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Todesdrama am Großglockner

1.241 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Sterbehilfe, Fahrlässige Tötung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Todesdrama am Großglockner

28.02.2026 um 22:08
Zitat von watnuwatnu schrieb:Im Standard-Zitat wird der Erschöpfungszustand in Bezug auf TPs Version angesprochen, also ob K. noch in der Lage war, sich dort, wo TP sie fixiert haben will, aufzurappeln, um allein weiterzugehen. Und ob es dann zu einem Absturz gekommen sein könnte, was quasi ausgeschlossen wurde.
TP's Version war es, dass sie am Schluss so erschöpft gewesen wäre, er mit ihr zusammen gesessen wäre auf einem Standort beim Ausstieg aus dem Stüdlgrat, das ist Ende der Schlüsselstelle unter dem Gipfel. etc. Aber wir wissen ja, dass seine Version insgesamt so nicht stimmen kann, weil das Seil wo anders fixiert war, und wie ihre Auffindeposition tatsächlich war. Was daran alles nicht stimmt, und warum er es so konstruiert, wissen wir nicht.
Wie erschöpft sie wirklich war, wissen wir daraus also gar nicht! Wie sie in die Auffindeposition kam, wissen wir auch nicht. Wenn es ein Abrutschen war, dann kann das mit Erschöpfung zusammenhängen, muss aber nicht unbedingt,. Man kann auch abrutschen ohne ermüdet zu sein. Sie ist nach 9h im Seil hängend erfroren gewesen. Ob sie vorher schon gefroren hat, wissen wir auch nicht.
Zitat von watnuwatnu schrieb:Der Richter glaubte TP die Version nicht, dass er K. oben am Felsen fixierte. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, was du daraus gemacht hast: Dass K. es nach oben geschafft haben könnte:
Weil ein paar Meter weiter oben oder unten jetzt den großen Unterschied machen, wenn man ihre Leistung betrachtet?! Ich sehe das was sie geschafft hat, das ist das wesentliche, und nicht die letzten 50m vor denen sie tragischer Weise abgerutscht oder was immer ist, die ihr nicht mehr vergönnt waren.
Sie ist die Tour langsam angegangen, das war auch laut T. bewusste Strategie, und hat länger gebraucht. Die letzten 50m zum Gipfel dann sind, so wie es auf den Videos aussieht, relativ einfacher. Ich habe heute zum ersten Mal zu lesen bekommen, dass nicht nur sie 10m weiter unten lag als von T. der Standort angegeben wo er sie fixiert hätte, sondern dass auch das Seil ein paar Meter tiefer fixiert war als angegeben. Aber dennoch - in Relation zur Gesamtstrecke des Stüdlgrats war der Gipfel zum Greifen nahe, und daher verstehe ich Kommentare nicht wie man sie im thread fand: Sie hätte es niemals schaffen können.
Mich erinnert das an den Kommentar von R.Messner, dass Omas am Küchentisch kein Verständnis für Extrembergsteigen haben können. (Messner: "Man begibt sich bewusst in Situationen in denen man umkommen kann, mit dem Ziel nicht umzukommen"). Und der Mensch hat eine Willensfreiheit, was er/ sie in ihrem Leben versucht. Ich bin geborener Nachtmensch, und als ich noch Marathon- Trainigs gemacht habe, kam es auch mal vor, dass ich um Mitternacht von einem Training über Feldwege heim kam. Daher kann ich es nachvollziehen, dass man auch um Mitternacht noch den Gipfel erreichen möchte.

@Origines: Danke! So sehe ich das auch
Ich finde es schlimm, wie das Urteil kritisiert wird und T.P. weiterhin runtergemacht, wenn man zB in Kommentaren unter youtubes vom Prozess- Bericht der Medien liest.
Ich habe hier wieder mal gelernt, wie vorsichtig man sein sollte etwas zu interpretieren oder zu beurteilen, wenn man wenig Informationen hat und Menschen nicht kennt.


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Todesdrama am Großglockner

28.02.2026 um 22:20
Zitat von watnuwatnu schrieb:Der letzte Post wg. "50 m" bezog sich auf:
Zitat von AgrimonyAgrimony schrieb:Was stimmt denn nun?
War der Seilpendler tatsächlich an der Schlüsselstelle (Klapfl, Platte mit Fixseil bei 3748 Metern / 50 Meter unterm Gipfel) ?
Ich fand es sehr bedauerlich, dass hier kein Kenner der Tour oder wenigstes Hochalpin-Kletterer mitgeschrieben hat.
Es war im Ticker so formuliert - der Seilpendler passierte an der Schlüsselstelle. Als DIE Schlüsselstelle des Stüdlgrats wird üblicherweise die Felswand / große Paltte unterm Gipfel bezeichent. Man sehe auf die Streckenbeschreibung Bild 14 unserer Gallerie. Das Schlüsselsymbol ist nur dort eingezeichnet, daher hatte ich es so verstanden. Ich habe es bereits in den letzten Stunden berichtigt und erklärt.
Ich verabschiede mich hier auch, viel zu viel Zeit verschwendet, mit zu viel Hick hack.


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Todesdrama am Großglockner

28.02.2026 um 22:37
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Sie ist die Tour langsam angegangen
Mit der Geschwindigkeit, die die beiden um 22 Uhr 30 hatten, hätten sie noch 16 Stunden bis zur Gipfelspitze gebraucht
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Mich erinnert das an den Kommentar von R.Messner, dass Omas am Küchentisch kein Verständnis für Extrembergsteigen haben können.
Erfahrene Bergführer vom Grossglockner sind der Meinung, dass sie die Tour niemals hätte schaffen können


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Todesdrama am Großglockner

28.02.2026 um 23:13
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:TP's Version war es, (…) Aber wir wissen ja, dass seine Version insgesamt so nicht stimmen kann, (…)
Wie erschöpft sie wirklich war, wissen wir daraus also gar nicht!
Da habe ich mich missverständlich ausgedrückt. Es ging darum: Was die Sachverständige hinsichtlich Ks Erschöpfungszustand sagte*, kann man übertragen und daraus schließen, dass sie auch zu entkräftet war, um zum Gipfel aufzusteigen oder sogar noch zur Adlerhütte abzufahren. Die relevante Aussage hatte ich schon hervorgehoben. Ich verkürze mein Zitat:
Zitat von watnuwatnu schrieb:Im Standard-Zitat wird der Erschöpfungszustand (…) angesprochen, also ob K. noch in der Lage war, sich (…), aufzurappeln, um allein weiterzugehen. (…) Somit hätte sie es sicherlich auch nicht zum Gipfel geschafft:
"Ich tu mir unglaublich hart,(…)
"Ist es möglich, dass, wenn man entkräftet ist, nochmal alles gibt, was möglich ist", fragt der Verteidiger des Angeklagten – praktisch in einem letzten Schub. Die Sachverständige bekräftigt: Sie hält das für unwahrscheinlich.
Quelle: https://www.derstandard.de/jetzt/livebericht/3000000308718/grossglockner-prozess-gegen-37-jaehrigen-wegen-grob-fahrlaessiger-toetung-startet
*(in Bezug auf TPs Version)

Es steht dir ja frei, weiterhin anzunehmen,
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Vielleicht war sie gar nicht zu erschöpft um noch zur Adlerhütte abzufahren.
Alles ist möglich.
So wie es mir freisteht, das zu bezweifeln.

- - -

Anders sieht es mit Tatsachenbehauptungen aus:
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:
Zitat von watnuwatnu schrieb:Der Richter glaubte TP die Version nicht, dass er K. oben am Felsen fixierte. Das hat überhaupt nichts damit zu tun, was du daraus gemacht hast: Dass K. es nach oben geschafft haben könnte:
Weil ein paar Meter weiter oben
In o. g. Post ging es mir darum, dass du eine Quelle falsch wiedergegeben, also verfremdet hast. Du hast einen unvollständigen Satz aus dem Kontext gerissen und hast ihn in einen ganz anderen Kontext gestellt.
Das kann man hier nachlesen: Beitrag von watnu (Seite 51)

Fremde Aussagen (wie o. g. Zitat, das du in den falschen Kontext gestellt hast) soll man wahrheitsgemäß wiedergeben. Der Sinn und Zweck, dass wir hier manche Aussagen mit Quellen belegen sollen, dient auch dem Nachweis dafür.
Ich finde es z. B. anstrengend, wenn es jemand auch dann nicht so genau nimmt, selbst wenn man ihm die Quelle liefert.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 00:34
Zitat von watnuwatnu schrieb:
Ist es möglich, dass, wenn man entkräftet ist, nochmal alles gibt, was möglich ist", fragt der Verteidiger des Angeklagten – praktisch in einem letzten Schub. Die Sachverständige bekräftigt: Sie hält das für unwahrscheinlich.
Am Rande - Ich finde diese Kommentare der medizin. Sachverständigen in den Tickern nicht mehr (ist aber jetzt auch egal), die Fragestellung des Verteidigers hier klingt manipulativ. Er geht bei der Fragestellung ja davon aus, dass es so ist wie sein Mandant die Schlusssituation darstellt: K. wäre total erschöpft gewesen...

Ich hatte mich dafür interessiert, was stundenlanges Hängen im Seil mit einem macht, wie es zu dieser überstreckten Körperpoition zB dann kommt. Da heißt es ,dass stundenlanges Hängen in einem Seil alleine schon lebensgefährlich ist, auch wenn man nicht erschöpft ist oder erfriert (z.B. Fensterputzer). Das nennt sich Hängetrauma oder Hängesyndrom. Es kommt zu Kreislaufproblemen und letztlich zu Multiorganversagen. Und da habe ich mich gefragt, ob die forensische Medizin überhaupt so klar sagen kann, was früher zum Tod geführt hat, diese oder das Erfrieren...
Jedenfalls erstaunt mich, dass man nach den 9 Stunden Hängetrauma und Erfrieren dann noch beurteilen können will, wie konkret K. konditionell vor dem Sturz im Seil beieinander war und ob sie damit die 50m zum Gipfel noch geschafft hätte.

Nicht zuletzt vielleicht auch meine eignene schlechte Erfahrung im Leben mit Ärzten und deren Diagnosen - die Ärztin muss halt eine Einschätzung abgeben, aber ich glaube das nicht.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 00:37
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Hier nochmal ein Bild vom Klapfl, dem Schlüsselstück, wo es im oberen Bereich passiert sien dürfte. Hier nicht vom Osten (Adlerhütte) fotografiert, sondern mehr vom Westen. Man sieht in der Mitte ein Stück Fixseil, and dem man sich hoch hangelt.
Und wie man auf den WebCam Fotos um 10 bis 10.30 vormittags dann sah, dürften die Bergretter da oben auf dem Grat gestanden sein.
Ja, ich nehme auch mal an, dass das die Stelle war. Hier im Link noch mal ein paar Fotos:


Kletterei-im-besten-Fels


Standplatz-SchlC3BCsselplatte


SchlC3BCsselplatte


Quelle: https://www.alpinsport-basis-blog.de/auf-den-grosglockner-uber-den-studlgrat/
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb: Ich bin noch nie mit einem Snowboard wo hochgegangen (habe gar keines), habe mich nicht damit beschäftigt, wie man da überhapt praktisch tut, damit einem das dann auf der steilen Wand nicht mal davon fährt auf nimmer Wiedersehen, - muss man wohl gegebenfalls auch sichern.
Während des kletterns hatte sie das Snowboard am Rucksack befestigt. Es wurde benötigt von der Stüdlhütte über den Gletscher bis zur Luisenscharte und, falls sie es geschafft hätte, teilweise (vom Gipfel aus) bis zur Hütte über den Normalweg beim Abstieg.


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01.03.2026 um 00:50
Hier wird nochmals erläutert, wie der Flaschenzug eingesetzt wird. Wäre Kerstin so gesichert gewesen, hätte er sie möglicherweise noch nach oben ziehen können. Leider war das jedoch nicht der Fall.

Youtube: Expressflaschenzug mit Tuber
Expressflaschenzug mit Tuber
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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 00:56
Noch eine Ergänzung zum Medizinischen: Ich habe es bei Marathons erlebt, das man im Beutel des Veranstalters als Starter Aspirin auch mit dabei bekommt. Das ist beim Langstreckensport kein unübliches Mittel. K. hatte wenn ich mich recht erinnere eine abgeklungene Erkältung, da nimmt man präventiv oder stützend so etwas ein, wenn man Anstrengung in der Kälte vor sich hat. Sie ist die Tour sicher nicht mit Lungenentzündung marschiert. sondern wie - es war Origines glaube ich - schon sagte, die Lungenentzündung entwicklete sich wahrscheinlich zum Schluss in der Kälte, wo sie letztlich auch erfroren ist.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 01:12
Ich überprüfe gerade erneut den Liveticker des Prozesses. Das war mir bisher unbekannt, aber da es im Prozess angesprochen wurde, kann ich es auch hier erwähnen.
19. Februar 2026;

12:30
Details zur Essstörung

Die Mutter gibt auf Nachfrage preis, dass ihre Tochter 2021 die Essstörung gehabt habe. Sie sei dann auch in Therapie gewesen. „Als sie mit ihrem späteren Freund (Anm.: dem Angeklagten) zusammengekommen ist, war sie gesund“, betont sie. Kerstin sei auch „starke Allergikerin“ gewesen.
Quelle: https://www.krone.at/4049197#liveticker-entries-anchor-4049196


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01.03.2026 um 01:15
Zitat von watnuwatnu schrieb:Was ich mich gerade frage: Wie oft war TP zuvor im Winter auf dem Großglockner?
Ich hatte da inzw ja schon wirklich viel immer wieder (nach-) gelesen,
bin aber über die Anzahl seiner Winterwanderungen dort hoch noch nirgends
gestolpert.
Glaub dazu steht auch nix drin oder ich hab's überlesen ...
(Das wäre höchstens über SM zu erruieren gewesen, aber die sind wohl alle privat und hier ja auch nicht erwünscht.)


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 01:18
Zitat von watnuwatnu schrieb:Was ich mich gerade frage: Wie oft war TP zuvor im Winter auf dem Großglockner?
Ich meine 4 x gelesen zu haben, 2 x davon über den Stüdlgrat. Insgesamt war er wohl laut Alpinforum 14x auf dem Glockner.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:01
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Aber dennoch - in Relation zur Gesamtstrecke des Stüdlgrats war der Gipfel zum Greifen nahe, und daher verstehe ich Kommentare nicht wie man sie im thread fand: Sie hätte es niemals schaffen können.
Oben anzukommen ist das eine, aber sie hätte nach dem Erreichen des Gipfels (3798 m) entkräftet und halb erfroren den Abstieg über den Nordwestgrat in Richtung Adlersruhe (Erzherzog-Johann-Hütte) antreten müssen. Und das ist nicht ohne.

Hier ein Auszug aus dem Link:
Nach einer kurzen Rast auf dem Gipfel machten wir uns an den schwersten Teil der Tour, den Abstieg. Dabei stellt die sogenannte Glocknerscharte ein Nadelöhr dar, da sowohl die Aufsteiger über den Normalweg als auch die Absteiger durch diese Stelle müssen. Das Abklettern vom Großglockner in die Scharte ist nicht so leicht und sehr ausgesetzt. Wenn einem die nötige Sicherheit und Erfahrung fehlt, kann man hier schnell in Panik geraten. Leider fehlte bei unserem Abstieg auch einigen Kanditaten die nötige Erfahrung, weshalb es dort mal wieder einen richtigen Stau gab. Trotz Stangen und Sicherungspunkten kamen einige Gipfelaspiranten nur schwer mit dem Gelände zurecht und brauchten ewig für den Aufstieg. Nach einiger Zeit waren wir so genervt, dass wir den Weg abseits der Stangen wählten und teils an den anderen vorbeikletterten. Am Kleinglockner war das Spektakel dann endlich vorbei, da wir die meisten überholt hatten und keiner mehr hoch kam. Der Abstieg vom Kleinglockner ist noch mal etwas ausgesetzt und erfordert sicheres Abklettern im II. Gelände. Im Anschluss geht es noch eine Schnee- bzw. gelegentlich auch Eiswand runter, bevor man wieder einigermaßen sicheren Boden unter den Füßen hat.
Quelle: https://www.alpinsport-basis-blog.de/auf-den-grosglockner-uber-den-studlgrat/


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:23
Zitat von KarloSamtKarloSamt schrieb:Ich meine 4 x gelesen zu haben, 2 x davon über den Stüdlgrat. Insgesamt war er wohl laut Alpinforum 14x auf dem Glockner.
„Viermal war ich bisher am Stüdlgrat, davon dreimal im Winter“, sagt der 37-Jährige.
Quelle: https://www.krone.at/4049197#liveticker-entries-anchor-4049196

Danke auch für die Bilder vom Klapfl.

@watnu und @Silberstreif.
Vielen Dank für die Erklärung und mich hat das mit der Schlüsselstelle verwirrt.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Ich fand es sehr bedauerlich, dass hier kein Kenner der Tour oder wenigstes Hochalpin-Kletterer mitgeschrieben hat.
Es war im Ticker so formuliert - der Seilpendler passierte an der Schlüsselstelle. Als DIE Schlüsselstelle des Stüdlgrats wird üblicherweise die Felswand / große Paltte unterm Gipfel bezeichent. Man sehe auf die Streckenbeschreibung Bild 14 unserer Gallerie. Das Schlüsselsymbol ist nur dort eingezeichnet, daher hatte ich es so verstanden. Ich habe es bereits in den letzten Stunden berichtigt und erklärt.
Ich verabschiede mich hier auch, viel zu viel Zeit verschwendet, mit zu viel Hick hack.
Sorry, das war nicht unbedingt auf dein Post bezogen, denn auch TP sprach ja von der Schlüsselstelle und ein Hick Hack wollte ich auch nicht auslösen.
Zitat von Silberstreif.Silberstreif. schrieb:Weil ein paar Meter weiter oben oder unten jetzt den großen Unterschied machen, wenn man ihre Leistung betrachtet?! Ich sehe das was sie geschafft hat, das ist das wesentliche, und nicht die letzten 50m vor denen sie tragischer Weise abgerutscht oder was immer ist, die ihr nicht mehr vergönnt waren.
Sie ist die Tour langsam angegangen, das war auch laut T. bewusste Strategie, und hat länger gebraucht. Die letzten 50m zum Gipfel dann sind, so wie es auf den Videos aussieht, relativ einfacher. Ich habe heute zum ersten Mal zu lesen bekommen, dass nicht nur sie 10m weiter unten lag als von T. der Standort angegeben wo er sie fixiert hätte, sondern dass auch das Seil ein paar Meter tiefer fixiert war als angegeben. Aber dennoch - in Relation zur Gesamtstrecke des Stüdlgrats war der Gipfel zum Greifen nahe, und daher verstehe ich Kommentare nicht wie man sie im thread fand: Sie hätte es niemals schaffen können.
Mich erinnert das an den Kommentar von R.Messner, dass Omas am Küchentisch kein Verständnis für Extrembergsteigen haben können. (Messner: "Man begibt sich bewusst in Situationen in denen man umkommen kann, mit dem Ziel nicht umzukommen"). Und der Mensch hat eine Willensfreiheit, was er/ sie in ihrem Leben versucht. Ich bin geborener Nachtmensch, und als ich noch Marathon- Trainigs gemacht habe, kam es auch mal vor, dass ich um Mitternacht von einem Training über Feldwege heim kam. Daher kann ich es nachvollziehen, dass man auch um Mitternacht noch den Gipfel erreichen möchte.
Ich glaube auch, dass sie es gemeinsam hätten schaffen können, wenn nicht der Seilpendler gewesen wäre, bei dem sie sich verletzt hat.
Sie hatte einen sehr starken Willen, laut ihrer Mutter.

Hier gibt es eben sehr unterschiedliche Meinungen, Ansichten, Wertungen und der eine interessiert sich mehr für die medizinischen Aspekte, ein anderer eher für die genauen Ortsangaben. Für manche sind Aussagen von Ermittlern, Richtern und Gutachter unantastbar, andere sehen das wieder kritischer und wagen zu zweifeln und wieder andere sind sich sicher, dass Tatverdächtige generell lügen, sobald es mal Widersprüche gibt, andere sehen das toleranter.

Die Erinnerung kann einem Streiche spielen, Usern, wie auch Zeugen und eben auch Tatverdächtigen, vorallem, wenn sie sich wie TP in einer so extremen Situation befinden, in der das Gehirn wahrscheinlich nur noch auf Sparflamme arbeitet.
Ich bin da bei dem Richter, der ihm keine Absicht unterstellte. Vielleicht hätte die Verhandlung etwas ausführlicher sein können, aber das kann ich schwer beurteilen und wir werden sehen, wie es weitergeht mit der Revision.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:29
Zitat von KarloSamtKarloSamt schrieb:Hier wird nochmals erläutert, wie der Flaschenzug eingesetzt wird. Wäre Kerstin so gesichert gewesen, hätte er sie möglicherweise noch nach oben ziehen können. Leider war das jedoch nicht der Fall.
Hab mir hier das Video mit dem Flaschenzug angeschaut.
Das ist ja schon schwer genug, wenn die das vorführt.
Ob er das drauf hatte , im Dunkeln bei Sturm und selbst entkräftet ?

Umso mehr wirft der Fall doch die grundsätzliche Frage auf, die sich die alpinen Länder mal stellen sollten:
Wieso lässt man jeden Dilletanten auf den Alpen rumsteigen ?.
Warum gibt das nicht eine zwingende Prüfungspflicht, ab bestimmter Schwierigkeitsgrade ?
Mit Schulungen, wobei zeitliche Routenplanung genauso thematisiert werden, wie die richtige Ausrüstung und auch die Bergung mit Hilfe komplizierter Knotentechnik.

In Deutschland muss jeder Angler eine Prüfung ablegen, aber sich und andere mit Bergsteigerei in Lebensgefahr zu bringen, das darf jeder.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:39
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:Hab mir hier das Video mit dem Flaschenzug angeschaut.
Das ist ja schon schwer genug, wenn die das vorführt.
Ob er das drauf hatte , im Dunkeln bei Sturm und selbst entkräftet ?
Ja, das sieht im Video recht kompliziert aus. Doch jeder erfahrene Bergsteiger kann das auch im Dunkeln in Sekunden bewältigen. Sogar ich, als kleine Kletterein kenne die Flaschenzugtechnik. Er hatte nicht einmal eine Ahnung vom Prusik-Knoten, und der Richter hat die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen.

@Agrimony, vielen Dank für die Ergänzung.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:46
Zitat von Nightrider64Nightrider64 schrieb:In Deutschland muss jeder Angler eine Prüfung ablegen, aber sich und andere mit Bergsteigerei in Lebensgefahr zu bringen, das darf jeder.
Wo soll das enden? Mit gleichem Recht könnte man dann Skiprüfungen, Schwimmprüfungen am Meer, vielleicht noch Fussgängerprüfungen (Ironie aus) abhalten. Dann braucht man dazu Überwachungspersonal .. no merci. Klar wäre es sinnvoll, wenn man hochalpine Touren unternimmt, über umfangreiche Kenntnisse zu Rettungstechniken zu verfügen. Viele haben das auch, z.B. über die Mitgliedschaft im Alpenverein. Aufgrund eines tragischen Unglücksfalls die Freiheit für alle zu beschneiden, halte ich für untauglich. Unglücksfälle wird es immer wieder geben. Dann jedesmal nach mehr Verboten zu rufen, macht das Leben immer enger. Leben ist von Anfang an Risiko. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Sinnvoll würde ich es erachten, in diesem speziellen Fall hier, T. als Bewährungsauflage die Absolvierung eines Kurses: Hochalpines Klettern -Verhalten, Rettung- aufzuerlegen.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 02:59
Zitat von UTACUTAC schrieb:Wo soll das enden? Mit gleichem Recht könnte man dann Skiprüfungen, Schwimmprüfungen am Meer, vielleicht noch Fussgängerprüfungen (Ironie aus) abhalten. Dann braucht man dazu Überwachungspersonal .. no merci. Klar wäre es sinnvoll, wenn man hochalpine Touren unternimmt, über umfangreiche Kenntnisse zu Rettungstechniken zu verfügen. Viele haben das auch, z.B. über die Mitgliedschaft im Alpenverein. Aufgrund eines tragischen Unglücksfalls die Freiheit für alle zu beschneiden, halte ich für untauglich. Unglücksfälle wird es immer wieder geben. Dann jedesmal nach mehr Verboten zu rufen, macht das Leben immer enger. Leben ist von Anfang an Risiko. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Sinnvoll würde ich es erachten, in diesem speziellen Fall hier, T. als Bewährungsauflage die Absolvierung eines Kurses: Hochalpines Klettern -Verhalten, Rettung- aufzuerlegen.
Ich teile deine Meinung vollkommen, das geht mir ebenfalls zu weit. Unglücke in den Bergen gab es schon immer und wird es auch weiterhin geben. In diesem speziellen Fall haben wir es mit einer Situation zu tun, in der der Protagonist nicht wirklich sympathisch wirkt, zumindest ist das mein persönlicher Eindruck. Das rechtfertigt jedoch noch lange keine Absicht, und aufgrund seiner Fehler wurde er ja auch in der ersten Instanz schuldig gesprochen.

Man wird sehen, was die Berufung bringt und wie es weitergeht. Meiner Meinung nach hat der Richter sehr empathisch und kompetent gewirkt. Es ist bedauerlich, dass Thomas P. die Worte des Richters nicht angenommen hat; zumindest ist das meine Einschätzung, basierend auf der eingelegten Berufung und seiner Teilnahmslosigkeit im Gerichtssaal.

Ich halte ihn für einen Egozentriker, aber meiner Meinung nach ist es falsch, durch ihn ein Exempel an allen alpinen Bergsteiger mit neuen Pflichten zu statuieren.


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Todesdrama am Großglockner

01.03.2026 um 03:03
Zitat von KarloSamtKarloSamt schrieb:Oben anzukommen ist das eine, aber sie hätte nach dem Erreichen des Gipfels (3798 m) entkräftet und halb erfroren den Abstieg über den Nordwestgrat in Richtung Adlersruhe (Erzherzog-Johann-Hütte) antreten müssen. Und das ist nicht ohne.
Der Bericht ist interessant und auf den Bildern sieht der Aufstieg nicht mal so extrem aus, aber das ist auch nicht im Winter.
Das Video, welches Origines und ich verlinkt hatten, über die Tour im Winter, finde ich heftig und schon sehr anstrengend.
Auch da ist der Abstieg auch wirklich nicht einfach und im Dunkeln noch extremer.
Zitat von UTACUTAC schrieb:Wo soll das enden? Mit gleichem Recht könnte man dann Skiprüfungen, Schwimmprüfungen am Meer, vielleicht noch Fussgängerprüfungen (Ironie aus) abhalten. Dann braucht man dazu Überwachungspersonal .. no merci. Klar wäre es sinnvoll, wenn man hochalpine Touren unternimmt, über umfangreiche Kenntnisse zu Rettungstechniken zu verfügen. Viele haben das auch, z.B. über die Mitgliedschaft im Alpenverein. Aufgrund eines tragischen Unglücksfalls die Freiheit für alle zu beschneiden, halte ich für untauglich. Unglücksfälle wird es immer wieder geben. Dann jedesmal nach mehr Verboten zu rufen, macht das Leben immer enger. Leben ist von Anfang an Risiko. Absolute Sicherheit gibt es nicht. Sinnvoll würde ich es erachten, in diesem speziellen Fall hier, T. als Bewährungsauflage die Absolvierung eines Kurses: Hochalpines Klettern -Verhalten, Rettung- aufzuerlegen.
Das halte ich auch für eine gute Idee, dass er so einen Kurs machen muss, als Bewährungsauflage.

Jeder, der einen Führerschein macht, muss auch einen Erste Hilfe Kurs machen. Vielleicht wäre es doch nicht mal so schlecht, wenn so ein Kurs generell für Berge, die einen gewissen Schwierigkeitsgrad haben, Pflicht ist und auch eine Versicherung sollte Pflicht sein, denn die Kosten sind nicht ohne, wenn jemand Hilfe braucht.
Natürlich kann man das nicht überwachen, gibt ja auch keinen, der jeden Autofahrer kontrolliert.
Aber im Fall einer Notlage, in der man auf Rettung angewiesen ist und keine Versicherung und Kursnachweis hat, gibt es eben Strafen, die der Bergrettung zu Gute kommen sollten.
Das könnte schon "Dilletanten" abschrecken, wobei ich TP nicht unbedingt als solchen bezeichnen würde, nachdem er 14x auf dem Großglockner gestiegen ist.


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