Origines schrieb:Warum beschäftigt mich das? Bei fast allen Morden ist mir zwar das konkrete Motiv aus eigenem Erleben ziemlich fremd, aber die Psychiater bzw. Psychologen heben bei Beziehungstaten - und so eine haben wir hier - sehr häufig eine Konfliktsituation hervor, die für den Täter immer auswegloser wird.
Die Gründe können extrem unterschiedlich sein: Von finanzieller Abhängigkeit über Besitz und Kontrolle bis hin zur Kränkung oder der Angst vor dem Verlassenwerden. Seelisch und geistig völlig gesunde Menschen können sich in aus unserer Sicht absurde Vorstellungen hineinsteigern, völlig verrennen, durchdrehen oder ihren Egoismus ohne Rücksicht auf Verluste (und die Folgen) durchziehen. Die psychiatrischen Gutachter konnten das zumeist ziemlich anschaulich erklären, so dass es nachvollziehbar wurde.
Hier konnte das der Gutachter aber nicht, für mein Empfinden.
Echt jetzt? Der Gutachter hat es vielleicht nicht näher ausgeführt, weil das gar nicht mehr notwendig war. Gina hat es im Vorfeld doch selbst auf dem Silbertablett serviert! Ich hatte gestern schon auf die Sprachnachrichten und sonstigen elektronischen Spuren im Themenwiki hingewiesen und wollte sie nicht zitieren. Aber hier jetzt mal ein kleiner (!) Auszug:
In einer Sprachnachricht vom 13. Juni 2024 berichtet Gina H. Matthias R., dass ihr Konto nicht ausreichend gedeckt gewesen sei. Ein Dauerauftrag über 130 Euro sei deshalb nicht ausgeführt worden, stattdessen habe sie eine Mahnung erhalten.
„Verfluchte Scheiße“, sagt sie. Nun fehlten ihr die 130 Euro, um die offene Rechnung zu bezahlen. Sie müsse den Zahlungstermin verschieben und den Gläubiger per E-Mail um eine Woche Aufschub bitten.
...
Wenig später eskaliert der Streit um die hohen Kosten für Gina H.s Pferde. Sie kündigt an, nicht mehr zum Training zu fahren. „Du hast doch gesagt, ich soll nicht mehr zum Training. Dann wird Cleo eben versauern und dann kann ich sie auch gleich verkaufen“, sagt sie.
Matthias R. hält dagegen und rechnet die laufenden Ausgaben vor: Rund 400 Euro für Futter und weitere 300 Euro für das Training innerhalb von anderthalb Monaten. „Wie wollen wir das alles bezahlen?“, fragt er.
Trotz der Geldsorgen schließt Gina H. wenige Tage später eine neue Tierversicherung ab und informiert Matthias R. per Sprachnachricht über die Beiträge.
Auch im November 2024 geht es in mehreren Sprachnachrichten erneut um finanzielle Probleme. Gina H. berichtet, auf ihrem Konto seien nur noch 200 Euro, ihr fehlten aber 300 Euro, um offene Rechnungen zu bezahlen.
Außerdem wirft sie Matthias R. vor, sie mit den Kosten für die Pferde allein zu lassen: „Ich habe ja nur so wenig Geld, weil ich die Futterrechnung alleine bezahlen musste, weil du mir keinen Pfennig Geld gegeben hast.“ Zuvor hatte Matthias ihr in einer Nachricht vorgeworfen, sie unterstelle ihm ständig, ihren Sohn schlecht zu behandeln, und kontrolliere jeden seiner Schritte.
Wir reden hier von 2024! Knapp ein Jahr vor der Tat. Auch da (mit Matthias' voller Unterstützung) war es schon brisant, was die Finanzen anging!
27.3.2025: „Das Schlimme an der Sache ist, dass du genau weißt, wie du mich erpressen kannst. Weil du genau weißt, dass ich von dir abhängig bin. Du weißt ganz genau, wenn du mich nicht mehr unterstützt finanziell, dass ich dann alles verliere, alles. Du weißt genau, wie du mich erpressen kannst. Gibst du mir kein Geld zum Tanken, kann ich kein Auto fahren. Gibst du mir kein Geld zum Training, kann ich nicht trainieren fahren. Kann ich dies nicht, kann ich das nicht.“
Am 9. August 2025 drohte Gina H. in einer Sprachnachricht an Matthias R., dass sie sich umbringt, wenn sie jetzt noch die Pferde verkaufen muss.
Nächste Stufe... Eine Woche später (am 13.8.) trennte sich Matthias endgültig von Gina.
In einer Sprachnachricht am 9. August 2025 an einen Bekannten sagte Gina H.: „Wenn ich keinen reichen Mann – in Anführungsstrichen – finde, der mich unterstützt, mir hilft, dann wird’s da für mich in dem Sinne keine Lösung geben. Ich kann die Miete nicht mehr zahlen, ich kann meinen Kredit nicht mehr zahlen, ich kann das Futter nicht mehr bezahlen, nichts, ich kann nichts.“
„Bin finanziell am Arsch“
Am Trennungstag schickte Gina H. eine Sprachnachricht an eine Freundin: „Ich hab immer noch Schulden bei dir und weiß gerade nicht, wie ich das bezahlen soll. Ich bin finanziell am Arsch. Matthias hat sich heute getrennt, von jetzt auf gleich und ich hab nichts mehr. Weder Technik, ich hab ja nicht mal Freunde. Also einen Arsch voll Schulden und kein Geld. Ich hab jetzt nichts mehr.“
Gina H. vergleicht Trennung mit Pferd
Die Angeklagte sagte in einer zweiten Sprachnachricht an die Bekannte: „Es bricht einfach alles zusammen. Zumal wie er das heute gemacht hat, gestern hat er noch gesagt, dass er mich liebt. […] Es fühlt sich so an, wie als ich Tiffy verloren habe.“ Tiffy war ein Pferd von Gina H., das gestorben ist.
Da der Tod ihres Pferdes in der ganzen Verhandlung und auch in Nachrichten an andere Personen vorher der einzige Punkt war, an dem sie wirklich sehr (!) emotional wurde, kann man gut einschätzen, was die Trennung von Mattias für sie bedeutete.
"In mehreren Sprachnachrichten vom 17. August fleht Gina H. Fabians Vater geradezu an, zu ihr zurückzukommen. Sie schluchzt und weint: „Es tut mir alles so leid. Bitte, bitte Matthias.“ Und weiter: „Ich liebe dich doch über alles und das habe ich schon immer getan. Bitte. Bitte komm her. Bitte. Ich brauch dich. Bitte. Bitte.“
4 Tage nach der Trennung wird Gina anscheinend das ganze Ausmaß der Trennung bewusst und dass Matthias es wirklich ernst meint.
Der Beamte berichtet nun über die Auswertung des Handys von Matthias R., Fabians Vater: Am 21. August 2025 berichtet er von einem Suizidversuch von Gina H. Er habe Gina im Pferdestall bewusstlos und an den Armen blutend gefunden. „Aber naja, so wie du sagst, sie weiß genau wo sie ansetzen muss“, schreibt er einem Freund. Er wertet den Suizidversuch so, dass Gina H. Mitleid erregen möchte
Matthias ist nicht auf die "Drohung", dass sie sich umbringt, wenn sie die Pferde verkaufen muss (siehe 9. August), eingegangen. Die Ankündigung des Suizidversuchs hatte sie im Vorfeld im Übrigen gepostet.
"In Sprachnachrichten an Gina H. vom August 2025 begründet R. seine Entscheidung zur Trennung. Er wirft ihr "extremen Kontrollzwang" vor. Er habe ihr sogar Bescheid geben müssen, wenn er sich etwas zu Trinken geholt habe. Gina H. antwortet mit weinerlicher Stimme. "Ich bin fertig, du hast mich zurückgelassen, das zerstört mich. Ich will nicht mehr und ich kann nicht mehr. Ich bin den ganzen Tag nur am Spucken und am Zittern, habe die letzten Nächte nur noch geheult."
"In einer weiteren Sprachnachricht aus August 2025 sagt Matthias R.: "Ich liebe dich über alles, kann es aber nicht so zeigen, wie du es gerne hättest." Jetzt, im Gerichtssaal, bestätigt R. auf Nachfrage des Richters den Kontrollzwang von Gina H. noch einmal. In der vergangenen Woche hatte R. seine Aussagen zu Gina H. noch stark relativiert"
5.9.2026 (Matthias mit Dorina):
"Gina hat über mich und mein Leben bestimmt und das ist vorbei. Meine Ex hat mich manipuliert"
Was man deutlich merkt in diesem ganzen Verlauf: Matthias hat sich ab dem Zeitpunkt der Trennung am 13. August ernstaft versucht zu distanzieren (auch emotional) und mit allen Konsequenzen (Technik abgeholt, keine finanzielle Unterstützung mehr, Kontakt beschränkt, Schlüssel abgegeben).
23.09.2026 Gina an Matthias: „Mein Zustand ist sehr sehr schlecht. Du weißt, ich habe auch einen Tumor im Kopf. Falls du das vergessen hast … Wunder dich nicht, wenn du irgendwann nichts mehr von mir hörst … Es wäre nett, wenn du nicht immer mit Absicht an mir vorbeifährst, so wie gestern zum Beispiel … naja, einfach versuchst, mir aus dem Weg zu gehen. Du wirst schon die Richtige finden, die Frau finden, mit der du glücklich bist, mit der du Party machen kannst und alles.“
Nochmal ein Versuch über die "Mitleids-/Tränendrüse", worauf Matthias wieder nicht wie erhofft eingeht.
Ab dem 5.10. nähern sich beide anscheinend wieder an und treffen sich, das ganze "Spiel" geht von Vorne los:
05.10.2026 Vorwürfe an Fabians Vater (fast minütliche Nachrichten):
In vielen Nachrichten geht es wieder darum, dass Gina H. Fabians Vater vorwirft, dass er – nach der Trennung – mit anderen Frauen via Facebook und WhatsApp schreibt. Etwa mit Frauen, die er bei Netto kennenlernt. Sie sagt aber auch: „Wenn du glücklich bist, mit Dorina jeden Tag schreiben zu müssen, dann mach das.“ Dorina L. ist Fabians Mutter.
Fabians Vater Matthias R. sagt dazu in einer Sprachnachricht vom 5. Oktober: „Dorina schreibe ich nur, weil es um Fabian geht. Um Fabian. Um nichts anderes. Um Fabian. Seh das doch endlich mal ein. Nur um Fabian. Nur weil dein Ex-Partner sich nicht für sein Kind interessiert. Tut mir das leid. Aber hier geht es nur um Fabian.“
Gina H. sagte: "Du willst keine Veränderung und ich soll das alles so akzeptieren. Ich gehe daran kaputt. Ich möchte mit dir mein Leben leben, ohne den ganzen scheiß Anhängsel." Gina H. will, das wird deutlich, raus aus den alten Familienstrukturen und ein neues Leben mit Matthias R. beginnen. Auch mit Fabian? "Deine ganze Familie ist einfach nur asi", so H. in der Sprachnachricht.
Matthias R. antwortete per Sprachnachricht: "Du hast ein Problem mit meiner Familie, wofür ich mich selbst manchmal schäme. Dass ich dir als Mensch nicht das bieten kann, was du brauchst. Das finde ich alles einfach nur traurig. Ich liebe dich über alles und von ganzem Herzen. Aber das, was ich tue, reicht dir nicht aus."
Gina H. per Sprachnachricht: "Die Zeit, wo Fabian von dir nichts wissen wollte, war wesentlich entspannter. Es war eine himmlische Ruhe zu Hause. Auch wenn ich ihn gern habe, keine Frage." Und weiter: "Ich spiele halt keine große Rolle für dich und bin nicht der Mittelpunkt deiner Erde."
Wie es weitergeht, wissen wir. Den Abend vom 8. auf den 9.10. verbringen Gina und Matthias zusammen, endet aber im Streit.
Am Abend des 9.10. setzt Gina ein Testament auf und blockiert Matthias. Vorher schreibt sie:
"Ich hasse dich, ich bin so wütend. Du sagst, dass ich so toll bin und auf der anderen Seite willst du mich nicht. Ich wünsche dir ein schönes Wochenende und viel Spaß."
In den Sprachnachrichten klingt sie nun etwas abgebrühter, weniger weinerlich. Sie ist sauer und enttäuscht. Matthias R. entgegnet: "Ich bin das Arschloch, wie immer. Wozu habe ich mir die letzten Tage so Mühe gegeben?"
Später am Abend fragt er: "Dich habe ich schon verloren. Was soll ich denn noch verlieren?" Kurz nach 21:00 Uhr blockierte Gina H. Matthias R. dann.
Quelle: Allmystery Themenwiki
Alles ab dem 10.10. lasse ich jetzt mal raus.