XluX schrieb:Du hast Recht, man sieht ab 2:31:15 schon etwas - aber das ist so minimal, dass man eigentlich nicht davon ausgehen kann, dass das Handy zu dem Zeitpunkt schon Wasserkontakt hatte, oder?
Man muss genau hinhören, der Thermpodynamiker sprach von "Wasserkontakt". Er sprach nicht davon, dass das IPhone vollständig von Wasser umgeben war.
Ich denke er hatte an einem IPhone entsprechende Versuche angestellt und erkannt, dass die negative Steigung dieser Rampe nicht mit einer Änderung der Umgebungstemperatur zu erklären ist. Die Luft ist ein schlechter Wärmeleiter. Wasser dagegen leitet die Wärme um Größenordnungen besser. Daher ist er von einem spätesten Wasserkontakt von diesem Messpunkt an ausgegangen.
Der früheste Wasserkontakt wäre kurz hinter dem vorherigen Messpunkt. Also zwischen 2:30:45 und 2:31:15 ist der erste Wasserkontakt erfolgt.
Und genaugenommen passt nun alles zusammen. Das IPhone scheint wirklich das erste eindringende Wasser in das schwimmende Etwas registriert zu haben. Dieses Wasser löste dann Anruf so aus, wie die Verteidigung es in einem Video gezeigt hatte. Dann schwamm es noch während des Anrufversuchs auf dem Wasser weiter. Der Punkt während des Anrufversuchs ist schon etwas tiefer als man erwarten würde, das könnte zeigen, dass schon etwas mehr Wasser eingedrungen war, das der Kontakt zwischen IPhone und dem Wasser sich stärker ausgebildet hatte. Wenn das nicht so zu interpretieren ist, dann könnte man mit diesem Punkt die Zeit des ersten Kontaktes sogar besser bestimmen, es wäre dann um etwa 2:31:00. Aber da man das nicht weiß und es zu wenig stützende Messpunkte gibt, kann man diese Zeit nicht besser als in dem obigen Zeitrahmen bestimmen.
Der Zeitbereich ist genau genug, Der Weg über die Wiese ist dadurch unmöglich geworden. Hier haben uns die GPS-Daten wirklich etwas vorgegaukelt, was nicht realistisch war. Eigentlich kein Wunder, denn eine solche Handlungsweise des Opfers war von vornherein unplausibel.
Der nächste ist dann schon deutlich niedriger, dort wird das schwimmende Etwas dann sich im Untergang befunden haben.
XluX schrieb:Im Oktober 2025, fast drei Jahre nach der Verhaftung und nachdem ST über 2,5 Jahre im Gefängnis saß, ist "angedacht", mal zu prüfen, ob die Hose vielleicht nicht doch so leicht über die Schuhe hätte abgestriffen werden können, dass es beim Treiben passiert sein könnte. Aber ein Gutachter war sich sicher, dass es nicht beim Treiben passiert sein kann.
Ja, es war eine katastrophales Versagen der kompletten Justiz. Ich denke, man kann es wirklich als Skandal bezeichnen. Das trifft voll und ganz zu.
XluX schrieb:Gerade wenn man sich z.B. übergeben muss, tut man das ja eher dezent zur Seite hin als mitten auf die Straße. Da gibt's aus meiner Sicht mehrere Szenarien (auch ein Ausweichen o.ä.).
Ja, auch dies ist möglich. Wie gesagt, diese Stelle war eine tickende Zeitbombe. Es gibt neuere Fotos dieser Stelle, wo zumindest der Bereich um das Brückerl entschärft wurde.
XluX schrieb:Aber weil Du "Durchgangsstraße" erwähnst. In der Doku hat Frau Rückert ja gesagt, dass diverse Autos im Hintergrund vorbeigefahren sind.
Mich wundert ein bisschen, dass diese Kamera anscheinend diesbezüglich gar nicht ausgewertet wurde, um zu eruieren, wie groß das Zeitfenster für die angebliche Tat wirklich war.
Mich wundert in dem Fall ehrlich gesagt nichts mehr. Sie waren 100%ig auf den Angeklagten fixiert und erkannten daher nicht die vielen widersprechenden Indizien. Es war ein Hexenprozess, wie er im Buche steht. Dass so etwas in unserer Zeit noch vorkommen kann ist erschreckend.
XluX schrieb:Und dann noch eine Frage: Überwachungskameras zeichnen meistens ohne Ton auf, oder? Sonst hätte man ja auf der Kampenwandparkplatz-Kamera vielleicht etwas hören können (mal abgesehen davon, dass 16 min lang nichts aufgezeichnet wurde)?
Der Ton wird normalerweise nie aufgezeichnet. Wahrscheinlich gibt es dazu noch weit mehr rechtliche Hürden. Sonst wäre der Überwachungsstaat nicht mehr fern.