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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

11.847 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Wald, Entführung, München ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 10:54
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Aber nachdem die beiden Hauptindizien, auf denen das Urteil basiert, aus heutiger Sicht entweder nicht mehr haltbar (TK 248), oder mehr als wackelig (Aussagen des verstorbenen Zeugen P.) sind, sollte man m.E. auch mal wieder in eine andere Richtung denken.
Zum verstorbenen Zeugen P finde ich bemerkenswert, dass die Argumentation des Gerichts nur wirklich schlüssig ist, wenn P aich der unbekannte Mittäter ist (das wird irgendwo im Urteil in einem Nebensatz auch mal erwähnt, aber sonst komplett ausgeklammert). Es gibt mE nur zwei Szenarien:

1. P war nicht Mittäter, sondern wurde wie angegeben nur von WM zur Ausgrabung eines Lochs für 1000 DM + Farbfernseher beauftragt. Damit hätte sich WM aber erpressbar gemacht. Gerade vor dem Hintergrund der Differenz zwischen angestrebtem Lösegeld und Honorar für die Grabungen.

2. P war als Mittäter in die Planung und Ausführung involviert. Halte ich wegen dea hohen Erpressungsrisikos aus 1. für die deutlich wahrscheinlichere Variante. Ich weiß nicht wie eng WM und P verbandelt waren, bei der Auswahl des Mittäters wär WM dann aber recht irrational vorgegangen. Der überdurchschnittliche und regelmäßige Alkoholkonsum des P dürfte ja hinlänglich bekannt gewesen sein.

Sicherlich ist 2. ein mögliches Szenario, aber damit ging WM ein sehr hohes Risiko ein, was dann ja eingetreten ist. Vorausgesetzt, die Aussage von P, dass er im Auftrag von. WM gehandelt hat, war zutreffend.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 14:39
Beim letzten Erpresseranruf am 18.09.1981 um 12.50 Uhr fordert Frau Herrmann ein Lebenszeichen ihrer Tochter.
Der Täter reagiert darauf wohl wie folgt:
Im Laufe des 18.09.1981 fügte der Angeklagte auf der Rückseite des bereits
vorgefertigten zweiten Erpresserbriefs den letzten Absatz hinzu:
„Ursula lebt wir Brauchen ihr Leben nicht Wir haben auch Kindem“.

Außerdem fertigte er am 18.09.1981 aus Zeitungsausschnitten folgendes
Kuvert
„Bitte Sofort für Empfänger
MICHAEL HERRMANN
Lehrer
Eching Ammersee
Kaagager straße 24u
und warf den Brief, in dem der Ablauf der geplanten Geldübergabe mitgeteilt
wurde, am Freitag, den 18.09.1981, zwischen 15.00 und 18.00 Uhr in einem
Briefkasten in München ein.
Quelle: Strafurteil Landgericht Augsburg (Seite 35)
https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/zum_strafurteil/Strafurteil-anonym.pdf

Dazu muß er sich zunächst die aktuellen Zeitungen besorgen, die entsprechenden Textpassagen finden, ausschneiden und aufkleben.
Das dürfte einige Zeit in Anspruch nehmen. Dann nach München fahren (oder bereits dort sein?) um den Brief dort spätestens um 18:00 Uhr einzuwerfen.

W.M. hat für diesen Tag folgendes Alibi benannt:
Freitag, der 18.09.1981
Freitagmorgen habe ich etwas später angefangen, weil es am Abend vorher
spät geworden war. Wir haben am Freitag Wilds Consul zerlegt und
lackierfertig gemacht. Dies hat nach meiner Erinnerung bis Samstagmorgen um
2.00 Uhr in der Früh gedauert. Am späten Abend des Freitags waren wir beim
Schneiderwirt, kurz was essen. Im Laufe des Nachmittags war ich noch bei der
Firma GAT in Eching und habe Kabelbäume geliefert. Erinnerlich ist mir noch
ein Besuch mit Janovsky bei seiner Frau in Landsberger Krankenhaus. Sie wurde
an diesem Tag unter Vollnarkose operiert, war aber noch total daneben, als wir
kamen. Ob Raphaela das bewusst mitbekommen hat, weiß ich nicht.
Quelle: W.M. Meine Erwiderung auf die Verlesung der Anklageschrift am 19.02.2009
https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/erklaerungen_werner-mazureks/mazureks_erwiderung_zur_anklageschrift.pdf

Hin- und Rückfahrt Utting/München dürfte allein schon 2 knapp Stunden dauern.
Dazu noch die Zeit für die Vervollständigung der Epresserbriefe.
Das passt irgendwie nicht zusammen!


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 18:48
@R.d.R

Das Problem mit Alibis in diesem Fall ist, dass man ja von mindestens zwei, wenn nicht mehr Tätern ausgehen muss. Ein Alibi für WM für einen bestimmten Tag sagt also wenig aus, wenn ein Mittäter z.B. den Brief in München eingeworfen hätte.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:17
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Das passt irgendwie nicht zusammen!
Warum? Er hat ja gesagt er habe am Nachmittag in Eching bei einer Firma Kabelbäume geliefert. Von da nach München sind es mit dem Auto 20 min.

Screenshot 2026-02-23 191249
Q: Urteil


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:34
@camelot
Bisher war ja nur von K.P. als evtl. Mittäter die Rede.
Der hatte aber keinen Führerschein und fuhr deshalb Mofa. Er hätte also mit dem Zug oder Bus nach München fahren und vorher noch den Erpresserbrief vervollständingen müssen.
Das kann ich mir nicht vorstellen.

@JosephConrad
Wenn er die Briefvorlage, Klebstoff und Handschuhe dabeigehabt und noch schnelll die benötigten Zeitungen gekauft hat....


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:37
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Wenn er die Briefvorlage, Klebstoff und Handschuhe dabeigehabt und noch schnelll die benötigten Zeitungen gekauft hat....
Das kann er ja schon morgens gemacht haben.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:41
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Das kann er ja schon morgens gemacht haben.
Das Telefonat, bei dem Frau Herrmann ein Lebenszeichen forderte, fand aber erst um 12:50 Uhr statt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:44
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Das Telefonat, bei dem Frau Herrmann ein Lebenszeichen forderte, fand aber erst um 12:50 Uhr statt.
Dass Ursula noch lebt, kann ja unabhängig davon draufgestanden haben. Oder er hat das geklebt, bevor er losgefahren ist.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:49
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Dass Ursula noch lebt, kann ja unabhängig davon draufgestanden haben. Oder er hat das gemacht, bevor er losgefahren ist.
Möglich, aber m.E. eher unwahrscheinlich, denn dieser Satz wurde auf die Rückseite des Briefes geklebt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:51
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Möglich, aber m.E. eher unwahrscheinlich, denn dieser Satz wurde auf die Rückseite des Briefes geklebt.
Aber die Anschrift, die immer gebraucht wird, wurde auch mit neuesten Zeitungen geklebt. Und wie gesagt, mit dem Auto ist man schnell in München. Man weiss ja nicht, wann er nach Eching losgefahren ist. Und nach der Lieferung weiter nach München ...

12:50 telefonieren, Zeitungen besorgen, ausschneiden, 15:00 nach Eching losfahren, weiter nach München und dort den Brief um 17:30 einschmeißen.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 19:57
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:12:50 telefonieren, Zeitungen besorgen, ausschneiden, 15:00 nach Eching losfahren, weiter nach München und dort den Brief einschmeißen
...und zwischendurch noch schnell ein Besuch im Landsberger Krankenhaus.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 20:01
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:...und zwischendurch noch schnell ein Besuch im Landsberger Krankenhaus.
Oder nach dem Telefonat um 9:43 in München.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 20:05
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Oder nach dem Telefonat um 9:43 in München.
Aber da hat er doch Wilds Consul zerlegt und lackierfertig gemacht....


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 20:07
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Aber da hat er doch Wilds Consul zerlegt und lackierfertig gemacht....
Das hat er doch den ganzen Tag bis 2:00 morgens wie er sagt. Und er war in Landsberg, in Eching und abends noch Essen. Na sowas. Was davon wohl wirklich stimmt?


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 20:31
@JosephConrad
Ich denke da mal auch in eine ganz andere Richtung...
Zitat von R.d.RR.d.R schrieb:Wenn wirklich noch Licht ins dunkel gebracht werden soll, dann wird es wohl nur gehen, wenn man "einen Schritt zurückrudert" und sich nochmals damit auseinandersetzt, wer - außer W.M. - als Täterkreis infrage kommen könnte.
Es gibt ja auch mehrere Hinweise, die in Richtung Internatsschule deuten. Leider ermittelte die Polizei dort erst ein Jahr später und nicht so umfangreich wie eigentlich notwendig, weil "dies dort nicht erwünscht" war.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 21:12
Man sollte nicht vergessen, WM braucht kein wasserdichtes Alibi. Es gibt keinen einzigen Hinweis, keinen einzigen Zeugen, der belegen könnte, dass WM am fraglichen Tag in München war und einen Brief eingeworfen hat. Vielleicht hätte er zeitlich die Möglichkeit gehabt, aber offensichtlich haben die Ermittlungen nichts belastendes ergeben.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

23.02.2026 um 21:18
Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Auch lassen die abgehörten Telefonate keinen eindeutigen Schluss zu, WM äußert sich hier zwar wie ich finde durchaus nicht besonders „geschickt“, denn seine Einlassungen lassen schon zu, dass man sie eher gegen als für ihn deuten kann. So sagt er in diesen Telefonaten, der Tod der UH sei „ein Betriebsunfall“ gewesen, er rätselt über Verjährungsfristen, erwähnt das TG, dass die Polizei sichergestellt habe (warum muss man fragen) usw.

Ein weiteres Beispiel für die Doppeldeutungsmöglichkeit von Indizien. Folgt man der offiziellen Version dann passt diese kaltschnäuzigen Aussage Mazureks wunderbar in das Bild eines unempathischen, mitleidlosen, grobschlächtigen Mannes der von seinem optischen Erscheinungsbild her wahrscheinlich auch noch ziemlich genau der öffentlichen Vorstellung eines typischen „Kinderschreck“ entspricht.

Betrachtet man das Ganze jedoch differenzierter dann kann man zu der Feststellung gelangen das Mazurek in der Sachlage Recht behält egal wie zynisch oder makaber man selbst die Bezeichnung „Betriebsunfall“ auch finden mag. Schaut man sich den Inhalt der Kisten an in welche Ursula Herrmann verbracht wurde dann fällt auf das der oder die Täter ganz offensichtlich darauf bedacht waren das ihr Opfer überleben soll. Dass die Luftumwälzung nicht ausreichend berücksichtigt wurde war ein verhängnisvoller Fehler, ein Versäumnis mit tödlicher Konsequenz aber nicht vorsätzlich so geplant oder darauf ausgelegt. Die Entführung von Ursula Herrmann wurde als erpresserischer Menschenraub mit Todesfolge eingestuft und nicht etwa als Mord. Somit hatte die Tat auch eine Verjährungsfrist. Setzt man das dann in Relation zu den Aussagen Mazureks erscheinen diese nicht mehr unbedingt belastend denn es erscheint nachvollziehbar das er sich über den Fall unterhält als klar war das wieder gegen ihn ermittelt wird und er im Fokus steht.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:WMs Aussagen sind - neben anderen möglichen Erklärungen- dazu geeignet, dass die Motivation seiner Falschangaben auch im Täterwlssen liegen kann. Die Frage ist wieviel misst man diesem Umstand bei oder sieht andere Gründe als wahrscheinlicher an für Falschaussagen.

Angesichts dessen das die beiden Hauptindizien, Pfaffingers Aussage und LKA-Gutachten, höchst fragwürdig sind und so manche der restlichen Indizien sehr „angehäuft“ wirken um den Eindruck zu erwecken die Indizienfülle gegen Mazurek sei von großer Bandbreite kommt einfach unweigerlich der Verdacht auf das es, auch aufgrund der drohenden Verjährung, nicht so sehr darum ging den Fall Herrmann doch noch kriminalistisch aufzuklären sondern vielmehr rechtswirksam abzuschließen. Aber rechtswirksam abschließen kann man einen Fall nur wenn auch am Ende jemand verurteilt wird sprich man brauchte einen Täter und hat ihn vermeintlich in Mazurek gefunden. Insofern sehe ich alternative Gründe für seine unwahren, widersprüchlichen oder nicht verifizierbaren Angaben und Aussagen eher als gegeben.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb: Aber es ist nachgewiesen, dass WM diese Zeitungen regelmäßig las- und zwar in dieser Kombination. Das alleine sagt nichts, aber es sagt mehr, wie wenn WM nachweislich immer nur Z.B. die SZ und den Spiegel gekauft hätte. Dann wäre zumindest an dieser Stelle keine nachweisbare Verbindung zwischen WM und genau diesen Zeitungstypen, aus denen die Briefe waren. So gibt es diese Verbindung- ganz egal, ob man ihr Tatrelevanz zumisst. Es steht fest, so dass Urteil, dass die ungewöhnliche Kombination an Zeitungen, die für die Briefe verwendet wurden, jene ist, die WM - zufällig oder nicht zufällig - regelmäßig liest.

Das gilt jedoch nur für die Bildzeitung sowie die Bild am Sonntag (BamS) aber nicht für die Münchner AZ, TZ und Funkuhr aus denen die Wortschnipsel in den Erpresserbriefen zusätzlich bestanden. Es lässt sich damit allenfalls nachweisen das Mazurek die Bildzeitung sowie BamS regelmäßig gelesen hat was angesichts der hohen Verbreitung weder verdächtig noch ungewöhnlich ist. Die Springerpresse hatte schon damals hohe Auflagezahlen und wurde von Millionen von Menschen konsumiert. Dazu muss man auch berücksichtigen das Zeitungen damals noch einen ganz anderen Stellenwert als Informationsmedium hatten wie heutzutage. 1981 gab es als Fernsehkanäle nur die öffentlich-rechtlichen Sender sowie die dritten Programme, das Privatfernsehen sollte erst einige Jahre später auf Sendung gehen. Wollte man also wissen was tagesaktuell passiert schaute oder hörte man entweder die 20-Uhr Nachrichten in Fernsehen bzw. Radio oder las eben Tageszeitungen.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Auch hier gebe ich Dir recht und auch wenn ich den Wortlaut der Einvernahme nicht kenne, denke ich, dass WM dabei klar gewesen sein müsste, wie diese Frage gemeint war. Ich gebe zu, dass das spekulativ von mir ist, aber ich halte es einfach für fernliegend, dass man in einer Einvernahme so antwortet. Naheliegender für
mich wäre- und übrigens auch völlig unverfänglich: „Nein, nicht persönlich, aber meine Frau, denn sie putzte dort.“

Der zentrale Dreh- und Angelpunkt ist doch noch immer die Frage warum Mazurek so eine recht unglaubwürdige Aussage getätigt hat obwohl es eine viel einfachere und glaubhaftere Erklärung gab. Das kann man jetzt positiv oder negativ auslegen, auffällig ist aber auch hier wieder dieser Bruch in der Logikkette. Auf der einen Seite diese sehr akribische Tatbegehung & Co. aber auf der anderen Seite dann eine doch sehr fernliegende, unglaubwürdige, Aussage aus der sich erst ein möglicher, belastender, Verdachtsmoment ergibt.

Zitat von EdgarHEdgarH schrieb:Das soll wohl laut Urteil zum Ausdruck bringen, dass er demnach an dem Fall interessiert, obwohl er dieses Interesse nach außen herunterspielt haben soll- und auch hier wieder- obwohl das ja keine Auffälligkeit gewesen wäre, wenn man als Fast- Nachbar Interesse und Mitgefühl hat, wenn ein auch ihm bekanntes Kind verschwindet.

Möglicherweise war das der simple Grund warum Mazurek den Polizeifunk abhörte, er es aber nicht zugeben wollte weil er befürchtete sich dadurch erst recht verdächtig zu machen. In jedem Fall lässt sich aus dem Abhören nicht per se als ein verdächtiges Indiz ableiten da noch andere dafür Gründe ausschlaggebend gewesen sein können aber andererseits ein Abschöpfen fallrelevanter Informationen so nicht möglich war.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2026 um 09:17
Auch dies passt in meinen Augen nicht zu W.M. als Täter:
Nachdem Frau Herrmann im letzten Anruf des Angeklagten am 18.09.1981
um 12.50 Uhr ein Lebenszeichen ihrer Tochter erbeten hatte, suchte der
Angeklagte zeitnah nach dem Einwurf des zweiten Erpresserbriefes das
Kistenversteck auf. Er versuchte mit dem Mädchen über das am
Kistendeckel montierte Sprachrohr Kontakt aufzunehmen. Hierzu entfernte er
die Arretierung des im Muffenstopfen befestigten Gürtelstücks, das der
Schalldämpfung dienen sollte, und entnahm das zusammengerollte
Gürtelstück, um mit Ursula zu sprechen. Hierbei stellte er fest, dass das
Mädchen nicht mehr lebte und brach jede weitere Kontaktaufnahme mit der
Familie Herrmann ab.
Quelle: Strafurteil Landgericht Augsburg (Seite 35)
https://www.radonmaster.de/werner-mazurek/zum_strafurteil/Strafurteil-anonym.pdf

Ich denke er hätte deshalb nicht abgebrochen, sondern versucht die Sache weiterhin (eiskalt) durchzuziehen,
wobei er allerdings dann wohl an der "Stofftier-Namensfrage"gescheitert wäre...
Ebenso sehe ich das in Bezug auf den Jagdaufseher H.W., aber der kommt ja offensichtlich ohnehin nicht infrage - weil er kein Motiv hatte.

Ich bin keineswegs ein W.M.-Unterstützer. sondern bemühe mich lediglich um eine möglichst objektive Betrachtungsweise.
Rein emotional gesehen, wäre er für mich aufgrund seier Charaktereigenschaften der "ideale" Täter.
Aber vielleicht liegt ja gerade da das (sein) Problem!


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2026 um 11:56
Zitat von JosephConradJosephConrad schrieb:Warum? Er hat ja gesagt er habe am Nachmittag in Eching bei einer Firma Kabelbäume geliefert. Von da nach München sind es mit dem Auto 20 min.
Ich denke, man kann immer irgendwelche Theorien finden, dass er die Buchstabenfolge aufgeklebt hat.

Die wesentliche Frage ist immer, wie naheliegend das ist.


Wenn man sich das vorstellt, dann ist genau das von unterwegs nicht so einfach. Man benötigt eine ausreichend große plane Fläche,, einen abgeschiedenen Raum etc.. W.M. hätte schon vor der Fahrt ahnen müssen, dass an dem Brief noch etwas geändert werden muss.

Das sehe ich insgesamt schon fast als fernliegend an.

Und ich glaube auch, dass das W.M. länger durchgezogen hätte.

Vieles trägt hier nicht die Handschrift von W.M. - soweit man sie kennt.


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Der Fall Ursula Herrmann, Anfang 80er Jahre

24.02.2026 um 12:07
Ich melde mich noch einmal, um einige Infos zum letzten Anruf (Freitag, 18.09.1981, 12:50) im Hause Herrmann nachzureichen. In den zwei Anrufen davor haben die Täter jeweils dieselbe Aufzeichnung abgespielt, die aus der Folge
Schaltgeräusche 1, Jingle 1, Schaltgeräusche 2, Jingle 2 bestand. Danach verging eine längere Pause, bis die Telefonverbindung beendet wurde.
Der letzte Anruf war anders. Bereits während der Schaltgeräusche 1 erklärte Frau Herrmann dass sie den Brief erhalten hätten. Es folgte noch der Jingle 1, dann nichts mehr. Die Täter hatten die Übertragung der vorbereiteten Aufzeichnung abgebrochen, nachdem sie erfahren hatten, dass der Erpresserbrief angekommen war. Die Telefonverbindung wurde jedoch erst nach 51 sec beendet (ebenso wie der vorhergehende Anruf).

Es ist richtig, dass Frau Herrmann nach einem Lebenszeichen ihrer Tochter fragte. Und zwar nach 42 sec der Gesprächsdauer, das sind ca. 10 sec vor Ende der Telefonverbindung. Weil zwei aufeinander folgende Anrufe vom Abnehmen des Hörers bis zum Ende die gleiche Länge hatten (ca. 50 sec), nehme ich an, dass die Länge nicht von den Tätern bestimmt war, sondern durch den Ablauf der Sprechzeit entsprechend der eingeworfenen Münzen. Nach meiner Theorie hatten die Täter bereits das Telefon verlassen, bevor sie die Frage nach dem Lebenszeichen hören konnten.

Einerseits möchte ich meine Behauptungen einigermaßen belegen, andererseits ist es unmöglich, den Gesprächstext zu veröffentlichen. Deshalb habe ich die Stimme mit einem Rauschen unkenntlich gemacht.

Dateianhang: Audiospur_5_rauschen.mp3 (1329 KB)


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