Der Fall Birgit A. aus Lohmar
gestern um 22:09brigittsche schrieb:Ich weiß nicht recht. Wenn man da jetzt Küchenpsychologie betreiben wollte, könnte dann nicht gerade eine unscheinbare, etwas "muttchenhafte" Erscheinung einen speziellen Typ angezogen haben?
Origines schrieb:Zudem ist die Beschreibung von Birgit A. zwar die einer liebevollen und fürsorgenden Familienmutter, aber das heißt ja nicht, dass sie ihn Hahn auch so agiert hat. Ihre Abstinenz von Geselligkeit, das scheinbar asketische Leben, das hässliche Appartement, geteilt mit dem Bruder, das deutet doch darauf hin, dass sich jemand seine mütterlichen Eigenschaften für zu Hause aufgespart hat.
Mal ein anderer Gedanke, was, wenn das den Mann genau getriggert hat? Ich spinne mal etwas herum: Da ist jemand, der am Flughafen arbeitet, arbeitete oder irgendeinen Bezug hat (meinetwegen die Brötchen anliefert). Single wieder Willen. Ostern steht an, nach Weihnachten der Supergau für Menschen, die alleine sind, aber gerne eine Beziehung hätten. Vier lange Tage. Karfreitag ist schon rum, Wetter schlecht, kalt, Regen, der Tag zog sich wie Kaugummi. Man konnte sich nicht ablenken (Läden zu, etc.). Am Flughafen sah man seit Donnerstag nur glückliche aufgeregte Leute, die irgendwo hin fliegen und es ist, wie wenn man das Leben durch eine Scheibe sieht und an dem Teil nicht teilnehmen kann, da es keine Menschen gibt, die in nähere Beziehung mit einem treten wollen.Origines schrieb:Es ist schlicht mein persönlicher Eindruck, aber Birgit A. eignet sich eben überhaupt nicht als Objekt für das Anschmachten durch einen (meist alleinstehenden, gehemmten, defizitären, sexuell unerfahrenen oder frustrierten) Mann. Ganz anders, wenn ich z.B. an Frauke Liebs oder vergleichbare Personen denke. Es scheint mir aber auch jede Gelegenheit dafür zu fehlen. Der Job war einsam, Birgit ging nicht am Abend auf ein Bier, suchte weder Flirts noch Menschen, denen sie helfen konnte.
Nun gibt es diese Frau, die sehr mütterlich und häuslich wirkt und die immer pünktlich wieder in ihr Leben fährt. Je nachdem, wie nah er dran ist, weiß er auch einiges über sie: Sie ist verheiratet, wird Großmutter, hat am nächsten Tag Familie zu Besuch, also alles das, was er sich wünscht, aber nicht hat.
Sie bringt vorgekochtes Essen mit, also der Inbegriff häuslicher Gemütlichkeit. Der gesamte Frust, inklusive der Oster-Allein-Frust (und vielleicht gibt das auch neue Möglichkeiten, Nachbarn, etc. im Urlaub) hat sich aufgestaut und man lässt es, stellvertretend an ihr aus, um wenigstens sicher zu sein: Am morgigen Ostersonntag ist eine Familie noch schlimmer dran als er, da sie bangen, was mit ihrer Mutter passiert ist.

