Mordfall Fabian (8), aus Güstrow
um 17:13Ich glaube ja, dass das bei Matthias R. sehr viel mit Selbstschutz zu tun haben könnte. Wenn er emotional wirklich auf Distanz zu Gina H. gehen würde, müsste er sich möglicherweise ernsthaft mit dem Gedanken auseinandersetzen, dass sie Fabian etwas angetan haben könnte. Und ich glaube, genau das wäre psychisch kaum auszuhalten.Xiani schrieb:Was ich nicht verstehe: Es gab anscheinend - zumindest in den letzten Tagen, Wochen, Monaten vor dem Mord - nur Ärger und Stress zwischen Gina und Matthias. Warum tut er sich das weiterhin an?
Er benennt in den Nachrichten klar die Probleme in der Beziehung, sagt, dass das so nicht weitergehen kann und ist sichtlich genervt von ihr. Warum steht er also weiterhin zu ihr und ist in einer Beziehung?
Gerade sowas wie ein Gefängnisaufenthalt gibt die nötige Distanz, um sich auch körperlich zu entfernen. Die Beziehung bestand ja viel aus Lust. Die ist weg, sie sitzt im Gefängnis. Sie sehen sich allgemein sehr wenig. Also kann er doch eigentlich einen klaren Kopf haben, alles Revue passieren lassen und die Realität besser einschätzen. Das scheint hier nicht der Fall zu sein und ich frage mich immer noch nach dem Warum.
Denn dann müsste er sich eingestehen, dass er eine Frau geliebt und in sein Leben gelassen hat, die seinem Sohn möglicherweise etwas angetan hat. Auch wenn ihn objektiv natürlich keine direkte Schuld treffen würde, könnte er sich innerlich trotzdem verantwortlich fühlen. Nach dem Motto: „Ohne sie würde Fabian vielleicht noch leben.“
Ich könnte mir deshalb vorstellen, dass es emotional einfacher ist, weiter an ihrer Unschuld festzuhalten und die Beziehung aufrechtzuerhalten, solange sie offiziell nicht verurteilt ist. Das würde für mich auch erklären, warum manche seiner Aussagen im Prozess teilweise extrem relativierend wirkten.




