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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

2.173 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: USA, Mord, Vergewaltigung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 17:42
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Ich kenne jetzt die Statistiken im Detail nicht. Die Frage ist auch, nach welchen Kriterien diese erstellt wurden. Sicherlich besteht kein Zweifel daran, dass ein Sexualstraftäter seltenst erst mit 50 mit seinen Taten beginnt.
@redsherlock
Das muss nichts bedeuten.
Der TV könnte sehr oft "Glück" gehabt haben, dass er nicht angezeigt worden ist.
Das Wort Glück ist hier natürlich deplaziert.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:09
Zitat von frauZimtfrauZimt schrieb:Der TV könnte sehr oft "Glück" gehabt haben, dass er nicht angezeigt worden ist.
Das Wort Glück ist hier natürlich deplaziert.
Ja, bei einigen Fällen hier im Forum sollte man auch an einen Tätertyp denken, den man nie erwischt hat.

Aus verschiedenen Gründen (Intelligenz, Selbstkontrolle, neues Leben etc.) sind sie nicht oder kaum in Erscheinung getreten.

Ich denke hier speziell an den Fall Scarlett.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:14
Zitat von redsherlockredsherlock schrieb:Es geht m. E. auch nicht darum, dass "Daten" frei verfügbar rumliegen, sondern dass sie technologisch stark gesichert sind und Zugriff nur von berechtigten Personen (z. B. Staatsanwalt) unter sehr restriktiven Voraussetzungen (z. B. richterlicher Beschluss) eingesehen werden darf.
Unser strenger Datenschutz rührt aus der Vergangenheit. Stichworte: Gestapo und Stasi.

Die USA haben de facto gar keinen. Davon kannst ausgehen.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:26
Zitat von frauZimtfrauZimt schrieb:Der TV könnte sehr oft "Glück" gehabt haben, dass er nicht angezeigt worden ist.
Ja - oder dass die Tat nicht nachverfolgt wurde.

Der Tatverdächtige gibt mir Ronny Rieken Vibes.

Bereits in Jugendtagen kriminell:
Vor der ersten Vergewaltigung liegt eine Strecke von Taten, wie sie unter Jugendlichen aus schlechten sozialen Verhältnissen nicht unüblich sind: Einbrüche, Diebstähle, Prügeleien.
Die erste Vergewaltigung (1987) wird vom Opfer angezeigt, aber von der Staatsanwaltschaft eingestellt - und hier war Rieken kein Einzelfall:
Maria.....soll ihn mit dem Mund befriedigen. Sie muß sich übergeben. Dann vergewaltigt er sie. Sie ist so fassungslos, daß sie es über sich ergehen läßt. Als er fertig ist, steht er auf und droht ihr, falls sie ihn verrät. Man werde ihr ohnehin nicht glauben.
Marias Mutter geht aufgebracht zu den Riekens. Ronnys Mutter erklärt, ihr Sohn würde so etwas niemals tun. Auch Schwester Ramona glaubt der Freundin nicht. Daraufhin erstattet das Opfer Anzeige.

Die Staatsanwaltschaft stellt die Sache ein, nachdem Rieken behauptet, der Geschlechtsverkehr habe einverständlich stattgefunden. Die Akte wird vernichtet
.

Der Vorgang ist keine Rarität. Auch beim »Heidemörder« Thomas Holst, nur ein Beispiel, hielt ein Hamburger Amtsgericht es 1988 für möglich, daß ein Mann ein ahnungsloses junges Mädchen auf der Straße überfällt, in Todesangst versetzt, vergewaltigt - und dabei der Meinung ist, es empfinde Sympathie für ihn. Sonst hätte sich das Mädchen doch mehr gewehrt.
Dann vergewaltigt er seine Schwester Ramona (1989) und wird nach 3.5 Jahren frühzeitig auf Bewährung entlassen.
Ramona - nicht Ronnie - wird ihrer Familie verstossen.
Marias Vergewaltigung, die 1987 nicht angeklagt wurde, kam noch einmal zur Sprache, als sich Rieken 1989 vor dem Landgericht Oldenburg wegen Vergewaltigung seiner jüngeren Schwester Ramona verantworten muß.
Ramona hatte gegen den Willen der Familie die Tat angezeigt. Mutter und Schwestern wandten sich von ihr ab und wiesen schließlich ihr die ganze Schuld zu.
»Auch mußte zugunsten des Angeklagten«, so heißt es in dem Urteil, »bei der Strafzumessung sein junges Alter berücksichtigt werden. Er war zur Tatzeit gerade 21 Jahre alt« - Sätze, die sich oft finden, auch hier, wenn die Gefährlichkeit eines jungen Straftäters unterschätzt wird. Man will einem jungen Menschen nicht das Leben zerstören. Man gibt ihm eine Chance. Und dann ist das Leben anderer zerstört.

Rieken kommt nach dreieinhalb Jahren Haft 1993 auf freien Fuß. Er hat sich gut geführt
Und nach seiner Freilassung hat er dann reihenweise junge Maedchen (die sind weniger wehrhaft als Frauen) vergewaltigt und zwei auch getötet.

Quelle:
https://www.spiegel.de/politik/dann-hast-du-es-gemacht-a-a9e05e88-0002-0001-0000-000008034516


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:31
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Mord in Tateinheit mit Vergewaltigung ist doch naheliegend.
Die Tötung in Verdeckungsabsicht.
Oder zur Ermöglichung einer Straftat (der Vergewaltigung).
Heimtücke und "zur Befriedigung des Geschlechtstriebes" , wovon der StA sprach, sind wohl schwer nachzuweisen.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:33
Zitat von SomertonManSomertonMan schrieb:Unser strenger Datenschutz rührt aus der Vergangenheit. Stichworte: Gestapo und Stasi.
Wobei die Deutsche Hollerith, Vorläufer von IBM Deutschland, eine verhängnisvolle Rolle hatte - deren Lochkarten ermöglichten eine Identifizierung, wer ins Verfolgungsmuster der Nazis fiel (Holocaust). So barbarisch die Taten waren, datentechnisch waren die Täter auf der Höhe der damaligen Zeit.

Aber zwischen "null Datenschutz" und "garnichts darf gespeichert werden" gibt es sicher für die Allgemeinheit einen Mittelweg, und für notorische Sexualstraftäter sollte es gar keine Löschung geben. Die Rechte potentieller Opfer stehen für mich über der möglichen Resozialisierung desjenigen, der sich bereits einschlägig strafbar gemacht hat.

Und nein, das Thema ist hier nicht Off-Topic, denn der aktuell Beschuldigte hat möglicherweise davon profitiert, dass seine Daten bereits gelöscht gewesen sein sollen. So ähnlich hat sich ja der Staatsanwalt in der PK dazu geäußert. Ein paar Jahre später, und es wäre zu keinem Verfahren mehr gekommen.

Anders ausgedrückt, der mutmaßliche Täter wäre mit seiner Tat durchgekommen.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:40
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Der Tatverdächtige gibt mir Ronny Rieken Vibes.
Und ich fühle mich an den Fall von Jutta H. aus Lindenfels erinnert, der auch nach Jahrzehnten geklärt werden konnte und bei dem der Täter ebenfalls schon vor und nach der Tat wegen schwerer Sexualdelikte auffällig geworden war und dauerhaft im Masregelvollzug saß.

Schrecklich, dass solche Täter immer nur kurz eingesperrt werden und danach immer wieder weiter machen können.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:41
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Und nein, das Thema ist hier nicht Off-Topic, denn der aktuell Beschuldigte hat möglicherweise davon profitiert, dass seine Daten bereits gelöscht gewesen sein sollen.
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:Anders ausgedrückt, der mutmaßliche Täter wäre mit seiner Tat durchgekommen.
Wenn er nicht freiwillig seine DNA abgegeben haette, wohl schon.
Ins Taeterprofil passte er ja nicht, ob da noch eine richterliche Anordnung gekommen wäre, wenn er die DNA nicht freiwillig abgegeben haette - ich denke, diese Chance wäre äusserst gering gewesen.
Zitat von GrillageGrillage schrieb:den Fall von Jutta H. aus Lindenfels
Stimmt, dieser war auch mehrfach wg. Sexualdelikten aufgefallen. Aber hier waren diese Taten nach Jutta, wenn ich das auf die Schnelle richtig sehe.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:54
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Wenn er nicht freiwillig seine DNA abgegeben haette, wohl schon.
Er hat möglicherweise eine Abwägung getroffen, was für ihn günstiger ist. 1999 konnte man ihm im Fall Amy Lopez noch nichts nachweisen, also mag er gedacht haben, eine "freiwillige" Abgabe könne ihm weniger zum Nachteil gereichen, als diese zu verweigern.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 18:56
Zitat von sallomaeandersallomaeander schrieb:1999 konnte man ihm im Fall Amy Lopez noch nichts nachweisen,
Das wundert mich, dass damals der Nachweis nicht geklappt hat - die DNA Analyse stecke damals doch nicht mehr so in den Kinderschuhen.

Diese Hautschuppen-Analyse, die inzwischen moeglich ist, ist schon der Hammer!


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 19:36
In der Landesschau kommt H. Suessenbach, der damalige Leiter der Mordkommision zu Wort - Freude, Wut, Trauer, Erleichterung - all das spiegelt sich in dem kurzen Beitrag wieder:
mordet. Den Täter hat man nie gefunden. Doch nun hat die Polizei einen dringend Tatverdächtigen festgenommen. Harald Süßenbach war 1994 Leiter der Mordkommission Koblenz. D
Quelle:
https://www.swr.de/video/sendungen-a-z/landesschau-rlp/festnahme-im-mordfall-amy-lopez-so-geht-es-einem-ehemaligen-ermittler-100.html


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 19:46
@Justsaying
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Stimmt, dieser war auch mehrfach wg. Sexualdelikten aufgefallen. Aber hier waren diese Taten nach Jutta, wenn ich das auf die Schnelle richtig sehe
Das könnte ja hier auch so sein. Wir wissen ja noch nicht welche Art von Taten der Tatverdächtige seit den 60er Jahren begangen hat. Ich würde sogar davon ausgehen, dass vor 1994 eher keine Sexualtaten von ihm begangen wurden. Denn er rückte ja erst durch die Verurteilung 1999 in den Fokus. Würde es vor 1994 Verurteilungen wegen Sexualstraftaten geben, so wäre er schon 1994 als Aktenkundiger im Fokus gewesen. So zumindest meine Mutmaßung.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 19:53
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:. Würde es vor 1994 Verurteilungen wegen Sexualstraftaten geben, so wäre er schon 1994 als Aktenkundiger im Fokus gewesen.
Er war doch auch damals schon im Kreis derer, die man sich angeschaut hat:
Der Festgenomme habe aber bereits bei den ersten Ermittlungen in den 1990er Jahren zum Kreis der Verdächtigen gehört. Unter anderem hatte die Polizei nach eigenen Angaben damals sein Alibi überprüft und eine DNA-Probe von ihm genommen. Eine Übereinstimmung konnten die Ermittler aber nicht nachweisen.
Quelle:
https://www.tagesschau.de/inland/regional/rheinlandpfalz/amy-lopez-mord-verdacht-sexualstraftaeter-100.html

Ich kann mir nicht vorstellen, dass er nur wegen einer versuchten Vergewaltigung 1999 7 Jahre bekommen hat.
Da muss noch mehr gewesen sein, ansonsten wäre das Strafmaß äusserst hart.

Ich bin mal gespannt, um was es bei den fruehrern Urteilen ging. Wenn man dazu noch etwas weiss.

Und wie ich am Fall Ronny Rieken beschrieben habe:
Es ist nicht gesagt, dass fruehere Sexualdelikte angezeigt bzw. angeklagt wurden. Und die Akten schon lange vernichtet wurden.

Mit knapp 50 Jahren das erste Sexualdelikt - das kommt mir sehr unwahrscheinlich bei diesem Mann vor.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 20:52
@Justsaying
Bei der heutigen Pressekonferenz wurde gesagt, dass er durch die Verurteilung 1999 in den Fokus geraten ist. Vorher noch nicht.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 21:02
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Bei der heutigen Pressekonferenz wurde gesagt, dass er durch die Verurteilung 1999 in den Fokus geraten ist. Vorher noch nicht.
Du hast recht - ich habe es nachgehoert.
Es wird gesagt, dass 1999 eine Ermittlugsspur zu ihm angelegt wurde.

Dennoch - ich kenne mir vorstellen, dass vorherige Sexualdelikte damals nicht erfasst worden waren. Siehe Beispiel R. Rieken.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 22:14
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:In der Landesschau kommt H. Suessenbach, der damalige Leiter der Mordkommision zu Wort - Freude, Wut, Trauer, Erleichterung - all das spiegelt sich in dem kurzen Beitrag wieder:
Wow! Ich finde Menschen immer so beeindruckend, die, obwohl sie Jahrzehnte in einem Beruf gearbeitet haben und schon Jahrzehnte nicht mehr arbeiten, immer noch so engagiert dabei sind. Überhaupt nicht abgestumpft oder Dienst nach Vorschrift, sondern involviert, engagiert und berührt.
Auch für H. Suessenbach freue ich mich, dass der Fall jetzt offenbar gelöst werden konnte!


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 22:30
Ich habe folgende Fälle in der Genios-Suche gefunden.
Vom Alter her passen beide allerdings nicht ganz, aber zumindest die Haftzeit von 7 Jahren einmal und es ist die Rede von früheren Delikten


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 22:50
Zitat von GrillageGrillage schrieb:Wow! Ich finde Menschen immer so beeindruckend, die, obwohl sie Jahrzehnte in einem Beruf gearbeitet haben und schon Jahrzehnte nicht mehr arbeiten, immer noch so engagiert dabei sind. Überhaupt nicht abgestumpft oder Dienst nach Vorschrift, sondern involviert, engagiert und berührt.
Auch für H. Suessenbach freue ich mich, dass der Fall jetzt offenbar gelöst werden konnte!
Ich glaube, dass die meisten Ermittler sehr lange an solch ungelösten Fällen knabbern. Um so schöner, dass sowohl er als auch der Vater - der vor allem- dieses Ergebnis noch erleben können. Tragisch, dass der Täter noch so lange in Freiheit leben durfte.

Es freut mich sehr, dass Amys Schicksal wenigstens geklärt werden konnte. Chapeau an die Ermittler.


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Mord an Amy Lopez in Koblenz 1994

25.02.2026 um 23:06
Zitat von angellostangellost schrieb:Ich habe folgende Fälle in der Genios-Suche gefunden.
Vom Alter her passen beide allerdings nicht ganz, aber zumindest die Haftzeit von 7 Jahren einmal und es ist die Rede von früheren Delikten
Das obere scheint aber gut zu passen zur derzeitigen informationslage - danke!


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