wobel schrieb:Kurz gefasst: Ich würde dem Küchenrollen-Blutfleck jetzt nicht allzuviel Bedeutung bzw. Beweiskraft zumessen (sofern er sich nicht genau datieren lässt).
Genau wie bei mir, ich hab z.B. auch immer ein oder zwei Küchenrollen im Auto "rumfliegen", meist im Fußraum des Rücksitzes, damit man schnell was zum Abwischen zur Hand hat, wenn man es braucht. Und bei kleinen Kindern wird sowas auch regelmäßig genommen, um Nasenbluten zu stoppen, das aufgeschürfte Knie von Straßensplit zu säubern oder eine Kratzer abzutupfen. Klar wirft man die ganze Rolle weg, wenn dabei irgendwie Blut dran gekommen ist, aber ein kleinerer Fleck kann bei so einer Aktion leicht unbemerkt drankommen, wenn man ein paar Blätte rurnterreißt, um sie dem Kind zu geben.
Keine Ahnung, wie genau man das Alter so eines Fleckes bestimmen kann. Das man unterscheiden kann, ob er frisch, also von heute oder gestern oder aber eben älter (von letzter Woche) ist, kann ich mir gut vorstellen, aber ob er ein, zwei oder 5 Wochen alt ist, stelle ich mir schwierig zu bestimmen vor. Wenn man das Alter des Fleckes nicht relativ genau auf den Tattag eingrenzen kann, finde ich den auch wenig aussagekräftig.
WM schrieb:Ich muss zugeben, dass ich die Recherche nach dem Verhalten von Wildtieren auffälliger finde als die Verfolgung dessen, was die Polizei macht. Das würde ich, wenn ein Mensch, den ich kenne plötzlich verschwunden ist, möglicherweise auch tun.
Und selbst wenn es nur ein Junge aus dem Nachbarort wäre, ohne sonstigen persönlichen Bezug, würde ich denken, dass das viele Menschen verfolgen. Selbst ich habe damals regelmäßig geschaut, ob es neues gibt, obwohl ich hunderte von km entfernt wohne.
WM schrieb:Dass es zwar intern noch weitere Verdächtige gibt gegen die auch ermittelt wird, es aber zu wenig Sachbeweise gibt, um eine Verhaftung zu rechtfertigen?
WM schrieb:Würde der Staatsanwalt es denn ausdrücklich kommunizieren, wenn es so wäre? Damit wären doch auch potentiell verdächtige Personen oder eventuell noch unbekannte (Mit)täter vorgewarnt.
In so einer Anklage muss der StA ja nicht einfach nur den Namen der Person nennen, die er Anklagen will, sondern auch so präzise wie möglich darlegen, was genau er dieser Person vorwirft und wie die Tat, die sie begangen haben soll, abgelaufen sein soll. Daraus leitet sich ja dann ab, welche Straftat überhaupt konkret angeklagt wird. Es reicht als nicht zu schreiben "Gina H. hat Fabian getötet." sondern es muss dargelegt werden, wie das geschehen ist, welche Motive man vermutet und dann eben ob das ganze ein Mord, ein Totschlag, eine Körperverletzung mit Todesfolge, eine Notwehr etc. war.
Die Rolle des Angeklagten beim Tatgeschehen spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Wenn mehrere Personen eine Tat begehen, kann jeder von ihnen Mittäter, Gehilfe oder unschuldig sein (weil er nicht weiß, was da gerade gespielt wird oder er von den anderen gezwungen wird). Die Konstellation ist entscheidend für den Anteil an Schuld den der Einzelne an der Tat trägt.
Insofern kann ein StA sowas in einer Anklage nicht einfach unter den Tisch fallen lassen, nur weil ein zweiter Täter nicht ermittelt werden konnte und er den Ermittlungsstand nicht preisgeben will. Er müsste dann eben schreiben, dass man von weiteren Beteiligten ausgeht, welche Rolle die bei der Tat mutmaßlich gespielt haben und welche Rolle die Angeklagte hatte.
In der Pressemitteilung der StA Rostock zum Ende der Ermittlung steht eindeutig, dass man davon ausgeht, dass Gina H. die Tat alleine geplant und durchgeführt hat:
Dort soll sie den Jungen, wie von ihr alleine geplant und durchgeführt, mittels mindestens sechs Messerstiche im Bereich des Oberkörpers getötet haben.
Quelle:
https://www.polizei.mvnet.de/Presse/Pressemitteilungen/?id=218302&processor=processor.sa.pressemitteilungInsofern kann man das erstmal als gesetzt und das Ergebnis der Ermittlungen annehmen und muss nicht weiter spekulieren, ob Ermittler und StA nicht doch was anderes meinen als da steht.
Pusteblume82 schrieb:Die "Pferdemädchen", die ich kenne, waschen ihre Autos eher nicht so oft.
Kenn ich auch so. Sogar eher noch das Gegenteil von oft und gerne geschwaschen: man hört sogar wenn man in ihr Auto einsteigt regelmäßig die Aussage: "Sorry für den Saustall, aber ich habe Pferde!"
Die Autos der Pferdemädchen und -jungen die ich kenne, sehen alle eher besonders schmuddelig aus, eben weil sie ständig mit dreckigen Schuhen und Kleidung drinsitzen, irgendwelchen Zubehör-Kram drin hin und her fahren, den sie nicht jedesmal auspacken wollen und weil sie regelmäßig über Feldwege gurken und die Autos deshalb ständig schlammbespritzt sind.