arschimedes schrieb:Die Zeitfehler sind ein grosser Grund, denn wenn die Zeit-Abläufe belegbar nicht stimmen, dann ist davon auszugehen, dass der Rest auch nur zusammen gedichtet ist.
Da muss man sich auch nur das Indizienmosaik auf dieser
Seite anschauen. Eine selektive Auswahl in welcher er die durchaus vorhandenen positiven Aussagen einfach weggelassen hat. Kann man
HIER nachlesen.
Indiz Nr. 2: Jähzorn
A.G. war bekannt für seinen äußerst aggressiven und brutalen Umgang mit seiner Frau, den Kindern und den Nachbarn.
Andreas Gruber war aufgrund seiner Art und Schroffheit vielleicht nicht everybodys darling, und die Mehrheit beschreibt einen eher unangenehmen Zeitgenossen, aber dennoch gibt es halt auch Aussagen wie diese, von
Nachbarn , die den von Klöüüel geschriebenen Stuss "äußerst aggressiven und brutalen Umgang mit Nachbarn" eindeutig widerlegen!
======== ======== - "Der alte Gruber ist ein hilfsbereiter Mann gewesen. Er hat jedem ausgeholfen. Wenn man bei ihm gearbeitet hat, so hat er zwar gut bezahlt, aber das Essen war weniger lobenswert." [32]
- "Gruber selbst war ein hilfsbereiter Mensch. Zu jeder Zeit hat er einem geholfen. Andererseits aber war Gruber eine verschlossene Person und hat nicht jeden in seine privaten Verhältnisse eingeweiht." [35]
- "waren friedliebende Leute und man konnte jederzeit Hilfe von ihnen erwarten" [39]
===(32)
Josef Schrittenlocher, 17.12.1951(35) [autourl (https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1951-12-17_Schwaiger_Andreas[/autourl]]Andreas Schwaiger, 17.12.1951)
(39) [autourl (https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1952-01-10_Sigl_Jakob[/autourl]]Jakob Sigl, 10.01.1952)
======== ======== Indiz Nr. 3: Brutalität
A.G. ging schnell mit gefährlichen Gegenständen wie z.B. Sense, Mistgabel oder Schrotflinte auf Menschen los.
Das er mit der Mistgabel auf jemanden losging ist mir nicht bekannt, ich weiß nur aus dem Hecker Roman (glaube der wars), daß Gruber im Vorjahr einmal spät abends die Haustür mit der Mistgabel in der Hand öffnete. Das ist also unbelegt aus nem Roman, und wenn es so war, in dieser Zeit trieb sich allerhand lichtscheues Gesindel rum. Er wird mit Sicherheit nicht der Einzige gewesen sein, der mit einem Verteidigungswerkzeug spät abends oder nachts die Haustüre öffnete, noch dazu, dass er abseits des Dorfes lebte.
Das er „schnell“ zu Waffen griff ist auch nicht überliefert, hingegen wissen wir, dass er Einbrecher erwischte, und diese mit Schüssen vom Weiteren durchführen abhielt.
Ach ja, und er lief dem LS mit der Sense nach, am helllichten Tag- kaum vorstellbar, dass er ihn wenn er ihn den eingeholt hätte auch ernsthaft damit verletzt hätte, oder?
Das liest sich gerade so, als hätte der Gruber ne extrem kurze Zündschnur und gleichzeitig ein extrem großes Arsenal an Sensen, Flinten, Rechen, Äxten und Mistgabeln.
Indiz Nr. 4: Kindsmisshandlung
Nachbarn wollten A.G. wegen Kindesmisshandlung anzeigen, sahen aber davon ab, weil sie sich bewusst waren, dass sie den Kindern damit nur noch mehr Leid zufügen würden.
A.G. schlug seine Kinder, oft bekamen sie nicht einmal etwas zu essen. Er sperrte seine Kinder im Winter tagelang in den kalten Keller ein. Sophie, eine seiner Töchter, starb sogar an den Folgen der Misshandlungen.
Nachbarn
:troll: wir wissen von einem (Singular) Nachbar, der folgendes aussagte:
Die Eheleute Gruber hatten mehrere Kinder, von denen aber nur 1 Tochter, die Viktoria am Leben geblieben ist. Die Kinder sind wohl alle gestorben, weil sie keine Pflege hatten und auch nicht genügend ernährt wurden. Ich selbst und auch mein Vater hatten öfters erlebt, daß die kleinen Kinder tagelang im Keller bleiben mußten und wenn man vorbeiging, hörte man die Kinder im Keller weinen.
Quelle:
https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1931-03-30_Schlittenbauer_LorenzWoran
Sophie Gruber tatsächlich starb (Diagnose) benennt er nicht, und wer die Nachbarn (Plural) waren, die Andreas Gruber wegen Kindesmisshandlung anzeigen wollten, die Quelle benennt er auch nich.
Jede Flickschusterei arbeitet genauer
:)Im damals vorherrschenden Patriarchat waren die Rollen halt klar verteilt, das mag aus der heutigen Sicht durchaus streng, brutal, aggressiv wirken, aber im kulturellen und zeitlichen Kontext betrachtet, war der A. Gruber vielleicht ein schwieriger, streitbarer Charakter der Konflikten anders als andere nicht aus dem Weg ging und offensiver seine Meinung vertrat und durchgesetzt hatte.
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Kjansen86 schrieb:Das stimmt schon aber warum versteckt man die Waffe überhaupt? Welchen Grund hatte der Täter überhaupt die irgendwo unterzubringen? Warum nicht einfach liegen lassen?
Wenn man sich die Evolution zum Fund der Reuthaue anschaut, dann kann man auch zu dem Schluss kommen, daß diese liegen gelassen und nicht versteckt wurde.
hier:
https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Sachverhalte:_Reuthaue#Historie| Meldung des Fundes | Fragliche Haue befand sich oberhalb der Stiege unter Bretter auf etwas Heu neben der früher dort gewesenen Heustock. | | Plöckl sen. | Als ein Jahr später die Gebäudlichkeiten in Hinterkaifeck abgebrochen wurden, habe ich beim Abbruch mitgeholfen. Seinerzeit hat Gabriel Josef von Lag (Anm.: richtig: Laag) die Haue mir gezeigt. Es hat sich um eine Stockhaue gehandelt, die mit Schrauben am Stiel angeschraubt war. Ich habe die Haue zwar angesehen, aber nicht berührt. An ihr hat noch Blut gehaftet. Gabriel hat die Haue seinerzeit im Stadel unter Dachsparren gefunden und mir sogleich bei der Auffindung gezeigt. |
| ↑↑↑Aussagen zum Fund↑↑↑ | ↓↓↓Zeitungsberichte↓ |
MNN, 4.7.1923& Freie Presse ING, 4.7.1923 | Beim Abbruch des Einödhofes wurde Ende Februar 1923 oberhalb der Stiege in einem Fehlboden auf Heu eine vermutlich von den Mördern dort versteckte Reuthaue aufgefunden |
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Zu den Axtmorden in den USA
https://axtmorde-usa.webador.de/https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Axtmordserie_in_den_USA_um_1900da gab es parallel auch noch eine Serie, die in erster Linie die Schwarzen betraf, einige sind im Buch
Dark Bayou: Infamous Louisiana Homicides Hier gab es auch Verdächtige:
Clementine Barnabet, bzw. deren Vater Raymond Barnabet.
1911 beginnen mit dem Mord an der Familie Andrus die im Schlaf mit einer Axt erschlagen wurde, gerieten Vater und Tochter in den Fokus und der Vater wurde verhaftet, aber mangels Beweise entlassen. Nach einer belastenden Aussage seiner Tochter und einem Sohn jedoch erneut verhaftet. Die behaupteten, er sei mit blutbefleckter Kleidung nach Hause gekommen und habe mit den Andrus-Morden geprahlt. Seine Lebensgefährtin, und die Mutter von Clementine widersprach den Aussagen ihrer Kinder. Sie gab an, weder Blut gesehen noch ihren Freund die Tat gestehen gehört zu haben, bestätigte aber Raymonds Gewalttätigkeit und erklärte, er habe ihr zuvor mit dem Tod gedroht. Zwei weitere Zeuginnen, die Nachbarinnen Adelle Stevens und ihre Mutter, bestritten ebenfalls, Raymond in der Mordnacht blutüberströmt gesehen zu haben. Er wurde am 19. Oktober der Andrus-Morde für schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt. Raymonds Anwälte legten erfolgreich Berufung ein und er wurde jedoch bis zu einer Neuverhandlung inhaftiert. In dieser Zeit kam es zu einem weiteren Mord (Norbert und Azema Randall aus Lafayette zusammen mit ihren vier Kindern); Im o. g. Buch steh, daß: alle Opfer auf zwei Betten im selben Zimmer lagen, und auf schreckliche Weise verstümmelt waren. Eine Axt, die am Fußende des Bettes an der Wand lehnte war offenbar vollständig von Blut befreit worden. Spätere Informationen deuteten darauf hin, dass Norbert Randall, der Vater, einen Kopfschuss erhalten hatte, bevor der Mörder ihn mit einer Axt angriff.
Anm.: Übertötung ohne Beziehung (!!)Am nä. Tag wurde Clementine Barnabet verhaftet, die unweit des Tatorts als Haushälterin in Stellung war, und man fand bei ihr nicht nur Beweise dafür dass sie für diese Tat verantwortlich war, sondern auch Beweismittel, die sie mit den Andrus Morden in Verbindung brachten, für die ihr Vater in Haft war. Sie gestand dann auch.
Während ihres Prozesses wegen der Morde an Andrus und Randall verhielt sich Barnabet auffällig, indem sie lachend auf ihrem Stuhl hin und her wippte. Sie gestand ihre Beteiligung an beiden Fällen und sagte aus, sie habe im Auftrag der „Church of Sacrifice“ gehandelt, einer angeblichen Abspaltung der „ Christ’s Sanctified Holy Church“ in Lake Charles, Louisiana, eine methodistische Glaubensgemeinschaft, die der Heiligungsbewegung angehört. Sie gab an, die zehn Morde begangen zu haben, weil die Familien sich geweigert hätten, „Gottes Botschaft zu befolgen“, und dass sie mit einer unbekannten Anzahl von Komplizen zusammengearbeitet habe. [ 23 ] Sie behauptete außerdem, in Rayne eine Frau und ihre Kinder ermordet zu haben, während sie ihre Schwester Pauline besuchte. Im Laufe des Jahres wurden noch mehrere Personen verhaftet. schließlich soll sie 35 Morde gestanden haben, aber die Serie ging weiter während sie im Knast war.
Wikipedia: Clementine Barnabet