Origines schrieb:Da es aber daran mangelt, kann der Gutachter seriös nicht mehr sagen. Das ist besser, als wenn er wüst in der Gegend herumspekuliert oder gar -phantasiert, wie es manche Vertreter der Zunft leider auch machen.
Ja, ich denke auch, dass sich gute Sachverständige bei Spekulationen eher in Zurückhaltung üben sollten und nur ihr tatsächliches Fachwissen einbringen sollten. Letztendlich muss die Kammer aber entscheiden, ob das Gutachten substantiell genug ist, um sich darauf zu stützen, oder welchen Ausführungen es folgen wird. Aber auch ein psychiatrischer Gutachter kann niemanden in den Kopf schauen und hier ging es wohl vorrangig um die Schuldfähigkeit, meiner Meinung nach vor allem im Zusammenhang mit den/der Persönlichkeitsstörung/en, der Gutachter hat sich hier für die volle Schuldfähigkeit ausgesprochen.
Weiters will er psychopathische Persönlichkeitszüge festgestellt haben und kann sich verschiedene Motive, wenn sie es denn war, vorstellen.
Man muss ja hier mitbedenken, die festgestellten Merkmale scheinen ja persisitierende Persönlichkeitszüge zu sein und bisher hat sie ja keine Morde begannen (soweit bekannt), also dienen diese Merkmale wohl eher nicht alleine als Erklärung für die Tatbegehung.
Boho schrieb:Bitte gib die Quelle für die Behauptung an, dass die Nachrichten nach negativen Äußerungen gefiltert und ausschließlich diese der Öffentlichkeit vorgespielt wurden.
Wie schon
@Origines erwähnt darf in einen Prozess nur eingeführt werden, was für die angeklagte Tat relevant sein könnte.
Das Gericht hat zur Erforschung der Wahrheit die Beweisaufnahme von Amts wegen auf alle Tatsachen und Beweismittel zu erstrecken, die für die Entscheidung von Bedeutung sind.
Quelle:
https://www.gesetze-im-internet.de/stpo/__244.htmlNeutrale Nachrichten, die nicht direkt zur Tatteit versendet wurden, sind in aller Regel nicht relevant und bei einer derartigen Nachrichtenflut, die offenbar von der Angeklagten ausging, müssen die Filter noch enger sein. Ich will damit nicht behaupten, sie habe sich ansonsten dauernd positiv zu Fabian geäußert, das weiß ich schlicht nicht. Aber ich bin mir sehr sicher, dass einige Nachrichten nicht abgespielt wurden, die sie nicht in einem schlechten Licht zeigen, also nicht kontrollierend oder eifersüchtig, vielleicht sogar sympathisch, aber halt einfach keine Relevanz für die Entscheidung haben. Meiner Meinung nach sollte man das im Hinterkopf behalten und als Zuschauer nicht annehmen man könne aus ausgewählten Nachrichten eine komplette Person oder Beziehung erfassen.
Heavythoughts schrieb:Deine Ausführungen lassen bei mir den Eindruck entstehen, dass Du hier eine gewisse Voreingenommenheit von Richter / Staatsanwaltschaft / Ermittlungsbehörden implizierst.
Ok, ist mir jedoch nicht begreiflich wie meine Ausführungen zu einer derartigen Implikation führen konnten. Das Filtern der Nachrichten ist meiner Meinung nach notwendig, alles was nicht zur Aufklärung dient, geht, bei bestehender Unschuldsvermutung, natürlich niemanden etwas an und sollte nicht eingeführt werden.
Wobei ich natürlich schon von einer gewissen Voreingenommenheit ausgehe, da ein Anklage erhoben, zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wurde, was ja nur möglich ist, wenn das Gericht eine Verurteilung für wahrscheinlich hält. Von Befangenheit gehe ich allerdings nicht aus.
Heavythoughts schrieb:Die Nachrichten, die bekannt wurden, zeichnen ein bestimmtes Bild, der Gutachter zeichnet ein bestimmtes Bild, etliche Puzzlestücke unterstreichen die Zeugenaussagen - und nicht die Version der Angeklagten. Was ja das Bild, dass durch die Nachrichten und das Gutachten entsteht, auch nochmal untermauert.
Ja klar, das sind dann alles Indizien, die vom Gericht entsprechend gewürdigt werden werden . Allerdings ergibt sich daraus für mich nicht zwangsläufig ein bestimmtes Motiv. Wie die Kammer das letztendlich sieht, bleibt abzuwarten.