Sherlock_H schrieb:dass du hier auch nur 5 Beispiele für Hass und Häme anführen kannst.
Allein "Basti" hat 187 Suchtreffer.
Nur weil für Dich Hass und Häme anscheinend erst beim Aufruf zum Mord anfangen, muss das nicht die offizielle Definition sein.
Und einen Aufruf zum Mord würde man hier hoffentlich auch nicht lange finden.
Origines schrieb:weil sich jemand vor drei Jahren empört hat, dass diese Gleichstellung erfolgte, ist irgendwie sinnfrei.
Es war eben KEINE Gleichstellung.
Aber im Internet ist es ja eh egal, was man vor Jahren mal gesagt hat *Ironieoff*. Und genau das ist mein Problem.
Was man vor Jahren geschrieben hat, ist doch deshalb nicht weniger relevant oder weniger schlimm (ist nicht auf
@OpLibelle bezogen). Weil das Internet nicht vergisst.
Sherlock_H schrieb:Ich habe langsam den Eindruck, dass für dich Hass ist, wenn man eine andere Meinung vertritt.
Hier wird immer so schön mit "Das ist halt meine Meinung" argumentiert. Nur vergessen viele, dass sie auch eine gewisse Verantwortung haben (insbesondere auch mehrere Anwälte hier, die teilweise deutlich gesagt haben, dass sie ST für schuldig halten, obwohl sie oft nicht viel Ahnung von dem Fall hatten).
Wenn ich drei Jahre lang argumentiere, warum ich an STs Schuld starke Zweifel habe, schadet ihm das nicht. Manche hier irritiert es vielleicht, andere regen sich auf - aber auf das weitere Leben von ST hat es keinen Einfluss.
Wenn aber manche - hier oder auch woanders - weiterhin (auch noch jetzt, nach seinem Freispruch) betonen, dass seine Unschuld ja gar nicht erwiesen ist oder (noch schlimmer), dass er es bestimmt trotzdem war (und man es ihm nur nicht nachweisen kann), schadet das den Betroffenen extrem.
Deshalb ist aus meiner Sicht die eigene Verantwortung hier sehr viel höher.
Und das war sie schon vor seinem Freispruch.
Es gibt hier diverse andere Fälle, wo die Indizienlage nicht eindeutig ist. Und auch wenn ich persönlich davon überzeugt wäre, dass der Verdächtige auch der Täter ist, wäre mir bewusst, dass ich hier sehr vorsichtig agieren muss mit meiner "Meinung". Weil es so viel kaputtmachen kann.
Aber viele hauen hier einfach raus, ohne groß darüber nachzudenken, was sie damit anrichten. Und ja, das kritisiere ich.
Und frage mich auch: Warum macht man das? Warum sät man weiterhin Zweifel, warum schürt man Ängste?
Doch nicht, weil man ernsthaft noch 100% davon überzeugt ist, dass er schuldig ist? Das würde ja absolute Unkenntnis der letzten Entwicklungen voraussetzen.
ST wurde von Anfang an vorverurteilt. Und das nicht nur von der Polizei, von der StA, von der Richterin, von den Medien - sondern vor allem von ganz "normalen" Menschen. Die nichts über ihn wissen.
Im Ort, im Internet, hier.
Und um zum eigentlichen Thema zurückzukommen, nämlich der vermeintlichen Verhöhnung des Opfers angesichts des doch sehr viel geringeren Leids von STs Angehörigen: Gerne dazu mal diesen Beitrag lesen:
https://www.sueddeutsche.de/panorama/unschuldig-hinter-gittern-wie-die-deutsche-justiz-ihre-opfer-im-stich-laesst-1.1456053(mittlerweile liegt der Tagessatz zumindest bei 75 Euro, aber der Rest ist gleichgeblieben. Monika de Montgazon ist übrigens vier Jahre nach Erscheinen des Beitrags, ebenfalls sehr früh mit 61, verstorben).