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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

18.577 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Club, Getötet, Rosenheim ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Hanna W. tot aus der Prien geborgen

Hanna W. tot aus der Prien geborgen

02.02.2026 um 13:28
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Ich finde es ärgerlich, dass dieser in Wirklichkeit wesentliche Punkt in der Doku viel zu kurz kam.
Ich verstehe, dass Du frustriert bist. Man muss aber dazusagen, so ein Film ist extrem aufwändig, die Produktion lief über mehrere Jahre - und man kann da nur schwer flexibel auf alle neuen Erkenntnisse reagieren. Außerdem sind wir hier wirklich tief in die Zusammenhänge eingetaucht - das interessiert die große Masse der Zuschauenden gar nicht unbedingt.

Ich fand die Doku total wichtig und insgesamt sehr gut gemacht. Weil - auch wenn nicht alles bis ins Detail durchrecherchiert werden konnte - der wichtigste Punkt wirklich gut rübergebracht wurde: dass ST einem Justizsystem zum Opfer gefallen ist, in dem die Beteiligten nur ihrem Gefühl und nicht den objektiven Erkenntnissen gefolgt sind. Und dass er unschuldig ist.
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Aber so hat die Doku mehr Fragen offen gelassen als sie beantwortet hat.
Aber wenn man es genau nimmt, ist es auch nicht Aufgabe einer Filmemacherin, die offenen Fragen zu klären. Das ist Aufgabe der Ermittler - aber von denen hat man seit dem Freispruch keinen Mucks mehr gehört.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

02.02.2026 um 18:39
Zitat von XluXXluX schrieb:Aber wenn man es genau nimmt, ist es auch nicht Aufgabe einer Filmemacherin, die offenen Fragen zu klären. Das ist Aufgabe der Ermittler - aber von denen hat man seit dem Freispruch keinen Mucks mehr gehört.
Ja, ist schon klar. Ein wichtiger Teil derDoku war natürlich die Darstellung der Fehler des Justizapparats in diesem Fallund für uns die gute Darstellung, dass die Verletzungen in der Prien entstanden sein dürften. Das Sahnehäubchen fehlt leider. Der Großteil der Doku wurde zu früh gedreht, aber das war nicht vermeidbar, da diese Untersuchungen wohl im Frühjahr erfolgt waren.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

02.02.2026 um 19:40
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Ja, der Verurteilungswille war extrem, dem war wirklich nichts mehr entgegen zu setzen. Die einzige Möglichkeit, die dann bei einem solchen Gericht bleibt, ist, so viele Beweisanträge zu stellen wie möglich.
Dazu wollte ich auch noch was schreiben:
Am 22.12.2023 (ein Jahr nach Festnahme!) musste Frau Rick, gerade erst eingestiegen, tatsächlich einen Beweisantrag stellen, dass STs Handy ausgewertet wird.
Es hat bis dahin nicht mal irgendjemanden interessiert, ob er vielleicht ein Alibi gehabt hätte 🙄.
Mit einer Viertelstunde Verspätung geht es los – gleich mit einem juristischen Scharmützel. Walter Holderle feuert gegen den Beweisantrag der Verteidigung, der eine Untersuchung von Sebastian T.s Smartphone vorsieht. Die Verteidigung führt an, dass Sebastian T.s nächtliches Lauf-Training und seine Spiel-Aktivität am Handy keine Zeit für einen Mord übrig gelassen hätten.
Quelle: https://www.ovb-heimatzeitungen.de/rosenheim-region/2023/12/21/friedlicher-flug-und-zoff-in-der-verhandlung.ovb

Aber das ist nicht mal das Schlimmste. Noch viel unverständlicher ist, dass der Nebenklägervertreter das verhindern wollte. Warum eigentlich?
Es war ja nicht mal das Handy seiner Mandanten - also was in Gottes Namen hätte er dagegen haben können, dass ausgewertet wird, ob ST überhaupt zum Tatzeitpunkt an der Stelle hätte sein können?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 00:51
Die Wahrscheinlichkeitsrechnung hat (bislang) keine wirkliche Basis. Deshalb heißt sie auch so.

Wie logisch etwas ist für Ankläger oder Verteidiger ist, basiert narürlich auf Wissen oder Inhalte der Gutachten vor Gericht.

Daraus ergibt sich eine Wahrscheinlichtberechnug der Gutachten. Wer will die bewerten?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 11:07
Ich habe mir vor kurzem diesen Dreiteiler über den Todesfall der Hanna W. angeschaut und bin zur Überzeugung gelangt, dass die Gerichtsmedizin in München die ganzen nachher passierten Dinge zu verantworten hat. Wenn die an der Leiche gefundenen Verletzungen auch als natürlich entstanden gewertet worden wären, wäre der ganze Rest nicht passiert. 12 Kilometer in einem durch starke Regenfälle angeschwollenen Bärbach und anschließend die Prien geschleift zu werden, übersteht kein Körper nur mit Schürfwunden.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 17:25
Zitat von Hermann_57Hermann_57 schrieb:Ich habe mir vor kurzem diesen Dreiteiler über den Todesfall der Hanna W. angeschaut und bin zur Überzeugung gelangt, dass die Gerichtsmedizin in München die ganzen nachher passierten Dinge zu verantworten hat. Wenn die an der Leiche gefundenen Verletzungen auch als natürlich entstanden gewertet worden wären, wäre der ganze Rest nicht passiert. 12 Kilometer in einem durch starke Regenfälle angeschwollenen Bärbach und anschließend die Prien geschleift zu werden, übersteht kein Körper nur mit Schürfwunden.
Ich bin der Letzte, der sich beim Lästern über die Münchner Rechtsmedizin zurückhält, aber vielleicht als kleine Relativierung: Die Rechtsmediziner wurden anscheinend mehrfach von den Rosenheimer Ermittlern - speziell Diana U. - kontaktiert, die ihnen erzählt haben dass die Polizei klare Hinweise auf einen Mord hat. Und weil man nur findet, wonach man sucht, haben Mützel und Adamec sich dann auch auf ein Gewaltverbrechen festgelegt. Dass sie sich damit vor den Karren einer voreingenommenen, belastungseifernden Ermittlungsbehörde spannen lassen, war ihnen vielleicht nicht mal bewusst. Die Aussagen vor der Kammer in der ersten Verhandlung waren auch deutlich vorsichtiger, wenn man sich die Berichte von Fassbinder durchliest. Dass Mützel sich im zweiten Prozess krankschreiben ließ, spricht auch Bände.

Das soll das katastrophale Versagen der Rechtsmediziner übrigens nicht beschönigen - ganz im Gegenteil, beide Sachverständige haben auf voller Linie professionell versagt. Aber die fast schon maligne Intention hinter den Gutachten kam nicht aus München, sondern aus Rosenheim.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 18:42
Der zitierte Beitrag von kegelschnitt wurde gelöscht. Begründung: Antwort auf gelöschten Beitrag
Grundsätzlich meint @GrafOskar auch das richtige, er geht eben nicht von einem Zufall aus. Ich habe es eben so aufgefasst, dass er von einer Korrelation ausgeht.

Natürlich wird ein verlorengegangener Ring kaum vom Wasser weit mitgerissen.

Der Ort des Fundorts ist noch mit weiteren Besonderheiten verbunden. Da gibt es eben auch das Ende des Anrufversuches als auch das schlechter werden der GPS-Daten. Auch der Abbruch des Anrufversuches ist an diesen Ort verbunden.


@Tincho hatte erkannt, dass das Wasser eine starke abschirmende Wirkung hat. Er hatte schon Probleme mit WLAN. Das gleiche gilt natürlich sowohl für die GPS-Signale als auch den Mobilfunkt.


Ich habe mich inzwischen nochmal beim Mobilfunk schlau gemacht. Dort gibt es das sogenannte RRC-Protokoll. En Anrufversuch läuft wie folgt ab:

Zuerst erfolgt die Verbindungsanforderung des IPhones an den nächsten Sendemast. Diese Anforderung wird vom Sendermast quittiert.
Anschließend wartet das IPhone, bis der Sender sagt, dass die Verbindung zustande gekommen ist. Der Empfänger des IPhone horcht über die ganze Zeit auf den Sender.

Daher kann das Untergehen des IPhones aus meiner Sicht ebenfalls den Anrufversuch abgebrochen haben, denn dann „sieht“ der IPhone-Empfänger den Sender nicht mehr. Da diese Zeit auch mit den GPS-Daten korreliert, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese Zeit der Zeit entspricht, als das IPhone in den Fluten versank. Ganz sicher ist es nicht, es könnte ein Timeout auch gewesen sein, aber die Korrelation dieser Daten ist schon sehr auffällig.


Eigentlich könnte man daher wirklich meinen, dass das Opfer an diesem Ort in die Fluten gekommen ist. Daher ist es nicht verwunderlich, dass sich die Doku stark mit dieser Stelle befasst. Wahrscheinlich gab es zu dem Zeitpunkt der Aufnahmen noch nicht das Thermodynamik-Gutachten.

Aber dieses Gutachten schließt diesen Ort aus.


Der Temperaturverlauf und der Beginn des Anrufversuchs (wenn er vom Wasser ausgelöst wurde) sprechen sehr eindeutig dagegen.

Die Experimente von @Tincho zeigen es auch sehr deutlich, ich glaube man kann den Wasserkontakt auf 30s mit dieser Information eingrenzen.

Man darf dabei nicht den Fehler begehen, die Temperaturkurven übereinander legen zu wollen. Man muss sich mit den Auffälligkeiten befassen.

Ich nutze dazu das Diagramm von @Tincho:




Temperaturverlauf

@Tincho hat gezeigt, dass es recht spät als erstes eine leichte Temperaturänderung nach unten gibt. Daraus kann man schließen, dass der späteste Zeitpunkt um 2:31:15 war. Das ist der erste Punkt mit niedrigerer Temperatur.

Wäre der Anrufversuch durch das Wasser ausgelöst worden, dann wird – wie @Tincho gezeigt hat – das Display eingeschaltet. Das führt zu einer Temperaturerhöhung im Akku, mit einer recht kurzen Zeitverzögerung. Leider wird der Temperatur-Sensor beim Opfer nur jede 30s abgefragt. Das wird der Grund sein, dass man diesen Temperaturanstieg nicht beobachten kann. Da die 2 Messungen vor dem 1. Niedrigeren Wert gleichgeblieben sind, kann man davon ausgehen, dass das Display nach dem 2. Wert erst hell wurde. Hätte sich das Display vorher eingeschaltet, wäre dieser 2. Wert sehr wahrscheinlich nicht mit dem vorherigen identisch.

Das heißt der erste Wasserkontakt erfolgte zwischen 2:30:45 und 2:31:15.

Damit kann man so gut wie ausschließen, dass das Opfer erst am Parkplatz der Kampenwandbahn in das Wasser gekommen ist.
Sie wird am Brückerl oder spätestens an der Ausfahrt des Kampenwandparkplatzes in das Wasser gekommen sein.

Wenn sie dort nicht gestürzt ist, sondern vom Rand in das Wasser abgerutscht ist (was durch den einzelnen Schrei naheliegend ist, denn ich glaube nicht, dass man bei einem Sturz noch schreit). Dann wird sie mit den Füßen voran in das Wasser geglitten sein.

Bei einer offenen Jacke wird sich die Jacke umschlagen, vielleicht sogar umgeschlagen dann über ihrem Kopf bleiben.

Die erste Reaktion des Opfers könnte daher gewesen sein, die Jacke loszuwerden.

Bei einer solchen Aktion wird man sehr leicht den Ring verlieren. Auch wird man leicht den schwimmenden Gegenstand (wahrscheinlich Handtasche) versenken, in dem das IPhone bis zu diesem Zeitpunkt an der Oberfläche des Bärbachs trieb. Das ist dann besonders wahrscheinlich, wenn man den Gegenstand ursprünglich unter der Jacke getragen hatte. Damit es schneller geht, hat das Opfer einen Ärmel auf links gedreht. Bei dieser Aktion wird man sowohl die Ringe als auch den Gürtel der Jacke leicht verlieren.

Aus diesem Grund sind diese Gegenstände nahe zueinander gefunden worden.

Ich persönlich glaube, dass diese Möglichkeit die wahrscheinlichste ist. Hätte das Treiben zum Verlust der Jacke geführt, wäre die Jacke wahrscheinlich erst deutlich weiter weg gefunden worden. Das ist auch die Theorie von Frau Rick, an die ich ursprünglich nicht geglaubt hatte. Aber für mich spricht mittlerweile sehr viel dafür.

Die restlichen Ereignisse, welche zu den Verletzungen führten, gehen sehr wahrscheinlich aus der Doku hervor.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 18:42
Dass Gutachter quasi von Ermittlungsbehörden in ihrem Belastungseifer missbraucht werden, um sie auf bestimmte Ergebnisse zu lenken, ist leider kein Einzelfall. In einem Fall in Hessen, hatte der Beschuldigte und spätere Angeklagte für die Tatzeit, die der Gutachter ursprünglich annahm, dann wider Erwarten doch ein recht stabiles Alibi, wie sich während der Vernehmung ergab.

Daraufhin gab es eine telefonische(!) Rückfrage beim Gutachter, ob die Tatzeit nicht auch hätte später sein können, was dieser dann auch ohne weitere Prüfung als möglich versicherte.


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03.02.2026 um 18:52
@RedRalph
Jetzt hast Du mich neugierig gemacht, wie ist der Fall ausgegangen? Eine Änderung ohne weitere Prüfung sollte doch ein solches Gutachten unglaubwürdig machen, so stellt es sich jedenfalls der normale Mensch vor. Ist der Fall nur bekannt geworden, weil das in der Verhandlung sichtbar wurde?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 19:57
Zitat von Rigel92Rigel92 schrieb:Jetzt hast Du mich neugierig gemacht, wie ist der Fall ausgegangen? Eine Änderung ohne weitere Prüfung sollte doch ein solches Gutachten unglaubwürdig machen, so stellt es sich jedenfalls der normale Mensch vor. Ist der Fall nur bekannt geworden, weil das in der Verhandlung sichtbar wurde?
Der Fall ist Jahrzehnte her und spielte in meiner damaligen Heimat. Hatte hin und wieder schon einmal den Artikel aus dem Spiegel hier beigefügt. Die Fehler der Ermittlungsbehörden sind nahezu haarsträubend. Ob der dann freigesprochene Angeklagte wirklich unschuldig gewesen ist, darüber scheiden sich auch heute noch die Geister und in dem Ort glauben wohl die meisten immer noch an seine Schuld. Aber dennoch unfassbare Heransgehensweise der Ermittlungsbehörden von Anfang an.

https://www.spiegel.de/politik/dann-lassen-wir-einen-bagger-kommen-a-ffbc4539-0002-0001-0000-000013525681


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

03.02.2026 um 20:53
@RedRalph
danke für die Info. Wie sich die Fälle doch ähneln. Nur in dem vorliegenden Verfahren gab es zu Anfang keinen besonnenen Richter, der die Argumente der Verteidigung ernst nahm sondern nur ein voreingenommenes Gericht, das verurteilen wollte und die Verteidigung nur als lästig empfand und gegen sie, statt - wie eigentlich vorgesehen - mit ihr gearbeitet hat. Und es sich hier höchstwahrscheinlich um einen Unfall handelt.


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04.02.2026 um 09:34
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Der Fall ist Jahrzehnte her und spielte in meiner damaligen Heimat
Der Fall passierte in der Nachbarortschaft meines Elternhauses. Zur Tatzeit war ich erst 3 und noch Dekaden später wurde immer noch über diese Tat gesprochen.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

04.02.2026 um 09:47
@Rigel92: Man muss dazu allerdings sagen, dass dieselbe Kammer des LG Fulda mit demselben Richter als Vorsitzendem nur Monate später einen der meist am umstrittenen Schuldsprüche in der Justizgeschichte der Bundesrepublik Deutschland fällte: Die lebenslängliche Verurteilung von Monika Böttcher (damals Weimar).

https://www.spiegel.de/politik/ich-hielt-ihn-fuer-dringend-tatverdaechtig-a-02a18d09-0002-0001-0000-000013526387
Zitat von Pusteblume82Pusteblume82 schrieb:Der Fall passierte in der Nachbarortschaft meines Elternhauses. Zur Tatzeit war ich erst 3 und noch Dekaden später wurde immer noch über diese Tat gesprochen.
Echt? Meine Eltern waren auch gebürtig aus der Großgemeinde, zu der der Ort gehörte. Die ermordete Enkelin war eine Klassenkameradin eines entfernten Verwandten von mir.

Hier ein Podcast zu dem Fall.

https://moerderischeheimat.podigee.io/20-neue-episode

Da kommt auch ein Ermittler von damals zu Wort. Da ist aber Null Selbstreflexion zu spüren. Er meint, wenn sie die Expertin aus Amerika bekommen hätten, dann hätten sie ihn überführt. Der Artikel im Spiegel klingt etwas anders...

Auch zum Mordfall Weimar gibt es einen Podcast aus dieser Reihe, sogar 2 Teile dazu, bei der Richter Hormuth zu Wort kommt.

https://moerderischeheimat.podigee.io/12-neue-episode
https://moerderischeheimat.podigee.io/13-neue-episode

So mehr dazu aber dann auch nicht, sonst bekomme ich eine "Off-Topic"-Ermahnung vom Moderator*innenteam.


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04.02.2026 um 16:16
Beiträge, die Gutachter diskreditieren, sind zu unterlassen. Ebenso Beiträge in denen Ermittlern irgendeine Form von Manipulation unterstellt wird. Absolute Aussagen sind mit Quellen zu belegen. Wer behauptet, dass eine Unfalltheorie unwahrscheinlich ist, darf das gerne mit entsprechenden Quellen, Belegen und Nachweisen tun. Ein Abstreiten eines möglichen Unfalltodes mit hanebüchenen Thesen, wilden Spekulationen inkl. unklarer und undurchsichtiger Behauptungen ist nicht zulässig.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 15:34
Nun, da die Fehlspur "Jogger", in der ermittelt und verurteilt wurde, als solche erkannt, richterlich korrigiert und entschuldigt wurde, möchte ich einen kurzen Moment der Familie von Hanna widmen. Wie ergreifend in der ARD-Doku kurz erwähnt wird, die Polizei zeigte den Eltern ihre zwei Schmuck-Ketten, die sie am Vorabend trug, davon eine mit einem Schutzengel. Der Schutzengel was coming home, er versagte in jener Nacht. So erschütternd.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 17:17
Zitat von XluXXluX schrieb am 02.02.2026:Aber das ist nicht mal das Schlimmste. Noch viel unverständlicher ist, dass der Nebenklägervertreter das verhindern wollte. Warum eigentlich? Es war ja nicht mal das Handy seiner Mandanten - also was in Gottes Namen hätte er dagegen haben können, dass ausgewertet wird, ob ST überhaupt zum Tatzeitpunkt an der Stelle hätte sein können?
Das ist doch klar: Die Verteidigung hatte diesen Beweisantrag am 21.12.2023 gestellt und dazu angeführt, er werde ergeben, dass Sebastian T.s nächtliches Lauf-Training und seine Spiel-Aktivität am Handy keine Zeit für einen Mord übrig gelassen hätten.

Daran hatte der Nebenklagevertreter wohl kein Interesse - vermutlich, weil er im Auftrag seiner Mandanten ein möglichst "klares" Urteil wollte. D.h. keine "Verunklarung" der Täterschaft des Angeklagten durch "Zweifel säende" Beweismittel, sondern eine rasche Bestätigung der Anklage. Ich gehe davon aus, dass dies die Erwartungshaltung der Angehörigen Hannas war: Eine Verurteilung des damals Angeklagten. Ob die Nebenkläger dabei von Fehlern oder Erwartungen der Ermittlungsbehörden geleitet wurden, ist eine andere Frage.

Ich will das nicht bewerten, sondern nur erklären, warum in Strafprozessen so gehandelt wird. Die möglichst umfassende und penible Ermittlung der objektiven Wahrheit ist halt nicht immer das Interesse aller Beteiligten. So verwerflich man das finden mag. In dem Fall - wenn ich das erste Urteil noch richtig im Kopf habe - wurden ja die Zeitpunkte ermittelt, in denen T. an diesem Handy spielte.

Im Übrigen: Die Beiträge auf den letzten Seiten unter dem Gesichtspunkt "Unfall" fand ich sachlich ziemlich spannend. Ob der "Notruf" willentlich oder versehentlich durch das Opfer, oder als technisches Phänomen eines wie auch immer gearteten Kontakts mit dem Bärbach zustande kam, wird offen bleiben müssen. Die Möglichkeit, dass das mit 2,0 Promille nicht unerheblich alkoholisierte Opfer in den Bereichen ohne Geländer in den Bach gefallen sein könnte, ist natürlich nicht fernliegend.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 18:19
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Daran hatte der Nebenklagevertreter wohl kein Interesse - vermutlich, weil er im Auftrag seiner Mandanten ein möglichst "klares" Urteil wollte. D.h. keine "Verunklarung" der Täterschaft des Angeklagten durch "Zweifel säende" Beweismittel, sondern eine rasche Bestätigung der Anklage. Ich gehe davon aus, dass dies die Erwartungshaltung der Angehörigen Hannas war: Eine Verurteilung des damals Angeklagten. Ob die Nebenkläger dabei von Fehlern oder Erwartungen der Ermittlungsbehörden geleitet wurden, ist eine andere Frage.
Ich denke, dass man das nicht so genau analysieren kann. Warum hatte denn das Gericht viele Beweisanträge abgelehnt. Weil es glaubte die Wahrheit gefunden zu haben, weil es in Wirklichkeit nicht wirklich objektiv die Beweisaufnahme geführt hatte. Wenn das für ein Gericht schon so schwierig ist, wie ist es dann für die Betroffenen? Und die Familie wollte natürlich auch irgendwann ein Ende des Verfahrens sehen und für sie war die weitere Beweisaufnahmen eher eine Qual. Es ist eben die Frage, ob man sich die Anwesenheit in einem solchen Verfahren überhaupt antun soll. Ich glaube, dass es wahrscheinlich besser ist, wenn man nicht teilnimmt. Aber das ist einen ganz persönliche Entscheidung der Betroffenen.

Trotzdem, der Nebenklagevertreter bleibt in diesem Fall eine schillernde Figur, warum hat er die Opferfamilie nicht davon abgeraten die Strafanzeige gegen Frau Rick zu stellen? Er hätte der Opferfamilie erklären müssen, dass der Angeklagte ein Recht hat, auch einem Privatgutachter (unter Einhaltung des Verschwiegenheitspflicht) die Obduktionsunterlagen zukommen zu lassen. Sonst wäre eine vernünftige Verteidigung nicht möglich. Das hätte der Nebenklagevertreter der Familie klar machen müssen. Da er auch Verteidiger ist, wusste er das auch.
Natürlich kann es sein, dass die Familie darauf bestand. Die Familie hatte immer betont, dass sie nicht will, dass ein Unschuldiger verurteilt wird. Aus meiner Sicht hätte sie bei einer ausreichenden Aufklärung das durchaus verstanden und von der Strafanzeige abgesehen. So wurden nur falsche Hoffnungen geweckt.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 18:33
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Daran hatte der Nebenklagevertreter wohl kein Interesse - vermutlich, weil er im Auftrag seiner Mandanten ein möglichst "klares" Urteil wollte. D.h. keine "Verunklarung" der Täterschaft des Angeklagten durch "Zweifel säende" Beweismittel, sondern eine rasche Bestätigung der Anklage.
Genau das ist es. Keiner wollte, dass es noch irgendwie zu Zweifeln kommen kann. Deshalb wurde STs Handy gar nicht erst ausgewertet - und Raffis auch nicht.
Aber so kann man doch kein Urteil sprechen.
Man kann doch Beweisanträge nicht ablehnen, weil man fürchtet, dass der Angeklagte plötzlich ein Alibi haben könnte oder der schön konstruierte Tatablauf nicht mehr an die objektiven Daten anzupassen ist.

So kann doch nicht ernsthaft ein Rechtssystem funktionieren?


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 19:01
@XluX

Genau.

Das waren ganz klare Zeichen dafür, dass das Gericht nicht mehr objektiv handelte.

Wenn das eine Verteidigung merkt, muss sie so viele Beweisanträge wie möglich stellen. Wie man sieht, der Verteidigung ist nicht der geringste Fehler unterlaufen. Auch ohne Befangenheitsantrag wäre die Revision sehr wahrscheinlich erfolgreich gewesen.

Andernfalls wäre D kein Rechtsstaat.


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Hanna W. tot aus der Prien geborgen

06.02.2026 um 23:17
Sie war 23 Jahre alt, sie hat nicht mehr in ihrem Elternhaus gelebt. Sie hat in Rumänien studiert. Sie war selbständig und Unabhängig. Sie hat im Emergency Call eine veraltete Nummer von ihrem Vater.

Warum sollte sie bei einer Gefahrensituation ihre Eltern anrufen ? Sie wohnen ein paar Straßen weiter, meint ihr die Eltern wären Zuhause geblieben, nach so einem Anruf?

Wer will seine Eltern solch einer Gefahr aussetzen? Niemand kann so verzweifelt sein, seine Eltern bei Regen auf die Suche zu schicken. Dann kommen sie an und stehen vor einem bewaffneten Mann?
Sie hätten die Polizei anrufen müssen, um einen Angriff zu melden. Die Fragen beantworten, aber bei einem Angriff, hätte Hanna keine Zeit für Angaben gehabt, sie hätte schreien können. Die Eltern hätten die Schreie ihre Tochter gehört. Ja was dann? Bei der Polizei hätte man sie Orten können. Hätten mehrere Beamte nach ihr gesucht.

Man ruft niemanden bewusst an, während eines Angriffes.
Die Anklageschrift sprach schon damals dagegen. Sprung auf die Schulterblätter, Fixierung und unter solchen Umständen ruft man seine Eltern an?
Sie hat in Rumänien gelebt und nicht unter einer Käseglocke. Im Ausland geht der Reflex die Eltern anzurufen, schnell verloren. Auch wenn man betrunken ist. Man lernt sich selbst helfen.

Von Anfang an, störte mich das, das eine erwachsene Frau in Todesängste ihre Eltern angerufen haben soll.
Der direkte Anruf bei der Polizei, der sie hätte Orten können, ist naheliegender. Entweder es gab keine Gefahr oder dieser Anruf war unbewusst losgegangen. Es gab keine andere sinnvolle Einordnung.
Die realitätsferberne Einordnung dieses Anrufes, hat einen Unfall ausgeschlossen. Sie war in Gefahr, daher rief sie ihre Eltern an.
Als würden wir über eine Teenagerin reden, deren lebensmittelpunkt bei ihren Eltern liegt.


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