Grillage schrieb: Sondern z.B. darum, ob als sie ihr Auto packte, eine zweite Person dabei war. Das Auto stand auf dem Parkplatz am Appartementgebäude, auch das ist ein Bereich am Hahn, an den sich selten normale Reisende verirren. Aber dennoch könnte jemand unbeabsichtigt dort vorbei gekommen sein.
Da weiß ja die Polizei mehr ... die Frage ist auch, ob sie erst packte und dann schlief oder anders herum. Sie war ja vermutlich an dem Morgen nicht ewig müde, sonst wäre das Gespräch mit dem Bruder kürzer gewesen. Vielleicht hat sie, um runterzukommen, die Sachen erst ins Auto gepackt und sich dann hingelegt, mit dem Wissen "sobald ich aufstehe, fahre ich los". Dann wäre es sinnlos, das zu ermitteln. Oder weiß man sicher (außer dem Brötchenzeugen?), dass das Auto schon morgens auf dem Parkplatz stand?
Grillage schrieb:Auch da kann man doch annehmen, dass potentielle Zeugen eh nur im direkten geographischen Umfeld des Tatortes zu finden sind, also in der Nachbarschaft, vielleicht noch im Nachbarort. Eine Befragung von Tür zu Tür im direkten Wohnumfeld und ein Zeugenaufruf im Lokalblättchen sollte nach Deiner Argumentation da doch völlig ausreichend sein und ein Zeigen bei XY nur wertvollen Sendeplatz verstopfen.
Ich sehe das beim Verkaufen von Diebesgut etwas anders, ich würde tatsächlich Dinge nicht in meinem Dunstkreis verkaufen, weil es da eher wiedererkannt wird, als wenn du in Hamburg was klaust und in München verkaufst, mit dem Hinweis Oma ist nun gestorben, wir wollen die Münzsammlung nun zu Geld machen.
Grillage schrieb:Aber dennoch ist es doch nicht ausgeschlossenm dass man über XY jemanden erreicht, der dort unterwegs war, etwas gesehen hat, was er bisher nicht einem Verbrechen zugeordnet hat und der bisher noch nicht mit den Ermittlern gesprochen hat.
Das Problem bei XY ist auch ein wenig, dass man gutgläubige Leute erreicht, die helfen wollen. Bisher ist jeder Verstorbene, z.B. Maria Baumer, nochmal von irgendwem gesehen worden, der sich sicher ist. Ich bin damals oft von Hahn aus geflogen und musste ehrlich nachschauen, ob ich an dem Wochenende da war. Ich gehöre zu den Menschen: Ich könnte an BA und Mörder vorbeigelaufen sein - Alltagshandlung - ich wüsste es heute nicht mehr. Ich habe ein extrem schlechtes Erinnerungsvermögen, würde aber behaupten, es gibt nur sehr wenig Leute, die ein so gutes haben, dass sie so eine Alltagsszene mit ihnen unbekannten Leuten noch Jahre später zuverlässig abrufen können.
Grillage schrieb:Ein Ansatz für XY wäre ja z.B., dass man vielleicht gerade nicht weiß, was sie am Hahn in ihrer Freizeit gemacht hat. Angeblich soll sie dort regelmäßig wandern gegangen sein. Da wäre es z.B. eine Frage, ob jemand sie in den Wochen und Monaten vor dem Verschwinden dabei gesehen hat und ob sie dabei vielleicht in Begleitung war.
Es war ein kalter, regnerischer Tag, sie hatte am nächsten Tag Familienbesuch und hatte 12 Stunden Nachtschicht hinter sich. Ich würde fast 100% wetten, dass sie vorhatte, direkt oder über einen Supermarkt nach Hause zu fahren und den Besuch vorzubereiten. Daher ist es eigentlich ziemlich unerheblich, was sie in ihrer Freizeit machte.
Man müsste jemanden ermitteln, der:
a) Sie zumindest flüchtig kannte - oder den Arbeitsplatz
b) die Schichtpläne
c) und die Unterbringung kannte
d) Am Ostersamstag ein Zeitfenster hat
e) Die Gegend zumindest so gut kennt, dass er den Parkplatz auf dem das Auto stand und die Ablagestelle kennt
Ich stelle es mir so vor, dass es jemand war, dem sie irgendwann mal aufgefallen ist - und wir wissen ja nicht, ob das Verbrechen gegen sie persönlich gerichtet war oder einfach eine isolierte Frau gesucht hat. Lass mal sagen, dass ist einfach ein Typ mit Gewaltphantasien, der eine einzene Frau sucht.
Flugbegleiterinnen kommen nicht in Frage, da die gemeinsam auftreten. Ich würde mal behaupten, dass die meisten Angestellten am Flughafen, die dort regelmäßig arbeiten (Check-in, Bäcker, ... dort auch in der Gegend wohnen und man nicht weiß, wann sie daheim vermisst werden). Daher ist der Wetterdienst schon sicher, da dort nur einzelne Leute arbeiten, die in BAs Fall keinen örtlichen Bezug in die Gegend haben, was z.B. das Nummernschild verrät. Bei 12 Stunden Schicht ist es auch nicht so, dass da noch ewig Freizeit bleibt. Er fängt an, das zu beobachten, rekonstruiert den Schichtplan. Es ist auch klar, dass ich bei über 100km Anfahrt nicht nur eine Nacht arbeite. Vielleicht hat sie morgens auch gepackt und er war sich sicher, sie geht an dem Tag. Das kann alles sehr unauffällig passieren - zieh eine Warnweste an und die Urlauber denken, du gehörst zum Flughafen.