doraamar schrieb:Ich lese hier schon seit Wochen und Monaten mit, da auch mir der Fall und seine psychologischen Abgründe einfach nicht aus dem Kopf gehen. Ich wollte nur kurz anmerken, dass ich einfach nicht glaube, dass dieses Verhalten typisch für Mecklenburger oder "einfache" Menschen aus der Unterschicht sein soll. Es ist ein Zeichen für den fehlenden moralischen Kompass und Anstand von dieser speziellen Familie. Die Mutter von Fabian macht dagegen einen warmherzigen, empathischen, reflektierten Eindruck. Wieso ist sie wohl mit MR überhaupt mal zusammengekommen? Dennoch erscheint es mir auch seltsam, dass man sich als Elternteil eines sechs-achtjährigen Kindes nicht mal ganz kurz den Ort und die Betreuer ansieht, wo dieses Kind viel Zeit verbringt - denn dieser Einfluss ist ja in diesem Alter sehr maßgeblich für die Entwicklung... denoch scheint sie aber mit Fabian kommuniziert zu haben. Etwas, was immer hilft, in der Familie von MR allerdings offenbar nicht existierte...
Da bin ich voll bei dir. Ich bin aus dem Allgäu, das hat auch so seine Vorurteils-Anhängsel in punkto Abgrenzung und Verschlossenheit, aber letztendlich zählt doch das, wie Menschen dann tatsächlich sind. Ja, man reagiert hier beizeiten (außer gegenüber Touristen, die sind einfach ein großer Wirtschaftszweig) schon erst mal etwas verhaltener, hier muss man erst in Ruhe kennenlernen, bevor dann positives kommt (das kommt dann aber ehrlich). Positiv wird aber an allgemein global gültigen humanethischen Werten gemessen, die sich über Jahrhunderte entwickelt haben - und nicht an einem sonderbaren speziellem Allgäuer Kodex. Ich lebe hier total gerne - um in einer Gemeinschaft anzukommen, braucht es nicht viel - und trotzdem braucht es was, und das ist gut so.
Ich fände es gut, wenn dieses grottige Verhalten der Familie R. nicht auf Mecklenburg-Vorpommern übertragen wird. Das ist in der Form, wie sie vor Gericht zutage tritt, sehr individuell und nicht nur mit "strukturschwach" zu begründen. Das sind einfach - meine Wertung - extrem deprimierende persönliche Familienzustände über "strukturschwach" hinaus. Die gibt es übrigens überall, nicht nur in MV.
Dass die Familie R. mit ihren Kerzen am Christbaum eher nicht leuchtet, ist klar. Da liegt kein Ticket für den Flug nach Stockholm zur Nobelpreisverleihung parat. Aber das entschuldigt nicht für mangelnde soziale Kompetenz. Ich habe vor vielen Jahren einen sehr beeindruckenden Mann kennengelernt, der kopfmäßig nicht der Schnellste war, geringe Bildung und eine eher schwierige wirtschaftliche Situation mit sich herumgetragen hat, aber dabei jemand war, der einen ethisch-sozialen IQ hatte, der einen Flug nach Stockholm gerechtfertigt hätte. Ich habe selten jemanden mit so viel Empathie und sozialkritisch diplomatischem Denken und Handeln erlebt wie ihn. IQ ist relativ. Aber bei der Familie R. leuchtet da ja gar nix...
Mir tut Dorina im Gesamtkontext total leid. Da waren vor neun oder zehn Jahren mal leuchtend blaue flirty Augen, auf die man hereingefallen ist und dann die Schwangerschaft und das Loslösen vom Erzeuger - zum eigenen und des Kindes Wohls. Man mag dem Kind den Vater aber nicht entziehen, das muss doch gemeinsam gehen. Wie schlimm, wenn das dann mit dem Tod des Kindes endet - und man sich vor Gericht noch diese debil-devote und sozial total unfähige Familie reinziehen muss.
Vor Gericht tun sich schreckliche Abgründe auf. Ich empfinde dieses Waschen dreckiger Wäsche durch die Veröffentlichung der Sprachnachrichten sehr schlimm, aber es muss sein. Die Aussagen der Familie R. sind auch wichtig. Und ich empfinde es auch als gerecht - auch Gina H. hat eine Stimme. Die R.s sind mit den Reaktionen einfach asselig, da müssen sie nicht mal stinken. Nein, Gina H. ist deshalb nicht unschuldig, aber nach Monaten des mangelnden Verständnisses ihr gegenüber hab ich zumindest inzwischen zumindest drei Molekül davon.
Wertung. Eine rein persönliche Wertung und Meinung.