@Volvic
spiky73 schrieb:Lautzenhausen ist ein kleines Kaff, da wehen um 12 Uhr mittags trockene Büsche über die Straße und irgendwo lacht leise ein Uhu. Gefühlt besteht das Kaff nur aus der Hauptstraße und ein paar Häusern drumherum.
Volvic schrieb:Ich finde deine Schilderung sehr interessant.
spiky73 schrieb:Das ist Käse.
So stimmt´s eher. Von einmal Durchfahren erkennt man nicht den Aufbau dieses Mixes aus altem und neuem Dorf, ehemaligem U.S. Militärflugplatz und dem Flughafen Hahn nebst außer Betrieb und noch in Betrieb befindlicher Infrastruktur und umgewidmeten Gebäuden. Da sollte man schon mal ein bisschen rumgelaufen sein und sich umgesehen haben.
Volvic schrieb:Sie stützt meine Meinung, dass das Abstellen eines Autos in einem kleinen Dorf in der Nähe des Ortes des Verschwindens einer Person keine sinnvolle Verdeckungshandlung ist.
Konnte und sollte es m. E. auch nie sein. Der höchstwahrscheinlich vom ortskundigen Täter vorgeschlagene Abstellplatz, an den B.A. ihr Auto brachte ( und so lange es keinerlei Hinweise darauf gibt, dass ein Fremder den Wagen auch nur angefasst hat, sollte man sich darauf beschränken ) konnte allenfalls eine gewisse Ver
zögerung der Auffindung des Autos bringen.
Die Ver
deckung des Verschwindens einer mitten in einem Berufs- und Familienlebens stehenden Person ist schlichtweg unmöglich. Es musste dem Täter klar sein, dass B.A. innerhalb weniger Stunden vermisst werden würde.
Volvic schrieb:Sobald die Suche beginnt und sich vermutlich vom Ort der letzten Sichtung ausgehend ausweitet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Wagen in den ersten 10 Minuten schon beim Ausschwärmen der Suchmannschaften entdeckt wird.
Volvic schrieb:Das war hier zwar tatsächlich nicht so, aus Sicht eines Täters, wenn er den Wagen dort abgestellt haben sollte, ist das aber ein alles andere als geeigneter Ort gewesen um das Auto zu verstecken.
Und warum ist das nicht passiert?
Weil die
Richtung der ( auch vom Täter erwarteten ) Suche anfänglich der erwarteten Heimfahrtrichtung entsprach und das Auto genau entgegengesetzt am Rande eines von der Hauptstraße nicht einsehbaren und nicht bewirtschafteten Parkplatzes abgestellt wurde.
Volvic schrieb:Wenn man also annimmt, dass der Wagen von einem Täter dort hingestellt wurde, dann war ihm das Verstecken des Autos entweder nicht wichtig oder er wollte sich des Wagens nur besonders schnell entledigen.
Ein aufwändiges Verstecken hätte nicht verhindert, das B.A.´s Verschwinden auffiel. Aus Tätersicht war das Verhalten taktisch optimal. Maximale Auffindeverzögerung bei minimalem Risiko mit dem Auto in Verbindung gebracht zu werden. Außerdem hätte der Täter von jedem weiter entfernten Ort, an den er das Auto gebracht hätte, wieder zurückkehren müssen.
Volvic schrieb:Ich weiß nicht ob die Flughafenparkplätze mit Kameras überwacht werden, aber falls das 2015 nicht der Fall war, hätte das Auto dort inmitten zahlreicher anderer Autos unauffälliger gestanden als auf dem Parkplatz des Gemeindehauses.
Da B.A. auf dem Flughafengelände arbeitete hätte ihr Bruder oder sonst ein Kollege das Auto sehen können. Das sollte verhindert werden, wahrscheinlich sogar mit ihrem Einverständnis, sonst hätte sie das Auto nicht dort hingefahren.
Volvic schrieb:Oder der Täter hätte den Wagen gleich weiter weg fahren und im Rhein versenken oder irgendwo in der Pampa anzünden müssen. Oder in ein großes Parkhaus stellen müssen. Das wäre für ihn deutlich „sicherer“ gewesen als das Abparken auf einem nur hunderte Meter entfernten Gemeindeparkplatz.
Neben der Zeit, die dabei vergangen wäre und dem Problem, wieder zurück in seinen normalen Aufenthaltsort und Tagesablauf zu kommen, wäre auch das Risiko gewachsen, mit dem Auto gesehen zu werden und Spuren daran oder darin zu hinterlassen.
Volvic schrieb:Dass dies alles nicht geschah interpretiere ich so, dass das Auto entweder von B. A. selber auf diesen Parkplatz gestellt wurde, oder ein Täter wollte das Auto nur schnellstmöglich aus dem direkten Flughafenbereich entfernen. Dabei musste er aber davon ausgehen, dass man es wahrscheinlich schnell finden würde.
Das dürfte die Lage gewesen sein, wie Du sie schrittweise entwickelst.
Volvic schrieb:Das war ihm entweder egal oder das sofortige Loswerden des Autos war ihm so wichtig, dass er dafür das hohe Entdeckungsrisiko einging. Vielleicht ein panikmäßiges „Alles egal, bloß schnell weg damit!“
Er hatte schlichtweg keine bessere Möglichkeit. Und da B.A. das Auto selbst dort hinstellte, war sein Risiko fast auf Null. Es beschränkte sich auf die wenigen Sekunden, die nötig waren, um B.A. in sein Auto steigen zu lassen.
Volvic schrieb:Das Risiko der Wahrnehmung durch Zeugen ist in einem kleinen Dorf hoch. Der Täter könnte zwar aufgepasst haben, dass gerade kein Passant in der Nähe ist, aber wenn einen doch jemand sieht, wird er sich vermutlich später daran erinnern.
Auch in einem überschaubaren Dorfumfeld sind tagsüber die meisten Leute auf der Arbeit. Das war überschaubar.
Volvic schrieb:Ich nehme deswegen an, dass entweder B. A. selber den Wagen abgestellt hat - oder ein Täter, dem die zeitnahe Entdeckung des Autos egal war oder der unter Stress agiert und nicht strategisch sinnvoll gehandelt hat.
Hat sie nach der Spurenlage. Der Täter hat die maximale Auffindeverzögerung des Autos mit einem Nullaufwand erreicht. Dass B.A. vermisst wurde, erfolgte erwartbar unabhängig vom Auto wenige Stunden nachdem der Täter sie in seine Gewalt bekam.
Die Auffindung des Autos hat den Ermittlern rein gar nichts gebracht. Taktisch besser ging´s aus Tätersicht nicht.
Ich nehme nicht an, dass der Täter diesen Ablauf spontan so ausgedacht und durchgezogen hat. Dass B.A., packte, ihre Unterkunft verließ und selbst den Wagen dorthin fuhr, wo er letztlich blieb, deutet für mich auf eine gewisse Gewohnheit hin.
Nachdem es bei diesem letzten Treffen zur Tat kam, konnte der Täter das Auto völlig links liegenlassen, er hatte außerdem mit der Leiche genug zu tun.
MfG
Dew