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Todesdrama am Großglockner

478 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:31
Zitat von EichhörnchenEichhörnchen schrieb:Ob Kerstins Eltern ihre Ansicht auch geändert haben, wird man wahrscheinlich nicht erfahren. Ich hoffe sie kommen irgendwann über den tragischen Verlust hinweg.
Was Kerstins Eltern angeht, denke ich, dass sie vor allem und natürlich zu Recht das Andenken ihrer Tochter schützen wollen, als eine selbstbestimmte Abenteurerin, die die Berge liebte und dabei leider ihren Tod fand.
In ihrer Wahrnehmung herrscht in vielen Medienberichten das Bild eines armen Hascherls vor, dass das Opfer ihres charakterschwachen Freundes wurde. Natürlich schmerzt das noch zusätzlich zu allem. Auf diese Weise wollen sie den frühen Tod ihrer Tochter verständlicherweise nicht erinnern. So ähnlich habe ich das in einem Interview gelesen, das ich auf die Schnelle nicht finde.
Aber das Andenken Kerstins als starke Persönlichkeit kann man ja unabhängig von den Fehlern TPs hochhalten.
Egal wie stark jemand ist, gerade in Gefahrengemeinschaften wie einer Seilschaft ist man halt verloren, wenn der andere, erfahrenere Part gravierende Fehler macht.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:34
@Doverex
Zitat von DoverexDoverex schrieb:Ja "einfach weiterzugehen" dies kapieren die meisten Bergsteiger von Anfang an nicht
Dieses Video, auf das ich mich beziehe. Die Tour ist echt anspruchsvoll. Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Männer, einen anderen dort zurückgelassen hätte. Das sieht man am Zusammenspiel.
Entsprechend frage ich mich, warum er überhaupt die Tour mit ihr machen wollte? Die kannten sich ja nicht erst seit gestern. Da zieht man doch nicht seinen Stiefel durch, sondern vertagt das. Sowas soll doch eigentlich auch ein besonderes gemeinsames Erlebnis werden.

Ich will ihm gerne zugute halten, dass er weitergeklettert ist, weil er es zu dieser Hütte schaffen wollte. Aber dennoch hätte der Notruf bereits da erfolgen müssen. Man hätte dem Hubschrauber klar SOS signalisieren müssen. Den Zustand und ihr Kräfteschwinden, kann er nicht übersehen haben. Eigentlich lebt so ne Tour von Kommunikation. Verbal und Nonverbal und hat was mit Verlässlichkeit und Vertrauen zu tun. Das alles kann ich hier leider nicht ausmachen. Verantwortungslos. Das ist, was am Ende bleibt, mit einem sinnlosen Tod mit 33 Jahren.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:44
Das Urteil hat unabhängig vom Strafmaß Signalwirkung für andere Alpinisten. Wenn Berufung eingelegt worden wäre, wäre das wohl schon veröffentlicht worden. Fristablauf zur Einlegung der Berufung müsste heute um 00.00 Uhr sein. (Weil gestern ein Sonntag war, Links zu §§ s. unten)


In der PM auf der Website der österreichischen Justiz wird unterteilt, was TP angelastet bzw. nicht angelastet wurde:
Erfrierungstod am Großglockner Schuldspruch
(…)

3)
Beim Schuldspruch wurde davon ausgegangen, dass
• ein faktisches Führungsverhältnis mit entsprechender Verantwortungsübernahme
vorlag;
• die Tour unzureichend geplant wurde;
• die Tour nicht rechtzeitig abgebrochen wurde;
• ein Notruf trotz mehrfacher Gelegenheit nicht abgesetzt wurde;
• vom Angeklagten teils nur bedingt taugliche Ausrüstungsgegenstände zur Verfügung
gestellt wurden;
• die tatsächliche Schwierigkeit der Route in kombinierten Fels-Eis-Gelände
verschwiegen bzw. bagatellisiert wurde und
• die Begleiterin im Glauben gelassen wurde, der Gipfel und die Erzherzog-Johann-
Hütte wären erreichbar und ein Weitergehen alternativlos.
Dabei war Kerstin G** mangels ausreichender Erfahrung nicht in der Lage, die Situation
angemessen einzuschätzen und darauf zu reagieren.

4)
Nicht angenommen wurde,
• dass die Tour um 2 Stunden zu spät gestartet wurde, da der Angeklagte mit einer
höheren Durchschnittsgeschwindigkeit zu diesem Zeitpunkt rechnen durfte;
• der Vorwurf, zu wenig Ausrüstung mitgeführt zu haben, da der Angeklagte zwar für
sich keine Notfallausrüstung mit sich führte, jedoch jene der Kerstin G** hätte
verwenden können;
• die Anwendung der falschen Sicherungsmethode (Sichern von Stand zu Stand statt
am laufenden Seil), da letztere in der Bergsportführerausbildung geschult wird, diese
Sicherungsmethode jedoch durchaus komplex ist und dies dem Angeklagten bei
Betrachtung der differenzierten Maßfigur nicht abverlangt werden konnte;
• der Vorwurf, den Notruf statt um 0.35 Uhr erst um 03.30 Uhr abgesetzt zu haben (er
hätte ohnehin viel früher abgesetzt werden müssen), da das Gericht davon ausging,
dass der Angeklagte der Ansicht war, seine Schilderung beim Telefonat um 00.35 Uhr
sei hinreichend als Notruf zu verstehen gewesen.

5)
Als mildernd bei der Strafbemessung wertete das Gericht die bisherige Unbescholtenheit des
Angeklagten und den Verlust seiner Lebensgefährtin; außerdem wurde die den Angeklagten
belastende öffentliche Diskussion in den Social Media berücksichtigt
Quelle: https://www.justiz.gv.at/file/2c92fd169bc71f3f019c7bc329d37b22.de.0/medieninfo_urteil%20hv%20gro%C3%9Fglockner_schuldspruch.pdf

- - -
Berufungsfrist:
https://www.jusline.at/gesetz/stpo/paragraf/466 i. V. m. https://www.jusline.at/gesetz/stpo/paragraf/84


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:48
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:In ihrer Wahrnehmung herrscht in vielen Medienberichten das Bild eines armen Hascherls vor, dass das Opfer ihres charakterschwachen Freundes wurde. Natürlich schmerzt das noch zusätzlich zu allem. Auf diese Weise wollen sie den frühen Tod ihrer Tochter verständlicherweise nicht erinnern. So ähnlich habe ich das in einem Interview gelesen, das ich auf die Schnelle nicht finde.
Aber das Andenken Kerstins als starke Persönlichkeit kann man ja unabhängig von den Fehlern TPs hochhalten.
Die Frau hat irrsinnige Kräfte zu Tage gebracht, körperlich und mental - dass sie es bis dahin geschafft hat, wo man sie gefunden hat. Den Gipfel irgendwie erreichen, das wird ihr als einzige Überlebensoption klar gewesen sein. Sie wird schon gemerkt haben, dass ihr Begleiter ihr keine Hilfe mehr ist. Sie hat alles, was sie noch hatte, in das Hochziehen/Weitermachen reingegeben und daran sieht man, was für eine kraftvolle, starke Persönlichkeit sie war.

Wie @Interested schon sagt, das Video von der Tour zeigt, was das für eine anstrengende Nummer ist und das dann noch bei Nacht. Sie wollte leben und hat sich deswegen weiter und weiter bewegt, auch wenn sie nicht mehr konnte.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Ich kann mir nicht vorstellen, dass einer der Männer, einen anderen dort zurückgelassen hätte. Das sieht man am Zusammenspiel.
Es hätte einfach nur einen Anruf gebraucht, den sie offensichtlich nicht mehr tätigen konnte. Sie wird nicht mehr an ihr Handy gekommen sein oder es war ihr runtergefallen (hatte sie es eigentlich beim Auffinden?). Ein einziger Anruf und dann schauen, was die Experten (!!!) der Bergrettung empfehlen - mehr nicht.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:53
• der Vorwurf, den Notruf statt um 0.35 Uhr erst um 03.30 Uhr abgesetzt zu haben (er
hätte ohnehin viel früher abgesetzt werden müssen), da das Gericht davon ausging,
dass der Angeklagte der Ansicht war, seine Schilderung beim Telefonat um 00.35 Uhr
sei hinreichend als Notruf zu verstehen gewesen.
Quelle: https://www.justiz.gv.at/file/2c92fd169bc71f3f019c7bc329d37b22.de.0/medieninfo_urteil%20hv%20gro%C3%9Fglockner_schuldspruch.pdf

Das verstehe ich tatsächlich gar nicht. Auch wenn Aussage gegen Aussage steht - sein ganzes Verhalten nach diesem Anruf lässt nicht die Annahme zu, dass er von davon ausging, Hilfe gerufen zu haben.
keine Frage, wie geht's weiter
nicht erreichbar sein
keine Nachfrage zu warum meldet sich keiner
etc.
Ich setze doch keinen Notruf ab und hocke dann dumm in der Dunkelheit rum für 2 Stunden. Und wenn dann nach 2 Stunden auf meinen Notruf nichts passiert, dann rufe ich nicht nochmal an, sondern gehe weiter - damit auch ja Niemand ad hoc den Notrufenden finden kann?


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 17:57
Zitat von tempscutempscu schrieb:Meine Fragen: Kann jemand das nachvollziehen? Heißt das, TP hat ab 22.30 Uhr den Aufstieg angetreten? Ruft er erst um 00:30 Uhr die Bergwacht zurück als er oben ist?
Könnte es sein, dass er den Notruf bewusst erst absetzte, nachdem er den Gipfel (und damit sein Ziel) erreicht hatte?
Als ihm dann gesagt wurde, dass der Helikopter nicht kommen kann, war die (seine) Rettung dann auch nicht mehr interessant und er ist nach dem Ausruhen weiter?
Vielleicht sollte der Notruf eben schlicht für ihn selbst sein, da K zu diesem Zeitpunkt bereits verloren war.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:11
Zitat von BohoBoho schrieb:Sie wird schon gemerkt haben, dass ihr Begleiter ihr keine Hilfe mehr ist.
Genau das glaube ich auch!
Leider wird bei ihr auch der Punkt gekommen sein, wo sie wohl erkannte, dass sie aus dieser misslichen Lage nicht mehr lebend raus kommt.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Verbal und Nonverbal und hat was mit Verlässlichkeit und Vertrauen zu tun. Das alles kann ich hier leider nicht ausmachen. Verantwortungslos. Das ist, was am Ende bleibt, mit einem sinnlosen Tod mit 33 Jahren.
Das meine ich, dass dies Kerstin G. auch vor ihrem Tod bemerkte, ihr Vertrauen auf die Verlässlichkeit ihres Partners bedeutet ihren Tod. Das war so eine starke Frau, ich glaube sogar dieses "Geh" was sie angeblich geschrien hat ... hmm sie wollte wohl lieber alleine sterben, vermute ich da stark, als mit TP an ihrer Seite; der so verantwortungslos gegenüber Kerstin handelte. Ich glaube, diese Verantwortungslosigkeit ihr gegenüber hat sie noch vor ihrem Tod registriert, warum und wieso sie sich nun in dieser aussichtslosen Lage befindet.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:34
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Hatte sie sich darauf verlassen, das er abbricht, wenn sie merkt sie schaft den Aufstieg nicht?
Gibt es da alpine Regeln, wie man sich dann verhält?
Mit ein bisschen Anstand im Leib - ja.
Wenn der Partner es nicht schafft, dann bleibt ja nur rechtzeitig abzubrechen. Ob durch zurückgehen oder durch Notruf absetzten.

Und wie ich das sehe, hätte dies bereits am Frühstücksplatz geschehen müssen, da die beiden bereits für diesen Teil der Strecke vieeeel zu lange gebraucht haben.
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Ob der Hubschrauber sie zu dem Zeitpunkt hätte bergen können, weiß ich nicht. Ein Ja hätte aber die Rettungskette in Gang gesetzt. Also war Hilfe annehmen alles was er hätte tun müssen und auch hätte tun können.
Es ist ja erst mal zweitrangig, was die Bergrettung tatsaechlich haette tun können, das konnten weder T. noch K. einschaetzen.
Auf jeden Fall wäre die Bergrettung früher im Bilde gewesen, wie auch immer dann der Ausgang gewesen wäre.

Ich frage mich wirklich, was K. davon abgehalten hat, dem Hubschrauber zu signalisieren, dass sie abbrechen möchte.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:35
Zitat von OriginesOrigines schrieb am 19.02.2026:Aus meiner Sicht eine sehr sachliche und informative Berichterstattung des ZDF (da freut sich der Gebührenunterworfene) mit einem ausführlichen Interview mit der beeindruckenden Extrem-Bergsteigerin Anja Blacha:

https://www.youtube.com/live/bfxwZx6cMEY?si=wQjeCq6gRz1SpHCg
Ja, das Interview ist wirklich empfehlenswert – da werden viele Fragen, die wir uns hier zum Fall stellen (z.B. zu den Bedingungen im Gebirge und im Speziellen am Stüdlgrat, zur notwendigen Ausrüstung, zu psychologischen Aspekten wie dem Gipfelfieber oder der geistigen Verfassung bei extremer Kälte etc.), aus Sicht einer sehr bergerfahrenen und reflektierten Persönlichkeit beantwortet.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:38
Zitat von watnuwatnu schrieb:Ich weiß nicht, ob das auf TP zutrifft, aber z. B. narzisstische Persönlichkeiten können sehr charmant sein und Andere für sich einnehmen.
M.E. ist das der Schlüssel - toxische Person mit leider diesen Zügen.
Eben weil er die Eltern auch so für sich einnehmen konnte, da ungemein charmant.
Sehr perfide.

Und wer weiß, wie er sie angetrieben hat, um ja nicht die Rettung zu kontaktieren.
Ggf hat er sie schon früh am Abend unter Druck gesetzt, vielleicht sogar ihr Handy an sich genommen, so daß sie später von sich aus aktiv gar nichts mehr machen konnte.

Es bleibt auch die Frage, ob sie "geh endlich, geh" nach (massiven) Streitereien gesagt hat ... vielleicht ahnte oder realisierte sie schon, was kommen wird ...
Auf jeden Fall sehr traurig und tragisch.


Bin gespannt, ob die Staatsanwaltschft oder der Angeklagte (über seinen Verteildiger) heute Berufung einlegt haben.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:42
Zitat von InterestedInterested schrieb:Dass sie zu diesem Zeitpunkt keine Überlebenschance hatte, muss ihm doch irgendwie klar gewesen sein, wenn man bedenkt, wie er sie zurückließ. Nämlich einfach zurück.
Er wusste, dass sie erfriert, wenn er einfach weiter steigt und sich nicht um Rettung kümmert. Und sie wusste das auch. Ich mag mir den Moment nicht vorstellen: du bist in Lebensgefahr und dein Freund verlässt dich, in vollem Bewusstsein der Situation.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:46
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich frage mich wirklich, was K. davon abgehalten hat, dem Hubschrauber zu signalisieren, dass sie abbrechen möchte.
Wegen ihres Schuhwerks und den nicht dazu passenden Steigeisen (die von ihm kamen), mußte sie eine eingeschränkte Trittsicherheit wohl mit wesentlich mehr Kraft in den Armen kompensieren. (So erinnere ich es, entweder sagte das ein Sachverständiger im Prozess oder einer der Experten in einem der Videos.)

Ich könnte mir vorstellen, daß ihr für Signale mit den Armen schlicht die Kraft fehlte.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:48
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Ich frage mich wirklich, was K. davon abgehalten hat, dem Hubschrauber zu signalisieren, dass sie abbrechen möchte.
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Wegen ihres Schuhwerks und den nicht dazu passenden Steigeisen (die von ihm kamen), mußte sie ene eingeschränkte Trittsicherheit wohl mit wesentlich mehr Kraft in den Armen kompensieren. (So erinnere ich es, entweder sagte das ein Sachverständiger im Prozess oder einer der Experten in einem der Videos.)

Ich könnte mir vorstellen, daß ihr für Signale mit den Armen schlicht die Kraft fehlte.
Das beschäftigt mich auch.
Allerdings könnte es natürlich wirklich auch so sein, dass sie selbst als es ihr bereits schon schlecht gehen musste, garnicht zu jedem Zeitpunkt abbrechen wollte, vielleicht war sie ambivalent. Wir werden es wohl nie erfahren.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:51
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Wegen ihres Schuhwerks und den nicht dazu passenden Steigeisen (die von ihm kamen),
Das finde ich auch so unmöglich von T. - er hat gute Schuhe, und ihr gibt er irgendetwas Untaugliches, was dazu nicht zu den Steigeisen passt.
Zitat von m_mucm_muc schrieb:Ich könnte mir vorstellen, daß ihr für Signale mit den Armen schlicht die Kraft fehlte.
Ja, vielleicht war sie nicht in der Lage, zu signalisieren, dass sie Hilfe brauchte.
Sondern hat sich festgekrallt, so gut es geht.
Schlimm, so zu sterben.

Es ist ja auch tragisch, dass die Hubschrauber-Besetzung erkannte, dass sie kaum noch voran kam.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:54
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Es ist ja auch tragisch, dass die Hubschrauber-Besetzung erkannte, dass sie kaum noch voran kam.
Alle (Helfer, Bergretter, der Alpinpolizist schrieb ihm seine Privatnummer) standen in den Startlöchern, jederzeit bereit, aufzubrechen und er tut noch stundenlang so, als sei alles fein - das ist wirklich so unsäglich.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:54
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:Das finde ich auch so unmöglich von T. - er hat gute Schuhe, und ihr gibt er irgendetwas Untaugliches, was dazu nicht zu den Steigeisen passt.
Die Schuhe hat sie selbst gewählt. Er gab ihr die Steigeisen.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:56
Zitat von equinoxxequinoxx schrieb:Ja, das Interview ist wirklich empfehlenswert – da werden viele Fragen, die wir uns hier zum Fall stellen (z.B. zu den Bedingungen im Gebirge und im Speziellen am Stüdlgrat, zur notwendigen Ausrüstung, zu psychologischen Aspekten wie dem Gipfelfieber oder der geistigen Verfassung bei extremer Kälte etc.), aus Sicht einer sehr bergerfahrenen und reflektierten Persönlichkeit beantwortet.
Ja, ich fand das auch sehr fundiert und sachlich, habe aber an keiner einzigen Stelle den Eindruck gehabt, dass sie so ein Verhalten irgendwie nachvollziehen kann. Sie sagt sehr deutlich, sinngemäß: man lässt nur jemanden zurück, wenn es überhaupt keine Chance mehr gibt und wenn die anderen durch ihr Bleiben auch sterben müssten. Aber:
Wenn das in diesem Fall so gewesen wäre, hätte TP das ja so kommunizieren können.
Und nach Expertenurteil wäre eine Rettung noch möglich gewesen, das wurde hier ja schon mehrfach angeführt.
Zwischendurch dachte ich mal, dass sie vielleicht schon tot war, als er sie zurückließ. Man findet leider nichts über den Todeszeitpunkt, es heißt immer nur, der sei "nicht genau" feststellbar gewesen. Seltsam. Auf ein paar Stunden genau ist der doch eigentlich immer einzugrenzen.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 18:57
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:nd wie ich das sehe, hätte dies bereits am Frühstücksplatz geschehen müssen, da die beiden bereits für diesen Teil der Strecke vieeeel zu lange gebraucht haben.
Ja und für die ganz Dummen steht ja da sogar noch ein Schild, das ein Weitergehen in dieser Situation lebensgefährlich sein kann.
Zitat von JustsayingJustsaying schrieb:s ist ja erst mal zweitrangig, was die Bergrettung tatsaechlich haette tun können, das konnten weder T. noch K. einschaetzen.
Auf jeden Fall wäre die Bergrettung früher im Bilde gewesen, wie auch immer dann der Ausgang gewesen wäre.
Vollkommen egal ob noch ei n Hubschrauber starten konnte, ein Hilfsteam aufsteigen oder sonst was .
Wenn man Telefon hat, ist es verwerflich, Notsituationen nicht umgehend zu melden
Und wenn es nur darum geht, das die Bergretter so früh wie es ihnen möglich ist los marschieren.
Zitat von m_mucm_muc schrieb:M.E. ist das der Schlüssel - toxische Person mit leider diesen Zügen.
Leider kann man das alles nicht beweisen. Was am Berg vorgefallen ist , weis nur noch der Verurteilte und vielleicht hätte man Rückschlüsse aus den Aufnahmen der Go Pro ehalten, die ja verschwunden ist.
Theoretisch hätte die ungesunde Übermotivation ja auch von Ihr ausgehen können. Vielleicht war sie es , die nicht aufgeben wollte.
Man wird es nie erfahren
Zitat von m_mucm_muc schrieb:nd wer weiß, wie er sie angetrieben hat, um ja nicht die Rettung zu kontaktieren.
Zumindest nach dem verunglückten Notruf, hätte klar sein müssen, das sie es nicht mehr schaffen wird.
Zitat von TritonusTritonus schrieb:r wusste, dass sie erfriert, wenn er einfach weiter steigt und sich nicht um Rettung kümmert. Und sie wusste das auch. Ich mag mir den Moment nicht vorstellen: du bist in Lebensgefahr und dein Freund verlässt dich, in vollem Bewusstsein der Situation.
Da stelltr sich mir seit langem die Frage, ob Kerstins Tod hätte verhindert werden können, wenn der Verurteilte anders gehandelt hätte


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 19:00
Zitat von StreuselStreusel schrieb:Er gab ihr die Steigeisen.
... die aber nicht zu ihrem Schuhwerk paßten ... und somit viel mehr Kraftaufwand, einmal beim Tritt und dann nochmal für die Arme bedeuteten ...

So einen Begleiter braucht kein Mensch, ich schreibe absichtlich nicht "Partner", denn das war er (vom Verhalten her) in keiner Weise.


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Todesdrama am Großglockner

gestern um 19:01
Zitat von BohoBoho schrieb:Das verstehe ich tatsächlich gar nicht. Auch wenn Aussage gegen Aussage steht - sein ganzes Verhalten nach diesem Anruf lässt nicht die Annahme zu, dass er von davon ausging, Hilfe gerufen zu haben.
keine Frage, wie geht's weiter
nicht erreichbar sein
keine Nachfrage zu warum meldet sich keiner
etc.
Ich setze doch keinen Notruf ab und hocke dann dumm in der Dunkelheit rum für 2 Stunden. Und wenn dann nach 2 Stunden auf meinen Notruf nichts passiert, dann rufe ich nicht nochmal an, sondern gehe weiter - damit auch ja Niemand ad hoc den Notrufenden finden kann?
Bis Juni/Juli 2025 war die mediale Kommunikation er wäre zur Adlersruhe abgestiegen um Hilfe zu holen. Aus fast allen Berichten ging das so hervor. Das Telefonat um 0:35 war da gar nicht so Thema. Man ist davon ausgegangen dass er kein Netz gehabt hat. In den ersten Podcasts und YouTube Videos von Bersteigern wurde immer gesagt, dass dort oben überall Netz vorhanden ist.
Demnach habe sein Mandant „mehr als eineinhalb Stunden versucht, bei ihr zu bleiben, ihr gut zuzureden. Wie er gesehen hat, dass das nicht mehr geht, hat er die letzte Chance genommen und hat sich zu dieser Adlersruhe begeben in der Hoffnung, dass er dort noch Hilfe findet.“
Quelle: https://www.allgaeuer-zeitung.de/oesterreich/grossglockner-unglueck-frau-erfroren-partner-meldet-sich-kritik-bergrettung-einsatz-erkrankung-anwalt-29-06-2025-109916531

Ich habe jetzt einen Artikel gefunden, in dem ab Juni die Bergwacht die Schuld zugeschoben wurde.
Fünf Monate nach dem tödlichen Drama am Großglockner ist eine mediale Auseinandersetzung zwischen dem Partner der erfrorenen Bergsteigerin und der Polizei entbrannt. Rückblende: Im Januar erfror eine Salzburgerin (33) am höchsten Berg Österreichs, während ihr Freund vom Grat hinabgestiegen war, um Hilfe zu holen. Gegen den erfahrenen Bergsportler ermittelt seitdem die Staatsanwaltschaft Innsbruck. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.
Quelle: https://www.allgaeuer-zeitung.de/oesterreich/grossglockner-unglueck-frau-erfroren-partner-meldet-sich-kritik-bergrettung-einsatz-erkrankung-anwalt-29-06-2025-109916531

Weiter aus dieser Quelle
Tragödie am Großglockner - Bergrettung zu spät angelaufen?

Doch auch nach einem weiteren Telefongespräch um 3.30 Uhr sei die Rettung erst spät angelaufen, so der Anwalt. Die Hilfsmannschaft traf schließlich um zehn Uhr ein - eine Rettung per Hubschrauber war offenbar wegen eines Schneesturms nicht möglich. Dennoch sei es „unverständlich“, warum die Rettungskette erst so spät in Gang gesetzt wurde, so der Verteidiger Jelinek gegenüber krone.at. Schließlich hätte sein Mandant schon zehn Stunden zuvor von seiner misslichen Situation berichtet.



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