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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.01.2019 um 16:40
ErwinKöster schrieb:JosephConrad schrieb:
Das ausgerechnet die Schraube, an der die DNA gefunden wurde ausgeliehen wurde macht eine Kontamination noch wahrscheinlicher. Möglicherweise hat sie sich dort ihre DNA zugezogen.
Man muss aber doch davon ausgehen, dass die Personen, die in FFB mit der Schraube zu tun hatten, auch überprüft wurden.
ErwinKöster schrieb:Wenn nur an dieser einen Schraube DNA gefunden wurde vermutlich.
Naja, die DNA wurde ja in der Tat nicht nur an dieser einen Schraube gefunden - sondern noch am Wasserglas in CB´s Wohnung.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.01.2019 um 17:10
robernd schrieb:Mit einer solchen Vorlage als Ursprung ging das gesamte Gutachten in die Hose, weil die ausgeklügelte Vorgehensweise im LKA nicht für die Tonhöhen der Tätertonfolge funktioniert. Das lässt sich nicht theoretisch herleiten, sondern nur mit einem entsprechend eingerichteten TK 248 belegen. Die LKA-Vorgehensweise wurde zunächst auf die höheren Töne der BR-Tonträgervorlage angewandt und erst danach die Tonhöhenveränderung angenommen. Die theoretisch angenommene Tonhöhenveränderung wurde von der Gutachterin niemals in die Praxis umgesetzt. Angeblich, weil die dafür nötigen Geräte im Bestand des LKA nicht vorhanden waren.
eine frage
ist denn die br tonträgervorlage ,die gleiche wie von mazureks tonband ?
oder ist das noch ein anderes jingle ?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.01.2019 um 17:22
panta_rhei schrieb:Naja, die DNA wurde ja in der Tat nicht nur an dieser einen Schraube gefunden - sondern noch am Wasserglas in CB´s Wohnung.
Wie gesagt, ist nicht mehr nachvollziehbar, vielleicht wurde ja auch das QTip kontaminiert oder wurde später kontaminiert, oder die Analyseeinrichtung. Das kann heute niemand mehr nachprüfen. Es gibt ja auch noch einige ungelöste DNA-Einzelspuren, die theoretisch zu einem Täter führen könnten. Um die wird aber kein großer Wirbel gemacht.


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11.01.2019 um 17:35
ErwinKöster schrieb:Offenbar reicht auch Luft für eine Kontaminierung d.h. der Betreffende muss damit gar nicht in Kontakt gekommen sein.
Das würde ich in Frage stellen, denn es wird nicht nur eine DNA gesichert, sondern man kann auch die DNA Menge bestimmen. DNA mit Speichel oder Blut schlagen bei den Messungen weit mehr aus. DNA die "aus der Luft" - also mit Spurenelementen - kontaminiert ist, wäre extrem unwahrscheinlich und das würde auch in den Messergebnissen nur als ganz schwacher Pegel, wenn überhaupt, sichtbar sein.

Hinzu kommt das diese DNA ja an 2 ganz verschiedenen Orten in der Böhringer Wohnung gefunden wurde. Außer an der Schraube also noch am Wasserglas UND am Kommodengriff. Das würde ja vermutlich schon diverse Verunreinigungen bedeuten. Oder: Derjenige, der die DNA "später" (nicht zur Tatzeit, sondern als die Schrauben nach FFB gegeben wurden) auf die Schraube brachte gab Frau Böhringer die Hand bzw. trank aus dem Glas und öffnete die Kommode.

Ich kann hier irgendwie nicht an eine Verunreinigung glauben. Mir kommt es desweiteren komisch vor, das sich an dem Wasserglas keinerlei daktyloskopische Spuren fanden.


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11.01.2019 um 17:36
JosephConrad schrieb:Wie gesagt, ist nicht mehr nachvollziehbar, vielleicht wurde ja auch das QTip kontaminiert oder wurde später kontaminiert, oder die Analyseeinrichtung. Das kann heute niemand mehr nachprüfen
Wenn ich es richtig verstanden habe, wurden Verunreinigungen durch das Labor ausgeschlossen.
Ich denke, für die verschiedenen DNA-Spuren, die gefunden wurden, aber nicht zugeordnet werden konnten, muss man einfach annehmen, dass im Laufe der vielen Jahre irgendwelche Personen ihre DNA hinterlassen haben.
Interessant ist diese Schrauben-DNA ja nur wegen des Spur-Spur-Treffers. Denn es wurde ja umfassend untersucht, ob es Verunreinigungen etc. gegeben hat. Bis also eine Fehlerquelle gefunden wird, kann es eben auch bedeuten, dass eben doch dieselbe Person an beiden Tatorten war (was nicht heißt, dass das auch der Täter ist!)
Aber ich finde es voreilig zu schlussfolgern "weil die DNA nicht zugeordnet werden konnte, weder bei UH noch bei CB, besitzt der Spur-Spur-Treffer keinerlei Relevanz".


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11.01.2019 um 19:26
zweiter schrieb:ist denn die br tonträgervorlage ,die gleiche wie von mazureks tonband ?oder ist das noch ein anderes jingle ?
Jetzt weiß ich nicht genau, welches Tonband du damit meinst.
Es gibt keine Tonbandspule von M., die einen B3-Jingle enthält. Es gibt überhaupt keine Tonbandspule von M., die mit dem TK 248 aufgenommen wurde.
Die Gutachterin hat die digitalisierte BR-Tonträgervorlage aus ihrem Computersystem auf ein Tonband in dem bei M. beschlagnahmten TK 248 aufgenommen und damit experimentiert.

Bei M. wurde eine Audiokassette mit Musik gefunden (sog. Hitachi-Kassette). Das war ein längerer Mitschnitt vom B3, der auch B3-Jingles enthielt. Die Jingles auf dieser Kassette unterscheiden sich von der BR-Tonträgervorlage und dem Telefonmitschnitt der Tätertonfolge so sehr, dass sie laut Gutachterin nicht als Vorlage für die Tätertonfolge gedient haben können. Ich kenne/habe diese Jingles nicht und kann das weder bestätigen noch widersprechen. Ich kann jedoch der Argumentation der Gutachterin dazu folgen. Die besagt, dass nach einer Tonhöhenanpassung die Laufzeit der gefundenen B3-Jingles nicht der Tätertonfolge entspricht.

Eine gleichzeitige Anpassung von Tonhöhe und Laufzeit wäre heute in gewissen Grenzen mit einem Audioeditor im PC möglich. Damals hätte man dafür ein professionelles, exotisches Spezialgerät benötigt. Z.B. war und ist es üblich, die Geschwindigkeit der Begleitmusik beim Dressurreiten unter Beibehaltung der Tonhöhe an den natürlichen Rhythmus des Pferdes anzupassen.


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11.01.2019 um 20:57
@robernd
@zweiter
Es könnte sein, dass @zweiter statt Tonband eigentlich Tonbandgerät meinte. Das wird ja öfter mal so verkürzt ausgesprochen. Oder aber er hat, so wie Hug, tatsächlich noch im Hinterkopf, dass man bei Mazurek Bänder mit relevantem Audiomaterial gefunden hätte. Wenn das so ist, müssen wir tatsächlich davon ausgehen, dass es noch viel mehr Leute gibt, die glauben, dass Mazurek durch ein real existierendes B3 Signal, das man bei ihm gefunden hätte, überführt wurde.
Das wäre dann natürlich ein echtes Indiz gewesen. Dann würde es diesen thread in dieser Form vermutlich gar nicht geben, weil dann die Zweifel an seiner Tatbeteiligung ein gutes Stück kleiner wären.


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11.01.2019 um 21:19
@2r2n
ich meinte schon ein tonband ,oder eine kasette mit b3 jingle ,die aus dem besitz von m. kommt.
weil ich es vor ein paar seiten gelesen hatte.
hörte sich jedenfalls so an,als wenn er im besitz von einem band war.

es wäre natürlich verwunderlich wenn er auch garkein tonband hätte ,wenn er schon ein tonbandgerät hat,oder früher auch eines hatte.
es würde mich auch verwundern wenn er so als techniker nun keine ahnung hätte ,oder auch vorher kein tonbandgerät besessen hätte.
was wäre wohl seine theorie zu der aufnahme von dem jingle ?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.01.2019 um 21:37
JosephConrad schrieb:Und dann muss Schluß sein, solange es keinen neuen Tatverdacht gegen jemanden gibt. Vergesse nicht: die Fälle sind juristisch abgeschlossen, keiner kann mehr zur Abgabe eine Probe gezwunden werden und Testaktionen kosten Geld.
Wie koennen die Faelle juristisch abgeschlossen sein, wenn mindestens ein UT nicht ermiitelt wurde? War das Gericht nicht auch der Überzeugung dass M. kein Einzeltaeter war? Neben dem angeblichen Lochhraeber, wenn man an dessen Tatbeteiligung glaubt, muss es mindestens eine weitere an der Tat beteiligte Person gegeben haben? Oder liege ich da schon falsch!

Somit ist der Fall zumindest nach meiner Sichtweise und wohl auch juristisch betrachtet nicht abgeschlossen. UT ist m.M. nach zu ermitteln.

Auch dann kann erst abschliessend beurteilt werden, ob die Tat verjaehrt ist oder nicht denn es koenne sich neue Tatsachen ergeben die entgegen der Urteilsbegruendung eine weitere Tatbeteiligung begruenden.

Wenn es wirklich Hinweise auf Grund neuer Ermittlungen darauf gibt, dass 211 StGB erfuellt ist, muss gegen den ermittelten UT Anklage erhoben werden.

Davor muss aber wie gesagt gem. 163 I, 152 II StPO gegen UT ermittelt werden.

Wie siehst Du das? Oder habe ich eine Fehler in meiner juristischen Ueberlegung?


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11.01.2019 um 22:28
@JosephConrad
UT= unbekannter Taeter


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11.01.2019 um 22:32
MaxiM3838 schrieb:Wie siehst Du das? Oder habe ich eine Fehler in meiner juristischen Ueberlegung?
Naja für die Mittäter von Herrn Mazurek wäre der Fall verjährt, es gibt meines Wissens keine neuen Indizien für Mord und auch keine anderen dringend Tatverdächtige. Natürlich bleibt die DNA Spur im Computer und wenn sich ein Treffer ergibt, sind alle froh. Sie ist aber solange wertlos (wie auch die anderen unbekannten), wie sie niemandem zugeordnet werden kann.
Aber in 5 Jahren wird Herr Mazurek vielleicht freigelassen und bis dahin werden wohl auch die ganzen Asservate zurückgegeben, verwertet oder vernichtet. Das ist der Lauf der Dinge.

Wenn sich aber vorher ein glaubhafter Zeuge melden würde (der weiße Ritter), der Herrn Mazurek entlastet und eine anderen Tathergang erzählt, der dann auch noch bewiesen werden kann, dann sieht die Sache natürlich anders aus.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, solange die Spur nicht zugeornet werden kann ist folgendes möglich:

1. die DNA Spur ist eine Trugspur im Fall Hermann und eine Trugspur im Fall Böhringer
2. die DNA Spur ist eine Trugspur im Fall Herrmann und gehört einem Unschuldigen im Fall Böhringer
3. die DNA Spur ist eine Trugspur im Fall Herrmann und gehört einem Täter im Fall Böhringer
4. die DNA Spur gehört einem Unschuldigen im Fall Herrmann und ist eine Trugspur Fall Böhringer
5. die DNA Spur gehört einem Täter im Fall Herrmann und ist eine Trugspur Fall Böhringer
6. die DNA Spur gehört einem Unschuldigen im Fall Herrmann und einem Unschuldigen im Fall Böhringer
7. die DNA Spur gehört einem Unschluldigen im Fall Herrmann und einem Täter im Fall Böhringer
8. die DNA Spur gehört einem Täter im Fall Herrmann und einem Täter im Fall Böhringer

Aber da braucht man eben Input um das ermitteln zu können. Das Gericht im Fall Böhringer hielt Variante 1 für die wahrscheinlichste. Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden. Für mich wäre Variante 8 die gruseligste.
JosephConrad schrieb:Man kann nämlich immer sagen: es müssen solange noch mehr Menschen überpüft werden bis der Treffer da ist oder wenn alle Menschen aus Deutschland, oder Europa oder der Welt überprüft worden sind, dann muss der Inhaber tot sein. :-)
MaxiM3838 schrieb:UT= unbekannter Taeter
Danke, ich habe das erst nicht kapiert aber im Kontext als "Täter" assoziiert :-)


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.01.2019 um 22:36
MaxiM3838 schrieb:War das Gericht nicht auch der Überzeugung dass M. kein Einzeltaeter war?
An mehreren Stellen der Urteilsbegründung ist von unbekannten Gehilfen die Rede. Aber die Identität dieser Leute war dem Gericht egal. Sie wollten Mazurek ins Gefängnis bringen. Das ist für mich auch noch nicht ganz nachvollziehbar. Also, dass sie einen Täter definieren, aber keine Mittäter. Ich gehe davon aus, dass es juristisch möglich ist, so vorzugehen, denn sonst hätte der BGH das ja moniert. Hat er aber nicht.


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11.01.2019 um 22:40
2r2n schrieb:An mehreren Stellen der Urteilsbegründung ist von unbekannten Gehilfen die Rede. Aber die Identität dieser Leute war dem Gericht egal. Sie wollten Mazurek ins Gefängnis bringen. Das ist für mich auch noch nicht ganz nachvollziehbar. Also, dass sie einen Täter definieren, aber keine Mittäter. Ich gehe davon aus, dass es juristisch möglich ist, so vorzugehen, denn sonst hätte der BGH das ja moniert. Hat er aber nicht.
War es nicht so, dass Herrn Mazureks Frau als Mittäterin angeklagt war, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde? Außerdem wurde Herrn Pfaffingers Aussage geglaubt, die Kiste gebaut zu haben. Er war zum Zeitpunkt der Anklageerhebung nur schon tot.
Und grundsätzlich finde ich es in Ordnung wenn ein Täter verurteilt wird, auch wenn die Mittäter nicht ermittlet werden können.


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11.01.2019 um 22:44
JosephConrad schrieb:War es nicht so, dass Herrn Mazureks Frau als Mittäterin angeklagt war, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde?
Das war allen klar, dass die Anklage gegen Frau Mazurek prozessuale Gründe hatte. So konnte sie nicht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Es ist an den Stellen immer explizit von unbekannten Gehilfen die Rede. Wenn ich Zeit finde, suche ich die Stellen mal raus...


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11.01.2019 um 22:55
2r2n schrieb:Das war allen klar, dass die Anklage gegen Frau Mazurek prozessuale Gründe hatte. So konnte sie nicht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen.
Nicht ganz, sie soll nach Aussage einer Zeugin Buchstaben aus einer Zeitung ausgeschnitten haben ...


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11.01.2019 um 23:23
JosephConrad schrieb:Nicht ganz, sie soll nach Aussage einer Zeugin Buchstaben aus einer Zeitung ausgeschnitten haben ...
Zeugenaussagen scheinen ein großes Problem bei der Beweisaufnahme zu sein. Jeder möchte was beitragen, hat was zu erzählen, einige möchten sich wichtig machen :/


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.01.2019 um 00:47
SirMarvel schrieb:DNA mit Speichel oder Blut schlagen bei den Messungen weit mehr aus. DNA die "aus der Luft" - also mit Spurenelementen - kontaminiert ist, wäre extrem unwahrscheinlich und das würde auch in den Messergebnissen nur als ganz schwacher Pegel, wenn überhaupt, sichtbar sein.
Ist sicher selten, aber sie würde völlig genügen. Heute reichen winzige Spuren DNA für einen Treffer aus, sogar fragmentiert. Wenn man will.....!

Bei Böhringer fragte ich mich auch warum keine Daktylo-Spuren am Glas zu finden waren. Da hieß es, dass der Täter das Glas mit Handschuhen angefasst hat.

Neue Ermittlungen aufgrund des im Strafprozess verhandelten Tatbestandes können wir vergessen, da die Verjährung greift. Der oder die Beitragstäter könnten morgen zur PD FFB gehen und sagen "wir warens". Das wäre toll für Mazurek und post mortem für HW, aber den wirklichen Tätern würde nichts passieren.
JosephConrad schrieb:War es nicht so, dass Herrn Mazureks Frau als Mittäterin angeklagt war, aber aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurde?
Sie hatte Jahre vor der Tat einen schweren Verkehrsunfall und war seither schwer beeinträchtigt. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine Beteiligung. Da ist eine Anklage unter den von @2r2n erwähnten Gesichtspunkten offensichtlich.

Ich glaube auch es ergab sich im nachhinein, dass die Zeugin seinerzeit keine so freie Sicht auf die Erpresserbriefe gehabt hatte?

Von mindestens einem weiteren Täter vor allem beim Kistentragen und am Klingeldraht ging auch das Gericht aus, aber das hat es nicht weiter interessiert.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.01.2019 um 06:45
JosephConrad schrieb:Nicht ganz, sie soll nach Aussage einer Zeugin Buchstaben aus einer Zeitung ausgeschnitten haben ...
Die Zeugenaussage bezieht sich auf die Beobachtung, dass Frau Mazurek am Gartentisch saß und mit einer Schere an alten Zeitungen etwas ausgeschnitten hat. Das wäre natürlich schon sehr dreist, wenn man die Nachbarn daran teilhaben lässt, wie man gerade einen Erpresserbrief fabriziert. Vermutlich waren das Schnittmuster, denn Frau Mazurek übernahm Näharbeiten, um sich etwas dazuzuverdienen.
JosephConrad schrieb:Außerdem wurde Herrn Pfaffingers Aussage geglaubt, die Kiste gebaut zu haben.
Pfaffinger hat nie gesagt, dass er die Kiste gebaut hat. Er hat laut eines Aktenvermerks an einem Tag gemutmaßt, er könne doch was mit der Tat zu tun haben, weil er das Loch für Herrn Mazurek gegraben hätte. Nachdem er gemerkt hat, dass diese Aussage blödsinnig ist und er damit auf keinen Fall die Belohnung bekommt, die er sich erhofft, sondern sich selbst belastet, hat er die Aussage zurückgenommen. Wir erinnern uns: Er hat bei der Tatortfahrt, die offenbar spontan unternommen wurde, das Loch nicht gefunden. Vermutlich dämmerte ihm dann, dass seine Grabungsidee eine dumme Idee war.
Für den Kistenbau gibt es von niemandem ein "Geständnis". Wir wissen nur, dass die 2300 Löcher im Lüftungsrohr zwei unterschiedliche Durchmesser hatten und von unterschiedlicher Qualität waren. Die einen sauber gebohrt und die anderen schlampig. Also zwei Leute, die ein Geständnis machen sollten.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.01.2019 um 07:50
ich finde es schon interessant wie man versucht, die dinge irgendwie zu seinen gunsten auszulegen.(ob pro, oder kontra)
mag ja sein das einiges aus der ferne der sicht, wackelig dasteht ,
man wird dieses auch nie ganz ausschließen können wenn man nicht genauer im fall war ,oder mit den zeugen selbst nochmal gesprochen hat,oder eben den jahrelangen zusammenspiel der gesammten dinge nicht mehr in reihe sehen kann .
ich denke da kann man alles anzweifeln,wenn man sich nur einiges herauspickt.
es wäre natürlich möglich das einiges nicht so stimmt .
es ist aber auch möglich das vieles so stimmt.
gegenargumentieren kann man sicherlich immer,sobald ein undeutlicher satz da steht und drehen kann man es sicherlich auch.
hier mal ein paar beispiele von einigen und meine meinung dazu
2r2n schrieb:Die Zeugenaussage bezieht sich auf die Beobachtung, dass Frau Mazurek am Gartentisch saß und mit einer Schere an alten Zeitungen etwas ausgeschnitten hat. Das wäre natürlich schon sehr dreist, wenn man die Nachbarn daran teilhaben lässt, wie man gerade einen Erpresserbrief fabriziert. Vermutlich waren das Schnittmuster, denn Frau Mazurek übernahm Näharbeiten, um sich etwas dazuzuverdienen.
ob man nun wußte das die nachbarin beobachtet,oder wie lange ,kann man wohl schlecht aus heutiger sicht nachvollziehen.
wenn sich frau mazurek zu der zeit sicher fühlte ,warum sollte sie es nicht am gartentisch ausschneiden ?
das sie nun schnittmuster ausgeschnitten hat kann man wohl auch nicht beweisen.
aus meiner sicht würde aber die arbeit mit schnittmuster sehr viel auffälliger und anders sein ,als wenn man kleine buchstaben oder wörter ausschneidet.
diesen unterschied dürfte man bei einer beobachtung schon erkennen,vorallen weil schnittmuster ja viel größer sind und auch einen haufen platz einnehmen dürften,wobei man dann auch immer noch schnittmustervorlagen haben dürfte ,die auch ins auge fallen könnten.
ErwinKöster schrieb:Sie hatte Jahre vor der Tat einen schweren Verkehrsunfall und war seither schwer beeinträchtigt. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für eine Beteiligung. Da ist eine Anklage unter den von @2r2n erwähnten Gesichtspunkten offensichtlich.


Ich glaube auch es ergab sich im nachhinein, dass die Zeugin seinerzeit keine so freie Sicht auf die Erpresserbriefe gehabt hatte?

Von mindestens einem weiteren Täter vor allem beim Kistentragen und am Klingeldraht ging auch das Gericht aus, aber das hat es nicht weiter interessiert.
was heißt nicht die besten vorraussetzungen und schwer beeinträchtigt ?
also vorraussetzungen um bei einem verbrechen zu helfen sind immer irgendwie gegeben und wenn es nur die planung wäre.
man kann ja nun nicht weil einer beeinträchtigt ist ,eine beteiligung an einem verbrechen ausschließen.
man könnte den spieß auch wieder umdrehen und sagen,man brauchte aufgrund des unfalls mehr geld ,oder ?

und woher weiß man das die zeugin keine freie sicht auf die erpresserbriefe hatte ,wurde denn überhaupt davon gesprochen das sie briefe sah ?

ich bin mir auch sicher, das sich das gericht für einen mittäter interessiert hat ,sonst würde man ja nicht von unbekannten beteiligten reden.
SirMarvel schrieb:Zeugenaussagen scheinen ein großes Problem bei der Beweisaufnahme zu sein. Jeder möchte was beitragen, hat was zu erzählen, einige möchten sich wichtig machen :/
hier geht man anscheinend davon aus, das sich alle zeugen immer nur wichtig machen wollen ,ist natürlich auch ein standpunkt.
2r2n schrieb:Das war allen klar, dass die Anklage gegen Frau Mazurek prozessuale Gründe hatte. So konnte sie nicht von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch machen. Es ist an den Stellen immer explizit von unbekannten Gehilfen die Rede. Wenn ich Zeit finde, suche ich die Stellen mal raus..
das aussageverweigerungsrecht sollte nicht fassen ?
ich würde eher sagen das man hier von mittäterschaft ausging und somit sicherlich auch druck aufbauen wollte, um geständnisse, oder andere fakten zu erwirken.

also mit diesen argumenten ,die man drehen kann wie man will ,könnte man natürlich alle möglichen fakten angehen .
man könnte dann auch sagen das vieles vertuscht wurde ,weil doch ein polizist beteiligt war und das gericht natürlich immer auf der seite der polizei steht usw.
wer weiß.?

genauso ist es auch mit dem vergraben der kiste.
weil der geständige ein trinker war und er den ort der kiste wohl angeblich nicht mehr finden konnte ,zählt auch seine aussage nicht das er das loch gegraben hat.
wobei sie ja auch schriftlich nicht festgehalten wurde.

man könnte aber auch sagen ,er wurde vielleicht von der falschen seite an den wald herangeführt,oder stand die tage so unter druck und hatte so ein schlechtes gewissen das er mehr trank ,um die tatsachen zu vergessen ,das er an einen tot des kindes beteiligt war.

vielleicht hatte er aber auch einen rückzieher gemacht und wollte den ort garnicht mehr finden ,weil er wußte das er dann kein geld bekommt und er hoffte, das er es doch noch bekommt .
wenn er versucht alles rückgängig zu machen und seine trinkerei als vorteil nutzte, um aus der sache wieder heraus zu kommen.

usw. man kann sich vieles zusammenreimen ,hat aber keinen wert wenn man dazu keinen fakt hat .
und zufällig ist dieser mann ja auch schon tot.

um es gleich zu sagen
ich bin weder für ,noch dagegen ,aber einige hier drehen an dingen wo man nichts drehen kann ,weil es keine beweise gibt ,also bleibt nur das widerlegen vom gesagten mit argumenten und wenn man glück hat mit beweisführung wie die messung der töne ,oder tonfolge ,
aber selbst da wird es schwierig sein ,weil man gewisse umstände nicht kennt und es auch anders sein kann.
aber zeugen und andere aussagen nun komplett anders darzustellen ,macht wohl wenig sinn.

also was bleibt ?
aus meiner bescheidenen sicht ,nur das aufrollen des falls von anfang an ,sofern die beweise nicht erdrückend genug sind.
was man allerdings auch nicht vergessen darf ,es gab wohl keine andere person die mehr, oder weniger im fokus stand und als täter infrage kommen könnte ,oder ?
also wenn man mehrere verdächtige gehabt hätte ,auf die gleiche dinge zutreffen würden wie auf M ,dann wären diese doch auch im fokus,mehr oder weniger.
dann sollte man diese vielleicht auch wieder mehr in den fokus rücken und neu prüfen,wobei man aber auch hier von unschuld ausgehen muss und nicht jeden satz gleich als schuld einbezieht,den diese person sagte.
also mehr neutralität für alle.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

12.01.2019 um 12:12
zweiter schrieb:hier geht man anscheinend davon aus, das sich alle zeugen immer nur wichtig machen wollen ,ist natürlich auch ein standpunkt.
Es wollen sich natürlich nicht alle Zeugen wichtig machen. Grundsätzlich wollen die Zeugen wohl schon etwas beitragen - Du musst nur verstehen das diese Zeugenaussagen immer psychologischen Aspekten unterworfen sind.

Beispiel:
  • In der Öffentlichkeit wurde auf einmal Mazurek verdächtigt. Er schien als Täter gut zu passen. Unsymathisch, dicker Bart, grimmiger Blick, Elektrofachmann, etc.
  • Es gab anonyme Anrufe bei der Polizei, Mazurek könnte was mit der Tat zu tun haben
  • Man (Nachbarn, Presse, etc) bekam mit das Mazureks Haus durchsucht wurde und er vernommen wurde


Alle sprechen von nun an über Mazurek, rühren in Ihrer Erinnerung, wollen etwas beitragen. Eine Nachbarin erinnert sich daran, das Frau Mazurek mal was "ausgeschnitten" hat... und so kommt eins zum anderen. Puzzelteile werden mit Nachdruck in ein wackeliges Bild gequetscht... und diejenigen die sich nicht im Detail damit beschäftigen und den Kontext nicht beurteilen können, fangen an dieses Bild für authentisch zu halten und glauben an die Täterschaft.

Und ich muss zugeben: So war das bei mir auch im Anfang hier im Thread. ^^


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