Wenn man von einem Suizid ausgeht, gibt es für alle bekannten Fakten des Falls einfache Erklärungen, die hier teilweise auch schon angesprochen wurden:
Der Radfahrer hat vermutlich schon längere Zeit sehr isoliert gelebt, da es keine Vermisstenmeldung gibt und sich anscheinend auch jetzt niemand an ihn erinnert, auch nicht im benachbarten Ausland.
Er kann kurzfristig in einer Pension o.Ä. in der Nähe des Bretsteingrabens gewohnt haben. Oder er kann mit seinem Rad von weiter weg direkt mit der Bahn angereist sein.
Er hat den 20 km langen, ohnehin abgelegenen Bretsteingraben bis zum Ende durchfahren. Dort sind sicher die allerwenigsten Menschen anzutreffen.
Er hat das Rad am Forstweg abgestellt und ist dann lange in entgegengesetzter Richtung zu Fuß weitergelaufen. Ich nehme an, dass er damit von sich ablenken wollte. Für den Fall, dass Suchmaßnahmen stattfinden, hoffte er vermutlich, dass dann in der entgegengesetzten (also falschen) Richtung gesucht würde. (Das hieße auch, dass der Jäger über den Fundort des Rades wohl die Wahrheit gesagt hat.)
Und falls er doch gefunden würde, wollte er nicht identifiziert werden. Deshalb hatte er keine Ausweisdokumente und vermutlich auch keine persönlichen Gegenstände bei sich.
Dass der Kopf der Leiche fehlt (neben etlichen anderen Teilen des Körpers), hat sehr wahrscheinlich natürliche Gründe, die auch der Chefermittler im Fahndungsaufruf anspricht: Der Kopf wird hauptsächlich durch Weichteile (Muskeln, Bänder) gehalten und löst sich daher im Verwesungsprozess schnell vom Rumpf, oft noch beschleunigt durch Tierfraß.
Ein möglicher Suizid mit Tabletten wurde schon erwähnt. Ebenso denkbar wäre ein Suizid z.B. durch Erhängen. Ein Seil verrottet im Freien innerhalb weniger Jahre, vor allem wenn es aus Naturmaterialien besteht, und bei nasser Witterung geht es noch schneller. Nach 10 Jahren ist von so einem Seil sicher nichts mehr zu finden. Auch könnten Tiere das Seil weggezogen haben, evtl. zusammen mit dem Schädel.
Tiere haben dem Toten vermutlich auch die Schuhe ausgezogen und verschleppt, so dass sie später an anderer Stelle aufgefunden wurden.
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Und wenn man noch die österreichische Suizid-Statistik heranziehen will, „passt“ der Fall des Radfahrers auch hier hinein:
Im Jahr 2014 starben in Österreich 1.313 Menschen durch Suizid (dreimal so viele wie im Straßenverkehr). 75% davon waren Männer. Die meisten Suizidenten befanden sich im mittleren Lebensalter (50 bis 54 Jahre). Die häufigste Suizidmethode war Erhängen (46%), gefolgt von Erschießen (16%) und Selbstvergiftung (10%). Die höchste Suizidrate unter den 9 österreichischen Bundesländern wies die Steiermark auf (in der der Bretsteingraben liegt).
https://www.sozialministerium.gv.at/Themen/Gesundheit/Nicht-uebertragbare-Krankheiten/Psychische-Gesundheit/Suizid-und-Suizidpr%C3%A4vention-SUPRA.htmlAuf dieser Seite findet man u.a. das PDF „Suizidprävention in Österreich: Bericht 2015“, das die o.g. Zahlen von 2014 enthält. (Die heutigen Zahlen sind aber nicht viel anders.)