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Mordfall Hinterkaifeck

52.705 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

27.03.2026 um 13:35
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Ob es möglich ist oder nicht ist Auffassungssache. Zweitens habe ich dir gesagt, dass das Buch nur als Grundlage zur These der Gruber wars dient.

Wenn dir die These überhaupt nicht gefällt dann sag es einfach. Ge
Erstens habe ich Das gesagt! Zeitlich ab solut nicht stimmig, deswegen unhaltbar für mich!

Zweitens wo hast Du das gesagt?


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Mordfall Hinterkaifeck

27.03.2026 um 16:20
Zitat von arschimedesarschimedes schrieb:Die Zeitfehler sind ein grosser Grund, denn wenn die Zeit-Abläufe belegbar nicht stimmen, dann ist davon auszugehen, dass der Rest auch nur zusammen gedichtet ist.
Da muss man sich auch nur das Indizienmosaik auf dieser Seite anschauen. Eine selektive Auswahl in welcher er die durchaus vorhandenen positiven Aussagen einfach weggelassen hat. Kann man HIER nachlesen.
Indiz Nr. 2: Jähzorn

A.G. war bekannt für seinen äußerst aggressiven und brutalen Umgang mit seiner Frau, den Kindern und den Nachbarn.
Andreas Gruber war aufgrund seiner Art und Schroffheit vielleicht nicht everybodys darling, und die Mehrheit beschreibt einen eher unangenehmen Zeitgenossen, aber dennoch gibt es halt auch Aussagen wie diese, von Nachbarn , die den von Klöüüel geschriebenen Stuss "äußerst aggressiven und brutalen Umgang mit Nachbarn" eindeutig widerlegen!

======== ========
  • "Der alte Gruber ist ein hilfsbereiter Mann gewesen. Er hat jedem ausgeholfen. Wenn man bei ihm gearbeitet hat, so hat er zwar gut bezahlt, aber das Essen war weniger lobenswert." [32]
  • "Gruber selbst war ein hilfsbereiter Mensch. Zu jeder Zeit hat er einem geholfen. Andererseits aber war Gruber eine verschlossene Person und hat nicht jeden in seine privaten Verhältnisse eingeweiht." [35]
  • "waren friedliebende Leute und man konnte jederzeit Hilfe von ihnen erwarten" [39]

===
(32) Josef Schrittenlocher, 17.12.1951
(35) [autourl (https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1951-12-17_Schwaiger_Andreas[/autourl]]Andreas Schwaiger, 17.12.1951)
(39) [autourl (https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1952-01-10_Sigl_Jakob[/autourl]]Jakob Sigl, 10.01.1952)

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Indiz Nr. 3: Brutalität
A.G. ging schnell mit gefährlichen Gegenständen wie z.B. Sense, Mistgabel oder Schrotflinte auf Menschen los.
Das er mit der Mistgabel auf jemanden losging ist mir nicht bekannt, ich weiß nur aus dem Hecker Roman (glaube der wars), daß Gruber im Vorjahr einmal spät abends die Haustür mit der Mistgabel in der Hand öffnete. Das ist also unbelegt aus nem Roman, und wenn es so war, in dieser Zeit trieb sich allerhand lichtscheues Gesindel rum. Er wird mit Sicherheit nicht der Einzige gewesen sein, der mit einem Verteidigungswerkzeug spät abends oder nachts die Haustüre öffnete, noch dazu, dass er abseits des Dorfes lebte.
Das er „schnell“ zu Waffen griff ist auch nicht überliefert, hingegen wissen wir, dass er Einbrecher erwischte, und diese mit Schüssen vom Weiteren durchführen abhielt.
Ach ja, und er lief dem LS mit der Sense nach, am helllichten Tag- kaum vorstellbar, dass er ihn wenn er ihn den eingeholt hätte auch ernsthaft damit verletzt hätte, oder?

Das liest sich gerade so, als hätte der Gruber ne extrem kurze Zündschnur und gleichzeitig ein extrem großes Arsenal an Sensen, Flinten, Rechen, Äxten und Mistgabeln.
Indiz Nr. 4: Kindsmisshandlung

Nachbarn wollten A.G. wegen Kindesmisshandlung anzeigen, sahen aber davon ab, weil sie sich bewusst waren, dass sie den Kindern damit nur noch mehr Leid zufügen würden.

A.G. schlug seine Kinder, oft bekamen sie nicht einmal etwas zu essen. Er sperrte seine Kinder im Winter tagelang in den kalten Keller ein. Sophie, eine seiner Töchter, starb sogar an den Folgen der Misshandlungen.
Nachbarn :troll: wir wissen von einem (Singular) Nachbar, der folgendes aussagte:
Die Eheleute Gruber hatten mehrere Kinder, von denen aber nur 1 Tochter, die Viktoria am Leben geblieben ist. Die Kinder sind wohl alle gestorben, weil sie keine Pflege hatten und auch nicht genügend ernährt wurden. Ich selbst und auch mein Vater hatten öfters erlebt, daß die kleinen Kinder tagelang im Keller bleiben mußten und wenn man vorbeiging, hörte man die Kinder im Keller weinen.
Quelle: https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1931-03-30_Schlittenbauer_Lorenz


Woran Sophie Gruber tatsächlich starb (Diagnose) benennt er nicht, und wer die Nachbarn (Plural) waren, die Andreas Gruber wegen Kindesmisshandlung anzeigen wollten, die Quelle benennt er auch nich.

Jede Flickschusterei arbeitet genauer :)

Im damals vorherrschenden Patriarchat waren die Rollen halt klar verteilt, das mag aus der heutigen Sicht durchaus streng, brutal, aggressiv wirken, aber im kulturellen und zeitlichen Kontext betrachtet, war der A. Gruber vielleicht ein schwieriger, streitbarer Charakter der Konflikten anders als andere nicht aus dem Weg ging und offensiver seine Meinung vertrat und durchgesetzt hatte.



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Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Das stimmt schon aber warum versteckt man die Waffe überhaupt? Welchen Grund hatte der Täter überhaupt die irgendwo unterzubringen? Warum nicht einfach liegen lassen?
Wenn man sich die Evolution zum Fund der Reuthaue anschaut, dann kann man auch zu dem Schluss kommen, daß diese liegen gelassen und nicht versteckt wurde.
hier: https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Sachverhalte:_Reuthaue#Historie
Meldung des Fundes Fragliche Haue befand sich oberhalb der Stiege unter Bretter auf etwas Heu neben der früher dort gewesenen Heustock.
Plöckl sen. Als ein Jahr später die Gebäudlichkeiten in Hinterkaifeck abgebrochen wurden, habe ich beim Abbruch mitgeholfen. Seinerzeit hat Gabriel Josef von Lag (Anm.: richtig: Laag) die Haue mir gezeigt. Es hat sich um eine Stockhaue gehandelt, die mit Schrauben am Stiel angeschraubt war. Ich habe die Haue zwar angesehen, aber nicht berührt. An ihr hat noch Blut gehaftet. Gabriel hat die Haue seinerzeit im Stadel unter Dachsparren gefunden und mir sogleich bei der Auffindung gezeigt.
↑↑↑Aussagen zum Fund↑↑↑ ↓↓↓Zeitungsberichte↓
MNN, 4.7.1923&
Freie Presse ING, 4.7.1923
Beim Abbruch des Einödhofes wurde Ende Februar 1923 oberhalb der Stiege in einem Fehlboden auf Heu eine vermutlich von den Mördern dort versteckte Reuthaue aufgefunden



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Zu den Axtmorden in den USA
https://axtmorde-usa.webador.de/

https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Axtmordserie_in_den_USA_um_1900


da gab es parallel auch noch eine Serie, die in erster Linie die Schwarzen betraf, einige sind im Buch Dark Bayou: Infamous Louisiana Homicides
Hier gab es auch Verdächtige:
Clementine Barnabet, bzw. deren Vater Raymond Barnabet.
1911 beginnen mit dem Mord an der Familie Andrus die im Schlaf mit einer Axt erschlagen wurde, gerieten Vater und Tochter in den Fokus und der Vater wurde verhaftet, aber mangels Beweise entlassen. Nach einer belastenden Aussage seiner Tochter und einem Sohn jedoch erneut verhaftet. Die behaupteten, er sei mit blutbefleckter Kleidung nach Hause gekommen und habe mit den Andrus-Morden geprahlt. Seine Lebensgefährtin, und die Mutter von Clementine widersprach den Aussagen ihrer Kinder. Sie gab an, weder Blut gesehen noch ihren Freund die Tat gestehen gehört zu haben, bestätigte aber Raymonds Gewalttätigkeit und erklärte, er habe ihr zuvor mit dem Tod gedroht. Zwei weitere Zeuginnen, die Nachbarinnen Adelle Stevens und ihre Mutter, bestritten ebenfalls, Raymond in der Mordnacht blutüberströmt gesehen zu haben. Er wurde am 19. Oktober der Andrus-Morde für schuldig befunden und zum Tod durch den Strang verurteilt. Raymonds Anwälte legten erfolgreich Berufung ein und er wurde jedoch bis zu einer Neuverhandlung inhaftiert. In dieser Zeit kam es zu einem weiteren Mord (Norbert und Azema Randall aus Lafayette zusammen mit ihren vier Kindern); Im o. g. Buch steh, daß: alle Opfer auf zwei Betten im selben Zimmer lagen, und auf schreckliche Weise verstümmelt waren. Eine Axt, die am Fußende des Bettes an der Wand lehnte war offenbar vollständig von Blut befreit worden. Spätere Informationen deuteten darauf hin, dass Norbert Randall, der Vater, einen Kopfschuss erhalten hatte, bevor der Mörder ihn mit einer Axt angriff. Anm.: Übertötung ohne Beziehung (!!)

Am nä. Tag wurde Clementine Barnabet verhaftet, die unweit des Tatorts als Haushälterin in Stellung war, und man fand bei ihr nicht nur Beweise dafür dass sie für diese Tat verantwortlich war, sondern auch Beweismittel, die sie mit den Andrus Morden in Verbindung brachten, für die ihr Vater in Haft war. Sie gestand dann auch.
Während ihres Prozesses wegen der Morde an Andrus und Randall verhielt sich Barnabet auffällig, indem sie lachend auf ihrem Stuhl hin und her wippte. Sie gestand ihre Beteiligung an beiden Fällen und sagte aus, sie habe im Auftrag der „Church of Sacrifice“ gehandelt, einer angeblichen Abspaltung der „ Christ’s Sanctified Holy Church“ in Lake Charles, Louisiana, eine methodistische Glaubensgemeinschaft, die der Heiligungsbewegung angehört. Sie gab an, die zehn Morde begangen zu haben, weil die Familien sich geweigert hätten, „Gottes Botschaft zu befolgen“, und dass sie mit einer unbekannten Anzahl von Komplizen zusammengearbeitet habe. [ 23 ] Sie behauptete außerdem, in Rayne eine Frau und ihre Kinder ermordet zu haben, während sie ihre Schwester Pauline besuchte. Im Laufe des Jahres wurden noch mehrere Personen verhaftet. schließlich soll sie 35 Morde gestanden haben, aber die Serie ging weiter während sie im Knast war.
Wikipedia: Clementine Barnabet


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Mordfall Hinterkaifeck

27.03.2026 um 18:17
@margaretha
Danke für die Zusammenfassung.

Allerdings: Gruber verkehrte mit seiner Tochter sexuell und das war damals wie heute nicht in Ordnung, um es mal möglichst wertfrei zu formulieren.
Heutzutage würde mit Recht das Jugendamt einschreiten, weil es genug Hinweise gibt, dass das Kindeswohl in dieser Situation bezüglich der beiden Kinder von Viktoria gefährdet ist. Und in der Beurteilung einer Gefährdungssituation, um zu entscheiden, welche Hilfe die Familie braucht, gibt es eine klare Regel: eine entlastende Beobachtung wie z.B. "ist nett und hilfsbereit zu seinen Nachbarn" hebt kindeswohlgefährdende Aspekte nicht auf. Nettigkeit zu Nachbarn ist kein Schutzfaktor fürs Kind. Da wird nicht gegeneinander aufgerechnet, sondern die kindeswohlgefährdenden Aspekte zählen für sich. Eine Familiensituation, in der sich der Vater über seine Tochter hermacht und die Enkel wohnen im gleichen Haus, war damals auch schon nicht normal, weder im Sinne von häufig noch im Sinne von gesellschaftlich akzeptiert. Für mich ist das ein Hinweis auf eine pathologische Psyche. Und dass es damals auch Menschen gab, die keinen verstellten moralischen Kompass hatten, sieht man ja an Schlittenbauer und seinen Bemerkungen zu diesem Thema. Aber natürlich wird nicht jeder, der sein Kind traumatisiert, auch gleich zum Mörder.

Ich mag das Buch von Köppel nicht besonders, weil ich es nicht gut geschrieben finde. Das Witzige daran ist aber, dass es erst 2017 rauskam und 2010 oder 2011, ich weiß nicht mehr genau, hatte ich im Prinzip die meisten "seiner" Argumente schon mal im Hk-Forum in einem Thread "A.G. - noch eine Theorie" (oder so ähnlich) vorgestellt. Den Gedanken gab es aber vorher auch schon mal, von ein oder zwei Forenten angesprochen, ich meine um 2008 rum. Ich fragte mich damals u.a.: warum wurde die Reuthaue überhaupt versteckt (oder sagen wir mal: außer Sicht verbracht), warum passierte die Tat ausgerechnet an dem Abend, als die Magd kam, wer hat Gründe, einen Ofen ausgerechnet fast am Weg zu benutzen, anstatt eine andere Feuerstelle etc., was war in dieser FAmilie los, dass die Tage zuvor eine der Frauen nachts ausgebüchst ist und von den anderen erst gesucht werden musste? und für mich lies sich das logischer durch ein Familiendrama erklären als durch einen anderen Täter.
Zugebenermaßen hatte ich damals auch mal überlegt, mehr aus der Überlegung zu machen. Nur: einen Roman zu dem Thema finde ich unpassend und könnte ihn auch nicht schreiben und für eine Doku reichten mir einfach die Facts nicht, für ein 10 Seiten Heftchen braucht man sich nicht an den PC zu setzen. Ich hätte auch nicht die Zeit dazu gehabt. In den Jahren danach hatte ich beruflich ziemlich viel mit solchen Fragen (Gewalt in Familien, Kinderschutz etc.) zu tun und eigentlich haben die mich mehr dazu gebracht, diese Richtung für eine wahrscheinliche zu halten als eben nicht.
Es wird sich aber nicht mehr klären lassen. Im Prinzip gibt es keine neuen Fakten und die Diskussion dreht sich im Kreis um die jeweiligen Überzeugungen, mal mehr, mal weniger respektvoll. Alleine das Thema Obduktionsbericht bzw. die überlieferten Reste davon sind pathognomonisch für die ganze Diskussion. Ich suche mir die Stelle heraus, dass bei A.G. nicht explizit steht, dass er die bleistiftgroßen Löcher hatte, bei einem Teil der anderen Schädel dagegen schon, und jemand anderes verweist darauf, dass es ja doch allgemein zusammenfassend hieß "in den Schädeln der Ermordeten ließen sich bleistiftgroße Löcher nachweisen", also muss es bei Gruber ja auch gewesen sein. Alleine darüber, ob das wirklich verallgemeinernd für alle Schädel gemeint ist, kann man trefflich noch 100 Jahre diskutieren. Im Prinzip darf jeder für sich eine Erklärung finden.

Ein schönes Wochenende euch allen!


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27.03.2026 um 18:36
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Alleine das Thema Obduktionsbericht bzw. die überlieferten Reste davon sind pathognomonisch für die ganze Diskussion. Ich suche mir die Stelle heraus, dass bei A.G. nicht explizit steht, dass er die bleistiftgroßen Löcher hatte, bei einem Teil der anderen Schädel dagegen schon, und jemand anderes verweist darauf, dass es ja doch allgemein zusammenfassend hieß "in den Schädeln der Ermordeten ließen sich bleistiftgroße Löcher nachweisen", also muss es bei Gruber ja auch gewesen sein. Alleine darüber, ob das wirklich verallgemeinernd für alle Schädel gemeint ist, kann man trefflich noch 100 Jahre diskutieren.
Genau dieses Beispiel ist unpassend, sintemal sich dieser Aspekt auch heute noch abschließend klären ließe. Man müsste lediglich die Leichen auf dem Friedhof in Waidhofen exhumieren und rechtsmedizinisch untersuchen lassen.


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28.03.2026 um 09:20
@Serval69
die schädel sind nicht im grab, sondern im krieg verschollen.


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28.03.2026 um 11:27
Zitat von DewDew schrieb:Also nochmal: eine Reuthaue ist keine Axt, die regelmäßige Verwendung der stumpfen Rückseite von am vorderen Arbeitsteil scharfen Werkzeugen im ländlichen Bereich zum Betäuben von Schlachttieren hinreichend belegt.
Eben, da macht man es so, dass die nicht rechtzeitig reagieren können. Menschen sind da etwas anders.
Zitat von DewDew schrieb:Es lohnt sich mehr darüber zu wissen. Nur eins von vielen Beispielen
Also die Beispiele, die da abgebildet sind, haben fast alle spitze Ecken und Nägel. Wahrscheinlich gerade weil ein rein stumpfer Gegenstand nicht so effektiv ist. Der Artikel sagt ja auch, dass die ihre Spaten extra geschärft haben.

Das bestätigt alles, dass es nicht einfach ist einen Menschen so zu treffen, dass er beim ersten Schlag schon aufgeschaltet ist. Der Mörder war also wahrscheinlich ausnehmend gut darin geübt.


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28.03.2026 um 11:33
Zitat von margarethamargaretha schrieb:Wenn man sich die Evolution zum Fund der Reuthaue anschaut, dann kann man auch zu dem Schluss kommen, daß diese liegen gelassen und nicht versteckt wurde.
Ich kann das aus den angeführten Belegen so nicht heraus lesen. Können Sie noch mal sagen, wie sich daraus ableitet?
Zitat von margarethamargaretha schrieb:da gab es parallel auch noch eine Serie, die in erster Linie die Schwarzen betraf, einige sind im Buch Dark Bayou: Infamous Louisiana Homicides
Hier gab es auch Verdächtige:
Ja, diese Serie ist extrem faszinierend. Vor allem weil sie in den Wintermonaten auftrat, immer genau dann wenn die Serie in den nördlichen Staaten pausierte. Da könnte es sich also sogar um diesselbe Serie handeln. Ich wollte immer mal einen Artikel darüber schreiben, aber es gibt da deutlich weniger Quellen als zu den nördlichen Morden. Die Südstaaten hatten damals weniger Zeitungen und über Morde an Schwarzen und Farbigen wurde generell weniger berichtet.


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28.03.2026 um 11:46
Zitat von margarethamargaretha schrieb:Andreas Gruber war aufgrund seiner Art und Schroffheit vielleicht nicht everybodys darling, und die Mehrheit beschreibt einen eher unangenehmen Zeitgenossen, aber dennoch gibt es halt auch Aussagen wie diese, von Nachbarn , die den von Klöüüel geschriebenen Stuss "äußerst aggressiven und brutalen Umgang mit Nachbarn" eindeutig widerlegen!
Ich würde nicht sagen, dass sie die Schlussfolgerungen bzgl. Grubers Charakter eindeutig widerlegen, sondern eher, dass zumindest eine Person eine andere Sichtweise hatte. Aber das ist ja immer so. Was Grubers äußerst schwierige Persönlichkeit belegt, sind aber nicht nur die ansonsten recht übereinstimmenden Aussagen seiner Nachbarn. Da sind seine allgemeine Geizigkeit, seine – selbst nach damaligen Maßstäben – emotional sehr kalte Beziehung zu seinen Kindern und natürlich der Inzest mit seiner Tochter. Insbesondere Letzteres ist absolut extrem – damals wie heute. Es offenbart einen Menschen, der keine von anderen gesetzten Grenzen respektiert und die Schwäche und Abhängigkeit anderer rücksichtslos ausnutzt.


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28.03.2026 um 13:24
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Man müsste lediglich die Leichen auf dem Friedhof in Waidhofen exhumieren und rechtsmedizinisch untersuchen lassen.
Sofern es diese Gräber bzw. Grab noch gibt.
Zitat von Anya1981Anya1981 schrieb:die schädel sind nicht im grab, sondern im krieg verschollen.
Die Schädel sind abgetrennt worden und einer Wahrsagerin übergeben worden.

Wenn da was exhumiert würde, dann sicher nur mit Sinn einer DNA. Letztlich steht doch immer noch im Raum wer der Vater von klein Josef ist. Nicht wenige sehen hier das Tatmotiv.

Häusliche Gewalt bei den Grubers war wohl in der Gegend kein Geheimnis. Und ganz sicher auch der Inzest. So wird AG auch als schwieriger Zeitgenosse beschrieben. Was durchaus als rechthaberisch und aufbrausend beschrieben werden kann. Auch wenn das von aussen vielleicht nur mit bedacht wahrgenommen wurde, war es sicher innerhäuslich so. Ich denke es ist völlig falsche den Gruber als Täter auszuschliessen. Dazu braucht es auch kein Buch.


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28.03.2026 um 13:42
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:Sofern es diese Gräber bzw. Grab noch gibt.
Als ich vor zwei Jahren dort war, um die Örtlichkeiten zu besichtigen, war ich u.a. auch auf dem Friedhof (das Photo ist nicht von mir, sondern aus dem Bilderarchiv). Ich dachte bislang, dass es sich bei der umrahmten Stelle zu Füßen des schwarzen Obelisk um das Grab handeln würde? Oder ist das nur (noch) eine Gedenkstätte?


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28.03.2026 um 14:01
Doch, das ist ein Grab, aber die Schädel haben den Zweiten Weltkrieg nicht überstanden.

Was interessant wäre, ob es spätere Untersuchungen an den Schädel noch gegeben haben könnte, also 1922 bis 1944/45. Denkbar wäre ja theoretisch, dass die jemand im Rahmen einer Promotion nochmal untersucht hat und es irgendwo anders dazu noch Aufzeichnungen bzw. eben die Promotionsarbeit geben könnte. Vermutlich wird man danach aber schon gesucht haben.
Letztlich wäre das Ergebnis aber nur ein Indiz. Es würde ja nicht beweisen, wer die Leute ermordet hat. Genauso wie die Abstammung des kleinen Josef.


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28.03.2026 um 16:47
Zitat von DewDew schrieb:Der Täter konnte offenbar mit der Enge des Raumes gut umgehen.
"Ihr war ebenfalls durch kreuzweis geführte Hiebe der Schädel eingeschlagen"
Weißt du, was mit diesen "kreuzweis geführten Hieben" genau gemeint ist?
Wie darf man sich diese Art des Zuschlagens (mit der Reuthaue) vorstellen?


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28.03.2026 um 17:46
Zu den Schädeln:

Das ist die Streitfrage! Die Schädel oder die Kalotten? Wenn ich mich richtig erinnere, wurden die Kalotten und nicht die ganzen Schädel an die Wahrsagerin übergeben, sprich die Schädel - ohne die Kalotten - müssten im Grab sein!


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Mordfall Hinterkaifeck

28.03.2026 um 19:51
Was haltet ihr von folgender Theorie? Die Täter waren zu zweit, zwei junge Männer. Sie streunten in der Gegend umher, arbeiteten manchmal hier und da und kannten sich in der Umgebung aus. Am Tag zuvor hatten sie sich auf dem Dachboden des Gehöfts eingerichtet. Es waren gewalttätige Leute, Kriegsveteranen. Ursprünglich war ihr Ziel ein Raubüberfall, aber den konnten sie nur mit Mord umsetzen, da sie nicht abwarten konnten, bis das Gehöft leer war. Der Raub war erfolgreich, wahrscheinlich fanden sie viel Bargeld. Danach durchsuchten sie nicht mehr alles, sie dachten, es gäbe keinen weiteren Gewinn – deshalb wurde das Gold nicht gefunden. Die Tiere fütterten sie nicht, sondern verließen das Gehöft noch in der Nacht des Mordes in nördlicher Richtung, in Richtung der Straße zwischen Brunnen und Schrobenhausen. Sie gingen zunächst durch den Wald. Dort, etwa 2,5 km von Hinterkaifeck entfernt, sah sie Simon Reisländer. Beide bedeckten ihr Gesicht und drehten den Kopf weg. Reisländer hatte sofort den Verdacht, dass sie etwas getan hatten, konnte sie aber wegen der Dunkelheit nicht identifizieren (vielleicht kannte er sie auch gar nicht). Es ist möglich, dass es Andreas Schreier und sein Bruder waren.


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28.03.2026 um 19:55
Zitat von InspMorandInspMorand schrieb:Weißt du, was mit diesen "kreuzweis geführten Hieben" genau gemeint ist?
Wie darf man sich diese Art des Zuschlagens (mit der Reuthaue) vorstellen?
Bin zwar nicht der Angesprochene, aber darunter verstehe ich einmal über die linke, einmal über die rechte Schulter ausgeholt, also routiniert, mit viel Kraft und unbedingtem Willen zu töten.

Das ist überhaupt auffällig an allen Opfern, v.a. aber beim Josef, dass wohl erheblich mehr Kraft eingesetzt worden ist als zur Tötung notwendig. Auch Cilli hatte ja noch Schnittverletzungen. Es lag eher eine Übertötung vor. Das spricht m.E. für eine starke emotionale Beteiligung, wer auch immer der Täter war.


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28.03.2026 um 22:12
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Was haltet ihr von folgender Theorie? Die Täter waren zu zweit, zwei junge Männer (...)
Ja, tatsächlich stelle auch ich mir die Abläufe so in etwa vor. Meine Lieblingshauptverdächtigen sind in diesem Szenario die Gebrüder Adolf und Anton Gump, wobei ich Adolf als die treibende Kraft vermuten würde.


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Mordfall Hinterkaifeck

30.03.2026 um 11:02
@Kjansen86 :
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:
Zitat von DewDew schrieb:Also nochmal: eine Reuthaue ist keine Axt, die regelmäßige Verwendung der stumpfen Rückseite von am vorderen Arbeitsteil scharfen Werkzeugen im ländlichen Bereich zum Betäuben von Schlachttieren hinreichend belegt.
Eben, da macht man es so, dass die nicht rechtzeitig reagieren können. Menschen sind da etwas anders.
Das ist es doch.
Da es keinerlei Abwehrverletzungen zu geben scheint, kann man wohl davon ausgehen, dass auch die menschlichen Opfer in diesem Fall so überraschend angegriffen wurden, dass sie nicht reagieren konnten. Aus der Deckung, aus der Dunkelheit, durch selbst mitgebrachte Lichtquelle oder möglicherweise durch plötzliches Anleuchten mit Blendlaterne/Taschenlampe für den Täter sichtbar ( gemacht ).
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Also die Beispiele, die da abgebildet sind, haben fast alle spitze Ecken und Nägel.
Aber so angebracht, dass man möglichst nirgends Schwierigkeiten hatte, die Schlagwerkzeuge wieder frei zu kriegen.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Wahrscheinlich gerade weil ein rein stumpfer Gegenstand nicht so effektiv ist.
Ist ja bei einigen Beschreibungen sogar ausdrücklich erwähnt, dass man die Grabenkeulen als Schlag- oder Stichwaffen einsetzen konnte.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Der Artikel sagt ja auch, dass die ihre Spaten extra geschärft haben.
Die handlichen Feldspaten wurden aber nicht primär als Schlagwaffen ( zu leicht ) auf die Helme oder Schädel benutzt, da ging es um die Hals- ober Gesichtspartie, Körper, Arme, Beine, Hände.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Das bestätigt alles, dass es nicht einfach ist einen Menschen so zu treffen, dass er beim ersten Schlag schon aufgeschaltet ist.
Mit genug übertragbarer Wucht ist die Form des Schlagwerkzeugs nebensächlich, solange es stabil ist. Da reicht auch ein Knüppel ohne weitere "Verzierungen". Die Schwierigkeit besteht eher in der Überwindung anerzogener Hemmungen, gegen einen anderen Menschen "voll durchzuziehen."
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Der Mörder war also wahrscheinlich ausnehmend gut darin geübt.
Daran habe ich keine Zweifel.

@InspMorand :
Zitat von InspMorandInspMorand schrieb:Weißt du, was mit diesen "kreuzweis geführten Hieben" genau gemeint ist?
Wie darf man sich diese Art des Zuschlagens (mit der Reuthaue) vorstellen?
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Bin zwar nicht der Angesprochene, aber darunter verstehe ich einmal über die linke, einmal über die rechte Schulter ausgeholt, also routiniert, mit viel Kraft und unbedingtem Willen zu töten.
Ich weiß natürlich nicht, was der Schreiber dieser Zeilen gemeint hat. Ich verstehe es aber ähnlich, wie @megavolt. Die Schläge kamen, wahrscheinlich der Raumhöhe wegen, nicht von oben, weil man da nicht ausholen konnte, sondern schräg von der Seite.

Anstatt nun immer wieder in derselben Richtung auszuholen, wie z. B., wenn man einen Baum fällen möchte und dazu immer wieder in dieselbe Kerbe haut, nutzte der Täter wohl den Restschwung der Haue aus, um von der anderen Seite auszuholen und sofort wieder zuzuschlagen.

MfG

Dew


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30.03.2026 um 12:40
@ipartelep :
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Was haltet ihr von folgender Theorie? Die Täter waren zu zweit, zwei junge Männer........
Grundsätzlich eine in ihrer Einfachheit sehr wahrscheinliche Theorie im historischen Kontext.

Ein paar Anmerkungen:

Zwei Täter sind für mich das Minimum, ich halte drei für wahrscheinlicher.
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Am Tag zuvor hatten sie sich auf dem Dachboden des Gehöfts eingerichtet.
Versucht, reinzukommen, ja. Vielleicht sogar reingekommen und etwas näher erkundet. "Eingerichtet" im Sinne von "dort vor den Morden aufgehalten" denke ich eher nicht, obwohl auch das nicht völlig unmöglich ist. Ich halte es aber für wenig wahrscheinlich, dass sich der A.Gr. buchstäblich "auf dem Kopf rumtanzen" ließ. Auf dem Dachboden rumlaufen, Dachziegel verschieben, irgendwelche Seile anbringen, das wäre doch in Anwsenheit der Hker allzu dreist.
Für möglich halte ich immerhin, dass die Täter den Dachboden nur sehr vorsichtig als Nachtlager nutzten, tagsüber unterwegs waren. Das könnte erklären, dass der A.Gr. niemanden fand.
"Nach" den Morden konnten sie im Anwesen schalten und walten.
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Die Tiere fütterten sie nicht, sondern verließen das Gehöft noch in der Nacht des Mordes in nördlicher Richtung,
Die recht umfänglichen Nachtathandlungen, deren Nutzen teilweise nur bei Tageslicht erklärlich ist, deuten auf einen längeren Aufenthalt der Täter nach den Morden hin. Ich schwanke zwischen Samstagabend und Sonntagabend als Aufbruchszeit.

Dem Reisländer wären demnach andere zwielichtige Gestalten begegnet, dafür könnte der Hueber mit seiner Aussage für Samstag richtig liegen.

https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Aussagen:_1951-11-24_Hueber_August
Abends, als wir in der Jagdhütte des Weigel waren, sagte er der Jäger names Schottmeier, Konditormeister aus Schrobenhausen, der ebenfalls verstorben ist, er habe gesehen, dass jemand zum Fenster hereingeschaute. Wir glaubten ihm dies nicht, weil wir nicht annahmen, dass zu einer solchen Zeit bei dieser abgelegenen Jagdhütte jemand sich aufgehalten hätte. Wir haben damals auch etwas später ausserhalb der Hütte nachgesehen, haben aber niemanden bemerkt. Erst als wir von dem Mord in Hinterkaifeck erfahren haben, nahmen wir an, dass es evtl. der Täter gewesen sein könnte. Eine Beschreibung des Täters konnte Schottmeier nicht geben.
Quelle: siehe o. g. link
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Es ist möglich, dass es Andreas Schreier und sein Bruder waren.
Absolut möglich.

MfG

Dew


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30.03.2026 um 12:46
@Serval69
Zitat von Serval69Serval69 schrieb:Ja, tatsächlich stelle auch ich mir die Abläufe so in etwa vor. Meine Lieblingshauptverdächtigen sind in diesem Szenario die Gebrüder Adolf und Anton Gump, wobei ich Adolf als die treibende Kraft vermuten würde.
Pack´ noch den Dressel dazu, dann wären es drei. Absolut möglich.

Reingruber dachte in eine ähnliche Richtung.

https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Dokumente:_1922-04-09_Fahndungsaufruf_nach_Gump,_Dressel,_Musweiler,_Friedrich

MfG

Dew


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30.03.2026 um 21:08
Zitat von ipartelepipartelep schrieb:Die Täter waren zu zweit, zwei junge Männer.
Wie wahrscheinlich sind mehrere Täter? Auf der einen Seite würden mehrere Täter das Problem mit der extremen Kontrolle und Kompetenz entschärfen, die ein einzelner Täter gehabt haben muss. Auf der anderen Seite scheint nur eine einzige Waffe bei den Morden eine Rolle gespielt zu haben. Bei zwei Tätern würde man intuitiv auch ein vielvältigeres Verletzungsbild bei den Opfern erwarten.


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