Suppengespenst schrieb:Schwach deshalb, weil sie dann auch etwas erfinden könnte, was Thema des Gespräches war, bzw. man ihr ja nur den Anruf, jedoch nicht den Inhalt nachweisen konnte?
Eddot schrieb:Wenn man nachweisen könnte, dass sie am Vorabend mit ihm telefoniert hat, dann wäre das im Rahmen der Inidizienkette schon ein sehr starkes Indiz!
- Telefonanruf am Abend
- am nächsten Tag das Auto vor dem Haus
- Junge verschwindet kurz danach
Ich sehe es als eher schwaches Indiz, aber das ist bei Indizien ja gerade immer die subjektive Auslegung. In der Gesamtschau würde so ein Telefonat natürlich ins Gesamtbild passen. So wie ich es verstehe, geht StA wohl davon aus, dass Gina H. den Plan gefasst hatte, Fabian zu töten, um ihn aus dem Weg zu schaffen. Dazu würde passen, dass sie am Vortag mit ihm telefoniert hat, um ein Treffen zu verabreden und ihn zu überreden, am nächsten Morgen blau zu machen.
Mir geht es wie
@wobel: ich finde es schon irgendwie auffällig, dass er nach dem Nasenbluten alleine nach hause gehen kann, am Nachmittag in den Jugendclub gehen kann, am Abend noch alles gut ist und er am Morgen auf einmal recht unspezifisch sagt, im sei nicht so gut, er wolle zuhause bleiben, zum Arzt müsse man aber nicht, so schlecht ginge es ihm dann doch nicht.
Klar, kennt man als Kind doch selber, wenn man früh aufsteht, noch müde ist, keinen Bock auf die Schule hat, dann ist so ein bisschen faules Fieber sehr verlockend. Noch dazu, wo man schon am Tag eher nach Hause ist, ein Test ansteht und es Freitag ist. Insofern kann das auch völlig harmlos gewesen sein und natürlich kann es ihm auch einfach wirklich nicht gut gegangen sein, obwohl am Vortag noch alles gut war.
Aber es kann auch sein, dass Gina ihn am Vorabend tatsächlich kontaktiert hat, ihm einen heimlichen Ausflug mit dem Hund zu den Pferden in Aussicht gestellt hat, die ihn ja alle so schrecklich vermissen. Ihm versprochen hat, dass er rechtzeitig wieder zu hause ist und die mutter sicher nichts merken. Kinder sidn da extrem leicht zu locken und zu überreden, selbst die, die eigentlich immer zuverlässig und grundehrlich sind. Und meiner Meinung nach ist Gina H eine sehr erfahrene Manipulatorin. Ein 8jähriger, der ihr vertraut und sie (und den Hund und die Pferde) wahrscheinlich sogar vermisst, dürfte für sie ein wirklich kinderleichtes Opfer.
Kann so gewesen sein, muss aber nicht. Es ist mir auch noch nicht so ganz klar, was die StA dazu vermutet, wann Gina H den Plan gefasst hat, Fabian zu töten.
Dass es geplant war und eben kein spontaner Ausraster und keine akute, plötzlcihe Eskalation an dem Tümpel halte ich für sehr wahrscheinlich.
Aber hat sie den Plan wirklich schon am Vorabend gefasst und ihn dann kontaktiert, um das Treffen einzuleiten? Vielleicht hat sie ihn auch angerufen, nachdem die die Schluss-mach-Nachricht von Matthias R bekommen hatte, um ihn am Telefon zu belabern, er solle beim Vater ein gutes Wort für die einlegen, den Vater breitquatschen, dass er Gina am Papawochenende dabei haben will, damit sie so dem Vater klar macht, dass Fabian gar nicht zwischen ihnen steht, sondern sogar ihr Führsprecher beim Vater ist, "auf ihrer Seite steht" und wert auf Ginas Anwesenheit legt.
Vielleicht hat sie den Plan, ihn am nächsten Tag zu töten, erst gefasst, als das telefonisch nicht geklappt hat.
Und vielleicht war das Abholen am nächsten Tag sogar auch nur der zweite Versuch, in breitzuquatschen und zu belabern. Vielleicht wollte sie mit ihm einen schönen Morgen verbringen, ihm noch mal zeigen, wie schon so ein Tag bei den Pferden ist, das wäre dann ja bei einer Trennung vom Vater auch für ihn weggefallen.
Und die Tötung am Tempel war dann tatsächlich ein kurzfirstiger Entschluss - womit es immer noch geplant wäre, nur halt recht kurzfistig und das Abholen (und auch nicht ein mögliches Verabreden zum Ausflug) wäre nicht Teil eines Mordplans gewesen.
Ich bin mir eigentlich ziemlich sicher, dass in den Akten steht, mit wem Fabian telefoniert hat. Zum einen war das am Abend vor seinem Verschwinden, sein Handy ist zuhause geblieben und war somit für die Ermittler verfügbar, so dass es zeitnah ausgewertet werden konnte.
Und selbst wenn diese Daten nicht vorliegen würden, hätte sich ein Freund, mit dem er teleofniert hat, doch als Zeuge gemeldet (oder besser dessen Eltern). Ich bin sicher, dass nach dem Verschwinden alle seine Freunde und deren Eltern befragt wurden, ob ihnen was aufgefallen ist und wann sie zum letzten Mal Kontakt zu Fabian hatte. Und wenn er mit einem Freund telefoniert hätte, hätte dieser Junge das doch erzählt. Es muss ja auch für ihn schrecklich gewesen sein, am Abend noch mit dem Freund am Telefon zu quatschen, der am nächsten Tag spurlos verschwunden ist und danach ermordet aufgefunden wird.