brigittsche schrieb:Dass hier alle paar Seiten ganz empört gefordert wird, den Fall nun doch endlich mal zu Aktenzeichen XY zu bringen scheint mir zu einem großen Teil daran zu liegen, dass die User gerne den Films sehen und Dinge erfahren wollen, die man noch nicht kennt.
Da ich mich angesprochen fühle, zumal ich zuletzt den Wunsch nach einer Behandlung in der TV-Sendung geäußert habe, möchte ich ein paar Worte zu diesem speziellen Fall sagen, und warum ich mir eine Behandlung in Aktenzeichen XY wünsche.
Natürlich richtet sich eine Fersehfahndung konkret meist an eine kleine Zielgruppe, mitunter auch nur an den Täter selbst. Bekanntlich wählt das ZDF bzw. die Redaktion von Aktenzeichen die Fälle nicht selbst aus, sondern sie werden idR von den Ermittlungsbehörden an das Team herangetragen, und dann in Zusammenarbeit mit den Redakteuren, Regisseuren, Darstellern, dem Moderator usw. für die Sendung aufgearbeitet.
In dem Fall, den wir hier diskutieren, scheint der Fahndungsdruck, der anfangs doch sehr deutlich war (Polizisten, die auf BMX-Rädern die Wanderrouten abfuhren, oder die von Tür zu Tür gingen), dann noch einmal verstärkt nach dem Fund der sterblichen Überreste durch mehrsprachige Plakate, zuletzt doch etwas abgenommen zu haben.
Die meisten Tötungsdelikte sind Beziehungstaten, aber im speziellen Fall wurde über familiäre und kollegiale Beziehungen hinaus nichts bekannt. Nichts deutet auf einen Täter aus dem bekannten Umkreis hin, aber auch ein Fremder, oder eine Randfigur aus dem Leben der Birgit Ameis, geriet bislang, jedenfalls nicht offiziell, in den Fokus. Weder im Nahbereich, noch im beruflichen Umfeld ist man fündig geworden, zugleich deuten einige Tatumstände auf das hin, was die Tochter des Opfers im Stern sagte: "Der Täter muss meine Mutter sehr gut gekannt haben".
Die nach wie vor beeindruckende Reichweite der Sendung mobilisiert gerade dadurch, dass sie auch in Hamburg und München, im Sauerland und in Ostfrieslang gesehen wird, eine stille Reserve an Hinweisgebern und erhöht vor allem den Druck auf Täter und Mitwisser. Für einen aus Fahndungssicht kostbaren Moment kommunizieren Mitwisser miteinander, wird der Täter möglicherweise von seinem Umfeld mit der Tat erneut konfrontiert (auch wenn das Umfeld ahnungslos ist) und weckt doch Erinnerungen, Ahnungen, schärft den Sinn für möglichweise verdrängte Zusammenhänge.
Natürlich möchte ich aus so einer Sendung als jemand, der hier seit Jahren mitdiskutiert, auch neue Einzelheiten aus so einem Filmfall erfahren, warum sollte ich es leugnen. Die Behandlung des Falles in Sat 1 Gold hat ja gezeigt, wie begierig jede neue Aussage hier rezipiert wurde - keine Frage.
Letztlich wünsche ich mir aber nichts mehr, als dass der Fall endlich aufgeklärt wird. Aktenzeichen XY, oder meinetwegen konkurrierende Formate anderer Sender, könnten da mNn schon hilfreich sein. Zumindest wünsche ich mir das.