Nightrider64 schrieb:"Wenn von jemanden am Tatort keinerlei Spuren gefunden werden, bedeutet dies nicht automatisch, das diese Person nicht am Tatort gewesen sein kann."
Auch wenn Fr. Darsow und Unterstützer dies so nicht wahr haben wollen
Wenn keine Spuren da sind, sind keine Spuren da. Das heißt dann, man hat keine Beweise dafür, dass jemand da war.
Wenn man keine Beweise dafür hat, dass jemand am Tatort war, hat man es nicht mehr mit einem Fakt zu tun, sondern einer Annahme, oder Behauptung. Normalerweise kann man jemand dann nicht als Täter darstellen, wenn man diverse Rechtsgrundsätze insbesondere "in dubio pro reo" ernst nimmt. Und eben dass man Schuld mit Sachbeweisen nachweist und nicht frei auf "innerer Überzeugung" gegründet.
Der an sich zutreffende logische Grundsatz, dass fehlende Beweise die Richtigkeit einer Annahme nicht per se ausschließen oder widerlegen, heißt dennoch nicht, dass der fehlende Beleg (wie hier die nicht nachgewiesene Tatortanwesenheit Darsows anhand seiner Gruchspur) selbst ein Beleg wären. Es wäre antilogisch-abstrus oder kurz Unsinn.
Bei adäquater Beweiswürdigung ist ein fehlender Beleg durchaus tendenziell ein Indiz dafür, dass die Annahme - hier Darsow war im Haus - nicht zutrifft. Wie sehr oder wenig gewichtig dieses Indiz dann ist, hängt an der Erwartbarkeit.
Wenn ein Tatort spät untersucht wird und die Spurenlage durch viele Leute, die nachher am Tatort waren und nicht KTU-konform geschützt waren, sind ausbleibende personenspezifische Spuren weniger stark in der Aussage, als wenn die Suche eine Stunde nach der Tat durchgeführt worden wäre und keinerlei Kontamination gab.
Nichtsdestotrotz ist das fehlende Anschlagen der Hunde beim Versuch ADs Geruch am Tatort zu finden, nicht ohne Bedeutung, da es sich
- mit mind drei weitere fehlenden erwartbaren Belegen deckt, nämlich
- fehlenden DNA-Spuren von Darsow im Haus
- fehlenden materiellen Spuren von Darsow im Haus (z.B. textile Fasern), Fussspuren etc
- dem Umstand dass das überlebende Opfer AD nicht als Täter erkannte.
- ist es eben doch so, dass an anderen Tatort, wo Mantrailer unter vergleichbaren Umständen eingesetzt wurden, was Zeitpunkt und Kontamination angeht, dass die Tiere die Spur eines bestimmten Verdächtigen fanden.
Wäre man der Ansicht, der Einsatz der Hunde, hätte so oder so nie einen Nachweis einer Tatortanwesenheit eines verdächtigen erbringen können, weil zu spät, zu kontaminiert, fragt man sich warum,m der Einsatz überhaupt durchgeführt wurde. Das ist widersinnig in der Argumentation.
Die Summe der fehlenden Spuren (keine DNA, keine materiellen Spuren, kein Individualgeruch per Mantrailer, keine Zeugenwiederkennung durch überlebende Tochter), die in anderen Fällen ja vorhanden sind, deutet schon in der Tendenz darauf hin, dass Darsow nicht in dem Haus war. Jedenfalls fehlt der Nachweis und das vollständig.
Gibt es überhaupt auch nur eine Spur von Darsow am Tatort?