Viel los am letzten Abend. Ich werde mal auf ein paar Beiträge eingehen.
Shiloh schrieb:Vermutlich meinst du den jungen Mann, der genau an dem Tag von Ingas Verschwinden am Wilhelmshof war, der dort angeblich zum Essen bei Bewohnern des WH war, dessen Alibi aber nicht verifizierbar war und der eine Verbindung nach Österreich hatte?
Ja, es gab diese Spur, jedoch auch noch eine zweite, die in Deutschland blieb. Beide wurden wohl durch die Cold Case Einheit als nicht wahrscheinlich ausgeschlossen.
Sven1213 schrieb:Meine persönliche Einschätzung ist, dass die Örtlichkeit am Blechpferd nichts mit dem Verschwinden von Inga zu tun hat. Dieses ist anderswo passiert.
Nun, die Spurenlage sieht wohl so aus, dass dort die letzte verifizierte Sichtung war. Somit ist dies auch als Ort des Verschwindens anzusehen. Natürlich könnte sie theoretisch noch in den Wald gelaufen, dort auf Suspect 0 treffen, der dann das Mädchen an sich nimmt. Dies würde aber zwei Zufälle beinhalten. Zum einen, dass Inga im Wald überhaupt auf eine Person trifft und zum anderen, dass genau diese Person entsprechende sexuelle Neigungen und dazu noch die kriminelle Energie hatte, die Tat auszuführen. Diese Variante schließe ich völlig aus.
Sven1213 schrieb:Ich glaube daran nicht, denn als ihre Schwester mit dem anderen Kind diese Örtlichkeit verließ, wird Inga dort nicht alleine zurückgeblieben sein
Die Aussagen sehen wohl genauso aus. Das ist nun mal so, wenn Kinder zusammen spielen und sich plötzlich zwei von drei für eine andere Sache entscheiden. Entweder du schließt dich dann an oder bleibst eben alleine vor Ort, wie wohl hier geschehen.
Fährtensucher schrieb:Wer sich neu mit dem Fall beschäftigt und sich intensiver für die mittlerweile bekannten und veröffentlichten Abläufe und Hintergründe interessiert, dem würde ich eher den Der True Crime Podcast · Wo ist Inga? aus dem Jahr 2023 empfehlen. Dort werden viele Zusammenhänge ausführlicher und differenzierter dargestellt als in dem kurzen XY-Beitrag von letztem Mittwoch.
Dieser Podcast ist bereits drei Jahre alt. Es wird in naher Zukunft einen Podcast von Mike Mathis in der Serie "Licht ins Dunkel" geben, der sich nicht nur mit dem Fall beschäftigen wird, sondern auch auf die gewonnen Erkenntnisse aus der Aktenzeichen XY eingeht.
Tita1992 schrieb:Klar, ein Blechpferd gibt es da vermutlich nicht unbedingt. Aber so generell lassen sich da Einiges (auch Kuriositäten) ausleihen.
Ich glaube, viele haben hier falsche Vorstellungen, wie sich der Kostenfaktor für ein solches Requisite darstellt. Ich denke mal, dass die Produktionsfirma für Transport, den sie vermutlich selbst durchgeführt haben, und Ausleihe keine 50 Euro gezahlt haben.
Sven1213 schrieb:Was diesen Vermisstenfall so einzigartig macht, sind die Umstände ihres Verschwindens.
Genau so sieht es aus. Wie kann ein 5-jähriges Mädchen innerhalb von 10 Minuten aus dem Zugriff der Erziehungsberechtigten verschwinden, obwohl es keine 100 Meter von ihnen entfernt war und durchaus auch, bei günstigen Standort, Sichtkontakt zu dem Stahlpferd bestanden haben dürfte. Genau dieser Umstand macht es so schwer, zwischen einem Unglücksfall durch freiwilliges Betreten des Waldes und einem Verbrechen zu differenzieren. Es scheint quasi unmöglich, dass Inga da verschwinden kann.
Sven1213 schrieb:Die Suchhunde konnten keine Spuren verfolgen, welches ihr Verschwinden erklärbar machen.
Das Problem mit den Suchhunden ist dadurch zu erklären, dass diese aus meiner Sicht viel zu spät eingesetzt wurden. Zu diesem Zeitpunkt war es, was ich aus meinen eigenen Erfahrungen immer wieder mitbekommen habe, nicht mehr möglich, eine vernünftige Spur von Inga aufzunehmen. Es wäre nur dem Zufall geschuldet gewesen, wenn tatsächlich ein Hund eine frische Witterung aufgenommen hätte.
sdk schrieb:Mich würde es nicht mal wundern, wenn Leute angerufen haben, die in letzter Zeit ein 5-jähriges Kind gesehen haben, was aussieht wie Inga vor 11 Jahren. Beim generierten Alterungsbild ist sowieso noch mehr Abweichung von einer möglichen Realität dabei.
Auch hier spreche ich aus eigener Erfahrung, dass dies definitiv so war. Sobald Bilder eingeblendet werden, gehen nicht wenige Zuseher davon aus, dass es sich um das aktuelle Aussehen der Vermissten handelt. Ebenso richtig ist, dass das Kind auf den Bildern scheinbar verschieden aussieht, was teilweise auch Ähnlichkeiten mit anderen Personen hervorrufen kann. In diesem Fall ist ein Bild vorhanden, dass bei flüchtigen Hinsehen durchaus auch für ein Bild der ehemals vermissten Peggy Knobloch gehalten werden könnte. Ich stelle die besagten Bilder bewusst hier nicht ein, nicht dass noch hieraus eine Theorie abgeleitet wird.
sdk schrieb:Ich halte diese ganzen Sichtungen daher für vollkommene Verstopfung von Ermittlungsressourcen.
Man kann als Ermittler durchaus unterscheiden, welche Mitteilung hinsichtlich einer Sichtung wirklich Relevanz hat. Aber du hast recht, man muss letztendlich alle Mitteilungen abarbeiten, auch wenn es unwahrscheinlich ist, dass der mögliche Zeuge, der sich telefonisch bei Aktenzeichen XY meldet, als fiktives Beispiel stellvertretend genannt, Inga vor 11 Jahren in der Stadt ABC an der Hand eines Mannes gesehen hat. Interessant bei dieser Art von Mitteilungen ist eher die Person, die den diesbezüglichen Anruf tätigte. Nicht selten handelt es sich dabei um Personen, die immer wieder derartige Meldungen in der Sendung absetzen.
vorsichtfalle schrieb:Ehrlich gesagt halte ich seit dem Maskenmann leider für viel möglich. Dieser hst es auch geschafft Jungen aus vollbesetzten Schlafsälen zu entführen.
Sven1213 schrieb:Das kann man als unwahrscheinlich ansehen. Axel Petermann stand an der Stelle am Waldrand und seine Einschätzung war, dass ein 5 jähriges Kind nicht in den Wald und auch nicht weit vom Waldrand sich aufgehalten hat. Der Bewuchs dort erschien ihm als zu schwer begehbar für ein Kind in Ingas Alter.
Retsiemfoh schrieb:Auch wenn Axel Petermann da anderer Meinung ist, aber auch der kann sich mal irren.
vorsichtfalle schrieb:Dann wäre aber die Frage warum genau dieses Hineingehen in den Wald im neusten XY Beitrag schon als valide Möglichkeit dargestellt wurde.
Bezüglich der Äußerung des ehemaligen Profilers sollte man bedenken, dass sich der Bewuchs der besagten Stelle über die Jahre durchaus geändert haben könnte. Richtig ist auch, dass nicht jede Äußerung der besagten Person auch zutreffen muss. Dieser wird mittlerweile bei jedem halbwegs in den Medien vertretenen Fall als Experte, der er zweifelsfrei auch ist, herangezogen. Ihm liegen dabei die Fallakten, ebenso wie uns hier im Forum, mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht vor, weshalb es ebenso nur ein Spekulieren ist, auch wenn er dabei sicherlich auf seine Expertise zurückgreifen kann, die aber eben auch nur, wie bei mir auch, eine theoretische Basis aufweist, die man quasi als Maske auf den vorgegebenen Fall legt.
Lukka schrieb:Ich weiß nicht, ob sie drauf konnte oder nicht.
Aufgrund der sich darstellenden Größe des Stahlpferdes halte ich es für mehr als unwahrscheinlich, dass Inga alleine auf selbiges kommt. Aus diesem Grund waren möglicherweise auch zwei weitere Kinder mit dabei, um Inga den Wunsch auf das Pferd zu steigen, den sie möglicherweise im Vorfeld äußerte, zu erfüllen.
Sven1213 schrieb:Grundsätzlich lässt man Kinder aber auch nicht aus den Augen!
Lukka schrieb:Leider hatte keiner die Zuständigkeit auf sie zu achten
Ich würde vorsichtig mit dieser Vermutung sein. Wir wissen nicht, wie die diesbezügliche Einteilung war, speziell bevor es zu dem Stahlpferd ging. Ich halte es für nicht ausgeschlossen, dass eines der Geschwister von Inga im Vorfeld des Essens durch ein Elternteil dazu aufgefordert wurde, mit ihr zu dem Stahlpferd zu gehen, um ihr doch den geäußerten Wunsch zu ermöglichen, mit diesem zu spielen. Ich halte es nicht für ungewöhnlich, in der scheinbar auch sicheren Örtlichkeit so zu verfahren. Eine Aufsichtspflichtverletzung sehe ich hier definitiv nicht als gegeben an.
nebelkind schrieb:Zudem hätte Inga ja dann spätestens auf die Rufe bei der Suche zu Beginn reagiert, wenn ihr nichts zugestoßen wäre. So weit entfernt dürfte sie dann noch nicht entfernt gewesen sein.
Eifel86 schrieb:Das ist in meinen Augen auch der Punkt, der ein Verschwinden in den Wald unwahrscheinlich macht.
Auch hier wissen wir nicht, was im Vorfeld, unter anderem beim Spielen der Kinder am Stahlpferd, abgelaufen ist. Ingas auffällig stilles Verhalten kann auch einen ganz normalen Umstand zugrunde liegen. Sie fühlte sich z. B. nicht beachtet, da ihre Wünsche nicht erfüllt wurden. Dieser könnte, wie schon weiter oben beschrieben, eben u. a. das Spielen auf dem Stahlpferd gewesen sein. Ein Elternteil weist die Schwester von Inga an, doch mal mit ihr dort hin zu gehen. Nach kurzer Zeit, wollen diese aber einer anderen Tätigkeit nachgehen, sagen möglicherweise noch zu Inga, ob sie mitkommen will, lassen sie dann aber trotzdem alleine vor Ort zurück. Inga fühlt sich noch mehr unbeachtet als zuvor und beschließt, ihren Vorstellungen alleine umzusetzen. Dazu könnte eben auch der angrenzende Wald gehören, der, wie im Film suggeriert, ihr verboten wurde, alleine zu betreten.
Sie entschließt sich nun doch alleine hineinzugehen und reagiert im Anschluss auch nicht auf mögliche Rufe der Eltern oder anderer Personen, da sie, um es umgangssprachlich auszudrücken, einfach bockt. Sie geht stattdessen weiter in den Wald hinein und verliert, auch aufgrund der schon einkehrenden Dämmerung, die Orientierung. Ein Szenario, dass für mich immer noch das wahrscheinlichste ist.