JohnCoffey schrieb:Vermutlich weiß sie auch gar nicht, was da auf ihrem T-Shirt steht.
Sehr gut möglich. Ich begleite zwei Frauen, die in den 60gern in der ehem. DDR geboren wurden und die verstehen Englisch gar nicht.
Es gibt sicher einige Erklärungen für diesen Auftritt. Ich weiß auch nicht, wie das früher in der DDR gehandhabt wurde, wieviel Wert darauf gelegt wurde, sich zu bestimmten Anlässen korrekt zu kleiden. Hier ( selbst Kind der 60ger ) wurde das schon gerade bei dieser Generation noch eingebläut.
Gerade vor Gericht etc. fällt es den Beobachtenden sonst negativ auf, wenn jemand sich dahingehend keine Mühe gibt. Ausgenommen sehe ich tatsächlich Jugendliche oder Mitglieder spezieller Vereinigungen ( Rocker z.B. ), von denen man gar nichts anderes erwartet, als dass sie in ihrem dazugehörigen Kleidungsstil kommen.
Leider macht das alles eben auch einen "Eindruck"...obwohl niemand wirklich wissen kann, ob die Zeugin tatsächlich auch an gesundheitlichen Problemen leidet, die sie umfassend beeinträchtigen. Deshalb meine ich auch, dass man das in der eigenen Bewertung ignorieren und zurückhaltend bleiben sollte.
Aber ich gestehe, dass ich auch erst einmal geschluckt habe.
Mehr aber haben mich die Antworten verwirrt...es geht ja um ein getötetes Kind, dazu noch den eigenen Enkel.
Das ist schwer zu fassen, aber möglicherweise gibt es auch hier Gründe, über die wir nur spekulieren können.
Ich vermute, dass die Zeugin völlig überfordert ist und Angst hat, etwas Falsches zu sagen. Und das eventuell sogar dann, wenn es grundsätzlich gar nichts Falsches zu sagen gibt.
Sie ist der Situation einfach nicht gewachsen.
Ich denke, wir sollten abwarten, ob sich hier erhärtet, dass sie um ihr Schweigen gebeten wurde oder ob sie aus anderen Gründen keine deutlichen Aussagen treffen kann.
Fällt schwer...zugegeben...und macht auch fassungslos und ungeduldig...aber bisher kennen wir ja keine Hintergründe.