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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

16.454 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, 2020, Frankfurt ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Birgit A. aus Lohmar

Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 13:34
Zitat von TritonusTritonus schrieb:Eine Frau ist nicht zu Hause in Lohmar angekommen. Wen in Lautzenhausen interessiert das denn, selbst wenn die Frau auf dem Flughafen gearbeitet hat.
Ja, so kann man es zusammenfassen. Sowas wird doch allenfalls mal nebenher erzählt, weil es einen nicht wirklich betrifft und erst auch nicht mal erkennbar ist, dass da ein Verbrechen dahinter steckt.

Die Verbindung zum Ort selbst kam doch erst zu Stande, als man das Auto dort gefunden hat und die Sache medial Fahrt aufgenommen hat.

Ab dem Zeitpunkt wird das sicher Gesprächsthema im Ort gewesen sein, weil es einen Bezug zum Ort gab und die Leute in Lautzenhausen dann selbst involviert waren weil man Zeugen gesucht hat.

Aber vorher? Irgendeine Frau von irgendwoher die im Ort keiner kannte (zumindest offiziell) war nicht zu Hause angekommen, aber (so zumindest schien es ja zuerst) ganz normal am Arbeitsplatz abgefahren. Was betrifft das die Leute im Ort? Erst mal gar nicht...

Wie gesagt: Man darf das nicht mit unserem heutigen Wissen und aus unserer True-Crime-Diskussions-Bubble heraus sehen.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 16:07
Wir waren im Jahre 2015 schon in einer Zeit, in der praktisch jeder ein Handy hatte.

Ich verstehe nach wie vor bei dem Fall nicht, warum die Eheleute Ameis nicht angesichts der großen Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort engmaschiger kommuniziert haben.

"Wollt' nur sagen, ich fahr jetzt los" oder "wart' nicht mit dem Essen, komm' erst jetzt hier weg" und ähnliche Mitteilungen halte ich unter den gegebenen Umständen für normal und sinnvoll, und kosteten zur Tatzeit auch mit einer Prepaid-Karte kaum mehr als 9 ct. pro Anruf.

Sollte der Täter gewusst haben, dass Frau A. vor dem Losfahren nicht kurz durchruft, hätte ihm das einen zeitlichen Vorsprung verschafft.

Möglicherweise genau den notwendigen Zeitraum, den er zur Verbringung benötigte, bevor es überall von Polizisten wimmelte.

Wenn Lautzenhausen so ein kleiner Ort direkt neben dem.Flugplatz ist, hätte ich schon erwartet, dass da nach der Vermisstenmeldung ein Streifenwagen mal routinemäßig ein paar Straßen abfährt.

Man darf nicht vergessen, dass die Polizei vermutlich abfragen kann, ob das Fahrzeug mit dem Kennzeichen SU UA 256 irgendwo in einen Unfall verwickelt, oder auf einen Autobahnparkplatz verlassen aufgefunden wurde.

Da das ja nicht der Fall war, hätte man ja schon den Umkreis des Flugplatzes nach dem Auto absuchen können.

Es hätte ja auch theoretisch ein medizinischer Notfall vorgelegen haben können, bei dem Frau A. in der Ortschaft Hilfe gesucht, und es nicht bis zu einem Haus geschafft hätte.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 16:35
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Es hätte ja auch theoretisch ein medizinischer Notfall vorgelegen haben können, bei dem Frau A. in der Ortschaft Hilfe gesucht, und es nicht bis zu einem Haus geschafft hätte.
Das hätte genauso gut auch unterwegs auf einem Autobahnparkplatz passieren können, wo da jetzt die Wahrscheinlichkeit liegen soll, dass man in dem Ort sucht, sehe ich jetzt nicht. Im Gegenteil: Wenn sie sich nicht wohlgefühlt hätte, wäre sie nicht losgefahren. Und warum sollte sie dann in den Ort fahren anstatt zurück an den Flughafen?
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ich verstehe nach wie vor bei dem Fall nicht, warum die Eheleute Ameis nicht angesichts der großen Entfernung zwischen Arbeitsplatz und Wohnort engmaschiger kommuniziert haben.
Vielleicht weil es Leute gibt, de keine Notwendigkeit darin sehen, sich ständig mi irgendwelchen, im Grunde banalen Miteilungen zu bombardieren? "So, ich gehe jetzt einkaufen...gerade habe ich den Müll runtergebracht...eben ist mir der Putzlappen runtergefallen...". Die Abläufe waren doch offensichtlich seit Jahren gleich, da hat man vielleicht auch einfach die Lust daran verloren, sich über Dinge auszutauschen die alltägliche Routine waren?

Und mal abgesehen davon: Sie haben es offensichtlich nicht getan. Welche Gründe das hatte - ja, was soll oder kann das in dem Fall für eine Rolle spielen?


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 17:17
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Sie haben es offensichtlich nicht getan. Welche Gründe das hatte - ja, was soll oder kann das in dem Fall für eine Rolle spielen?
Es geht mir ja nicht darum, Gewohnheiten, bzw. deren Abwesenheit anzukreiden oder vorzuwerfen.

Da wir uns hier z.T. seit Jahren den Kopf über den Fall zerbrechen, und nicht über die Möglichkeiten beispielsweise der Polizei verfügen, ist das einzige, was wir tun können, ein tieferes Verständnis für die Umstände des Falles zu gewinnen.

Und da würde ich einfach mal sagen, dass es in dem sozialen Milieu der Frau A. (verheiratete Mittelschichtsangehörige mittleren Alters mit Kindern, evtl. Enkeln) nach meiner Beobachtung unter vergleichbaren Menschen einfach üblich ist, den Partner bei längeren Autofahrten über Abfahrtszeiten, geplante Ankunft usw. auf dem Laufenden zu halten.

Klar, es gibt Menschen, die nervt es, anderen Menschen gegenüber irgendwie verpflichtet zu sein, aber das sind dann oft auch keine Familienmenschen. Die leben halt anders, haben vielleicht lockerere Bindungen, und das ist ja auch in Ordnung.

Nur: Von Frau A. wurde gesagt, dass sie ein Familienmensch war. Deshalb passt es für mich nicht ins Bild, dass sie "irgendwann" zu Hause erwartet wurde. Zumal ja Ostern nicht nur als kirchliches Fest anstand, sondern auch als Familienereignis (gemeinsames Grillen) begangen werden sollte.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 17:44
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Klar, es gibt Menschen, die nervt es, anderen Menschen gegenüber irgendwie verpflichtet zu sein, aber das sind dann oft auch keine Familienmenschen. Die leben halt anders, haben vielleicht lockerere Bindungen, und das ist ja auch in Ordnung.
Eben. So kann es gewesen sein. Aber dieses "Man (=ich) macht das doch so und so, ich verstehe nicht, wieso die das anders machen, da stimmt doch was nicht...." bringt nichts.

Weil es offenbar so gewesen ist (aus welchen Gründen auch immer) und weil es sehr wahrscheinlich nichts, aber eben auch gar nichts mit dem Fall zu tun hat. Denn sonst wäre es ja irgendwie thematisiert worden, wenn darin eine mögliche Lösung des Falls liegen würde.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Nur: Von Frau A. wurde gesagt, dass sie ein Familienmensch war. Deshalb passt es für mich nicht ins Bild, dass sie "irgendwann" zu Hause erwartet wurde. Zumal ja Ostern nicht nur als kirchliches Fest anstand, sondern auch als Familienereignis (gemeinsames Grillen) begangen werden sollte.
Und welchen Mehrwert soll es bringen, in halbstündlichem Abstand bei der Familie anzurufen: "So, ich bin jetzt losgefahren!" . "So, ich bin jetzt auf der Autobahn!"- "So, ich bin jetzt auf der anderen Autobahn!" ?

Und was soll es bringen, wenn man im Vorhinein eine durch ständige Anrufe überprüfte Ankunftszeit ausmacht, nur weil bald Ostern ist? Vielleicht war BA einfach alt und erwachsen genug ihre Heimfahrt und die anschließenden Vorbereitungen nach ihrem eigenen Gusto zu planen und es war überhaupt nicht notwendig, ihre Familie in Echtzeit darüber zu informieren, was sie nun gerade tut und als nächstes zu tun gedenkt?

Und vielleicht hatte ihr Ehemann auch einfach genug Vertrauen zu ihr, dass er gesagt hat: "Ja, sag mir einfach wenn ich Dir helfen kann und ansonsten mach es so, wie es für Dich am besten passt!" Und daraus ergab sich dann, dass sie eben dann ankommt, wann sie es für richtig hält und wie es für sie mit den Vorbereitungen (welche das auch immer gewesen sein sollen) in Einklang zu bringen ist?

Man kann es nämlich auch umgekehrt sehen: Vielleicht hatte sie auch keine Lust, dass man ständig fragt, wann sie denn endlich kommt, ob die Servietten schon gestärkt sind und die silbernen Löffel geputzt? Sondern dass sie sich das mit dem Hinweis verbeten hätte: "Das ist nicht das erste Osterfest, das ich organisiere, ich mach das schon!"

Man weiß es natürlich nicht, aber dieses "Also nein, das macht man (=ich) doch nicht so!" sagt erst einmal nichts über BA und ihre Familie aus. Weil es da eben anders war, was aber nicht bedeutet, dass das etwas mit dem Mord zu tun haben muss.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 18:01
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Weil es da eben anders war, was aber nicht bedeutet, dass das etwas mit dem Mord zu tun haben muss.
Ja, alles richtig. Nur handelte es sich eben bei Frau A. nicht um eine (fiktive) 16jährige Tochter der Familie, der man aus jugendlicher Rebellion heraus eins Ablehnung der familiären Regeln zugetraut und vielleicht sogar gewünscht hätte- sondern um die Ehefrau und Mutter, die auch dann, wenn sie an einem einsamen Flugplatz in der Pampa Schichtdienst leistet, vielleicht gern der liebevolle Mittelpunkt einer bürgerlichen Familie sein wollte.

Das hieße dann, dass nicht sie ihrem Ehemann, sondern alle anderen ihr hätten Rapport geben müssen, wer wann zum Familienfest erscheint, wer wann den Braten bestellt und so weiter.

Wir haben doch umgekehrt eben auch gerade keinen Hinweis darauf, dass in diesem Familienverband die Rollen gänzlich anders als üblich verteilt, oder die Erwartungen an Familenleben gänzlich unkonventionell waren.

Und trotzdem kein Anruf, keine SMS, "FAHRE JETZT LOS KUESSI" - ich bleibe dabei, dass ich es mir bei den beteiligten Personen anders vorgestellt hätte.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 18:11
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Ablehnung der familiären Regeln zugetraut und vielleicht sogar gewünscht hätte
Und woher wissen wir denn, dass es in der Familie die Regel gab: "Du hast gefälligst alle halbe Stunde anzurufen und mir zu sagen, was Du machst?"
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:sondern um die Ehefrau und Mutter, die auch dann, wenn sie an einem einsamen Flugplatz in der Pampa Schichtdienst leistet, vielleicht gern der liebevolle Mittelpunkt einer bürgerlichen Familie sein wollte.
Und wo ist es zur Erfüllung dieser Rolle nötig, ständig zu telefonieren und jede Banalität mitzuteilen? Wo liegt, außerhalb der Generation TikTok, der Mehrwert, die Welt da draußen darüber zu informieren, dass man gerade eine Tasse Kaffee getrunken hat und gleich mit dem Auto fährt nachdem man auf Toilette war und den Müll rausgebracht hat?

Und aus irgendwelchen nichtssagenden Floskeln wie "sie war ein Familienmensch" und "sie hat sich so auf Osten gefreut" die halt irgendwo in einem Artikel auftauchen, jetzt gleich ein Charakterbild der BA zu entwerfen und ihr Familienstruktur zu analysieren, ist vielleicht auch ein bisschen weit hergeholt....

Ich esse auch gerne Marzipaneier und stelle Hasenfiguren aus Porzellan auf, wer da nun ein Charakterbild von mir entwerfen und meinen Tagesablauf rekonsruieren will, kann das ja gerne tun.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 18:31
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Ich esse auch gerne Marzipaneier und stelle Hasenfiguren aus Porzellan auf, wer da nun ein Charakterbild von mir entwerfen und meinen Tagesablauf rekonsruieren will, kann das ja gerne tun.
Würde ich Deine sämtlichen Beiträge, viele davon übrigens sehr lesenswert, an eine KI übergeben, könnte ich Sonntagnachmittag unangemeldet bei Dir zum Kaffee vor der Tür auftauchen.

Aber Spaß beiseite. Ohne gewisse Erfahrungen und Grundannahmen über unsere Mitmenschen könnten wir uns hier die meisten Diskussionen sparen.

In der Mitte der Gesellschaft herrscht ein gewisser Hang zum Konformismus. Das macht vieles erwartbar und berechenbar.

Man kann jedes Mal sagen: "Nur weil Du es so machst, machen die anderen es nicht genauso."

Doch. Viele Menschen ähneln sich in ihrem Verhalten in verblüffendem Maße.

Weil sie es so wollen.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 18:40
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Würde ich Deine sämtlichen Beiträge, viele davon übrigens sehr lesenswert, an eine KI übergeben, könnte ich Sonntagnachmittag unangemeldet bei Dir zum Kaffee vor der Tür auftauchen.
Stimmt, ich würde Dir sogar eine Tasse Kaffee anbieten und Kuchen, wenn ich welchen hätte :)

Nein, Spaß beiseite: Ich verstehe, was Du meinst, wir haben alle eine bestimmte Vorstellung von BA im Kopf, die sich aus der Medienberichterstattung und den wenigen Dingen speist, die wir wissen. Verbunden mit eigenen Vorstellungen, wie man dieses oder jenes handhabt.

Aber das muss nicht zutreffend sein. Und deshalb ist es schwierig, irgendwelche Dinge als "normal" oder eben "nicht normal" (nicht wertend gemeint) einzustufen.
Der zitierte Beitrag von turmbaubabel wurde gelöscht. Begründung: Als langjähriger Ausgeschlossener müsstest du wissen, dass du hier nicht willkommen bist.
Tja, wird nur schwierig, wenn Du behauptest, ich hätte etwas geschrieben, das ich nicht geschrieben habe. Meine Beiträge kann ja jeder lesen, und daher kann auch jeder feststellen, dass ich so etwas nicht geschrieben habe.

Ich vermute mal, dass es sich auf diese Stelle bezieht:
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Und welchen Mehrwert soll es bringen, in halbstündlichem Abstand bei der Familie anzurufen: "So, ich bin jetzt losgefahren!" . "So, ich bin jetzt auf der Autobahn!"- "So, ich bin jetzt auf der anderen Autobahn!" ?
Und darin wird nicht behauptet, dass irgendwer das gefordert hätte. Sondern es ist ein in eine rhetorische Frage gekleidetes Beispiel dafür was sinnlos wäre.

Für Dein mangelndes Textverständnis bin ich nicht veranworrtlich.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 20:18
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Man darf nicht vergessen, dass die Polizei vermutlich abfragen kann, ob das Fahrzeug mit dem Kennzeichen SU UA 256 irgendwo in einen Unfall verwickelt, oder auf einen Autobahnparkplatz verlassen aufgefunden wurde.

Da das ja nicht der Fall war, hätte man ja schon den Umkreis des Flugplatzes nach dem Auto absuchen können.

Es hätte ja auch theoretisch ein medizinischer Notfall vorgelegen haben können, bei dem Frau A. in der Ortschaft Hilfe gesucht, und es nicht bis zu einem Haus geschafft hätte.
Aber man hätte ja andererseits auch davon ausgehen können, da sie nicht mehr am Flughafen war aber auch nicht zu Hause ankam und es unterwegs anscheinend auch keinen Unfall gab, daß sie einfach keine Lust hatte auf Ostern mit ihrer Familie, wo sie schon wieder ein Fest schmeißen und alles vorbereiten musste usw. und daß sie statt dessen vielleicht einfach auf dem Weg nach Spanien oder Holland oder sonstwo war. Sie hatte ja ihren Ausweis und ihren Geldbeutel, Handy (im Flugmodus, nicht erreichbar), einen Stapel Kleider…
Daß sie bis dahin ein “Familienmensch” war hat ja manchmal nichts zu sagen. Manchmal brauchts auch eine Auszeit.
Wie hoch hätte man dazu im Vergleich die Wahrscheinlichkeit einschätzen sollen, daß ihr Auto ausgerechnet in Lautzenhausen steht?


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 20:33
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Und da würde ich einfach mal sagen, dass es in dem sozialen Milieu der Frau A. (verheiratete Mittelschichtsangehörige mittleren Alters mit Kindern, evtl. Enkeln) nach meiner Beobachtung unter vergleichbaren Menschen einfach üblich ist, den Partner bei längeren Autofahrten über Abfahrtszeiten, geplante Ankunft usw. auf dem Laufenden zu halten.
Ich möchte einmal Werbung dafür machen, den Sachverhalt aus dem Blickwinkel der damaligen Zeit (2015) heraus zu machen. Frau A. ist zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt und damit analog aufgewachsen. Mir sind noch genug Menschen der Baujahre 1960 + bekannt, die vom sozialen Milieu her in Deine Beschreibung passen und die immer noch keine Wasserstandsmeldungen über ihr Tun/ihre augenblickliche Position absetzen. Auf eine entsprechende Vorhaltung würde selbst heute noch erwidert "Ich habe doch gesagt, dass ich nach dem Dienst komme und hier bin ich nun". Das war 2025 noch viel ausgeprägter.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 20:42
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Man darf nicht vergessen, dass die Polizei vermutlich abfragen kann, ob das Fahrzeug mit dem Kennzeichen SU UA 256 irgendwo in einen Unfall verwickelt, oder auf einen Autobahnparkplatz verlassen aufgefunden wurde.
Das mit dem Unfall geht vermutlich leicht, aber dass ein Auto irgendwo steht, wie lange mag das dauern, bis es jemandem auffällt?

Wenn ich mir vorstelle BA wäre auf der Autobahn unterwegs gewesen und hätte mal auf "gemusst", wäre auf einen Parkplatz gefahren und hätte da dann angehalten. Dann wäre sie ins Gebüsch und dort dann mit einem Herzinfarkt tot umgefallen oder meinetwegen auch überfallen und umgebracht worden.

Dann hätte das Auto auf dem Parkplatz gestanden, aber wie lange hätte es gedauert, bis das jemandem auffällt?

Dass ein Auto auf einem Parkplatz steht, ist ja nicht ungewöhnlich. Solange das Auto nicht mit offenen Türen da steht oder beschädigt ist, würde doch jeder andere Fahrer denken: "Ah, ja, da musste wohl mal einer und ist gerade im Gebüsch...." Und wenn man selbst nur kurz hält, wirkt es ja nicht komisch. Das passiert erst, wenn man wirklich länger dort steht und es kommt niemand zu dem anderen Auto zurück. Und selbst dann bleibt es fraglich, ob da jemand die Polizei informiert, solange da sonst nichts ungewöhnlich ist.

Und auch wenn, sagen wir mal, die Autobahnmeisterei kommt und die Mülltonnen leert- schreiben die dann auf, welche Autos da stehen und gucken beim nächsten Besuch, ob die noch da sind? Oder können die sich zumindest daran erinnern? Kann ich mir irgendwie nicht so recht vorstellen...

Aber das zumindest könnte (!) ein mögliches Szenario sein, warum die Polizei erst einmal überlegt hat, dass das Auto irgendwo unbemerkt steht - aber eben nicht dachte, dass das ausgerechnet in Lautzenhausen ist.
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Frau A. ist zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt und damit analog aufgewachsen. Mir sind noch genug Menschen der Baujahre 1960 + bekannt, die vom sozialen Milieu her in Deine Beschreibung passen und die immer noch keine Wasserstandsmeldungen über ihr Tun/ihre augenblickliche Position absetzen. Auf eine entsprechende Vorhaltung würde selbst heute noch erwidert "Ich habe doch gesagt, dass ich nach dem Dienst komme und hier bin ich nun"
So würde ich das auch für denkbar halten. Vor allem weil das ja schon eine über Jahre bestehende Routine war, dass sie nach der Schicht ihre Sachen packt und nach Hause fährt. Und sicher wird das auch schon oft vor Feiertagen so passiert sein. Da glaube ich einfach, dass sie es nicht für nötig erachtet hat, vor der Abfahrt anzurufen und zu sagen, dass sie jetzt losfährt. Und umgekehrt glaube ich auch, dass ihr Mann das gar nicht erwartet härte, ja vielleicht sogar erschrocken gewesen wäre und gedacht hätte, dass etwas passiert ist, weil sie plötzlich anruft.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 21:50
Zitat von Gast_01Gast_01 schrieb:Ich möchte einmal Werbung dafür machen, den Sachverhalt aus dem Blickwinkel der damaligen Zeit (2015) heraus zu machen. Frau A. ist zu diesem Zeitpunkt 54 Jahre alt und damit analog aufgewachsen. Mir sind noch genug Menschen der Baujahre 1960 + bekannt, die vom sozialen Milieu her in Deine Beschreibung passen und die immer noch keine Wasserstandsmeldungen über ihr Tun/ihre augenblickliche Position absetzen. Auf eine entsprechende Vorhaltung würde selbst heute noch erwidert "Ich habe doch gesagt, dass ich nach dem Dienst komme und hier bin ich nun".
Dem kann ich nur zustimmen. Bin auch analog groß geworden, andererseits bin ich heute durchaus digitaltechnikaffin. Aber ich fotografiere meine Pizzen nicht und halte meinen Mann auch nicht minütlich auf dem Laufenden. Und ich finde es auch ziemlich beknackt, wenn ein Mann von der Arbeit kommt, mit dem Aufzug in seine Wohnung fährt und kurz bevor er in seiner Etage ankommt, seine Frau anruft und sagt: Schatz, du kannst jetzt die Kartoffeln abgießen. Also echt... Hab ich genauso erlebt. Mit anderen Worten, ich finde es überhaupt nicht auffällig, wenn BA nicht bescheid sagt, wann sie abfährt.
Was ich allerdings schon ein bißchen ungewöhnlich finde, dass sie während der ganzen 2 Tage auf dem Hahn überhaupt nur einmal telefoniert hat, nämlich mit ihrer Tochter (s. Sternartikel). Das finde ich schon ein bißchen spartanisch, vor allem wenn man da in dieser Einöde sitzt. Aber o.k. Auch das ist individuell. Und das bezieht sich nur auf ihr Handyverhalten. Wir wissen ja nicht, ob sie im Tower oder Apartment über Festnetz verfügte.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 22:28
Zitat von brigittschebrigittsche schrieb:Die Frage dabei wäre dann aber, was sie gesehen haben soll, das so geheim und böse war, dass man sie sofort umbringen musste.

Diese Möglichkeit wurde ja schon öfter geäußert, aber es konnte niemand begründen, warum irgendwelche Hochkriminellen so dumm sind, dass sie ihre Geschäfte irgendwo auf der Straße abwickeln so dass eine Wetterdienstbeamtin die auf dem Weg zu nächsten Hofladen vorbeikommt, das sieht und natürlich auch gleich erkennt, welches Geschäft da gerade abgewickelt wurde.
Ich hatte das vor vielen Jahren mehrfach so geäußert. Natürlich spekulativ. Vom Tower aus hat man vermutlich einen guten Überblick und ebenfalls vermutlich auch ein Fernglas.

Mal schauen ob ich die alten Ausführungen noch finde....

Beitrag von Forester (Seite 752)

In dem Beitrag stehen die Verweise auf die Seiten in denen dieser Punkt angesprochen wurde.

Diese Hypothese wäre aus meiner Sicht die einzige plausible Erklärung, warum es keinerlei digitale Spuren und auch keinen nachweisbaren Hinweis oder Spuren auf irgendetwas gibt, weil das Opfer absichtlich geschwiegen hat.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 22:28
Meiner Meinung kann die Beschreibung "Familienmensch" auch für jemanden stehen, der außerhalb der Familie eigentlich kaum soziale Kontakte pflegt, aus welchen Gründen auch immer. Ich finde der Begriff wird manchmal auch wohlwollend oder euphemistisch für "anderweitig sozial isoliert, nur Kontakt zur Kernfamilie" genutzt. Ob das bei Fr. A. so gewesen sein könnte, weiß ich natürlich nicht. Aber die möglicherweise auch reduzierte Kommunikation zu solchen Alltagsthmen "ich fahre jetzt los" - "fahr vorsichtig, mein Schatz" - "klar, bis nachher" kann ja darauf hinweisen, dass Fr. A. das so ausführlich nicht brauchte oder die Eheleute auch nicht brauchten. Wir alle kennen Eheleute, die in fortgeschrittenem Alter immer weniger kommunizieren.
Und es muss Gründe gehabt haben, dass man anfangs Richtung Suizid dachte. Das wird ja nicht grundlos aus heiterem Himmel überlegt worden sein.
Letztlich helfen die Überlegungen aber irgendwie nicht weiter, was genau passiert sein könnte, ob sie einfach nur für jemanden ein Zufallsopfer war oder ob es da eine wie auch immer geartete Beziehung gab, die ein brutales Ende fand.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

gestern um 23:13
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Meiner Meinung kann die Beschreibung "Familienmensch" auch für jemanden stehen, der außerhalb der Familie eigentlich kaum soziale Kontakte pflegt, aus welchen Gründen auch immer.
Ich würde da jetzt in dieses Wort nicht zu viel hineininterpretieren. Das ist doch so ein typisches Wort aus dem "wie kriege ich den Artikel voll"-Baukasten, aus dem sich jeder Journalist so bedient.

Was soll man auch schreiben über eine Frau, von der man weiß, dass sie gerne Sudoku macht, Socken für das Enkelkind strickt und Wandern geht? Irgendein Begriff muss da halt her um sie zusammenzufassen, möglichst aber nichts, was irgendwie beleidigend aufgefasst werden könnte.

Wobei ich in der Sache auch denken würde, dass sie dem Anschein nach "genügsam" war, um es mal so zusammen zu fassen. Ihr reichten die überwiegend wohl familiären Kontakte, die sie hatte und das was sie so machte.

Denn, mal ganz ehrlich: Den ganzen Tag da zu sitzen und irgendwelche Wetterdaten abzulesen und weiterzugeben - das ist jetzt nicht gerade ein herausfordernder, aufreibender und abwechslungsreicher Job.

Und auch wenn wir uns, wie ich oben mehrfach schrieb, davor hüten sollten, allzu viel auf BA zu projizieren: Sie wirkt jetzt nicht wie jemand, de die große Herausforderung und das Abenteuer sucht und braucht. Sondern jemand, der sich in seiner Nische ganz gut eingerichtet hat und sich da auch einigermaßen wohlfühlt.


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gestern um 23:56
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Meiner Meinung kann die Beschreibung "Familienmensch" auch für jemanden stehen, der außerhalb der Familie eigentlich kaum soziale Kontakte pflegt, aus welchen Gründen auch immer.
Auf diese Personenbeschreibungen in Kriminalfällen kann man eh nicht viel geben, denke ich. Was Negatives wird nie gesagt, alles wird positiv formuliert und außerdem - das Wesen eines Menschen in zwei, drei Begriffe fassen, das geht ja schon gar nicht, bei niemandem.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

um 05:39
Aber das Wort „Familienmensch“ trifft und charakterisiert ja durchaus die gesellschaftliche Position, die man B. A. zuschreiben kann: verheiratet, Kinder, Enkel, gemeinsames Osterfest.

Männlich, unverheiratet, keine Kinder, wenig soziale Kontakte, wird dann medial „Einzelgänger“ genannt… das sind eben die gängigen Umschreibungen.

Bzgl. des Kommunikationsverhaltens kann ich @sallomaeander durchaus gut verstehen. Hier ging es ja nicht darum, nach dem täglichen „9 to 5“-Bürojob sinnloserweise anzukündigen, dass man die 10minütige Heimfahrt antritt.

Sondern da kommt jemand aus mehreren Nachtschichten, kommt nach längerer Abwesenheit heute nach Hause und hat 170 km vor sich.

Wenn da so gar keine Kommunikation darüber stattfindet ob man sich erst nochmal für ein paar Stunden hinlegt oder direkt fährt, welchen weiteren Plan man für den Tag hat, ist das schon auffallend.

Mag ja sein, dass Frau A. ihre Zeit am Hahn auch als eine Art kontemplative Auszeiten betrachtet hat und nur sparsam kommuniziert hat. Ist nicht verboten.

Auffallend ist es aber schon, gerade auch wenn es keine Kommunikation über die Rückkehr gibt sondern das einfach so nach dem Motto läuft „ist ja Wurscht, irgendwann isse halt wieder zurück“.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

um 06:50
Es haben hier ja schon einige über die fehlende Kommunikation geschrieben. Ich bin Jahrgang 1962 und ich kann mir absolut nicht vorstellen mich nicht zu melden. Vielleicht hätte es einiges geändert, wenn man genau weiß wann sie losfahren wollte etc.


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Der Fall Birgit A. aus Lohmar

um 09:38
Zitat von PepperdogPepperdog schrieb:Vielleicht hätte es einiges geändert, wenn man genau weiß wann sie losfahren wollte etc.
Falls sie noch geschrieben hätte, ich fahre demnächst los, hätte man zumindest sicher gewußt, wann sie losfahren wollte, wann genau ihr letztes Lebenszeichen war. Dann wüsste man auch zumindest, wann sie Abreisebereit war, daß sie ihr Auto selbst bepackt hat. Auch wenn die Situation anschließend die gleiche gewesen wäre. Sie wäre nicht angekommen, man hätte irgendwann versucht anzurufen, keine Verbindung… man hätte erst Recht die Strecke nach Lohmar abgesucht…..


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