missmad schrieb:Und wie ging es dann weiter? Wie hat er es geschafft, dass sie mit geht? Und mit was hat er den Transport vorgenommen? Hatte er sein Auto umgeparkt?
Ich verfolge ähnlich gelagerte Fälle, und bestürzenderweise scheinen Täter, die es auf Kinder abgesehen haben, oft einen besonders guten Zugang zu Kindern zu haben. Das mag paradox klingen, da sie ihnen Gewalt antun, aber erklärt sich zum Teil sicher auch daraus, dass sie auch beruflich und in der Freizeit häufig in Bereichen tätig sind, die ihnen Nähe und Umgang mit Kindern verschaffen - Lehrer, Erzieher, Pfleger, Chorleiter, Sporttrainer, Geistliche, um nur einige zu nennen.
Das vorausgeschickt, kann so jemand ein Kind mit Verheißungen und Drohungen, mit Lügen und Versprechungen, in seinem Sinne manipulieren.
Ein Täter kann Inga aber auch, darauf gehe ich weiter unten näher ein, in eine phantastische Geschichte verwickelt haben, in der Feen und Zauberer, Einhörner und sprechende Tiere eine Rolle spielen.
So konnte es jedenfalls einem Täter gelungen sein, in Sicht- und Hörweite der WH-Besucher das Kind ruhig zu halten.
Was den rein technischen Vorgang anbelangt, und darauf zielte die Frage wohl ab, bietet die Infrastruktur eines Waldes die Möglichkeit eines schnellen Rückzuges und der versteckten Abstellung eines Autos, Vans usw. - es ist letztlich eine Frage der Planung und Vorbereitung.
Inga war zur Tatzeit vom Alter her exakt in der vorschulischen Phase, die Entwicklungspsychologen als das "Magische Alter" oder die "Magische Phase" bezeichnen.
Zwischen drei und fünf Jahren entdecken Kinder das magische Denken: in ihrer Vorstellung ist nun alles möglich. Dabei unterscheiden sie nicht zwischen echter Welt und Fantasie wie wir Erwachsenen, sondern erleben die magische Logik als Teil ihrer Realität. Diese magische Phase endet meistens mit dem Schuleintritt, kann sich aber auch länger hinziehen. Laut dem Entwicklungspsychologen Jean Piaget durchläuft jedes Kind diese Phase der Magie – die einen mehr, die anderen weniger stark ausgeprägt.
Quelle:
https://www.eltern.de/kleinkind/entwicklung/magisches-denken--die-fantasievolle-phase-der-kindheit-13515170.htmlWenn also Inga am Tattag auf manche Betrachter wie "sediert" wirkte, abgelenkt oder abwesend, kann es mMn auch bedeuten, dass sie sich inmitten einer aufregenden, magischen, bezauberten Welt befand; eine Illusion, die für sie Realität war, und bei der sie die dahinter stehende Gefahr nicht zu erkennen vermochte.
Das alles spricht aber für jemanden, der sich sehr gut mit Kindern auskannte.