Kjansen86
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Mordfall Hinterkaifeck
um 18:02Meine Einschätzung von Schlittenbauers Charakter ist natürlich aufgrund der großen Distanz sehr grob. Trotzdem fallen ein paar Dinge auf: (i) das Aufnehmen von Kindern, die ihn auch konsistent als gutmütig beschreiben, (ii) die Rolle als Ortsvorsteher (eher undankbarer Job mit mehr Pflichten als Vergünstigungen), seine Hilfbereitschaft und allgemeines Wahrnehmen als vertrauensvoll. All das ist hochgradig konsistent mit hohen Werten von Verträglichkeit (Wikipedia: Verträglichkeit (Psychologie)), eine der fünf Dimensionen der Persönlichkeit. Das macht ihn untypisch für Gewaltverbrechen, und vor allem extrem untypisch für ein Verbrechen dieser Art.Selma1898 schrieb:Zu den Charakterbeschreibungen von LS: Wir kennen hier nur die Sekundärquellen der engen Familie und die Eindrücke der Ermittler.
Ich finde einige Quellen sehr schwer zu beurteilen. Erst gestern las ich noch mal die Geschichte mit der Beichtstuhlspende. Die stammt als Bericht aus dem Jahre 1948 von Oberkriminalinspektor M. und spiegelt Erinnerungen aus dem Jahr 1931 wider. Der Rest seines Berichts ist an vielen Stellen äußerst ungenau, was die Episode der Spende selbst in ein anderes Licht rückt. Rein rechnerisch reden wir hier von einem Papiergeldwert, der in die tausende ging.
Viele Leute denken, dass Menschen zu allem fähig sind. Das stimmt aber nur im Extrem. Außerhalb von Kriegen o.ä. werden schwere Gewaltverbrechen hingegen in überwältigende Mehrzahl nur von einer winzigen Gruppe von Menschen mit extrem ähnlicher Persönlichkeitsstruktur begangen. Und die haben alle extrem niedrige Werte von Verträglichkeit.

