Darev schrieb:Mich hat verwirrt, dass bei Amys Nachnamen "Lopez" niemand in der Sendung drauf kam, dass sie (oder ihre Eltern) wohl nicht aus Texas, sondern viel eher aus Mexiko stammen könnten .... (zum Glück war Trump damals noch nicht Präsident, aber das wäre wieder ein eigenes Thema ....).
Lopez ist kein seltener Nachname in den USA. Die Familie wird spanische/südamerikanische Wurzeln haben, nicht zwingend mexikanische. In der wievielten Generation sie in Texas leben, ist nicht bekannt. In meiner Familie gibt es einige Beispiele, dass die in die USA ausgewanderten Menschen schon in der zweiten Generation kein Deutsch mehr sprechen. Dass man automatisch die Sprache eines Nachbarlandes spricht, halte ich für ziemlich abwegig. Aber warum Du Trump erwähnst, der damals "zum Glück noch nicht Präsident war", erschließt sich mir nicht, denn die ersten Grenzzäune und Mauern zwischen Texas und Mexiko wurden in der Amtszeit von Bill Clinton errichtet.
Nur hat das alles doch mit dem vorliegenden Fall gar nichts zu tun. Man muss ja nicht jeden Fall politisieren. Hier geht es um eine ermordete junge Frau aus Texas, die diese Reise von ihren Eltern zum Collegeabschluss geschenkt bekam. Sie wollte Medizin studieren. Sie wäre vielleicht eine gute Ärztin und eine gute Mutter geworden, hätte sicherlich viel bewegt.
Für mich stellt sich eher die Frage, wer in Deutschland Spanisch spricht, und was es mit dem Mann auf sich hat, er sich damit gebrüstet hat, eine spanisch sprechende Frau "verführt" zu haben. Die Verständigung mit Amy Lopez wäre doch viel eher in Englisch erfolgt. Hätte sie jemanden auf Spanisch angesprochen? Eher nicht, oder? Sie ist davon ausgegangen, dass Englisch die Weltsprache ist. Oder wäre sie im Zweifel auf Spanisch ausgewichen, um zu suggerieren, dass sie das Gegenüber nicht versteht, weil sie nicht mit ihm reden wollte?
sallomaeander schrieb:In der Nähe von Jugendherbergen habe ich die Beobachtung gemacht, dass sich einheimische männliche Jugendliche bzw. junge Männer herumtreiben, wenn dort ältere Schulklassen einrücken - wegen der Schülerinnen, die sich in dieser ungewohnte Umgebung, auf Schulreise, und eben auch ohne elterliche Aufsicht, zum Teil von diesen Ortsansässigen ansprechen lassen.
Das habe ich auch gedacht. Diese Beobachtungen habe ich auch schon gemacht. Aber Amy Lopez war ja nicht blauäugig. Sie wollte kurz in Koblenz bleiben, danach in die Schweiz. Das zeugt von Mut und Selbstvertrauen, was einem natürlich auch zum Verhängnis werden kann. Dieser Landstrich ist meiner Meinung nach einer der schönsten Deutschlands. Dass man sich dort sicher fühl, kann ich gut nachempfinden. Im Filmfall wurde gesagt, dass sie einen Selbstverteidigungskurs absolviert hat. Dass ihr dieser nicht geholfen hat, finde ich tragisch.