Kriminalfälle
Menschen Wissenschaft Politik Mystery Kriminalfälle Spiritualität Verschwörungen Technologie Ufologie Natur Umfragen Unterhaltung
weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturAstronomieHelpdeskGruppenGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryEnglish
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

18.238 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Club, Getötet, Rosenheim ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Hanna W. tot aus der Prien geborgen

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.12.2025 um 22:42
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Nur gegen ST spricht mittlerweile genauso wenig, das hat die Beweisaufnahme herausgearbeitet
Genau- Gegen ihn sprachen in erster Linie die Zeugenaussagen, die, wie wir ja alle nun wissen, komplett weggebrochen sind, da sie nachweislich unbrauchbar bzw. unglaubwürdig waren.

Von daher...
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Andere Beweismittel sehe ich jetzt nicht, die im zweiten Prozess hätten beweisen können, dass T. nicht der Täter sein konnte
...frage ich mich, was für "Beweismittel" du da erwartet hast? Es hat von Anfang an kein Alibi gegeben; es existierte keine DNA, keine Spuren bei ihm zuhause oder an der Kleidung. Das Zeitfenster war überaus knapp, die Extrarunde überhaupt nicht belegt. Alles Fakten, die schon im ersten Prozess bekannt waren.

Vielmehr ist es doch so, dass ST überhaupt erst aufgrund der wackeligen Zeugenaussagen in Untersuchungshaft genommen wurde. Dazu ein paar Gewaltvideos, ein Beschuldigter, der total überfordert war und ein konstruierter Tatablauf und -ort.

Er wurde folgerichtig frei gesprochen und zwar, weil das Gericht aufgrund der neu bewerteten Situation von seiner Unschuld überzeugt ist.

Es hätte genauso gut jeder andere gewesen sein können- das müsste endlich mal klar sein. Es spricht gegen ST nicht mehr als gegen jeden einzelnen anderen Menschen, der an dem Abend in Aschau unterwegs war.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

28.12.2025 um 22:56
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Genau das hätte ja die Verteidigung des T. noch gerne im Prozess behandelt, die alternativen Gutachten, die dies hätten Beweisen sollen. Und die Verteidigung hat nach dem Freispruch erklärt, sie habe nur ungern darauf verzichtet.
Genau deswegen verstehe ich jetzt auch nicht, wieso das für dich in der Beurteilung wichtig ist- ein neues Gutachten hätte lediglich Hannas Verletzungen anders bewerten können; es hätte aber nicht dazu beitragen können, ST als Täter entweder zu bestätigen oder auszuschließen.

Ein Unfallgeschehen ohne Fremdeinwirkung ist zwar im Prinzip immer noch nicht ausgeschlossen-ich persönlich glaube nicht daran. Ein Gutachten hätte aber lediglich aufzeigen können, dass die Verletzungen nicht unbedingt durch Schläge auf den Kopf entstanden sein müssen.

Eine Täterschaft STs würde aber auch das Gegenteil nicht beweisen. Deswegen war es vor Gericht nicht mehr nötig.

Ich hoffe trotzdem, dass man es -sofern es denn weitere Ermittlungen gibt- noch zu sehen bekommt.

Gibt es dazu eigentlich irgendwelche Aussagen seitens der Staatsanwaltschaft, dass sich in dem Fall nochmal was tut? Oder wie schätzt ihr das persönlich ein?


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.12.2025 um 10:14
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Wenn man mich jetzt aber fragen würde, ob ich das für einen Freispruch 1. Klasse oder für einen 2. Klasse halte, tendiere ich klar zum Ersten.
Du hast ja schon darauf hingewiesen, es gibt diese Kategorie de jure nicht. De facto kann (muss es nicht) sie geben, beispielsweise im Fall Kachelmann, als im Vergewaltigungsprozess das LG zwar frei sprach, aber in der mündlichen Urteilsbegründung deutlich machte:
„Der heutige Freispruch beruht nicht darauf, dass die Kammer von der Unschuld von Herrn Kachelmann und damit im Gegenzug von einer Falschbeschuldigung der Nebenklägerin überzeugt ist. Es bestehen aber nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme begründete Zweifel an der Schuld von Herrn Kachelmann. Er war deshalb nach dem Grundsatz ‚in dubio pro reo‘ freizusprechen.“
Quelle: Wikipedia: Kachelmann-Prozess

Das kann man als Freispruch "2. Klasse" sehen, im Gegensatz zum Freispruch "1. Klasse" wie bei Genditzki:
Die Vorsitzende Richterin sprach in ihrer mündlichen Urteilsbegründung von einer „Kumulation von Fehlleistungen“, vom „Versagen sämtlicher Kontrollmechanismen der Justiz“ und stellte die Frage, „warum Manfred Genditzki damals überhaupt verurteilt wurde.“
Quelle: Wikipedia: Manfred Genditzki

Wir sind uns einig, dass im "Eiskeller-Fall" der Freispruch für T. weitaus näher an Genditzki denn an Kachelmann liegt und man ihn deshalb gerne als solchen "1. Klasse" bezeichnen kann. Dies gilt umso mehr, als sich das zweite Gericht bei T. für Fehler entschuldigt hat, was bei der (bayerischen) Strafjustiz nicht so häufig vorkommen dürfte.
Zitat von fassbinder1925fassbinder1925 schrieb:Mal für irgendwas angeklagt worden sein, ist überhaupt kein Beweisanzeichen. Weder ein starkes noch ein Schwaches. Und ich habe das Gefühl, das ist noch nicht bei jedem angekommen.
Es wäre allgemein denkbar, dass bei einem Freispruch der die Anklage begründende hinreichende Tatverdacht in Gestalt von Indizien weiter bestünde. Da aber Strafklageverbrauch eingetreten ist, gibt es keine Möglichkeit mehr, weiter zu ermitteln. Da die Schuld nicht erwiesen ist, hat der Freigesprochene als unschuldig zu gelten. Der Verdacht könnte erkenntnistheoretisch weiter bestehen, rechtlich ist er durch das Urteil ein "Nullum".

Hier sind aber wesentliche Verdachtsmomente aus dem Ermittlungsverfahren und dem ersten Prozess ausgeräumt worden, v.a. die belastenden Zeugenaussagen der Familie R.
Zitat von sunrise2008sunrise2008 schrieb:Genau deswegen verstehe ich jetzt auch nicht, wieso das für dich in der Beurteilung wichtig ist- ein neues Gutachten hätte lediglich Hannas Verletzungen anders bewerten können; es hätte aber nicht dazu beitragen können, ST als Täter entweder zu bestätigen oder auszuschließen.
Das war erst mal nicht mir wichtig, sondern der Verteidigung von T.

Die hatten ja neue Gutachten in Anschlag gebracht, wonach der Tod des Opfers ein Unfall gewesen sein sollte. Und hätten gerne positiv den Beweis erbracht, dass T. die Hanna gar nicht getötet haben kann. Anstatt "nur" das Fehlen eines Nachweises festzustellen.

Mir ist es insofern wichtig, als es für mich einen Unterschied macht, ob wir es mit einem unaufgeklärten Tötungsdelikt oder mit einem Unfall zu tun haben. Hanna ist ja tot. Nachdem laut Gericht Ermittlungsfehler passiert sein sollen, umgarne ich die rechtsmedizinischen, bio- und hydromechanischen Gutachten aus dem ersten Prozess nicht mit einem Heiligenschein, sondern hätte gerne eine alternative Gegenmeinung dazu gerichtlich bewertet gesehen. Das ist ausgeblieben. Und ob die Gutachten wirklich von der Verteidigung veröffentlicht werden, ist ja wohl noch nicht klar.


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.12.2025 um 10:59
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Mir ist es insofern wichtig, als es für mich einen Unterschied macht, ob wir es mit einem unaufgeklärten Tötungsdelikt oder mit einem Unfall zu tun haben.
Ja, mir auch. Und andere Eiskellerbesucher und Anwohner haben auch ein Interesse daran, zu erfahren, ob ein Mörder frei herumläuft oder ob zB das Ufer des Bärbachs besser abgesichert werden müsste.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Hier sind aber wesentliche Verdachtsmomente aus dem Ermittlungsverfahren und dem ersten Prozess ausgeräumt worden, v.a. die belastenden Zeugenaussagen der Familie R.
Das stimmt! Diese Aussagen hätten genauer überprüft werden müssen und können. Trotzdem gab es auch Hinweise wie (sinngemäss) "Wir müssen ST da rausholen." Im Zusammenhang mit (sinngemäss) "Wir sagen, wir können uns nicht mehr erinnern." hinterlässt das bei mir einige Fragezeichen.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

29.12.2025 um 11:21
Zitat von Kuno426Kuno426 schrieb:Trotzdem gab es auch Hinweise wie (sinngemäss) "Wir müssen ST da rausholen." Im Zusammenhang mit (sinngemäss) "Wir sagen, wir können uns nicht mehr erinnern." hinterlässt das bei mir einige Fragezeichen.
Nun, das hat das Gericht genau untersucht und darüber abschließend geurteilt. Causa finita.

Das muss man akzeptieren. Für Fragezeichen sehe ich keinen Anlass, auch wenn immer mehr oder weniger etwas anderes möglich sein kann.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

30.12.2025 um 08:51
Zitat von Kuno426Kuno426 schrieb:Das stimmt! Diese Aussagen hätten genauer überprüft werden müssen und können. Trotzdem gab es auch Hinweise wie (sinngemäss) "Wir müssen ST da rausholen." Im Zusammenhang mit (sinngemäss) "Wir sagen, wir können uns nicht mehr erinnern." hinterlässt das bei mir einige Fragezeichen.
Für mich jedenfalls wurde das wurde doch deutlcih mehr als ausreichend aufgeklärt. Verena wusste, dass sie sich im Datum gegenüber den Polizisten geirrt hatte. Sie traute sich das jedoch nicht zuzugeben. Sie hatte sogar Gewissensbisse, weil sie nie wirklich versucht hatte ST da "rauszuholen"und den Irrtum aufzuklären, ganz im Gegenteil. Sie wurde von einem ihrer Freunde diesbzgl. sogar beruhigt, dass es angeblich genügend andere Beweise geben soll. Davon war er sogar noch im Gerichtssaal ausgegangen. Erst während der Befragung wurde dem Zeugen bewusst, dass dem gar nicht so war, sondern dieser Verdacht, der zur Festnahme führte, durch die Aussage Verenas bedingt gewesen war. Das war in Wirklichkeit eine Verdrängung der eigenen Schuld, denn eigentlich hätte auch dieser Zeuge zur Polizei gehen müssen. Er hätte mitteilen müssen, dass sich Verena geirrt habe, sie jedoch sich nicht traut einen Irrtum zuzugeben. Von "rausholen" war nie ein Deut zu erkennen. Es war einfach nur eine reine Wichtigtuerei von Verena gegenüber ihren Freunden. Wichtigtuerei und Übertreibungen, die sie wohl schon häufig bei anderen Gelegenheiten gezeigt haben soll.

Was hätte das Gericht hätte sonst konkret anderes überprüfen müssen bzw. können?

Man darf auch nicht vergessen, was bewirkten denn diese "wir können uns nicht mehr erinnern"? Eine Entlastung? Nein, genau das nicht. Die Entlastung kam nur daher, dass die Historie dieser Zeugen genauer betrachtet wurde und die Widersprüche zu den alten Aussagen aufgezeigt wurden. Was Du da vermutest ist in Wirklichkeit durch nichts erkennbar, ganz im Gegenteil.


Im Gegensatz zum ersten Verfahren wurden die Zeugen (auch die Beamten) von Seiten des Gereicht deutlich genauer befragt und zwar - weil das in einem Rechtsstaat auch notwendig ist - auch von vornherein nach möglichen entlastenden Gründen. Was dabei nun heraus gekommen ist, zeigt ein extrem negatives Bild der damaligen Ermittler. Sie kannten genau diese entlastenden Hinweise, gaben sie jedoch nicht weiter!

Daher wären wahrscheinlich sämtliche Aktionen von Seiten der Freunde den Irrtum zu klären im Sand verlaufen, weil diese "Beamten" das dann wahrscheinlich ebenfalls nicht weiter gegeben hätten. Sie hatten in Wirklichkeit auch ohne diese Richtigstellung genügend Hinweise gehabt. Diese hätten weiter geben müssen, damit überhaupt erst die StA/Haftrichter über den Fortbestand der U-Haft hätte entscheiden können. Er wäre sehr wahrscheinlich erst gar nicht in U-Haft genommen bzw. zeitnah aus der U-Haft entlassen worden, es hätte nie ein Gerichtsverfahren gegeben.

Trotzdem zeigt der Fall, dass die Verfahren der Justiz bei ähnlich gelagerten Fällen mit so einer mangelhaften Indizienlage höchst fehleranfällig sind. Man muss sich nur mal vorstellen, was gewesen wäre, wenn Verena der Irrtum nicht klar gewesen wäre, wenn es keine GPS-Daten, keine WhatsApps und keine Mail-Plauderei zwischen StA und Aßbichler gegeben hätte. Nicht auszudenken!


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

05.01.2026 um 22:55
Zitat von ZaunköniginZaunkönigin schrieb am 20.03.2025:Zu Recht. Wie unschwer zu erkennen.
Es wird einseitig der Perspektive der Familie des Angeklagten und seiner rechtlichen Vertretung Raum gegeben.
Ich wünsche ST im neuen Jahr neues Glück, dass sich solche Vorwürfe nicht wiederholen werden.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

07.01.2026 um 19:52
Und dass vielleicht endlich mal ein Umdenken stattfindet und auch solche Aussagen wie diese hier:
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb am 22.11.2022:Ich finde den Vergleich eher widerlich. Das Opfer ist tot. Der Tatverdächtige lebt.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb am 22.11.2022:Falls der TV unschudig ist, können seine Eltern und seine Großeltern und evtl. Geschwister ihn sehr bald wieder in ihre Arme schließen.
zukünftig der Vergangenheit angehören.

Widerlich ist vor allem, wie schnell ST vorverurteilt und wie lange er hier mit Hass und Häme überschüttet wurde. Und dass das eine Leid ständig mit dem anderen aufgerechnet wurde.

Leider haben seine verstorbenen Ur- und Großeltern nicht mehr mitbekommen, dass er nach 2,5 Jahren freigesprochen wurde. Und können ihn auch nicht mehr in die Arme schließen.

Man muss fairerweise dazusagen, dass @OpLibelle sicher nicht von einer derart langen Zeit ausgegangen ist. Interessieren würde es mich aber schon, wie sie heute darüber denkt.


4x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

07.01.2026 um 23:37
Zitat von XluXXluX schrieb:Widerlich ist vor allem, wie schnell ST vorverurteilt und wie lange er hier mit Hass und Häme überschüttet wurde. Und dass das eine Leid ständig mit dem anderen aufgerechnet wurde.

Leider haben seine verstorbenen Ur- und Großeltern nicht mehr mitbekommen, dass er nach 2,5 Jahren freigesprochen wurde. Und können ihn auch nicht mehr in die Arme schließen.
Das sehe ich ähnlich. Danke hierfür!

Was dem unschuldigen jungen Mann nicht nur von juristischer seite aus widerfahren ist, wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht. Zum Glück hatte er zumindest seine Familie stets hinter sich.

Hoffentlich wird das Schicksal Hannas noch einigermaßen aufgeklärt.


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

07.01.2026 um 23:54
Zitat von XluXXluX schrieb:. Interessieren würde es mich aber schon, wie sie heute darüber denkt.
Wenn schon, dann "er".

Ich habe niemanden vorverurteilt, sondern eine Aussage des RA Baumgärtl kommentiert. Diese empfand ich damals als Verhöhnung von Hanna und ihrer Familie und empfinde sie heute - drei Jahre später - immernoch als Verhöhnung. Mit der Frage nach der Schuld oder der Unschuld des damaligen Angeklagten hatte das damals nichts zu tun und hat es heute nichts zu tun. Hanna ist tot. Der damalige Angeklagte und jetzige Freigesprochene lebt. Beide Schicksale als quasi gleichwertig darzustellen, da es ja "nur Verlierer gibt" - so der damalige Spruch von Baumgärtl - war und ist an Pietätlosigkeit nach meinem ganz persönlichen Empfinden kaum zu überbieten.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 00:49
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Diese empfand ich damals als Verhöhnung von Hanna und ihrer Familie und empfinde sie heute - drei Jahre später - immernoch als Verhöhnung.
Es ist mir ehrlich gesagt völlig unbegreiflich, wie man diese Aussage:
Zitat von chipiechipie schrieb am 22.11.2022:Verteidiger Baumgärtl sagt: „Es gibt in diesem Fall nur Verlierer. Das Opfer, dessen Familie und die Familie des Tatverdächtigen, die jetzt schon stigmatisiert ist.“
weiterhin noch (angesichts dieses Fehlurteils) als Verhöhnung sehen kann.

Natürlich hat STs Familie auch verloren. Hattest Du schon mal ein Kind, das 2,5 Jahre unschuldig von heute auf morgen als Mörder im Gefängnis saß? Ganz abgesehen von den Unmengen an Geld, das sie verloren haben, und den psychischen und sonstigen Folgen, die sie wohl ihr Leben lang begleiten werden? Da finde ich es vielmehr eine Verhöhnung, dass ein unbeteiligter Forist sich anmaßt, das zu be- und die Aussage zu verurteilen.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Ich habe niemanden vorverurteilt,
Damit hab ich nicht speziell Dich gemeint, sondern alle, die hier ihre Häme verbreitet haben und danach keinen Gedanken mehr daran verschwenden, was sie eigentlich mit ihren Verdächtigungen und Hasskommentaren anrichten. Der Anonymität im Internet sei Dank!


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 02:48
Können einige, wenige Foristen, die von der Unschuld so überzeugt sind, könnenmich mal überzeugen, ob sie/es/er sich mal selbst mal in so ein Dilrmma gebracht haben?

In diesem Fall habe ich nie eine Häme und Hassaufkommen gesehen. Jedenfalls in diesem Fall in diesem Forum nicht


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 03:09
Zitat von Flying13Flying13 schrieb:Können einige, wenige Foristen, die von der Unschuld so überzeugt sind, könnenmich mal überzeugen, ob sie/es/er sich mal selbst mal in so ein Dilrmma gebracht haben?
Verstehe die Frage leider nicht.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Beide Schicksale als quasi gleichwertig darzustellen, da es ja "nur Verlierer gibt" - so der damalige Spruch von Baumgärtl - war und ist an Pietätlosigkeit nach meinem ganz persönlichen Empfinden kaum zu überbieten.
Ich lese dann nichts von Gleichwertigkeit. Dann würde er sagen: "sind gleichermaßen Verlierer". Auch die Eltern des Opfers sind schließlich nicht tot. Wenn du unschuldig als Mörder verurteilt, entsprechend gebrandmarkt wirst und für einige Zeit ins Gefängnis kommst würdest du das eher als Gewinn oder Verlust bezeichnen? In letzterem Fall sehe ich dann da einen Verlierer. Aus meiner Sicht ist es ein größerer Verlust als ihn die meisten Menschen in ihrem Leben erleiden müssen und dasselbe gilt für die Eltern. Die vielleicht auch gezweifelt hätten ob ihr Sohn nicht doch ein Mörder war. Vermutlich wäre es den Eltern von H auch lieber ihre Tochter wäre als Mörderin verurteilt werden als tot zu sein, aber schön wäre das auch nicht (als Vater fällt es mir schwer beides zu vergleichen, aber beide Vorstellungen mich traurig) Nicht anzuerkennen, dass es sich um einen Verlust handelt, wäre verhöhnend.


2x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 06:20
Hier einen über drei Jahre alten Beitrag von @OpLibelle aus der Gruft zu zerren finde ich etwas befremdlich. Da haben wohl manche Phantomschmerzen. Zumal die Beweislage damals noch anders erschien als heute.

Die Aussage des Verteidigers steckte Opfer wie Tatverdächtigen in die selbe „Verlierer“-Schublade. Natürlich ist das ein Vergleich. Eine Gleichstellung. Tod und falsche Verdächtigung.

Solche auf Emotionalisierung ausgerichtete Aussagen sind nicht sehr pietätvoll. Sie sind v.a. sachlich auch überhaupt nicht erforderlich, wenn es um einen falschen Verdacht geht.


5x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 07:24
Zitat von Flying13Flying13 schrieb:In diesem Fall habe ich nie eine Häme und Hassaufkommen gesehen. Jedenfalls in diesem Fall in diesem Forum nicht
Nicht? Dann hast du wohl sehr selektiv hier gelesen.
Hier gab es doch von einigen Usern ziemlich grenzwertige Aussagen. Als Beispiel kann man hier doch Grillage anführen mit seiner/ihrer ständigen Verwendung der Verniedlichungsform des Namens, was leider auch lange von der Verwaltung geduldet wurde. Obwohl es eindeutig eine Art von Herabsetzung darstellen sollte.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 08:08
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die Aussage des Verteidigers steckte Opfer wie Tatverdächtigen in die selbe „Verlierer“-Schublade. Natürlich ist das ein Vergleich. Eine Gleichstellung. Tod und falsche Verdächtigung.
"Verlierer" ist per se zutreffend. Jeder neutrale Leser wird wissen, was Baumgärtel mit diesem Statement gemeint hat. Eine Gleichstellung sieht nur derjenige, der so etwas sehen will.

Das ist erst mal auch ganz unabhängig von der Beweislage. Baumgärtel wird zu diesem Zeitpunkt schon etwas mehr Einblick gehabt haben und wird erkannt haben, auf welch dünnem Eis die U-Haft bestimmt wurde. Ich denke ich kann da nochmal auf einen meiner letzten Beiträge verweisen. U-Haft bei dieser schwachen Beweislage war meiner Ansicht hochgradig leichtsinnig und eine der Hauptursachen für den späteren Verlauf.

Beitrag von Rigel92 (Seite 927)

Daher geht für mich nun auch der Rechtssaat als großer Verlierer raus. Ein so spätes Einsehen, dass er Mist gebaut hat, ist für mich kein wirkliches Zeichen für einen ausreichend funktionierenden Rechtsstaat. Dieser Eindruck verstärkt sich dadurch, dass das nur gelang, weil man die Zeugenaussagen in Wirklichkeit widerlegen konnte, obgleich sie nie diese Bedeutung verdient hatten. Grundsätzlich war die Fehlerwahrscheinlichkeit dieser Aussagen sehr hoch (siehe mein Beitrag). Dieses mangelhafte Bild von der Justiz hat für mich auch die StA nach dem Freispruch noch weiter verstärkt. Erst auf das Urteil zu warten, um die Leistung der Ermittler beurteilen zu können, ist ein ganz schwaches Bild, denn sie war bei sämtlichen Hauptverhandlungstagen dabei. Traut die StA ihren eigenen Mitarbeitern nicht? Dies zeigt mir, dass sie nur etwas dazu lernen will, wenn man ihr die Pistole auf die Brust setzt.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 08:09
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Hier einen über drei Jahre alten Beitrag von @OpLibelle aus der Gruft zu zerren finde ich etwas befremdlich.
Das liegt daran, dass es einer der ersten Beiträge war, die ich als sehr erschreckend empfunden habe hier (und mir deshalb auch gemerkt habe). Ich habe anfangs nur oberflächlich mitgelesen, weil ich von dem Fall im Radio gehört hatte. Und hatte mir damals noch gar keine Meinung gebildet bzw. letztendlich bin ich (damals war ich noch sehr naiv 😐) davon ausgegangen, dass schon alles seine Richtigkeit haben wird mit der Festnahme.

Erschreckend deshalb, weil es ja nicht mal darum ging, dass ST selbst Verlierer ist. Dein Satz
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die Aussage des Verteidigers steckte Opfer wie Tatverdächtigen in die selbe „Verlierer“-Schublade.
stimmt also gar nicht.
Es ging um die Angehörigen von ST. Und natürlich verlieren diese.


melden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 08:13
Zitat von XluXXluX schrieb:Damit hab ich nicht speziell Dich gemeint,
Du hast mich als Beispiel für angebliche Vorverurteilungen zitiert.
Zitat von AusLeipzigAusLeipzig schrieb:Vermutlich wäre es den Eltern von H auch lieber ihre Tochter wäre als Mörderin verurteilt werden als tot zu sein
Genau das ist der Punkt.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Die Aussage des Verteidigers steckte Opfer wie Tatverdächtigen in die selbe „Verlierer“-Schublade. Natürlich ist das ein Vergleich. Eine Gleichstellung. Tod und falsche Verdächtigung.
Und genau das ist andere Punkt.
Zitat von XluXXluX schrieb:Hattest Du schon mal ein Kind, das 2,5 Jahre unschuldig von heute auf morgen als Mörder im Gefängnis saß?
Niemand saß in diesem Fall "als Mörder" im Gefängnis, sondern als dringend Tatverdächtiger in U-Haft. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.
Zitat von XluXXluX schrieb:Da finde ich es vielmehr eine Verhöhnung, dass ein unbeteiligter Forist sich anmaßt, das zu be- und die Aussage zu verurteilen.
Ich Maße mir nicht an, die Situation der Familie des Freigesprochenen zu beurteilen, ich maße mir an, den Unterschied zwischen tot und lebendig zu kennen. Der Freigesprochene konnte Weihnachten mit seiner Familie feiern, Hanna kann das nie mehr.


3x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 08:25
Zitat von AusLeipzigAusLeipzig schrieb:Verstehe die Frage leider nicht.
Ich auch nicht.
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Du hast mich als Beispiel für angebliche Vorverurteilungen zitiert.
Stimmt, es wirkt so. Auch wenn da ein Absatz war.
Wobei Du ja damals anscheinend auch davon ausgegangen bist, dass er schuldig ist. Insofern ist es vielleicht auch nicht ganz falsch, oder doch?
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Niemand saß in diesem Fall "als Mörder" im Gefängnis, sondern als dringend Tatverdächtiger in U-Haft. Das ist ein ganz erheblicher Unterschied.
Für den Pöbel, für genau die, die die Familie heute noch angreifen, für viele Mithäftlinge - und für viele Foristen hier - saß er als Mörder im Gefängnis.
Schön wärs gewesen, wenn die das alle so wie Du hätten unterscheiden können.


1x zitiertmelden

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

08.01.2026 um 08:44
Zitat von XluXXluX schrieb:Widerlich ist vor allem, wie schnell ST vorverurteilt und wie lange er hier mit Hass und Häme überschüttet wurde.
Ja, dieser Fall hat eindrücklich aufgezeigt, welch hohes Gut das Prinzip der Unschuldsvermutung ist.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Zumal die Beweislage damals noch anders erschien als heute.
Eben. Es schien so.
Wir sollten uns hier im Forum bewusst sein, dass wir nur kleine Einblicke haben. Gerade, solange die Ermittlungen noch laufen bzw. der Prozess noch nicht abgeschlossen ist.
Ais guten Gruenden gilt die Unschuldsvermutung fuer die Person, die als tatverdaechtig/dringend tatverdaechtig gilt. Und diese Person hat Persoenlichkeitsrechte, welche zu achten sind.

Bei allem Mitgefuehl fuer das Opfer und dessen Angehörige sollte man sich im Forum nicht von seiner Emotionalitaet treiben lassen und seine Worte sorgfaeltig waehlen.
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Solche auf Emotionalisierung ausgerichtete Aussagen sind nicht sehr pietätvoll. Sie sind v.a. sachlich auch überhaupt nicht erforderlich, wenn es um einen falschen Verdacht geht.
Tja. Es kommt halt auf das 'wie' an, wenn man ueber derartige Taten und die Betroffenen schreibt. Auch hier im Forum.

Es gibt einen sehr lesenswerten Artikel von Thomas Fischer (seines Zeichens Rechts­wissenschaftler, ehemaliger Richter bzw. Vorsitzender im 2. Strafsenat des Bundesgerichtshofs), der die Rolle der Medien beleuchtet sowie das individuelle Verhalten:
Öffentliche Berichterstattung in Medien ist ein sehr wichtiger Motor und Filter der kollektiven wie individuellen Verarbeitung. Sie kann sich traditionell auf die organisatorische und inhaltliche Distanz stützen, welche "die Presse" vom schlichten Stammtisch- und Treppenhaus-Gequatsche unterscheidet - nicht in der Wirklichkeit vielleicht, aber im Prinzip. Die formalisierte, professionelle Herstellung "öffentlicher Meinung" in der Presse hat insoweit einen hohen Vertrauensvorschuss, als sie eine soziale Autorität außerhalb der individuellen, ersichtlich kleinrahmigen, oft erbärmlichen Subjektivität darstellt und so eine Aufgehobenheit des individuellen Lebensgefühls in einer als gemeinsam empfundenen sozialen Struktur symbolisiert. Das funktioniert, wie man täglich erleben kann, selbst noch auf einem extrem eingeschränkten intellektuellen und sozialen Glaubwürdigkeitsniveau: Die wohl weitaus meisten Leser der eingangs erwähnten "größten" deutschen Tageszeitung halten diese intellektuell für durchweg unglaubhaft, sensationsgeil und moralisch fragwürdig. Sie wird aber gleichwohl konsumiert, weil sie in ebendieser fragwürdigen Funktion als Teil sozialer Orientierung wahrgenommen wird und eine Quasiverlässlichkeit herstellt.
Quelle:
https://www.spiegel.de/panorama/justiz/solingen-mord-an-fuenf-kindern-gefuehlsstau-kolumne-a-d9ee6816-4d7d-4565-946f-c03e34a2af38
Zitat von OpLibelleOpLibelle schrieb:Der Freigesprochene konnte Weihnachten mit seiner Familie feiern, Hanna kann das nie mehr.
Ja. Das konnten wir alle.
Der Freigesprochene hat mit den Todesumstaenden von Hanna genausowenig zu tun wie wir anderen auch.


melden