@Enterprise1701
Enterprise1701 schrieb:
Dew schrieb:Ein aufwändiges Verstecken hätte nicht verhindert, das B.A.´s Verschwinden auffiel. Aus Tätersicht war das Verhalten taktisch optimal. Maximale Auffindeverzögerung bei minimalem Risiko mit dem Auto in Verbindung gebracht zu werden. Außerdem hätte der Täter von jedem weiter entfernten Ort, an den er das Auto gebracht hätte, wieder zurückkehren müssen.
Das ist ein wichtiger Punkt zur Mobilität des Täters bzw der Möglichkeit.
Ergänzung:
Selbst wenn der Täter über einen Autotransporter oder entsprechenden Anhänger verfügt ( hat nicht jeder rumstehen ) und damit den Abtransport des Autos inkl. eigener Rückkehr bewerkstelligt hätte, hätte er augenscheinlich ein Zeitproblem gehabt.
Das wird doch aus den kurzen Entfernungen recht deutlich. Der Täter konnte nicht beliebig lange von der Bildfläche verschwinden, ohne dass es auffiel.
Ansonsten weitestgehende Zustimmung mit Deinen Ausführungen.
@Volvic
Volvic schrieb:Das ist ein öffentlich zugänglicher Bereich nur wenige hundert Meter vom Ort der letzten Sichtung entfernt. Dass das Auto dort sehr schnell entdeckt wird musste man eigentlich erwarten. Dass es anders kam war Zufall und entgegen der Wahrscheinlichkeit.
Öffentlicher Bereich: ja,
nah am normalen Abstellplatz/Appartement: ja.
Wo beginnt man, nach einer vermissten Person zu suchen?
Doch wohl dort beginnend, wo sie verschwand und der Richtung folgend, in die sie sich bewegen wollte, sofern bekannt. Es gab keinerlei Hinweis darauf, dass B.A. vor ihrer Heimfahrt noch in der entgegengesetzten Richtung etwas vorhatte.
Genau so ist es passiert, weil man in so einem Fall erstmal erwartet, die Person oder ihr Fahrzeug entlang der geplanten Bewegungsrichtung zu finden.
Völlig entgegen jeder Logik und geübter Praxis wäre es, in der Situation Zeit und Kräfte in der entgegengesetzten Richtung einzusetzen,
bevor man in der erwarteten Richtung erfolglos war.
Dass man ausgerechnet ein Auto in einer Gemeinde, in der zu der Zeit jedes Stück Fläche ab Handtuchgröße als Parkplatz für Fluggäste vermietet wurde, also fremde Kennzeichen nichts Ungewöhnliches waren, nicht sofort findet, weil es eben nicht auffällt, ist auch eher wahrscheinlich als umgekehrt. Im Wald muss sich ein Baum schon Mühe geben, um aufzufallen.
Volvic schrieb:Maximale Auffindeverzögerung war es IMHO gerade nicht,
Bitte vollständig zitieren:
Dew schrieb:Aus Tätersicht war das Verhalten taktisch optimal. Maximale Auffindeverzögerung bei minimalem Risiko...
Hervorhebung von mir.
Das war eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung. Und die ist für den Täter aufgegangen. Vielleicht ein bisschen besser als erwartbar aber nicht
rein zufällig. In Heimfahrtrichtung ähnlich offen abgestellt, wäre der Wagen spätestens am nächsten Tag gefunden worden.
Als das Auto tatsächlich untersucht werden konnte, waren auch in der Umgebung keine Spuren mehr zu finden.
Innerhalb eines geschlossenen Raumes, wie das Auto ihn darstellt, halten sich Spuren länger, da dürfte nicht viel verlorengegangen sein
.
Ich denke zwar nicht, dass es dort auf dem Parkplatz Spuren eines Kampfes o. Ä. gegeben hat, aber wenigstens die Bewegungsrichtung oder ein Stück Weg vom Auto weg hätte man noch mit Spürhunden feststellen können.
Im Nachgang ist es immer leicht, den Ermittlern Vorwürfe zu machen. Für die recht späte Auffindung des Autos halte ich das in der Situation nicht für angebracht. Das war einfach Pech aus der Situation heraus.
Dass hingegen die Überwachungsvideos vom Flughafen nicht sofort nach Bekanntwerden des Verschwindens sichergestellt wurden, ist definitiv ein Fehler gewesen aber eine andere Geschichte.
Volvic schrieb:...wenn man bedenkt, dass zu Anfang von einem Verschwinden zwischen Hahn und Lohmar ausgegangen werden musste.
Dass das Verschwinden von B. A. und dem Auto innerhalb weniger Stunden auffallen würde ist schon klar. Nur ist das Auto ein Spurenträger und auch das Nicht-Vorhandensein fremder Spuren trifft eine Aussage, genauso wie der Ort, an dem der Wagen gefunden wird.
Wie schon angemerkt, die Richtung dürfte hier entscheidend für die Suchrichtung gewesen sein.
Ansonsten ja.
Volvic schrieb:Es kann sich momentan keiner einen Reim darauf machen, aber die komplette Auffindesituation, auch mit den Gegenständen im Auto, könnte den Ermittlern Hinweise geben. Das ist aus Tätersicht unkontrollierbar.
Wenn der Täter das Auto nie gefahren hat, nie mitgefahren ist, nach derzeitigem Kenntnisstand nichts angefasst oder zurückgelassen hat, sieht das schon sehr kontrolliert aus. Wobei ich das nicht primär als Mordvorbereitung sehe. Der Täter hat es schon im Vorfeld geschafft, im Kontakt zu B.A. völlig unsichtbar zu bleiben. Wahrscheinlich sogar mit ihrer ( bewussten oder unbewussten ) Hilfe, wozu auch dieser Parkplatz gehörte.
Volvic schrieb:Das Auto zu verbrennen oder im Wasser zu versenken würde zumindest Spuren besser vernichten als wenn der Wagen schnell gefunden wird und daran Erkenntnisse gewonnen werden.
Wenn a.) realistisch unauffällig durchführbar und b.) vom Täter für nötig befunden. Das scheint nicht der Fall gewesen zu sein.
Volvic schrieb:
Dew schrieb:Neben der Zeit, die dabei vergangen wäre und dem Problem, wieder zurück in seinen normalen Aufenthaltsort und Tagesablauf zu kommen, wäre auch das Risiko gewachsen, mit dem Auto gesehen zu werden und Spuren daran oder darin zu hinterlassen.
Irgendeine Möglichkeit der Rückkehr findet sich in der Regel, dass ist kein unlösbares Problem.
Tritonus schrieb:Doch, im Hunsrück schon! :-D
So sieht´s da aus. Das ist für Leute, die die Gegend nicht kennen, schwer vorstellbar.
Volvic schrieb:
Dew schrieb:Auch in einem überschaubaren Dorfumfeld sind tagsüber die meisten Leute auf der Arbeit. Das war überschaubar.
Es war Karsamstag und die meisten Leute wegen schlechten Wetters zuhause oder beim Einkauf für die Ostertage.
Den Feiertagssamstag hatte ich tatsächlich vorübergehend aus dem Blickfeld verloren. Die Ecke, wo das Auto stand, ist definitiv Randlage. Da ist nie viel los.
Volvic schrieb:Letztlich reicht ein einziger Zeuge, der (aus Tätersicht) zur falschen Zeit am falschen Ort ist, etwas beobachtet und die entscheidende Aussage machen kann.
Und selbst dieser eine Zeuge, was hätte der gesehen? Eine Frau steigt von einem Auto in ein anderes. Das ist so banal, das merkt sich keiner.
Volvic schrieb:Wie wahrscheinlich oder unwahrscheinlich das ist, ist ein Zahlenspiel, aber für einen Täter ein hohes Risiko weil eine Verurteilung zu lebenslang und viele Jahre in Knast daran hängen. Ein unvermeidliches Restrisiko, aber ich würde das nicht lapidar als „überschaubar“ abtun.
Zugleich denke ich, dass ein Täter darüber nicht lange nachdenkt weil wenn Derartiges sein Denken bestimmen würde, würde er erst gar kein Verbrechen begehen.
Ich denke nicht, dass für den Täter schon feststand, was ( mit B.A. ) passieren würde, als er sie vom Parkplatz abholte.
@megavolt
megavolt schrieb:Das sehe ich auch so. "Maximale Auffindeverzögerung" wäre m.E., wenn man sie bis heute nicht gefunden hätte.
Nochmal:
Volvic schrieb:Maximale Auffindeverzögerung war es IMHO gerade nicht,
Bitte vollständig zitieren:
Dew schrieb:Aus Tätersicht war das Verhalten taktisch optimal. Maximale Auffindeverzögerung bei minimalem Risiko...
Hervorhebung von mir.
Das war eine Art Kosten-Nutzen-Rechnung. Und die ist für den Täter aufgegangen.
Es ging hier um das Auto.
megavolt schrieb:Wer von euch hat eigentlich routinemässig ein Abschleppseil im Auto?
Ich. Immer. Neben dem Bordwerkzeug, Fußpumpe, leistungsstarker Lampe, Beil, Axt, Säge und Klappspaten. Hier auf dem Land hilft man ( auch sich selbst ).
Meine Frau hat zusätzlich noch verschiedene Ausrüstungsgegenstände für Tiernotfälle dabei. Da kann ich nur mit dem Messer dienen.
@Tritonus
Tritonus schrieb:Dass der Autoschlüssel bei der Leiche lag, deutet schon drauf hin, dass BA das Auto da selbst abgestellt hat. Und ich zerbreche mir seit 10 Jahren den Kopf, mit welchem Ziel sie das tat, und mir fällt partout keins ein.
Weil sie dort auf jemanden wartete, in dessen Auto sie dann stieg. Das ist die einzige Erklärung, die m. E. den Begleitumständen gerecht wird.
MfG
Dew