missmad schrieb:Aber er ist ganz ruhig und überlegt vorgegangen.
Und da stellt sich mir eben die Frage, von welcher räumlichen Position aus dann jemand in der Lage war, einen günstigen Moment abzupassen, in dem, außer dem Kind, niemand sonst in der Nähe war.
Ich hatte in meinem
Beitrag ja den Fall Julia Hose als Beispiel für einen Täter herangezogen, der vom Fenster seines Dachzimmers aus den Spielplatz auf dem angrenzenden Grundstück beobachten konnte.
Eine Tat (im wahrsten Sinne des Wortes) vor der eigenen Haustür zu begehen, kommt den meisten Tätern vermutlich nicht in den Sinn. Bei den Überlegungen von Profilern wird idR ein Radius um Wohnort, Arbeitsplatz usw. des Täters gezogen - aber die meisten werden sich hüten, genau dort, wo jeder sie kennt, eine Straftat zu begehen.
Wenn jetzt aber ein Kind auf unerklärliche Weise in einem engen Zeitrahmen an einem abgelegenen Ort ohne Durchgangsverkehr verschwindet, muss man zwangsläufig auch an jemanden denken, der den Nachteil des Tatorts "vor der Haustür" dadurch kompensiert, dass er alle Zeit der Welt hat, genau dann zuzuschlagen, wenn er vollkommen unerkannt seine Tat ausführen kann.
Die Überlegungen sollten also meiner Meinung nach auch dahin gehen, wer unmittelbar, oder mit Hilfe technischer Gegebenheiten, die Lage so im Blick hatte, dass er, für sich risikolos, das Kind ansprechen oder überwältigen konnte. Womöglich hat er sich anschließend noch an der Suche beteiligt.
Was meine ich mit technischen Gegebenheiten? Es gibt so genannte IP-Kameras, mit denen man drahtlos ein Haus, ein Grundstück usw. überwachen kann. Es wäre interessant zu wissen, ob jemand am WH um die Tatzeit herum mit so einem Equipment in Erscheinung getreten ist, vielleicht auch unter einem Vorwand (Parkplatz überwachen o.ä.). Dann hätte der Täter die Möglichkeit gehabt, per Kamera z.B. den Weg zum Grillplatz zu überwachen, auch ohne selbst in Erscheinung zu treten.