[/Im Verhörvideo redet Gina H. inzwischen nahezu ohne Unterbrechung. Immer wieder schildert sie Streit und Gewalt in ihrer Beziehung mit Matthias R.
Quelle: https://www.bild.de/regional/rostock/live-ticker-zum-mordprozess-um-fabian-gina-h-raeumt-alibi-deal-ein-69f2f4ded6078134c45a3b9c
Ich weiß ja nicht, wie das Polizei-Video der Vernehmung von Gina H. strukturiert ist - ob es sich um eine chronologische Wiedergabe handelt oder ob bestimmte Fragenkomplexe zu Blöcken zusammengefasst sind.
Mir fällt jedenfalls auf, dass die Schilderung der persönlichen Verhältnisse der Angeklagten -etwa ihre Krankheiten oder die Verbindung zu Matthias R.- enorm viel Raum einnehmen.
Offenbar redete sie da wie ein Wasserfall mit Angaben bis ins letzte Detail - und das als Zeugin, die doch eigentlich im Kern nur dazu aussagen sollte, unter welchen Umständen sie die Leiche von Fabian „gefunden“ hat.
Augenscheinlich war Gina H. in ihrer Rolle als Täterin so gefangen, dass sie sich von Anfang an genötigt fühlte, ihre Verhaltensweisen breit zu erklären und zu rechtfertigen. Zudem beteuerte sie wiederholt, dass sie mit der Sache „nichts zu tun“ habe, dass es ein „verfickter Zufall“ gewesen sei, am Tümpel auf die Leiche von Fabian zu stoßen.
„Ich schwöre es bei meinem Kind“, fügte sie noch theatralisch hinzu.
Wer nach einem Leichenfund routinemäßig als Zeugin vernommen wird, muss doch nicht mit solcher Wucht seine Unschuld beteuern und aus seinen Lebensverhältnissen ein derartiges Drama stricken wie Gina H. dies tat.
Das konnte -gepaart mit all den Ungereimtheiten um Fabians Auffinden- die Vernehmungsbeamten doch nur stutzig machen. Irgendwann ist ihre Verwunderung dann in einen Verdacht umgeschlagen - mit einer entsprechenden Veränderung des Status‘ von Gina R. Für mich ein völlig normaler Vorgang, der die Verwertbarkeit der Zeugenaussage der heutigen Angeklagten auch keineswegs schmälert.