GinoRedheart schrieb:Vielleicht hat SH da gar nicht entfremdet, sondern die Kinder selbst haben sich von CB entfremdet.
So sehe ich das jedenfalls mittlerweile. Anfangs dachte ich SH hätte da zumindest moralisch eine Teilschuld am Geschehen. Von diesem Gedanken habe ich mich weitestgehend verabschiedet.
Da will ich auch selbstkritisch sein:
Ich hatte ursprünglich auch dem Vater einen schuldhaften Anteil an der "Entfremdung" auferlegt, weil ich eine Mitverantwortung bei ihm sah, dass es nicht dazu kommt. Aber mittlerweile denke ich auch, dass es vorrangig der Impuls der beiden Kinder war, nicht mehr bei der Mutter bleiben zu wollen. Und auch - sei es aus Scham oder Schuldgefühl, sei es aus Verunsicherung und Selbstschutz - keinen Kontakt mehr zu ihr zu suchen. Die Trennung konsequent zu vollziehen.
So wie Frau Block bislang vor Gericht aufgetreten ist, wie sie sich selbst und ihr Familienleben dargestellt hat, kann ich nachvollziehen, dass sich die Kinder in Hamburg nicht wirklich akzeptiert und geborgen gefühlt haben. Und so, wie dann in Dänemark mit Hilfe bezahlten Personals agiert worden ist, sehe ich auch mehr Selbstbezogenheit, Macht und familiendynastische Erwägungen am Werke, denn wahre Sorge um das Wohl der Kinder.
Kinder spüren das natürlich. Wenn dann der Vater über die Mutter nicht gerade wohlmeinend spricht, gegen sie gerichtlich/polizeilich vorgeht, die Kinder gar ermutigt, bei ihm zu bleiben, dann vertieft das die Trennung, klar, ist aber auch situationsbedingt unvermeidlich. Den Kindern wird die Parteinahme des Vaters für sie und gegen die Mutter Sicherheit und Schutz bedeutet haben und somit wichtig gewesen sein, in Dänemark Wurzeln zu schlagen, eine neue Familie zu finden.
ottercat schrieb:Ok..wenn dem so ist, klingt das für mich nach einem Systemfehler
Ist es auch. Kein Umgang, über Jahre, kein Kontakt, dass ist für jeden Elternteil Höchststrafe, auch einem vom Schlage Block. Und eigentlich soll das vermieden werden. Zum Einen wäre Frau Block dann vielleicht gar nicht auf so völlig bescheuerte Ideen gekommen, bis hin zur Entführung. Und auf der anderen Seite ist es gar nicht gut, wenn ein Elternteil zum Feindbild mutiert, zur Gefahr, gegen die Polizei und Security benötigt wird.
Über zweieinhalb Jahre schaukelte sich der Irrsinn hoch. Es gab für beide Seiten keinen Realitätscheck, keine Annäherung. Danach dann der ultimative Bruch, die Mutter als Angeklagte, Vater und Kinder als Nebenkläger. Psychologisch ist das mittelfristig fatal, lässt sich aber gerade auch überhaupt nicht mehr ändern.