Zaunkönigin schrieb:Und dass ein/e Mörder/ Mörderin vor der Tat "vollkommen unauffällig" war halte ich für unwahrscheinlich. Auch eine Affekttat hat in den meisten Fällen eine Vorgeschichte. Es sind verschiedene Eskalationsstufen durchlaufen worden, ohne aus dem Konflikt auszusteigen.
Das denke ich auch. Das macht den Fall so erstaunlich - man würde erwarten, dass aus dem Umfeld ganz klar gesagt wird, "mit dem und dem gab es deswegen riesen Krach". Dazu - wie Du, Zaunkönigin, weiter bemerkst - steht diskrepant wie friedlich und sympathisch DE überall beschrieben wird und rüberkommt.
Zaunkönigin schrieb:Natürlich muss ein konkreter Verdacht vorliegen, ansonsten bekommt man keinen Durchsuchungsbeschluss.
Klar. Aber er hat sich wohl nicht erhärtet. In gewisser Weise, ist das ja sogar eine hilfreiche Information. So ist der Nachbar mehr oder weniger "raus".
MissMary schrieb:Das kann auch gut sein und es ist ja durchaus denkbar, dass zum Originalanwesen andere Felder gehörten, die andersweitig verpachtet waren. Es ist vermutlich auch wesentlich leichter, eine Baugenehmigung für einen Neubau zu bekommen, wenn der alte Hof durchgehend bewirtschaftet und bewohnt war.
Meines Wissens ist das eben ein Problem. Du bekommst heutzutage ganz schlecht Baugenehmigungen für Grundstücke "außerhalb" ohne Erschließung. Dass DE da überhaupt wohnen durfte, lässt sich wahrscheinlich nur mit Bestandsschutz erklären. Es wäre interessant, wie das Grundstück (rechtlich, dass da keine Wasserleitung etc war wissen wir ja) erschlossen war. Ich könnte mir vorstellen, dass da gar nichts möglich war, und das Gebäude deswegen so runtergekommen war. Wenn du dich dafür interessierst, das ist oft Thema bei Leuten die Tiny Houses irgendwo hinstellen wollen. Das ist in D alles schwieriger als man denkt. Aber zumindest scheint DE keine Schwierigkeiten mit Behörden gehabt zu haben. Die hätten ihn wenn ja auch anders belangt.
MissMary schrieb:Okay, danke! Was kostet denn so ein Hof, dass wir eine Idee haben?
Ich habe nurn flüchtig geschaut, in diesem Örtchen selbst schienen halbwegs ordentliche Objekte so zwischen zwei und dreitausend pro Quadratmeter zu liegen, also wirklich wenig. Außerhalb, ohne Erschließung, baufällig? Ich schätze den landwirtschaftlichen Bodenwert. Nur so macht die ganze Sache auch Sinn, dass DE mit quasi keinem Geld dort gelebt hat.
MissMary schrieb:Du kannst mögliche Zeugen ausschließen und das Geräusch dämpfen, wenn draußen auf dem Land ein Schuss fällt, der so laut ist, dann fällt das auf und ist Gesprächsthema, dann ist es mit dem Alibi auch schwerer als wenn man nun den Tod des Opfers nur auf einige Stunden festlegen kann.
Naja. Ich meine, ja, kann man so sehen. Andererseits können indoor noch mehr Kameras sein, man kann noch mehr Spuren hinterlassen, es ist enger und damit potentiell mit so einer Langwaffe unhandlicher. Das Geräusch dämpfen? Naja, das scheint den Täter ja eh nicht gestört zu haben, und auf dem Land hört man immer mal was von einem Jäger.