Es gibt eine bemerkenswerte zeitliche und räumliche Konstellationen, was den Vormittag des 10. Oktober anbelangt.
In der Verhandlung heute gab ja ein Zeuge zu verstehen, dass er an diesem Tag gegen 11 Uhr durch Zehna gefahren sei und dort bei der Feuerwehr einen Jungen habe stehen sehen, von dem er später annahm, es könnte wohl Fabian gewesen sein.
Jetzt wird ein Zeuge (46) befragt. Er schildert, dass er am 10. Oktober gegen 11 Uhr mit dem Auto durch den Ort Zehna in Richtung Güstrow zum Einkaufen gefahren sei. „Da ist mir aufgefallen, dass auf der linken Straßenseite bei der Feuerwehr ein Junge stand“, sagt er. Er hätte einen blauen Pullover, eine helle Jeans und helle Schuhe getragen. Er sei etwas pummelig gewesen, habe einen kurzen Hals gehabt und blonde Haare. „Das war für mich eine untypische Zeit, dass ein Junge in dem Alter da allein steht“, sagt der Zeuge.
Quelle:
https://www.bild.de/regional/rostock/prozess-um-mord-an-fabian-freund-erzaehlt-von-gewalt-des-vaters-69f2f4ded6078134c45a3b9c[
Die Aussage stieß nach meinem Eindruck auf eher skeptische Resonanz sowohl im Gerichtssaal als auch hier im Thread. Auch ich gehe eher davon aus, dass es nicht um eine Sichtung des Jungen gehandelt haben dürfte - jedenfalls nicht an dem Tattag.
Allerdings: Zeitlich wäre es möglich gewesen, dass der Zeuge und Gina H. mit Fabian zum gleichen Zeitpunkt in Zehna gewesen wären.
Laut Google benötigt man für die Strecke von der Schweriner Straße in Güstrow bis nach Zehna im Schnitt 12 Minuten. Der Ford Ranger wurde um 10.45 Uhr von der Kamera beim Elektrogeschäft erfasst und fuhr dann neun Minuten später, also um 10.57 Uhr, wieder stadtauswärts. Nach 12 Minuten (10.59 Ihr) hätte der Wagen mithin Zehna erreichen können.
Theoretisch wäre demnach eine Sichtung gegen 11 Uhr, wie vom Zeugen dargestellt, möglich gewesen. Auch der weitere Ablauf hätte passen können: Von Zehna bis Klein Upahl sind es neun Minuten; Gina H. wäre somit in der Lage gewesen, so rechtzeitig im Wald zwischen Lohmen und Klein Upahl einzutreffen, um dort um 11.19 Uhr das Foto mit ihrem Hund Leo zu schiessen (1,6 Kilometer vom Tatort Tümpel entfernt).
Aber es gibt noch eine weitere Auffälligkeit. Sie kann purer Zufall sein, ist aber doch verblüffend: Um 11.02 bzw. 11.05 Uhr will sich Fabians Vater im Wald von Groß Breesen mit einem Förster getroffen haben, um über Holzeinschlag zu sprechen. Auch wenn der exakte Treffpunkt nicht bekannt ist: Von hier sind es nur ein paar Minuten nach Zehna.
Doch auch wenn Gina H. nicht mit Fabian in Zehna war und eine andere Route gewählt haben sollte: Zwischen dem Wald bei Groß Breesen und dem Tümpel bei Upahl liegen Luftlinie auch nur wenige Kilometer. Will heißen: Räumlich und zeitlich waren Gina H., Fabian und dessen Vater während des Tatgeschehens am 10. Oktober nicht weit voneinander entfernt.
Um Missverständnissen vorzubeugen: Matthias R. soll damit nichts unterstellt werden; er hat ja auch Zeugen für das Treffen im Wald. In meinen Augen bedeutet diese zeitliche und räumliche Komponente jedoch eine zusätzliche Tragik, die das ganze Geschehen noch bitterer macht für ihn.
Hexe40 schrieb:Ja, es gibt da wohl verschiedene Aussagen, ist mir auch aufgefallen.
Sieh mal hier
..05.05.2026 - 12:41 Uhr
Vater schildert seinen Tagesablauf, als Fabian verschwand
Als Nächstes geht es um den Tag von Fabians Verschwinden. Matthias R. schildert detailliert seinen Tagesablauf. Er sei gegen 6 Uhr aufgestanden und habe einen Arbeitskollegen abgeholt. Gegen 10 Uhr habe er die Arbeit verlassen, um zu einer Autowerkstatt zu fahren. Um 11.02 Uhr oder 11.05 Uhr habe er sich mit dem Förster im Wald bei Groß Breesen getroffen, weil der ihm mitteilen wollte, wo er Holz machen kann. Um 11.58 Uhr sei er jedoch wieder bei der Arbeit gewesen.
Quelle:
https://www.bild.de/regional/rostock/prozess-um-mord-an-fabian-freund-erzaehlt-von-gewalt-des-vaters-69f2f4ded6078134c45a3b9c