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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.792 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 18:42
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Mich machen aber mehrere Dinge stutzig: nur, wenn man Tatwissen hat, weiß man, wo man "lügen" sollte und wo nicht. Sprich: nur wenn ich weiß, ein TG könnte/ hat eine Rolle gespielt, dann sage ich mal lieber was anderes.

Diese Prämisse setzt von vornherein voraus dass Mazureks umstrittene Angaben auf Täterwissen zurückzuführen ist doch genau das ist eben nicht erwiesen. Man kann davon ausgehen das ihm spätestens mit der Beschlagnahmung des Tonbandgerätes während der damaligen Hausdurchsuchung klar geworden sein muss das es eine entscheidende Rolle in dem Vorwurf spielt. Aus welcher Motivation heraus Mazurek hier falsche oder widersprüchliche Aussagen tätigt oder Angaben macht welche sich nicht bestätigen lassen kann man als Außenstehender schlecht beurteilen.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Gleiches beim aufgefundenen Fernglas am Tatort: WM - so steht es zumindest im Urteil- bestreitet ein Fernglas zu besitzen, während seine Frau das am Tatort gefundenen als dem ihres Mannes ähnlich bezeichnet. Als darauf hin das Fernglas von WM nicht in seiner Wohnung aufgefunden wird, sagt WM, er habe ein ganz anderes gehabt, das habe er aber verloren.

Der Teufel steckt oftmals im Detail und bei diesem Indiz hängt sich alles an dem Wort „ähnlich“ auf. Denn was genau bedeutet denn in diesem Fall „ähnlich“, da könnte man jetzt eine sehr lange Debatte darüber führen. Auf der anderen Seite hingegen gibt es nicht einen einzigen konkreten Beweis dafür dass das gefundene Fernglas im Weingarten tatsächlich Werner Mazurek zuzuordnen ist! Es gibt keine Fingerabdrücke, keine DNA oder sonstige Spuren was ihn damit in Verbindung bringen würde. Es existiert auch keine Fotografie oder Videoaufnahme jenes Fernglas welches Mazurek besessen haben soll noch sind Marke oder Fabrikat bekannt so das man mal hätte vergleichen können.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Gleiches Muster bei den Zeitungen: nur wer weiß aus welchen Schnipseln die Erpresserbriefe gemacht wurden, kann "lügen" und sagen, diese Zeitungen nicht zu lesen. Es gibt aber belastbare und sehr glaubwürdige Zeugen, die aussagen, die Zeitungen (Bild, AZ etc.), aus denen der Erpresserbrief gefertigt wurde, bei WM regelmäßig zuhause gesehen zu haben.

Es gibt auch hier keinerlei belastbaren Bezug weder von den Erpresserbriefen an sich noch den diversen Zeitungsschnipseln zu Mazurek. Niemand kann beweisen dass er diese Briefe hergestellt hat noch dass die ausgeschnittenen Wörter explizit von den Zeitungen stammen welche die Zeugen bei ihm gesehen haben wollen. Auch wurden daran keinerlei Fingerabdrücke oder DNA gefunden. Fraglich ist eben ab wann Mazurek wusste das Ausschnitte aus diesen Zeitungen verwendet wurden so das er meinte das Lesen ebendieser negieren zu müssen.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Genauso verhält es sich mit der Frage, ob WM sich im Weingarten auskenne. Er sagt nein, erst auf Vorhalt, dass es Zeugenaussagen gebe, die ihn dort öfter gesehen hätten, sagt er, er sei dort einmal zum Pilzesuchen gewesen.

Wobei hier zu klären wäre ob eine einmalige Pilzsuche, so Mazurek, ausreichend ist ihm zu unterstellen dass er sich im Weingarten ausgekannt haben müsse. Der Vorwurf der genauen Ortskenntnis muss doch auf mehr basieren als nur auf Zeugenaussagen die behaupten ihn dort gesehen zu haben.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Weiter bei der Frage Polizeifunk: WM bestreite, jemals Polizeifunk gehört zu haben, Zeugen sagen das Gegenteil.

Die entscheidende Frage bei diesem Indiz laut aber doch: Was soll damit konkret zum Ausdruck gebracht werden wenn man mal annimmt das Mazurek tatsächlich den Polizeifunk akribisch abgehört hat? Das suggeriert das er darauf bedacht gewesen sein könnte eventuelle Informationen zu diesem Fall abzuschöpfen und in Erfahrung zu bringen. Viel Sinn würde dies jedoch nicht machen da über den Polizeifunk keinerlei fallrelevanten Informationen oder gar Ermittlungsergebnisse verbreitet werden. Insofern fällt es schwer diesem Umstand als belastbar einzustufen zumal ja auch noch andere Gründe für das Abhören vorliegen können wenn Mazurek tatsächlich, wie er sagt, zufällig auf die Polizeifrequenz gestoßen ist.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Weiter: WM behauptet, die Opferfamilie nicht zu kenne, dabei wohnen sie nicht unweit und seine Frau putze dort sogar.

Wenn man sich jetzt mal an dem Wort „kennen“ aufhängt dann könnte man es rein theoretisch auch so interpretieren das Mazurek recht hat wenn er behauptet die Familie Herrmann nicht wirklich zu „kennen“ was im Umkehrschluss dann natürlich nicht bedeutet das ihm die Familie als solche unbekannt wäre. Hier müsste Mazurek sich selbst nochmal erklären wie es zu dieser Verneinung gekommen ist und welche Erklärung er dafür hat denn hier wirkt er doch sehr unglaubwürdig.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb am 16.02.2026:Fazit: alles keine "Hammerindizien", aber es fällt auf, dass WM alles tut, um nur jede mögliche Verbindung zum Fall zu negieren. Das ist in meinen Augen das, was es eben viel verdächtiger macht, als das bloße Indiz. Jedes Indiz wäre doch mit einer Allerweltsausrede erklärbar: er liest nun mal solche Zeitungen, sein Fernglas hat er bei seinen vielen Spaziergängen im Weingarten verloren, natürlich kennt er die Opferfamilie, weil seine Frau dort arbeitet etc. Ist er damit im Sinne der Indizien vollends entlastet? Nein, aber deren Gewicht würde noch marginaler. Er wählt aber den genau gegenteiligen Weg. Das stimmt mich schon nachdenklich.

Ja, das stimmt soweit erst einmal, das ist eine Auffälligkeit. Die andere ist die daraus resultierende Frage warum er das auf eine so auffällige Weise macht wohlwissen das ihn derlei Erklärungen und Begründungen nicht gerade glaubwürdig erscheinen lassen. Aber wiederum sind solcherlei Auffälligkeiten eben noch kein ausreichender Nachweis für Mazureks Schuldigkeit. Es mag einem verdächtig erscheinen, seltsam vorkommen aber letztendlich war’s das auch schon. Dieses erstmalige, pauschales, Abstreiten, generelle Verneinen von elementaren Sachverhalten ist nicht untypisch im Verhalten von Beschuldigten und hat etwas von Salami-Taktik indem man seine Aussagen der laufenden Entwicklung anpasst und stückchenweise das zugibt wenn es nicht mehr anders geht.

Wenn man mal miteinander vergleicht – die mangelhafte Glaubwürdigkeit von Mazureks Aussagen und Erklärungen auf der einen Seite und das widersprüchliche, zweifelhafte Geständnis eines bereits verstorben Zeugen dessen Wahrheitsgehalt nicht mehr geprüft werden kann sowie ein fragwürdiges Phonetik-Gutachten und einer ganzen Kette von eher unterstützenden Indizien ohne eigene Belastungstendenz & Co. auf der anderen Seite dann überwiegt doch eher letzteres und spricht somit für Mazurek.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 20:01
Anfang der 80er Jahre gab es wohl in jedem Haushalt diverse Zeitungen. Mazurek macht auf mich nicht den Eindruck, das er Buchstaben aus Zeitungen ausschneiden würde, um daraus einen Erpresserbrief zusammenzubasteln. Schon klar, dass das nichts heißt.

Erstaunlich ist aber doch, dass der Mann, der einen guten Blick und Zugriff auf den Fall hat, nämlich Ursulas Bruder, Mazurek nicht für den Täter hält.
Auch erstaunlich ist, dass es in einem Cold Case nach Jahrzehnten ohne neue Spuren, vor allem ohne DNA-Spuren, zu einer Verurteilung gekommen ist.
Und erstaunlicherweise hat man den Verurteilten, der die Tat immer bestritten hat, schlussendlich vorzeitig aus der Haft entlassen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

um 21:50
Meiner Erfahrung nach gibt es drei Gruppen, die viele Tageszeitungen abonnierten, auch quer über die politischen Richtungen: alle mit viel Publikumsverkehr (Ärzte, Gastronomen etc), Lokalpolitiker und Unternehmer. Aber natürlich konnte sich die jeder an verschiedenen Orten zusammenkaufen, um weniger identifizierbar zu sein. Mazurek gehörte wohl keiner dieser drei Gruppen an. Die Jugendlichen aus dem Internat schon eher.


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