Grillage
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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow
um 08:05Allerdings passt das Bild so gar nicht zu dem Eindruck, den ich vorab von der Großmutter und dem Zusammenleben in Groß Breesen hatte. Klar, das beruhte nur auf sehr wenigen, kurzen Infos und duese sind nur indirekte Details in Vergleichbzu einem persönlichen Auftritt und Aussage.Xiani schrieb:Lässt auch tief blicken. Natürlich lebt Matthias sein Leben. Er geht seinem Alltag nach und pflegt eigene Hobbies. Die Aussage wirkt für mich jedoch sehr abweisend und distanziert.
MR hatte erwähnt, dass er sich morgens vorher Arbeit einen Kaffee bei seiner Mutter geholt hat. Das klingt für mich so gar nicht nach zwei völlig abgeschlossenen und distanzierten Leben. Eher wie zwei Wohnungen im gleichen Haus, bei denen die Türen füreinander nicht verschlossen sind. Man gleich morgens vor der Arbeit mal eben vorbeischaut, nicht nur um Kaffee zu holen, sondern eben auch um einen kurzen Kontakt zu haben. Und umgekehrt macht sie offenbar für ihn Kaffee mit, als freundliche Geste, vielleicht damit er sich morgens etwas Zeit sparen kann.
Dann war die Rede davon, dass die Großmutter den Vater spontan bei der Arbeit besucht hat und dadurch der Kontakt zwischen Vater und Sohn wiederbelebt wurde. Auch das klingt für mich nach einer sehr freundliche, sich um das Leben des Sohnes kümmernden Geste. Ihr war es offenbar wichtig, daß Sohn und Enkel Kontakt haben, sicher auch zum Wohle des Sohnes.
Gina H fand seine Familie als störend und wollte sie aus seinem Leben entfernen. Klar, sie will absoluter Mittelpunkt sein, keine Sterne neben sich dulden in seinem Universum. Aber wenn der Kontakt innerhalb der Familie so distanziert gewesen wäre, hätten die sie doch nicht so gestört.
MR hat dich mit seinem Bruder und dem Förster getroffen und wollte mit ihm zusammen Holz machen. Nach dem Fund der Leiche begleitet der Bruder den aufgebrachten MR zu Gina H. Auch dadurch ist bei mir ein Eindruck von Zusammenhalt in der Familie entstanden. Man arbeitet zusammen, unterstützt dich in schwierigen Situationen.
Der Bruder wird sicher noch als Zeuge aussagen, weniger wegen des Alibis, als vielmehr über MR entrüstet Reaktion auf den Leichenfund durchgeführt Gina.
Wie gesagt, vielleicht deute ich da in ein paar wenige angerissene Details viel zu viel rein. Aber man kann dieses Aussageverhalten der Mutter auch als große Sorge um ihren Sohn deuten. Sie wird das Debakel um seine Aussage mitbekommen haben, sowohl aus den Medien als auch durch seinen persönlichen Bericht, auch dass jetzt ein Verfahren gegen ihn läuft. Er dürfte die Situation auf dem Zeugenstuhl als maximal unangenehm empfunden haben, such wenn er nach außen den Coolen gegeben hat.
Dementsprechend nervös und ängstlich dürfte sie bei ihrer Aussage gewesen sein, v.a. in Sorge, den Sohn noch tiefer reinzureiten. Zumal der ihr ja ganz offensichtlich vorher damit in den Ohren gelegen hat.
Dass man als Zeugin vor Gericht einfach sagen kann man erinnere sich nicht, qenn man etwas nicht preisgeben will, st natürlich eine Binsenweisheit. Natürlich merken die Richter das, gerade wenn es so ungeschickt gemacht wird wie bei MR und seiner Mutter, die auffällig punktuelle Erinnerungslücken hatten.
Ich will das Verhalten der Großmutter nicht rechtfertigen, ich finde es unter aller Sau und das T-Shirt war vollkommen respektlos dem Gericht, Dorina und dem toten Enkel gegenüber. Aber ich sehe als Motivation für die verstockte Aussage vor allem Sorge um den Sohn, gegen den ermittelt wird und Angst, was falsches zu sagen, was ihn weiter belastet. Wenn sie also sagt, der habe sein Leben, für dass sie dich nicht interessiere, schätze ich das als vorgeschobene Lüge ein, damit sie nichts weiter dazu sagen muss.
Überings finde ich es nicht nachvollziehbar, die Familie hier als bildungsfern darzustellen, und das befremdliche Aussageverhalten darauf zurück zuführen. (Auch wenn die Polizistin diesen Eindruck explizit hatte.)
MR hat einen handwerklichen Berufsabschluss und arbeitet seit Jahren in dem Beruf. Sein Hobby ist das Reparieren alter Landmaschinen, was ich jetzt auch nicht gerade als simpel bezeichnen würde, eher als recht komplex. Ich finde, dass er seinen Standpunkt in den Textnachrichten durchaus gut darstellen kann, Kritik formulieren und auf den Punkt bringen kann. Klar ist er in dieser toxischen Beziehung völlig verfangen und verstrickt, aber er hat auch einiges daran reflektiert und kann mittelfristige Problempunkte unabhängig vom gerade akuten Zorn benennen.
Das ist alles für mich weit entfernt von Unterschicht, sowohl vom Bildungsgrad als auch vom Lebensstil.







