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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

21.184 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Psiram, Homöopathie, Pharmaindustrie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 21:48
Zitat von ZyklotropZyklotrop schrieb:Ich bezog mich hierauf
Ja, okay. Aber man versucht ja offensichtlich gerade, dem Aspekt des „kann“ zu Ruhm zu verhelfen. Bei verweigerter Empfehlung. Absurdistan halt.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 21:56
Zitat von NemonNemon schrieb:Aber man versucht ja offensichtlich gerade, dem Aspekt des „kann“ zu Ruhm zu verhelfen.
Glaube ich nicht. So wie er geschrieben wurde gehe ich davon aus, dass es sich bei Beitrag von mitH2CO3 (Seite 1.054) lediglich um einen Provokationsversuch handelt.

Legt man primum non nocere zugrunde kann man natürlich alles Mögliche neben einer Therapie mitlaufen lassen.
Jeder, der halbwegs vernünftig an die Sache rangeht, weiss dass die Gabe von Industriezucker dem Körper in der Regel weniger bringt als der Verzehr einer Banane,eines Apfels oder eines Schluckes Mineralwasser
Man kann also sagen dass die Bilanz für die Homöopathie absolut vernichtend ausfällt.
Argumentativ wirds da für Homöopathiefangirls und-boys mehr als schwierig.
Da bleibt eigentlich nur das Abdriften in irrationale Glaubenssysteme.
Und das machen sie dann häufig auch.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:05
Zitat von ZyklotropZyklotrop schrieb:Glaube ich nicht. So wie er geschrieben wurde gehe ich davon aus, dass es sich bei Beitrag von mitH2CO3 (Seite 1.054) lediglich um einen Provokationsversuch handelt.
Man muss es fast schon hoffen. Die haben bislang keine guten Lohnschreiber auf uns losgelassen. Dieser neue Ansatz wäre ja ein Offenbarungseid ungeahnten Ausmaßes. Selbst für die Verhältnisse der H-Industrie.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:10
Zur Kenntnisnahme:
2.2.2. Schema der Empfehlungsgraduierung
Die Methodik des Leitlinienprogramms Onkologie sieht eine Vergabe von Empfehlungsgraden durch die Leitlinien-Autoren im Rahmen eines formalen Konsensusverfahrens vor. Dementsprechend wurden durch die AWMF moderierte, nominale Gruppenprozesse bzw. strukturierte Konsensuskonferenzen durchgeführt (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften - Ständige Kommission 1. Auflage 2012). Im Rahmen dieser Prozesse wurden die Empfehlungen von den stimmberechtigten Mandatsträgern formal abgestimmt. Die Ergebnisse der jeweiligen Abstimmungen (Konsensstärke) sind entsprechend den Kategorien in Tabelle 9 den Empfehlungen zugeordnet.
In der Leitlinie werden zu allen evidenzbasierten Statements und Empfehlungen das Evidenzlevel der zugrundeliegenden Studien sowie bei Empfehlungen zusätzlich die Stärke der Empfehlung (Empfehlungsgrad) ausgewiesen. Hinsichtlich der Stärke der Empfehlung werden in dieser Leitlinie drei Empfehlungsgrade unterschieden (siehe Tabelle 10), die sich auch in der Formulierung der Empfehlungen jeweils widerspiegeln.
F1C73869-9F05-4716-8D87-275141D108B7
Zwischen den Kapiteln und den Arbeitsgruppen, die sich mit substanzgebundenen Methoden wie Vitaminen, Spurenelementen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln oder Phytotherapeutika, sowie Manipulativen Körpertherapien (AG C, D, E) und jenen die sich mit medizinischen Systemen beschäftigen (AG A) gab es zwei grundsätzlich unterschiedliche Haltungen und damit Entscheidungen im Empfehlungsgrad.
In der Arbeitsgruppe A („Medizinische Systeme“) wurde zu Methoden wie Akupunktur und Akupressur, die in kontrollierten Studien im Vergleich zu Placebo oder Standard Care nicht besser abschnitten oft ein Empfehlungsgrad 0 (kann) konsentiert. Bei den Substanzgebundenen Verfahren (Arbeitsgruppen D und E: „Biologische Therapien I und II“) und den Themen der Arbeitsgruppe C (Manipulative Körpertherapien wurde bei fehlendem Nachweis einer Verbesserung des Endpunktes ein Empfehlungsgrad B „Sollte nicht“ ausgesprochen oder auf die Formulierung einer Empfehlung verzichtet (Statement).
Die grundlegenden Entscheidungskriterien für die Festlegung der Empfehlungsgrade werden im Leitlinienreport zu dieser Leitlinie erläutert.
Quelle:https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Komplementär/Version_1/LL_Komplementär_Langversion_1.0.pdf

AC01C465-6068-4EB2-B06D-D0AD30086AD0Original anzeigen (0,2 MB)


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:14
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Zur Kenntnisnahme:
Danke. Ich hätte es eben fast selbst wieder vorgekramt.
Aber ich wusste ja durchaus noch, dass de facto „keine Empfehlung“ hinter der 0 steht :note:


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:33
Zitat von NemonNemon schrieb:Aber ich wusste ja durchaus noch, dass de facto „keine Empfehlung“ hinter der 0 steht
Empfehlungsgrad: 0 / Beschreibung: Empfehlung offen / Ausdrucksweise: kann


Studien etc. zur Homöopathie ab Seite 107 (4.4): 4. Medizinische Systeme (whole medical systems) - 4.4 Homöopathie


S. 615

Bildschirmfoto 2021-09-08 um 22.27.56

(Wie ist das wohl mit der Intervention -letzte Spalte- zu verstehen?)


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:43
Wenn jemand einen Tumor im Endstadium hat, also austherapiert ist, dann kann ihm, sofern er daran glaubt, der Hokuspokus vielleicht auch Erleichterung verschaffen.

Ansonsten ist neben der Zuwendung eine optimale Palliativversorgung essenziell für die Lebensqualität. In anthroposophischen Einrichtungen wird diese in der Regel vernachlässigt, weil die Leiden die Seele weiterbringen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

08.09.2021 um 22:45
In der Tabelle 3.2.14 (Lebensqualität) steht in der untersten Zeile die klassische Homöopathie. Die Spalte ganz rechts kann man in meinem Beitrag von 22:10 Uhr nicht lesen (weil da dieses "Original anzeigen" eingeblendet wird). Wenn man die Tabelle in Gänze öffnet steht in dieser Spalte "zusätzlich zur Tumortherapie".


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

09.09.2021 um 10:33
@mitH2CO3

@Zyklotrop hat es ja schon mehrfach angesprochen, aber in dieser "kann"-Liste müsste ebenso das Vermitteln von Prostituierten stehen, weil die würden meine Lebensqualität ganz sicher verbessern im Fall der Fälle (Denke ich mal, hab da keine Erfahrung, aber hey, es könnte dann ja mein letztes Mal sein). Unrterscheidet sich also nicht von den "Bedürfnissen" der Glaubilifans.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

09.09.2021 um 11:30
Zitat von skagerakskagerak schrieb:in dieser "kann"-Liste müsste ebenso das Vermitteln von Prostituierten stehen, weil die würden meine Lebensqualität ganz sicher verbessern
Wurde für die Leitlinien halt nicht mehrheitlich von den befragten Krebspatienten als komplementäre Behandlung angegeben.

Allerdings kann man beobachten, dass dieser Vorschlag hier mehrfach auftaucht. Welche Schlüsse läßt das auf die Schnelle zu?
a) hier hat niemand Krebs
b) hier stehen einige unter ziemlichem Druck

Ansonsten könnte man das hier auch mal überfliegen, lesen, abinhalieren ... oder eine Arbeitsgruppe bilden, die Grünen wählen oder wie auch immer.
Momentan übernehmen weder Krankenkassen noch der Staat die Kosten, die je nach Anbieter variieren und pro Zeiteinheit abgerechnet werden. Nach Vorstellung der Grünen-Politikerin Elisabeth Scharfenberg sollten die Kommunen zahlen. "Eine Finanzierung für Sexualassistenz ist für mich vorstellbar", hatte die pflegepolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion der Grünen der "Welt am Sonntag" gesagt. Die Kommunen könnten "über entsprechende Angebote vor Ort beraten und Zuschüsse gewähren".

In Deutschland wirbt die Beratungsorganisation Pro Familia seit Jahren dafür zu klären, ob sich Ansprüche einzelner auf Finanzierung der Sexualassistenz durch die Krankenkassen, die Sozialhilfe oder andere staatliche Leistungsträger ableiten lassen. Nach Einschätzung von Experten wünschen sich viele Männer und Frauen mit Behinderungen sexuelle Dienstleistungen.

Der für Gesundheitsthemen zuständige SPD-Fraktionsvize Karl Lauterbach hält Scharfenbergs Vorschlag für "abwegig". "Wir brauchen keine bezahlte Prostitution in Altersheimen, schon gar nicht auf Rezept", sagte Lauterbach der "Bild"-Zeitung. "Was wir brauchen, ist mehr Intimität für die Heimbewohner."
https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/sexualbegleitung-fuer-behinderte-umsetzung-von-grundrecht-oder-prostitution-a-1129343.html


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

09.09.2021 um 11:52
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Allerdings kann man beobachten, dass dieser Vorschlag hier mehrfach auftaucht. Welche Schlüsse läßt das auf die Schnelle zu?
a) hier hat niemand Krebs
b) hier stehen einige unter ziemlichem Druck
Falsche Dichotomie.
Das lässt noch mehrere andere Schlüsse zu. Unter anderem
c) du hast es nicht verstanden.

Es zeigt sich meiner Meinung nach recht deutlich dass von den aufgeführte Alternativen c) die wahrscheinlichste ist.

Zurück zur Prostituierten :D
Zitat von ZyklotropZyklotrop schrieb:Ein extremes Beispiel, aber es dient ja nur dazu dir Gelegenheit zu geben deine Auswahlprozesse zu verdeutlichen.
Da kam dann als Antwort
Zitat von mitH2CO3mitH2CO3 schrieb:Ermittlung der häufigsten Komplementärmethoden, die von Krebspatienten benannt werden.
Nun durfte ich ja feststellen dass du nicht die Einzige bist die es nicht verstanden hat deshalb streiche ich mal die Prostituierte und nehme stattdessen Hydro-Colon-Therapie oder diverse Eigenbluttherapien.
Wie sinnvoll ist es wohl eine Therapie auf Laienmeinungen aufzubauen, selbst wenn es nur ein komplementäre ist?
Eigentlich ist das in nahezu jedem Umfeld eine rhetorische Frage, aber wenn du dich zu einer Antwort bemüssigt fühlst dann mach das ruhig.

Du benötigst ein Korrektiv und das ist eben das primum non nocere.
Man kann bei Patienten mit entsprechender Veranlagung/Vorschädigung halt Dinge nebenher laufen lassen die der eigentlichen Therapie nicht schaden. Da passt dann die Homöopathie rein, weil da eine gut dokumentierte Wirkungslosigkeit gegeben ist.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

09.09.2021 um 12:16
Auf Seite 613 der Leitlinien finden man die gesamte
Übersicht Empfehlungen zu komplementären Verfahren/ Methoden
Die negativ Empfehlungen der Leitlinie wurden hier noch nicht angesprochen. Daher stelle ich die Tabellen (S. 618) zur Kenntnisnahme ein:

SOLL NICHT:

Bildschirmfoto 2021-09-09 um 11.59.07Original anzeigen (0,2 MB)

Bildschirmfoto 2021-09-09 um 12.00.26

SOLLTE NICHT:

Bildschirmfoto 2021-09-09 um 12.01.16Original anzeigen (0,2 MB)

KANN NICHT:

Bildschirmfoto 2021-09-09 um 12.01.56

Quelle: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Komplementär/Version_1/LL_Komplementär_Langversion_1.0.pdf

Näheres dazu kann man sich in den Leitlinien ja selbst anlesen.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

09.09.2021 um 17:17
Hier noch eben ein aktuelles Interview mit Prof. Jutta Hübner
S3-Leitlinie Komplementärmedizin: „Meine Intention ist es, die Patienten ehrlich zu informieren“
September 2021
Die Leitlinie „Komplementärmedizin“ ist die erste ihrer Art. Frau Prof. Hübner, warum halten Sie sie für notwendig?

Hübner: Der Leitlinie ging ein zehn Jahre langer Kampf voraus. Aber sie ist notwendig. Wir wissen aus mehreren Untersuchungen, dass relativ konstant ungefähr die Hälfte der onkologischen Patienten in Deutschland irgendwann während oder nach ihrer Therapie etwas aus dem komplementärmedizinischen Bereich versucht. In einigen Patientengruppen wie beispielsweise Frauen mit Mammakarzinom liegt der Anteil bei über 90 Prozent. Es ist – überspitzt ausgedrückt – die häufigste Therapieform in der Onkologie.
Es gibt sehr viele „kann“- und nur wenige „soll“-Empfehlungen. Wollen Sie mit der Leitlinie zu hohe Erwartungen bremsen?

Natürlich gab es Diskussionen, wie wir vorgehen, wenn wir keine Aussagen zur Empfehlung machen können. Meine Intention ist es, die Patienten ehrlich zu informieren und ihnen aber auch zu zeigen, dass die wissenschaftlich fundierten Bereiche, die wir haben – vor allem Ernährung und Bewegung – wunderbar dazu geeignet sind, als Patient selbst aktiv zu werden. Es geht nicht um die x-te neue Infusion, ein weiteres technisches Verfahren oder um die allheilende Zauberblume, sondern es geht um Empowerment: Was kann ich wirklich selbst tun?
Wie aufgeschlossen sind Ihrer Erfahrung nach die Ärzte gegenüber komplementär-medizinischen Verfahren?

Vereinfacht gesagt galt vor 50 Jahren die Komplementärmedizin bei Schulmedizinern noch als Teufelszeug. Heute finden es die meisten Ärzte gut, sind aber nicht immer ausreichend informiert. Ich hoffe, dass wir dieses Wissensdefizit durch die Leitlinie, die wirklich seriös gemacht ist, ausgleichen können. Wenn man sich auf ein Gespräch einlässt, dann kostet das ja mehr als zwei Minuten Redezeit. Das ist die eigentliche Krux. Deshalb haben wir in der Leitlinie einen kleinen Abschnitt zur Patientenkommunikation mit einem Fragebogen. Danach kann sich der Arzt richten und entscheiden, ob er die Beratung selbst übernehmen will oder ob er den Patienten an einen Kollegen in der Nähe oder eine Klinik verweist, in der zumindest ein Arzt in die Thematik eingearbeitet ist. Wir bieten in unserer Arbeitsgruppe entsprechende Seminare an. Das sind Möglichkeiten, wie man das Problem lösen kann. Dann würden wir zumindest die Sicherheit unserer Patienten wieder herstellen.
Zum Beispiel bezüglich Arzneimittelinter-aktionen, die zum Problem werden können.

Genau. Es gibt eine sehr schöne, ganz einfach gemachte, nicht-interventionelle Studie der Heidelberger Kollegen mit Brustkrebs-Patientinnen: Alle Teilnehmerinnen wurden gefragt, ob sie zusätzlich zu Chemotherapie und/oder Strahlentherapie auch Nahrungsergänzungsmittel eingenommen haben. Bei der Analyse haben die Kollegen festgestellt, dass die Rezidivrate bei denjenigen, die zu Antioxidantien gegriffen hatten, fast doppelt so hoch war und die Sterblichkeit um 40 Prozent höher lag als in der Vergleichsgruppe. Das sind knallharte Daten.

Wirklich gefährlich kann es werden, wenn Patienten ihre onkologische Therapie durch komplementäre Maßnahmen ersetzen. Gibt es hierzu Zahlen?

Wir haben derzeit einen Forschungsantrag laufen, um diese Frage zu klären. Denn gerade in der Onkologie kann das fatale Folgen haben. Ich habe immer wieder Patienten, die es eine Zeit lang ausschließlich mit alternativen Methoden versuchen – mit dem Hintergedanken: Wenn das nicht klappt, kann ich ja immer noch eine Chemotherapie machen. Diese Patienten haben nicht verstanden, dass eine Krebserkrankung ab irgendeinem Punkt auch mal wegkollabiert. Ich hatte vor kurzem eine junge Frau mit Gebärmutterhalskrebs, deren Tumor noch als Dysplasie erkannt worden war. Daraus entwickelte sich ein beginnendes In-situ-Karzinom. Diese Patientin haben wir verloren – erst an die Homöopathie, weil sie damit schon als Kind gute Erfahrungen gemacht hatte, und anschließend an alle möglichen Angebote aus der Alternativszene. Als sie wieder zu uns zurückkam, war sie bereits metastasiert. Eine junge Frau mit Kinderwunsch – das ist tragisch und deshalb kämpfe ich an dieser Front.
Ihr Anliegen ist es, kurz gesagt, die Komplementärmedizin ins richtige Licht zu rücken und vor den Gefahren zu warnen?

Und ihre Stärken zu nutzen. Gerade in der Onkologie sind die Patienten der jeweiligen Therapie oft völlig ausgeliefert. Und die Corona-Pandemie hat es noch schlimmer gemacht: Die Patienten durchlaufen eine Maschinerie, die oft nichts Humanes mehr hat. Hier haben wir die Möglichkeit, ihnen etwas an die Hand zu geben, wie sie die Zeit zuhause selbst gestalten können. Das hat viel mit Ernährung und Bewegung zu tun, aber auch mit psychologischen Ansätzen. Die Tumorerkrankung verunsichert die Patienten. Sie glauben, die Kontrolle verloren zu haben und nicht mehr mit ihren körpereigenen Signalen arbeiten zu können. Das wollen wir ganz vorsichtig und langsam wieder fördern, indem sie Sport treiben, sich bewusster ernähren und zu Mitteln greifen, die zumindest nicht schaden.
https://www.aerztliches-journal.de/medizin/onkologie/onkologie/leilinie/s3-leitlinie-komplementaermedizin-meine-intention-ist-es-die-patienten-ehrlich-zu-informieren/c1a9fc10b9adfe781cc181d93b3d38e1/


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 09:44
Wenn man sich mal vorstellt, dass wohl fast jeder zweite Deutsche im Laufe seines Lebens an Krebs erkrankt, erscheint es mir umso erstrebenswerter, wenn sich die Dinge mit Hilfe der Leitlinien in eine Richtung entwickeln würden, wie von den Wissenschaftlern, die diese Leitlinie erstellten, angedacht.
In Deutschland erkrankt fast jeder Zweite an Krebs
In Deutschland überlebten derzeit 65 Prozent aller an Krebs erkrankten Menschen für mindestens fünf Jahre. Damit sei Deutschland zwar international weit vorn. Das bedeute aber auch, "dass 35 Prozent aller Mitbürger, die an Krebs erkranken, eben nicht fünf Jahre überleben". Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) erkrankt in Deutschland fast jeder Zweite im Laufe seines Lebens an Krebs: Bei Frauen beträgt das Risiko 42,6 Prozent, bei Männern 47,5 Prozent.
https://www.br.de/nachrichten/wissen/who-warnt-krebserkrankungen-werden-sich-bis-2040-verdoppeln,RpRpTii

Für mich hat sich das Threadthema an dieser Stelle für die nächsten fünf Jahre erst mal erledigt, da es mich langweilt mitzuverfolgen, wie mit Fleiß auf einen alten Sack gekloppt wird, statt nach effektiven Problemlösungswegen zu suchen.

@DalaiLotta
habe Deine Beiträge vermißt. Würde mich freuen, wenn wir uns in einem anderen Thread mal wieder lesen!


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 09:58
Ich finde es halt auch nicht fair die Homöopathie daran zu messen ob sie Krebs heilen kann oder nicht. Genau die Personen, die so etwas behaupten und eben diesen 50% der Menschen Hoffnungen machen, sollten eigentlich aus dem Verkehr gezogen werden. Wie man ja gerade auch an Corona sieht, ist der Mensch in speziellen Situationen sehr anfällig für Versprechungen.

Es spricht ja wenig dagegen mal eine homöopathische Creme auszuprobieren wenn man Hautprobleme hat oder Tropfen zu nehmen wenn man nervös ist. Nicht jeder würde wahrscheinlich gleich mit Tropfen anfangen aber es gibt halt Menschen, die es tun. Gibt wohl einige Menschen, die genau das brauchen und sei es nur deshalb, um irgendetwas zu machen. Da sind wir aber noch sehr weit weg von leeren Versprechungen, die letztlich das Leben bedrohen.

Anscheinend wird jetzt bei Tieren versucht die Therapiefreiheit zu beschränken. Dagegen gibt es sogar eine Petition (https://www.openpetition.de/petition/online/therapiefreiheit-fuer-tiere-erhalten-tierarzneimittelgesetz-ueberarbeiten)
Kann man als Testballon sehen, ob so eine ähnliche Verordnung auch beim Menschen durchführbar wäre.
Ich denke nicht, dass ein Verbot der Homöopathie der richtige Weg wäre. Aber es ist halt leider einfacher etwas zu verbieten als es zu reformieren.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 10:00
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Es spricht ja wenig dagegen mal eine homöopathische Creme auszuprobieren wenn man Hautprobleme hat
Was ist eigentlich in so einer homöopathischen Creme wirklich drin? Bei Globuli ist der Zucker die Basissubstanz, aber woraus bestehen diese Cremes? Letztlich muss es sich ja um eine cremige Substanz abseits der Homöopathie handeln, die ihrerseits vielleicht bereits eine gewisse angenehme Wirkung auf die Haut hat?


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 10:54
Zitat von martenotmartenot schrieb:Was ist eigentlich in so einer homöopathischen Creme wirklich drin?
Hier darf man wohl davon ausgehen, dass es sich um eine vollwertige Creme handelt. Als solche hat sie ja schon ohne den angeblichen spezifischen Wirkstoff eine Basis-Wirkung.
Mal davon abgesehen, dass sie ausgerechnet nach der reinen Hahnemann-Lehre gar keine Chance hat, im homöopathischen Sinne zu funktionieren. Oder wie bewertest du das, @geeky ?


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 10:58
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Ich finde es halt auch nicht fair die Homöopathie daran zu messen ob sie Krebs heilen kann oder nicht.
Kein Problem. Dann messen wir Homöopathie eben an ihrer Wirksamkeit. Die nicht gegeben ist. Zumindest nicht über das Plazeboeffekt hinaus.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Anscheinend wird jetzt bei Tieren versucht die Therapiefreiheit zu beschränken. Dagegen gibt es sogar eine Petition (https://www.openpetition.de/petition/online/therapiefreiheit-fuer-tiere-erhalten-tierarzneimittelgesetz-ueberarbeiten)
Kann man als Testballon sehen, ob so eine ähnliche Verordnung auch beim Menschen durchführbar wäre.
Da bringst Du was durcheinander. Bei der angestrebten Änderung des Tierarzneimittelgesetzes geht es nicht primär darum, die Therapieoptionen zu begrenzen, sondern bestimmte Antibiotika dem humanmedizinischen Einsatz vorzuenthalten. Der Gedanke dahinter ist, dem überbordenden Einsatz von Antibiotika in der Tiermedizin einen Riegel vorzuschieben und die damit verbundene Resistenzentwicklung in Grenzen zu halten.
Zitat von PacmysPacmys schrieb:Aber es ist halt leider einfacher etwas zu verbieten als es zu reformieren.
Wie sollte denn eine Reform eines wirkungslosen und mitunter gefährlichen Humbugs aussehen?


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 11:00
Zitat von NemonNemon schrieb:Mal davon abgesehen, dass sie ausgerechnet nach der reinen Hahnemann-Lehre gar keine Chance hat, im homöopathischen Sinne zu funktionieren.
Mich überrascht immer wieder, dass die Homöopathie doch angeblich überwiegend auf dem "Wassergedächtnis" basieren soll, das sich die Wirkeigenschaften der Ursubstanz angeblich merkt. Aber andererseits kommen doch viele homöopathische Präparate ohne Wasser daher, sondern man erhält Zuckerkügelchen oder Cremes. Man erhält halt immer eine Trägersubstanz, die womöglich ihrerseits eine Wirkung hat oder auch nicht.

Am ehesten würde ich es noch irgendwie nachvollziehen können, wenn man die homöopathischen Mittel in Tropffläschchen erwerben könnte, in denen Wasser drin ist. Und dieses Wasser hat dann eben angeblich noch die Erinnerung an die heilende Ursubstanz. Wer das dann glaubt, der kann damit zufrieden sein.


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Evidenzbasierte Medizin vs. Komplementärmedizin

10.09.2021 um 11:45
Zitat von PacmysPacmys schrieb:homöopathische Creme
Was ist eine homöopathische Creme?
Verursacht die nach der homöopathische Lehre beim Gesunden die Symptome die sie beim Kranken heilt?
Zitat von PacmysPacmys schrieb:(...Homöopathie...) Aber es ist halt leider einfacher etwas zu verbieten als es zu reformieren.
Was läßt sich an einem Pseudo-Medizin-System das seit über 200 Jahren keinerlei belegbare Wirkung hat und dessen Grundprinzipien allen wissenschaftlichen Erkenntnissen widersprechen reformieren?


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