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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

37.352 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Vermisst, Kind, Straftat ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 10:50
Zitat von quaerere1quaerere1 schrieb:Am Anfang hieß es dann immer, wenn der aufdreht, der ist ein harter Hund und der kann sie raushauen etc, aber da kam auch nicht viel. Ja was sollte da auch schon groß kommen?
Da wir in Deutschland den Amtsermittlungsgrundsatz haben, wird die Bedeutung des Verteidigers oft fehleingeschätzt.
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Ich bin mir sicher, dass die beiden schon lange nicht mehr an die Unschuld ihrer Mandantin glauben und womöglich auch deshalb nicht mit voller Verve agieren.
Professionelle Verteidiger richten ihre Strategie und Taktik nach den Indizien aus, nicht nach ihrem Glauben zur Schuld oder Unschuld des Mandanten. Auch wenn man gerne spekuliert, ob der Verteidiger mehr weiß als wir alle, weil der Mandant ihm die Tat gebeichtet hat, so lässt sich aus dem Verteidigerhandeln in Indizienprozessen eigentlich nie etwas ableiten.

Viele Verteidiger wollen auch gar nicht wissen, wie es "wirklich war". Andererseits wollen sie bei sehr belastender Indizienlage (Kausalität für Tod nicht zu erschüttern) natürlich schon wissen, ob sich Tatumstände vertreten lassen, die zu einer milderen Strafe führen (z.B. Totschlag oder Körperverletzung mit Todesfolge statt Mord). Da könnte es dazu Einlassungen des Mandanten geben, die nicht nur glaubhaft sind, sondern vielleicht auch unwiderleglich. Oder eben Indizien, die mildere Tatbestände verwirklichen.

Das sollte man als Verteidiger natürlich abchecken. Wenn der Mandant nicht will, geht es halt "normal" weiter. Gleiches gilt, wenn der Mandant die Tat als Mord zugibt. Abhaken und weiter.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 10:56
Zitat von MINKA123MINKA123 schrieb:Natürlich kann man sich so etwas bestellen, aber das dürfte ja nachvollziebar sein von den Ermittlern. Denke ich
Die Frage ist halt, ob ein sogenannter „Jammer“ auch Motorstart, Türöffnung usw stört, oder eben nur die GPS Daten lahmlegt.
Bei Ginas Auto fehlten halt alle Daten, was das ganze halt dem Gutachter komisch vorkam


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 11:12
Bezüglich des zeitlich frühen Fehlens der Daten habe ich mich gefragt, ob Sie (sofern sie Technik dafür verwendet hat) ursprünglich aus einem anderen Grund die Fahrzeugdaten nicht mehr nachvollziehbar haben wollte. Zum Beispiel weil sie - zum Tatzeitpunkt - doch etwa seit einem Monat intensiv mit CD Kontakt hielt und ihn traf. Bei MR hat sie, wenn ich es richtig erinnere, doch auch eine nahezu rund um die Uhr Überwachung installieren wollen. Vielleicht sollte zunächst nur nicht nachvollziehbar sein, dass sie genau das tat, was sie MR vorwarf.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 11:29
Zitat von Tina1404Tina1404 schrieb:Die Frage ist halt, ob ein sogenannter „Jammer“ auch Motorstart, Türöffnung usw stört, oder eben nur die GPS Daten lahmlegt.
Bei Ginas Auto fehlten halt alle Daten, was das ganze halt dem Gutachter komisch vorkam
Ich weiß es echt nicht
Zitat von fiffygrififfygri schrieb:Bezüglich des zeitlich frühen Fehlens der Daten habe ich mich gefragt, ob Sie (sofern sie Technik dafür verwendet hat) ursprünglich aus einem anderen Grund die Fahrzeugdaten nicht mehr nachvollziehbar haben wollte. Zum Beispiel weil sie - zum Tatzeitpunkt - doch etwa seit einem Monat intensiv mit CD Kontakt hielt und ihn traf. Bei MR hat sie, wenn ich es richtig erinnere, doch auch eine nahezu rund um die Uhr Überwachung installieren wollen.

Ehrlichgesagt denke ich nicht dass man soetwas aus den Autodaten entnehmen kann.



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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 11:34
Zitat von fiffygrififfygri schrieb:Vielleicht sollte zunächst nur nicht nachvollziehbar sein, dass sie genau das tat, was sie MR vorwarf.
Wozu denn?
MR war doch nicht eifersüchtig und hat sie auch nie kontrolliert.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 11:38
Bezüglich der Fahrzeugdaten, bzw. dessen Geo-Daten, ist es durchaus so, dass man heutzutage bei halbwegs modernen Fahrzeugen (zu denen zählt auch ein solcher Ford Ranger) eine Art "Privatsphärenmodus" aktivieren kann. In diesem Modus werden keine Lokalisierungsdaten vom Fahrzeug gespeichert oder weitergegeben.
Empfänger Ihrer personenbezogenen Daten

Ihre personenbezogenen Daten können weitergegeben werden an
.........

Strafverfolgungsbehörden, Gerichte, Aufsichtsbehörden, staatliche Stellen oder sonstige Dritte, soweit Ford dies jeweils für erforderlich hält, um bestehenden rechtlichen oder regulatorischen Verpflichtungen zu entsprechen oder auf sonstige Weise die Rechte von Ford oder die Rechte Dritter zu wahren, die Sicherheit von Personen zu gewährleisten oder Betrug bzw. Sicherheitsprobleme erkennen, verhindern oder ihnen auf sonstige Weise begegnen zu können; oder Dritte, die sämtliche Vermögenswerte und das gesamte Geschäft (oder wesentliche Teile davon) von Ford erwerben oder auf Ford übertragen werden. Im Falle einer solchen Veräußerung wird Ford angemessene Anstrengungen unternehmen, um sicherzustellen, dass der Empfänger Ihrer personenbezogenen Daten in einer Weise nutzt, die mit der vorliegenden Erklärung im Einklang steht;
Quelle: https://www.ford.de/nuetzliche-informationen/geschaeftsbedingungen-und-datenschutz/datenschutzrichtlinien-fuer-vernetzte-fahrzeuge
Für ältere Modelle (bis ca. 2022 / Generation SYNC 3)

Sollte Ihr Ranger noch das querformatige SYNC 3-System besitzen, ist der Pfad minimal anders:
1. Wählen Sie im unteren Menüband des Bildschirms den Punkt Einstellungen.
2. Wischen Sie ggf. zur Seite und tippen Sie auf FordPass Connect oder Fahrzeugmodem.
3. Wählen Sie Verbindungseinstellungen.
4. Stellen Sie die Schieberegler für Standort und Fahrzeugdaten auf AUS.
Quelle: https://www.fordservicecontent.com/Ford_Content/vdirsnet/OwnerManual/Home/Content?variantid=6511&languageCode=de&countryCode=DEU&moidRef=G1733539&Uid=G2015286&ProcUid=G2014120&userMarket=AUT&div=f&vFilteringEnabled=False&buildtype=web

Um hier ein wenig Licht ins Dunkeln zu bringen.

By the Way sei noch erwähnt, dass solche Fahrzeuge über eigens verbaute SIM-Karten im Fahrzeug verfügen, d.h. es ist kein verknüpftes Smart- oder Mobiltelefon für solche Funktionen notwendig. Theoretisch ließe sich wohl noch am Ehesten auswerten in welche Funkzellen, sich die im Fahrzeug verbaute SIM-Karte eingewählt hat. Denn das tut diese eigentlich immer - da diese auch zum Auslösen des automatisierten Notrufs verwendet wird (im Falle eines Unfalls).

Aber ich gehe davon aus, dass die Ermittler dies o.g. alles berücksichtigt haben werden.

Meine Annahme ist daher, dass praktisch der "Schieberegler für Standort und Fahrzeugdaten" für den bekannten Zeitraum deaktiviert wurde im Fahrzeug und daher keine auswertbaren Geo-Daten vorliegen.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 12:17
Zitat von EckregalEckregal schrieb:Meine Annahme ist daher, dass praktisch der "Schieberegler für Standort und Fahrzeugdaten" für den bekannten Zeitraum deaktiviert wurde im Fahrzeug und daher keine auswertbaren Geo-Daten vorliegen.
Wenn dem so wäre, würde das für mich einige Fragen neu aufwerfen.

1) Warum hat der Experte der Polizei einen solchen „Schieberegler“ nicht erkannt, mit dem man ja laut @Eckregal auf recht simple Weise die Erfassung von Daten im Ranger ausschalten kann?

2) Hätte Gina H. eine solche Deaktivierung selbst vornehmen können oder dafür die Hilfe etwa einer Werkstatt in Anspruch nehmen müssen?

3) Ist ein derartiges Manöver nur proaktiv für einen ganz bestimmten Zeitraum möglich oder kann eine Löschung auch im Nachhinein vorgenommen werden?

Ehrlich gesagt: Mich überraschen die Ausführungen sehr. Sie mögen ja zutreffend sein, aber dann ist das entweder nicht richtig erforscht worden seitens der Ermittler/der Kammer - oder das Gericht verfügt ebenfalls über diese Erkenntnisse, hat das aber in der Verhandlung nicht zu erkennen gegeben.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 12:25
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:Ehrlich gesagt: Mich überraschen die Ausführungen sehr. Sie mögen ja zutreffend sein, aber dann ist das entweder nicht richtig erforscht worden seitens der Ermittler/der Kammer - oder das Gericht verfügt ebenfalls über diese Erkenntnisse, hat das aber in der Verhandlung nicht zu erkennen gegeben.
Wenn mich nicht alles täuscht sagte der Ermittler, das aus und einschalten würde auch gespeichert werden.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 12:39
Zitat von MINKA123MINKA123 schrieb:Wenn mich nicht alles täuscht sagte der Ermittler, das aus und einschalten würde auch gespeichert werden.
Ging es da um das Ein- und Ausschalten exakt dieses Reglers? Und wenn ja: Ist ein solches Deaktivieren und gegebenenfalls ein erneutes Aktivieren feststellbar gewesen oder nicht?

Das ist mir leider nicht mehr präsent, und ich bin auch technisch nicht so bewandert, dass ich solche Vorgänge auch nur halbwegs beurteilen kann.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 12:44
Zitat von TiergartenTiergarten schrieb:
Zitat von MINKA123MINKA123 schrieb:Wenn mich nicht alles täuscht sagte der Ermittler, das aus und einschalten würde auch gespeichert werden.
Ging es da um das Ein- und Ausschalten exakt dieses Reglers? Und wenn ja: Ist ein solches Deaktivieren und gegebenenfalls ein erneutes Aktivieren feststellbar gewesen oder nicht?

Das ist mir leider nicht mehr präsent, und ich bin auch technisch nicht so bewandert, dass ich solche Vorgänge auch nur halbwegs beurteilen kann.
Ich bin dabei zu suchen was der Ermittler genau gesagt hat., denn es ist nur was ich in meinen Kopf in Erinnerung habe. Ich bin technisch auch komplett raus.
Aber ich gehe mal davon aus, wäre es so einfach, hätten die Ermittler das gewusst.


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 13:02
​Absichtliches Deaktivieren von Modulen: Das Abklemmen von Steuergeräten oder Sicherungen hätte Fehlermeldungen („Fehlereinträge“) im Speicher hinterlassen, die beim Auslesen sichtbar gewesen wären.
Das hier hatte ich in Errinnerung. Mein Fehler

Quelle: Germini

​
​Was der Sachverständige dazu erläuterte
​Unterschied zwischen Einstellungen und Tiefendaten
​Wenn ein Nutzer im Menü des Autos Ortungsdienste oder Telematik-Daten (z. B. FordPass-Funktionen) deaktiviert, werden in der Regel nur Dienste für das Smartphone oder Drittanbieter gestoppt.
​Die internen Steuergeräte zeichnen Betriebs- und Sensordaten (z. B. Zündung, Kilometerstand, Systemfehler) jedoch trotzdem auf tieferer Systemebene auf.
Quelle: Germini


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Mordfall Fabian (8), aus Güstrow

15.10.2026 um 13:25
Danke für das Zitat.

Es ist auch scheinbar tatsächlich so, dass Fahrzeuge die Geo-/GPS-Daten auch weiterhin in den Tiefen des Systems (also die sogenannten Tiefendaten) aufzeichnen. Zumindest bei Fahrzeugen, welche ab 2024 neuzugelassen wurden, ist eine Art "Blackbox" im Fahrzeug gesetzlich vorgeschrieben.

Quelle: https://www.dsn-group.de/datenschutz-notizen/wie-ist-die-blackbox-in-dienst-fahrzeugen-datenschutzrechtlich-zu-beurteilen-5449169

Allerdings sage ich aus meinem KFZ-Sachverständnis heraus, dass der Ford Ranger von Gina H. eher älter als 2024er Neuzulassung ist. Heißt aber im Umkehrschluss nicht, dass das Fahrzeug die Daten normalerweise nicht trotzdem in den vom Sachverständigen genannten Tiefendaten aufzeichnet.

Es bleibt also kurios - ein Deaktivieren wäre 100% genauso protokolliert worden im Speicher des Fahrzeuges. Bliebe die Theorie eines technischen Fehlers - der aber genau in diesen Zeitraum fiel? Puh.


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