kommunikation stattfinden konnte, kommt doch eigentlich nur ein staatlicher Akteur in Frage (dazu später mehr).
Hinzu kommt, dass Passagiere aus allen diesen Ländern zu den ganz wenigern gehörten, die mit China Southern gebucht hatten, und für diese gab es offenbar im Vorfeld eine Terrorwarnung (die Behauptung eines angeblichen Verwandten, der ältere der Iraner wollte weiter nach Schweden, könnte eine Schutzbehauptung sein, und jedenfalls war die Route sehr ungewöhnlich und eher von Agenten genutzt).
Was allein den Iran betrifft, so hat dieser sicherlich - wie auch neuere Entwicklungen gezeigt haben - ein Interesse daran, sein Atomwaffenprogramm gegen westliche Sanktionen weiterzuführen, und ist dabei zu allem bereit und entschlossen - sicherlich auch zu einer Flugzeugentführung.
Im Jahr 2012 gab es deswegen weitreichende Sanktionen gegen iranisches Öl. Um diese zu umgehen und sein Atomwaffenprogramm trotzdem finanzieren zu können, benötigt der Iran (wie auch seit 2022 Russland) eine Schattenflotte, vor allem aber die Möglichkeit, das eigene Öl außerhalb von Häfen, d.h. ship to ship (STS), zu transferieren, damit die Herkunft aus Iran in der weiteren Lieferkette nicht auftaucht. Dies ist nicht die einzige Methode der Verschleierung, aber die grundlegende, ohne welche andere ziemlich nutzlos wären.
Der wichtigste Ort weltweit und vor allem für den Iran für diese STS sind die von Malaysia kontrollierten Gewässer, insbesondere die Straße von Malakka, durch welche außerdem 40% des weltweiten Handels verlaufen, weil sie China und Südostasien mit dem Westen verbindet. Malaysia ist eigentlich ein kleines Land und wirtschaftlich nicht sehr wichtig - dafür durch seine Lage an der Straße von Malakka geopolitisch bedeutend, so dass selbst Trump ein Freudentänzchen aufführt, wenn er es besucht, und sich Anschläge auf Flugzeuge lohnen könnten - als Teil einer hybriden Taktik, das Regime zu stürzen. Die aktuelle Situation wird hier dargestellt:
“Lately, I’m seeing more than 10 STS transfers daily on clear days,” he said. “Last year, it was around five.”
Ms Muyu Xu, senior crude oil specialist at global trade analytical group Kpler, said that STS operations are rampant in Malaysian waters as most Chinese ports do not allow tankers sanctioned by the US Office of Foreign Assets Control to offload their cargo.
“Increasing flows of sanctioned cargoes from Iran, Venezuela, and to some extent Russia, combined with tighter US sanctions, are driving a growing need for STS operations before cargoes reach buyers in China,” Ms Xu said.
Quelle:
https://www.straitstimes.com/asia/se-asia/tankers-detained-by-malaysia-for-suspected-illegal-crude-oil-transfer-have-been-releasedBereits 2010 hat es der Iran so gesehen, dass die Freundschaft zwischen Obama und Najib darauf zielte, den Iran wegen seines Atomwaffenprogramms zu sanktionieren:
https://www.ncr-iran.org/en/news/iran-a-world/obama-malaysias-najib-agree-on-signal-for-iran/ Hintergrund:
Wikipedia: 2010 Nuclear Security SummitAls Obama im Rahmen seines pivot to Aisa 2014 Malaysia in dem Jahrhundertbesuch betrat, ging es darum eine regelbasierte Ordnung mit Unterstützung der USA in Südosatasien umzusetzen, insbesondere zu Wasser (schließt also die Straße von Malakka ein):
I think you will hear the President say what has been consistently U.S. policy, which is that these disputes need to be resolved, ought to be resolved through peaceful means, not through coercion, not through threats, not through anything other than peaceful diplomatic means based on the rule of law -- and in this instance, the international law, and particularly the law of the sea.
Quelle:
https://obamawhitehouse.archives.gov/the-press-office/2014/04/18/press-briefing-press-secretary-jay-carney-deputy-national-security-advisErst 2015 war Obama genötigt, mit dem Iran einen Deal zu schließen, von Trump später so beurteilt wurde, dass er dem Iran Schlupflöcher bot, mit dem Nuklearprogramm fortzufahren (gerade eben wurde bekannt, dass es eine neue Einigung mit den USA geben soll). Im Jahr 2014 hatten sich die drei mysteriösen malaysischen Flugzeugabstürze ereignet, dann zu Beginn von 2015 hatte der 1MDB-Skandal den Kontakt zwischen Obama und Najib auf Eis gelegt.
Die neue malaysische Regierung (geführt von dem Oppositionsführer, der am Tag von MH370 eigentlich unternimmt keinen ernsthaften Versuch, diese illegalen STS zu unterbinden. Im Gegenteil wurden zwei Schiffe, auch Teil der russischen Schattenflotte, die einen illegalen STS durchführen wollten, nicht sanktioniert, sondern konnten weiterfahren. Malaysia hat keine Erklärung dafür abgegeben (Hat ein Kreml-Funktionär angerufen und gesagt: "Der Junge ist in Ordnung, kann weiterfahren"?)
However, that perception changed quickly. AIS tracking data and industry reports soon revealed that both vessels had been released and were once again on the move, with one heading south through the Malacca Strait and the other west near northern Sumatra. Malaysian authorities have not provided a public explanation for their release and have not clarified whether the seized crude is still confiscated, if charges were dropped, or if investigations are still ongoing.
Quelle:
https://oceancrew.org/news/malaysia-quietly-frees-tankers-in-suspected-illegal-sts-case-exposing-limits-of-shadow-fleet-enforcementDie regierungsnahe New Stratis Times stellt die Position der aktuellen Regierung so dar, dass sie nur die UN-Sanktionen umsetzt - da Russland Vetomacht ist, gibt es keine gegen Russland, obwohl Malaysia selbst für seine laxe Haltung Sanktionen zu befürchten hat:
Rosli said any failure by Malaysia to act against illegal STS activities that may involve sanctioned parties could create a negative perception of the country's maritime integrity and affect its global reputation.
"At the same time, such situations may expose Malaysia to economic pressure, including the risk of secondary sanctions.
"This could affect the financial, banking, shipping and international trade sectors, ultimately impacting national economic interests and market stability, if not properly managed.
"Nevertheless, Malaysia maintains an independent, neutral and principled foreign policy, and does not automatically comply with unilateral sanctions imposed by any party, instead prioritising sanctions agreed at multilateral level, particularly through the United Nations.
Quelle:
https://www.nst.com.my/news/nation/2026/04/1418744/illegal-crude-transfers-intensify-strait-malaccaOb das unter dem damaligen Abkommen zwischen Obama und Najib Razak, bei der die Amerikaner ihre Regeln in den Gewässern Malaysia umsetzen wollten, auch so möglich gewesen wäre...
Und im Folgenden wird sogar der Verdacht geäußert, dass Malaysia zumindest mit dem Iran (mit dem einige Synergien mit Russland bestehen) sogar einen special deal hat, dass Malaysia nicht hinschaut, wenn in bestimmten Regionen illegale STS durchgeführt werden - auch wenn sie eigentlich dazu verpflichtet wären (auch das wäre unter der amerikanischen strategischen Partnerschaft nicht möglich gewesen):
It’s not clear if the Malaysian authorities are simply turning a blind eye to the activity of its east coast or whether it is more organised. In the case of Iran Malaysia maintains diplomatic and economic relations with Middle East nation and as such there is nothing illegal in Iran-flagged, and owned tankers anchoring and trading in its waters.
However, under MARPOL any tanker over 150 gt involved in an STS operation must have an approved plan and is subject to approval by Port State Control.
Quelle:
https://www.seatrade-maritime.com/tankers/dark-fleet-ship-to-ship-transfers-off-malaysia-more-than-double