Todesdrama am Großglockner
um 19:03Naja, das Erlebte der im Prozess aussagenden Ex von ihm läßt aber leider etwas ganz anderes zu.Nightrider64 schrieb:Vielleicht war sie es , die nicht aufgeben wollte.
Naja, das Erlebte der im Prozess aussagenden Ex von ihm läßt aber leider etwas ganz anderes zu.Nightrider64 schrieb:Vielleicht war sie es , die nicht aufgeben wollte.
Das weiß natürlich niemand, aber darum geht es ja nicht. Es geht darum, dass er sie in einer hilflosen Lage bewusst allein gelassen hat; sein Weggehen bedeutete klar, dass sie sterben muss.Nightrider64 schrieb:Da stelltr sich mir seit langem die Frage, ob Kerstins Tod hätte verhindert werden können, wenn der Verurteilte anders gehandelt hätte
Und genau auch das stößt mir sehr auf. Irgendwie scheint es ein Muster zu sein.m_muc schrieb:Wegen ihres Schuhwerks und den nicht dazu passenden Steigeisen (die von ihm kamen), mußte sie eine eingeschränkte Trittsicherheit wohl mit wesentlich mehr Kraft in den Armen kompensieren. (So erinnere ich es, entweder sagte das ein Sachverständiger im Prozess oder einer der Experten in einem der Videos.)
Ich könnte mir vorstellen, daß ihr für Signale mit den Armen schlicht die Kraft fehlte.
Klar liegen bei ihm dann auch die Nerven blank. Und gerade da würde ich verstehen, wenn er versucht, die Verantwortung an die Rettungskräfte abzugeben (egal, wie aussichtsreich es wäre. Oder nur, um sich selbst der Situation zu entziehen. Sein Leben "retten" zu müssen). Die Retter hätten doch entscheiden können, wie sie vorgehen. Ob sie ggf über sein Handy nochmal mit der Frau sprechen, um ihre Lageeinschätzung zu hören. Oder ob es sinnvoll wäre, die Kletterer in der Notunterkunft in Empfang zu nehmen.Tritonus schrieb:Wenn du mit einer Person, die in einer lebensgefährlichen Situation ist (und die dazu noch deine Partnerin ist!), zusammen bist, versucht du doch alles, sie daraus zu befreien. Du rechnest dir doch nicht vorher die Wahrscheinlichkeit in Prozenten aus, bevor du tätig wirst. Klar kann es sein, dass alle deine Versuche letztendlich nicht helfen, aber das liegt nicht allein in deiner Hand. Du versuchst alles, was dir möglich ist (es sei denn, du willst die Person gar nicht retten).
Ja, volle Zustimmung! Und auch wenn uns die zeitlichen Abläufe danach nicht ganz deutlich werden ... Er wird genau wissen, wann er den Gipfel erreicht hat!Boho schrieb:sein ganzes Verhalten nach diesem Anruf lässt nicht die Annahme zu, dass er von davon ausging, Hilfe gerufen zu haben.
keine Frage, wie geht's weiter
nicht erreichbar sein
keine Nachfrage zu warum meldet sich keiner
etc.
Ich setze doch keinen Notruf ab und hocke dann dumm in der Dunkelheit rum für 2 Stunden. Und wenn dann nach 2 Stunden auf meinen Notruf nichts passiert, dann rufe ich nicht nochmal an, sondern gehe weiter - damit auch ja Niemand ad hoc den Notrufenden finden kann?
Im Prozess (bzw. Berichterstattung) wurde ja nicht alles erwähnt, was in den Akten steht (Vernehmungsprotokolle, Langversion der Gutachten). Aber aus der Justiz-Info zum Schuldspruch, die ich heute verlinkt habe, geht klar hervor, dass PM ihr das nicht in die Schuhe schieben konnte, dass sie nicht aufgeben wollte. Vielleicht hätte er das sonst so ausgesagt. Schau dir die unteren beiden Punkte an. Das Gericht kann sich nicht einfach etwas ausdenken, es muss dem Verurteilten nachgewiesen worden sein.Nightrider64 schrieb:Theoretisch hätte die ungesunde Übermotivation ja auch von Ihr ausgehen können. Vielleicht war sie es , die nicht aufgeben wollte.
Man wird es nie erfahren
3)Quelle: https://www.justiz.gv.at/file/2c92fd169bc71f3f019c7bc329d37b22.de.0/medieninfo_urteil%20hv%20gro%C3%9Fglockner_schuldspruch.pdf
Beim Schuldspruch wurde davon ausgegangen, dass
• ein faktisches Führungsverhältnis mit entsprechender Verantwortungsübernahme
vorlag;
• die Tour unzureichend geplant wurde;
• die Tour nicht rechtzeitig abgebrochen wurde;
• ein Notruf trotz mehrfacher Gelegenheit nicht abgesetzt wurde;
• vom Angeklagten teils nur bedingt taugliche Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung
gestellt wurden;
• die tatsächliche Schwierigkeit der Route in kombinierten Fels-Eis-Gelände
verschwiegen bzw. bagatellisiert wurde und
• die Begleiterin im Glauben gelassen wurde, der Gipfel und die Erzherzog-Johann-
Hütte wären erreichbar und ein Weitergehen alternativlos.
Dabei war Kerstin G** mangels ausreichender Erfahrung nicht in der Lage, die Situation
angemessen einzuschätzen und darauf zu reagieren.
Auch die Ex war in einer Notlage, in der ich nicht sein möchte. Unten ist ihre Schilderung im Prozess:Diarmuid schrieb:Er geht auf diese Bergtour und lässt seine Ex-Freundin wutentbrannt zurück, weil sie nicht mithalten kann.
EDIT: Die Ex wird ihm ja im Nachhinein klar gemacht haben, was er ihr angetan hat. Und er hat daraus nichts gelernt.Photographer73 schrieb am 19.02.2026:
„Er hat sich während der Touren schon immer gut um mich gekümmert. Wenn es zu Schwierigkeiten gekommen ist, dann war das nicht immer so“, lässt die Ex-Freundin aufhorchen, „ich habe manchmal Angst gehabt. In diesen Situationen neigte er dazu, dass er grantig wurde“. Und weiter: „Bei einer hochalpinen Tour am Glockner war die Stimmung schlecht. Ich war am Ende meiner Kräfte, mir war schwindlig, meine Stirnlampe war aus, ich habe geweint und geschrien. Ich habe ihm das auch signalisiert. Dann war er plötzlich weg, er ist vorausgegangen, hat mich hinten gelassen.“Die Ex-Freundin habe immer gewusst, was sie erwarte. „Vielleicht nicht immer ganz, aber mir war schon überwiegend bewusst, worauf ich mich eingelassen habe“, gibt sie an. Es habe Personen in ihrem Umfeld gegeben, die gewusst haben, dass es bei den gemeinsamen Touren Probleme gegeben habe. „Sie haben mir auch geraten, zur Polizei zu gehen – das habe ich aber nicht gemacht“, sagt die Ex-FreundinExtrem fahrlässig und egoistisch. Die Ex kann froh sein, dass ihr nichts passiert ist.
https://www.krone.at/4049197#liveticker-entries-anchor-4049196

Hinweis zu Programmänderungen:
Alle Kurse und Führungen werden gewissenhaft organisiert und entsprechend der Sicherheitsstandards der Berg- und Skischule Vivalpin mit qualifizierten Fachkräften (z.B. Berg- und Skiführer, Bergwanderführer, o.ä.) durchgeführt. Eine Anpassung des vorläufigen Tourenprogramms ist aus sicherheitsrelevanten Gründen, wie z.B. schlechtem Wetter, gefährlichen Verhältnissen, unvorhergesehenen Naturereignissen oder ungenügenden Voraussetzungen der Teilnehmer:Innen möglich. Die Entscheidung für das endgültige Programm trifft der/ die Guide:In vor Ort.
Richtig: It takes two to tango.Nightrider64 schrieb:Theoretisch hätte die ungesunde Übermotivation ja auch von Ihr ausgehen können. Vielleicht war sie es , die nicht aufgeben wollte.
Man wird es nie erfahren
svensken schrieb:Eines, das man nicht hundertprozentig ausschliessen kann, und was evtl. auch die Reaktion der Mutter erklärt. Nämlich, dass K. ebenso eine treibende Kraft hinter dem unvernuenftigen Verhalten der beiden war. Sie wollte womöglich um jeden Preis dort hinauf
Da stellt sich die Frage, warum - wenn dies die Wahrheit ist - der Verurteilte davon nichts als Verteidigung verwendete und warum es über solch ein Verhalten keine digitalforensischen Beweise gibt wie Zitate aus Nachrichten, die es ja durchaus gibt nur eben sowas nicht widerspiegeln.svensken schrieb:Was, wenn sie unbedingt in Softboots gehen wollte, damit sie später mit dem Splitboard abfahren kann?
Das ist ja eher Thomas P.s Mär von "plötzlichem Leistungsabfall", der widerlegt werden konnte. Sie ist vor dem "leblos im Seil hängen" ja bewiesenermaßen schon nicht mehr weitergekommen - selbst wenn sie darum gebettelt haben sollte, weiterzuklettern (was zu bezweifeln ist), hätte er frühzeitig den Abbruch signalisieren müssen.svensken schrieb:Sie hing leblos im Seil
svensken schrieb:Eines, das man nicht hundertprozentig ausschliessen kann, und was evtl. auch die Reaktion der Mutter erklärt. Nämlich, dass K. ebenso eine treibende Kraft hinter dem unvernuenftigen Verhalten der beiden war. Sie wollte womöglich um jeden Preis dort hinauf
svensken schrieb:Was, wenn sie unbedingt in Softboots gehen wollte, damit sie später mit dem Splitboard abfahren kann?
Weil @svensken eigentlich fast alles, was er zur Veranschaulichung seiner These geschrieben hat, einfach frei erfunden hat?behind_eyes schrieb:Da stellt sich die Frage, warum - wenn dies die Wahrheit ist - der Verurteilte davon nichts als Verteidigung verwendete und warum es über solch ein Verhalten keine digitalforensischen Beweise gibt wie Zitate aus Nachrichten, die es ja durchaus gibt nur eben sowas nicht widerspiegeln.
Der Richter hat unter Berücksichtigung der bekannten Fakten extrem für den Angeklagten geurteilt. Er hat allerdings auch durchblicken lassen, dass er ihm seine Version der Geschehnisse nicht abkauft.svensken schrieb:So wird es auch der Richter gesehen haben (muessen), und im Zweifel muss er fuer den Angeklagten urteilen. Daher finde ich das Urteil angemessen. Wenn es handfeste und unzweifelhafte Beweise gäbe, dass P. so gehandelt hat, wie es hier viele vermuten (und wozu es Anlass gibt), ja dann wäre das Urteil zu milde. Allein: Diese Beweise gibt es nicht. Und die GoPro ist weg. Warum auch immer.

Live Ticker 12.45 Uhr:svensken schrieb:Was, wenn sie unbedingt in Softboots gehen wollte, damit sie später mit dem Splitboard abfahren kann? Weil sie sich das eben in den Kopf gesetzt hatte
Fragen mehr an die Mutter von Kerstin, ... Der Verteidiger hingegen hakt nach – unter anderem die Ausrüstung betreffend. „Sie hätte sich sicher nicht umstimmen lassen, etwa was das Splitboard betraf“, sagt die Mutter, „die Snowboard-Schuhe hat sie sich erst ein Jahr zuvor gekauft, damit sie mit dem Splitboard besser unterwegs ist“.Quelle: https://www.krone.at/4049197#liveticker-entries-anchor-4049196
Sorry, auf die anscheinende "Diskrepanz" ist schon jemand vor mir eingegangen, deshalb habe ich das nicht mehr wiederholt.equinoxx schrieb:Damit wollte ich die Diskrepanz zwischen ihrem Verhalten am früheren Abend und später thematisieren.
Ich bezweifle, dass sie ihm das klar gemacht hat bzw. es überhaupt konnte. Und selbst wenn. Hat er daraus Lehren gezogen? Ganz offensichtlich nicht.watnu schrieb:EDIT: Die Ex wird ihm ja im Nachhinein klar gemacht haben, was er ihr angetan hat. Und er hat daraus nichts gelernt.
Ich meinte: ich halte das Urteil aufgrund der Beweislage fuer juristisch angemessen. Mehr gaben die eindeutig bekannten Fakten eben nicht her. Alles andere wäre moralische Verurteilung gewesen, darum geht es aber in einem Gerichtsprozess nicht. Auch ich tendiere zu der privaten Meinung, dass er sich sehr schlecht benommen und gehandelt hat. Er hätte diese Tour NIEMALS angehen duerfen. Allein, ich wollte in meinem Post aufzeigen, dass es durchaus andere Szenarien gibt, die das gleiche Verhalten erklären können, auch wenn sie unwahrscheinlicher sind. Ein Richter kann aber nur aufgrund von Fakten urteilen, die jenseits jeden Zweifels sind.sunrise2008 schrieb:Moralisch sind wir hier wohl alle einer Meinung.
Das sehe ich nicht so. Aus anderen Beiträgen geht ja auch hervor, beispielsweise die Aussagen der Mutter, dass K auch ganz schön hartnäckig gewesen sein konnte., wenn es um das Erreichen ihrer Ziele ging.equinoxx schrieb:Ansonsten muss ich sagen, artet dein Beitrag ganz schön in Opferbeschuldigung aus. @svensken
Richtig. Er hätte durchaus argumentieren können, dass er sein Bestes getan hat, sie vom weiteren Aufstieg abzubringen. Die Frage ist halt- Was hätte es für ihn geändert.behind_eyes schrieb:Da stellt sich die Frage, warum - wenn dies die Wahrheit ist - der Verurteilte davon nichts als Verteidigung verwendete und warum es über solch ein Verhalten keine digitalforensischen Beweise gibt wie Zitate aus Nachrichten, die es ja durchaus gibt nur eben sowas nicht widerspiegeln.
Definitiv. Ich hatte nur für mich den Eindruck, dass die meisten User der Meinung sind, dass er sie nicht hätte so zurück lassen dürfen.svensken schrieb:Und dann muss ich dennoch widersprechen: Nein, "wir" sind hier auch nicht alle einer Meinung, oder ist das die Auffassung von einem "Diskussions"forum? Man muss da auch abweichende moralische Meinungen zur Kenntnis nehmen und respektieren.
Die Frage ist, wenn dies die Wahrheit wäre - die ihm natürlich sehr gut passen würde - warum er sie nicht erzählt....sunrise2008 schrieb:Richtig. Er hätte durchaus argumentieren können, dass er sein Bestes getan hat, sie vom weiteren Aufstieg abzubringen. Die Frage ist halt- Was hätte es für ihn geändert.
NAja, weil es ihm nichts genuetzt hätte. Denn dass er einfach abgehauen ist, ohne die Rettung telefonisch zu kontaktieren kann er eben so oder so nicht erklären. Das ist ja auch, was keiner versteht, egal wie es nun zu der verfahrenen Situation dort oben gekommen ist. Das ist seine Haupfschuld, und die stand ja auch zweifelsfrei fest. Er hätte ja theoretisch im Dauerkontakt mit der Rettungsleitung stehen können, da ja Mobilfunkempfang dort scheinbar vorhanden ist. Selbst wenn er sie verlassen hat, hätte er so handeln können, dann hätten sie ihn instruieren können, was er nun am besten tun kann. Das muss er mit seinem Gewissen ausmachen. Es scheint niemanden zu geben, der das nachvollziehen kann. Das einzige wäre eben eine komplette Panik die den Geist völlig vernebelt hat. Darueber erlaube ich mir kein Urteil.behind_eyes schrieb:Die Frage ist, wenn dies die Wahrheit wäre - die ihm natürlich sehr gut passen würde - warum er sie nicht erzählt....
Was du hier ausführst, gibt umfassend meine Meinung wieder.svensken schrieb:Ich meinte: ich halte das Urteil aufgrund der Beweislage fuer juristisch angemessen. Mehr gaben die eindeutig bekannten Fakten eben nicht her. Alles andere wäre moralische Verurteilung gewesen, darum geht es aber in einem Gerichtsprozess nicht. Auch ich tendiere zu der privaten Meinung, dass er sich sehr schlecht benommen und gehandelt hat. Er hätte diese Tour NIEMALS angehen duerfen. Allein, ich wollte in meinem Post aufzeigen, dass es durchaus andere Szenarien gibt, die das gleiche Verhalten erklären können, auch wenn sie unwahrscheinlicher sind. Ein Richter kann aber nur aufgrund von Fakten urteilen, die jenseits jeden Zweifels sind.
Und dann muss ich dennoch widersprechen: Nein, "wir" sind hier auch nicht alle einer Meinung, oder ist das die Auffassung von einem "Diskussions"forum? Man muss da auch abweichende moralische Meinungen zur Kenntnis nehmen und respektieren.