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Mordfall Hinterkaifeck

52.705 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

26.03.2026 um 13:50
@megavolt :

Man sollte schon wissen, worüber man sich lustig machen will. Auch das eine Form von Höflichkeit.

Abgesehen davon, dass die Flugzeuge ( oder ihre Teile ) nie als "im Keller" angegeben oder angenommen wurden ( da waren tonnenweise landwirtschaftliche Erzeugnisse gebunkert ), hätte diese Geschichte durchaus in den historischen Rahmen gepasst. Waffenschiebereien, sowohl kleinsten, als auch größeren Umfangs, waren in der Zeit verbreitet.
Dass ihr Überbringer die Story mittlerweile als "Autor" ins völlig Absurde überreizt hat, mag der mit sich ausmachen.

Diese Leute hier:
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Ich finde zwei sehr interessante Podcasts haben den Fall mal behandelt. Einmal 'The Prosecutors', zwei amerikanische Staatsanwälte, und einmal 'Pat Brown', eine ehemalige Profilerin und alles in allem recht interessante Person.
...machen das doch auch nicht aus Langeweile, Hobby oder gelebtem Philanthropismus um was für die Volksbildung zu tun. Sie bedienen damit ( mehr oder weniger qualitativ hochwertig ) einen Markt. Der ahnungslose Konsument ihrer Erzeugnisse glaubt ihre Ausführungen am Ende noch und wenn dabei völliger Unsinn rauskommt, dann nenne ich den auch so. Warum sollte man sowas "freundlicher formulieren"?

MfG

Dew


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26.03.2026 um 14:09
Ich denke auch in der gesamt Bilanz ist die These der Gruber wars die Wahrscheinlichste variante. Folgendes Szenario ist denkbar. Der Gruber hat sich mal wieder an seiner Tochter vergriffen. Dies neckt ihn sie sei Schwanger. Und einen zweiten Schlittenbauer gibt es nicht. Zu diesem Zeitpunkt muss auch Viktoria nicht unbedingt sicher gewesen sein, dass sie Schwanger war. Vielleicht war die Regel längst überfällig. Als dann die Nachtigall der Sonntäglichen Messe fern blieb, wird sich ein heimlicher Verehrer mal auf den Weg zu Hinterkaifek aufgemacht haben. Wie der Verehrer sah was da der Gruber angerichtet hat erschlug er ihn.

Ja natürlich hätte dem Leichenschauer und Obduktionist die verschieden Verwesungsgrade auffallen müssen. Daten sie aber nicht. Was mich auf Grund des mangelhaften forensischen vorgehen wie auch die Unerfahrenheit des Obduktionisten nicht verwundert.


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26.03.2026 um 14:55
Ich finde die Gruber-Theorie am unwahrscheinlichsten! Wenn ich die Theorie aus dem Buch "Die Lerchenstimme" von Köppel seziere, ist sie alleine deswegen schon unwahrscheinlich, weil sie zeitlich nicht stimmig ist!


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26.03.2026 um 15:09
@arschimedes

Da müsste ich zuerst mal nachfragen, welche These du für am wahrscheinlichsten hälst.

Abgesehen da von ist mir auch nicht klar:
Zitat von arschimedesarschimedes schrieb:Wenn ich die Theorie aus dem Buch "Die Lerchenstimme" von Köppel seziere, ist sie alleine deswegen schon unwahrscheinlich, weil sie zeitlich nicht stimmig ist!
Was du da genau meinst. Also was gibt es da zu sezieren, und zeitlich nicht stimmig....


Weiter nehme ich ja nur den Gedanken auf, dass es der Gruber war.


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26.03.2026 um 15:12
@schluesselbund
Was hat das damit zu tun, welche Theorie ich für am wahrscheinlichsten halte. Ich hallte eben Köppels Theorie am unwahrscheinlichsten von Allen, weil eben Zeitfehler drin sind!


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26.03.2026 um 15:19
Zitat von arschimedesarschimedes schrieb:Was hat das damit zu tun, welche Theorie ich für am wahrscheinlichsten halte.
Nachfragen darf man wohl noch. Erst recht wenn man eine These verwirrft.
Zitat von arschimedesarschimedes schrieb:weil eben Zeitfehler drin sind!
Ja gut die Zeitfehler sind jetzt für mich kein Grund den Grundgedanke der Gruber wars zu verwerfen.


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26.03.2026 um 15:27
Die Zeitfehler sind ein grosser Grund, denn wenn die Zeit-Abläufe belegbar nicht stimmen, dann ist davon auszugehen, dass der Rest auch nur zusammen gedichtet ist.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.03.2026 um 16:32
Zitat von DewDew schrieb:bestätigt hier meinen Eindruck von einer professionellen Warte aus.
Nur zur Klarstellung, mein Hintergrund ist nicht Psychologie, sondern, recht exotisch, Uncertainty Analysis. Meine Ausführungen zu Persönlichkeitsmerkmalen mache ich nur als informierter Laie. Sollten aber trotzdem halbwegs fundiert sein.
Zitat von DewDew schrieb:Wozu was mit sich rumschleppen, wenn passendes Werkzeug am Ort des Geschehens rumsteht? Erschlagen macht kaum Lärm, das wusste schon der alte Schmaderer.
Naja, der Teil macht noch halbwegs Sinn, siehe 'Man from the Train'. Aber Paul Müller attackierte fast immer nur Schlafende. Mit einer Art Knüppel gegen 4 Erwachsene vorgehen, die gut und gerne eine Schusswaffe haben könnten, ist schon kühn. Das auch noch zu schaffen, zeigt, dass wir es mit einer außergewöhnlichen Person zu tnu haben.
Zitat von DewDew schrieb:Der Einsatz der stumpfen Seite ergibt sich daraus, dass man die schneller wieder frei hat für den nächsten Schlag. Das scharfe Arbeitsende, also das Blatt oder die Klinge der Reuthaue oder eines ähnlichen Werkzeugs wieder aus einem Schädel herauszuziehen, dauert in jedem Fall länger, kann bei Verkantung sogar sehr schwierig sein.
Dieses Argument habe ich schon oft bzgl. Paul Müller gehört und es ergibt nicht wirklich Sinn für mich. Das Problem einer feststeckenden Axt ist vllt. hier und da mal relevant aber sicher kein Grund nicht die scharfe Seite zu bevorzugen. Ich habe mal ein bisschen in HEMA Communities (Historical European Martial Arts) gestöbert und auch alte Darstellungen von Axtkriegern (Normannen, Waragäer, etc.) angeschaut. Die Ergebnisse sind eindeutig: Wenn man mit einer Axt kämpft, kommt praktisch ausschließlich die scharfe und nicht die stumpfe Seite zum Einsatz.

Paul Müllers Tendenz zur stumpfen Seite kommt sicher daher, dass er fast ausschließlich schlafende Opfer angriff. Beim Angriff mit der stumpfen Seite muss halt alles sitzen und das Opfer fast keine Zeit haben den Kopf wegzudrehen oder eine Abwehrhaltung einzunehmen. Mit der spitzen Seite hat man als Angreifer viel weniger Probleme. Die Tatsache, dass der Mörder 5 Personen (davon 4 Erwachsene) praktisch alle mit dem ersten Hieb töten konnte, zeigt, dass wir es mit einem außergewöhnlich effektiven und geübten Mörder zu tun haben.
Zitat von DewDew schrieb:Das Versteck unter irgendwelchen Brettern des Fehlbodens war ebenfalls eher Allgemeingut, sodass es nahe liegt, dass der Reuthauenmann im Rahmen seiner Suche nach weiteren Bewohnern auf dem Dachboden oder Wertgegenständen diese Bretter damit anhob. Ob er dort Wertgegenstände fand, ist unklar, weitere Bewohner fand er jedenfalls nicht.
Da er seine Waffe demnach nicht mehr brauchte kann sie eher beiläufig dort gelandet sein, egal ob nun die Hker dort vorher etwas versteckt hatten oder nicht.
Mir kommt das ganze sehr wie ein gezieltes Versteck vor. Ich habe bloss keine Ahnung wozu. Es ist ja nicht so, dass nach der Entdeckung der Mordwaffe plötzlich irgendjemand eine tolle Idee hatte, wer es gewesen sein könnte.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.03.2026 um 18:10
Ich finde es wunderbar, dass die so facettenreiche Diskussion wieder in Gang kommt und neue interdisziplinäre Ansätze zur Sprache kommen.

Zu Schlittenbauers Charakter finde ich die hier aufgeführten Gerichtsverfahren und Prozesse doch sehr interessant. Er scheint mir eher ein recht wankelmütiger Mensch gewesen zu sein, der schon mal aufbrausend schnell mit Klage reagiert, letzten Endes aber zaudert. Oder umschwenkt. ( siehe Anzeigen gegen Gruber, nicht etwa gegen Viktoria und Verleumdungsklage gegen Sigl)
Auch haben in seinen Aussagen immer die anderen Schuld (verführerisches Sexualverhalten von Viktoria, Nachbarn im Wirtshaus, die ihn foppen, Verleumder wie Sigl etc.)

Ich würde ihn hier als jemanden sehen, der für sein eigenes Handeln wenig Verantwortung zeigt und recht unreflektiert ist. Das Amt des Ortsführer hängt meines Erachtens zur damaligen Zeit vermutlich eher mit wirtschaftlichem und sozialen Status als mit dem Ruf, ein Mann von starkem Charakter, klugem Denken und gutem Führungstil zu sein, zusammen.


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26.03.2026 um 18:19
@Kjansen86 :
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Nur zur Klarstellung, mein Hintergrund ist nicht Psychologie, sondern, recht exotisch, Uncertainty Analysis. Meine Ausführungen zu Persönlichkeitsmerkmalen mache ich nur als informierter Laie. Sollten aber trotzdem halbwegs fundiert sein.
Danke für die Information. Interessant. Die Persönlichkeitsmerkmale und ihre Auswirkungen auf das Verhalten lassen ja eine statistische Betrachtung durchaus zu. Ähnlich wie "evidence based medicine". Klappt nicht immer, aber meistens.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Die Ergebnisse sind eindeutig: Wenn man mit einer Axt kämpft, kommt praktisch ausschließlich die scharfe und nicht die stumpfe Seite zum Einsatz.
Das mag für das Design von Streitäxten stimmen, das über Generationen von Kriegern und Schmieden immer weiter verfeinert wurde und zum Kämpfen und Töten bestimmt war.
Die Reuthaue war ein zweckentfremdetes landwirtschaftliches Gerät und taugt daher nur bedingt zum Vergleich. Genausowenig lassen sich traditionsreiche Axtkämpferkulturen 1:1 mit der bayrischen Landbevölkerung Anfang letzten Jahrhunderts vergleichen.
Es wäre darüberhinaus interessant zu erfahren, ob sich diese "HEMA"-Leute auch mit den Nahkampfgepflogenheiten in den Gräben des I. Weltkriegs auskennen.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Paul Müllers Tendenz zur stumpfen Seite kommt sicher daher, dass er fast ausschließlich schlafende Opfer angriff.
Sicher? Abgesehen davon, dass der bei seinen Opfern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Streitäxte vorfand, sondern ganz biedere Brennholzspalter zweckentfremdete kommt noch was dazu:
Vor der Erfindung des Bolzenschussapparates nutzte man im ländlichen Schlachtbetrieb Hämmer oder die stumpfe Seite von Äxten zur Betäubung des Schlachtviehs vor der eigentlichen Schlachtung. Bessere Übertragung der Auftreffenergie und auf keinen Fall eine feststeckende Axt im Kopf eines schlechtgelaunten Rindviehs waren gute Gründe.

Guckst Du hier:
https://www.bing.com/images/search?view=detailV2&ccid=vBbkXQWp&id=9D39A7C7662B3485BEEE43BD84103F1EB121C5FC&thid=OIP.vBbkXQWpOsWN-GWLj8OcQAAAAA&mediaurl=https%3A%2F%2Fth.bing.com%2Fth%2Fid%2FR.bc16e45d05a93ac58df8658b8fc39c40%3Frik%3D%252fMUhsR4%252fEIS9Qw%26riu%3Dhttp%253a%252f%252fwww.lagis-hessen.de%252fimg%252fbd%252fs2%252f101-027.jpg%26ehk%3DWe1MRbbthhFWU0cvndyRm1pmmyRgPB%252fBJoGT4mk8%252bHs%253d%26risl%3D%26pid%3DImgRaw%26r%3D0&exph=310&expw=450&q=rinder+schlachten+1920&form=IRPRST&ck=46A78D6C7E5ABBEDED1763A65275594B&selectedindex=0&itb=0&ajaxhist=0&ajaxserp=0&vt=0&sim=11

Oder googel´ mal "Rinder schlachten früher", falls das nicht klappt. Haufenweise anschauliche Bilder.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Die Tatsache, dass der Mörder 5 Personen (davon 4 Erwachsene) praktisch alle mit dem ersten Hieb töten konnte, zeigt, dass wir es mit einem außergewöhnlich effektiven und geübten Mörder zu tun haben.
Einigen wir uns auf "mit dem ersten Hieb kampfunfähig machen"? Bei "effektiv und geübt" gehe ich mit, gebe aber zu bedenken, dass der Täter die Opfer nicht offen und alle auf einmal angriff, sondern drei aus der ( wahrscheinlich dunklen ) Deckung neben der Stadeltür, eins überraschend und den ohnehin wehrlosen Josef im Schlaf.
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Mir kommt das ganze sehr wie ein gezieltes Versteck vor. Ich habe bloss keine Ahnung wozu. Es ist ja nicht so, dass nach der Entdeckung der Mordwaffe plötzlich irgendjemand eine tolle Idee hatte, wer es gewesen sein könnte.
Da die Reuthaue den Opfern gehörte, konnte sie niemanden zum Täter führen. Hohlräume unter Dielen waren schon immer beliebte Verstecke unter denen auch heute noch bei Renovierungsarbeiten älterer Gebäude immer wieder Funde gemacht werden. Dass man als Räuber solche Stellen untersuchte ist genau so unspezifisch wie eben dort etwas zu finden.

Die Krux an solchen Verstecken war und ist immer dieselbe:
Je unauffindbarer das Versteck sein soll, desto länger dauert es, bis man im Notfall drankommt. Wenn die Hütte brennt, kann man nicht mehr großartig Schränke verrücken etc.

MfG

Dew


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26.03.2026 um 19:00
Zitat von DewDew schrieb:Sicher? Abgesehen davon, dass der bei seinen Opfern mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit keine Streitäxte vorfand, sondern ganz biedere Brennholzspalter zweckentfremdete kommt noch was dazu:
Naja, wie sicher kann man sich da sein. Ich habe aber mal andere Axtmorde nachgeschaut, die um die Zeit stattfanden. Das waren natürlich der Lizzy Borden Fall, Henry Lee Moore und der Axeman of New Orleans. Nicht die größte Stichprobe aber immerhin, und in all den Fällen wurde die spitze Seite der Axt verwendet.

Die Idee mit einem Frontsoldaten als Täter war mir auch schon gekommen aber eher aufgrund der Tatsache, dass 1922 ja ein großes Kontingent an Leuten mit einer posttraumatischen Störung existierte, die tatsächlich sehr geübt im Nahkampf waren. Soweit ich weiß, haben die aber eher Spaten oder so verwendet. Das Problem mit Keulen ist ja, dass man sehr weit ausholen muss, um genug kinetische Energie aufzubauen. Das ist aber von Nachteil in engen Räumen und gibt außerdem dem Gegner Zeit auszuweichen. Das Schlachten von Tieren ist hier ein gutes Beispiel, da, zumindest in dem Beispiel, dass ich mir angeschaut hatte, der Schlag so erfolgte, dass die Kuh es erst spät sehen konnte.
Zitat von DewDew schrieb:Einigen wir uns auf "mit dem ersten Hieb kampfunfähig machen"?
Ich dachte die sind wirklich dran gestorben?
Zitat von DewDew schrieb:Bei "effektiv und geübt" gehe ich mit, gebe aber zu bedenken, dass der Täter die Opfer nicht offen und alle auf einmal angriff, sondern drei aus der ( wahrscheinlich dunklen ) Deckung neben der Stadeltür
Ja, die wahrscheinlichste Theorie ist, dass die nacheinander in die Falle tappten. Trotzdem eine erstaunliche Leistung, die alle ohne erkennbare Gegenwehr zu erwischen. Was mich aber verwundert ist, wie der Mörder überhaupt davon ausgehen konnte, dass das klappt. Was wenn mehr als eine Person auf einmal gekommen wäre und was wenn eine der Personen eine Schusswaffe gehabt hätte? Der Typ war defintiv kaltblütig. Ich denke, die meisten hätten sich schon nach den ersten Mord aus dem Staub gemacht und nicht gewartet bis da nach und nach immer mehr auftauchen.
Zitat von DewDew schrieb:Die Krux an solchen Verstecken war und ist immer dieselbe:
Je unauffindbarer das Versteck sein soll, desto länger dauert es, bis man im Notfall drankommt. Wenn die Hütte brennt, kann man nicht mehr großartig Schränke verrücken etc.
Das stimmt schon aber warum versteckt man die Waffe überhaupt? Welchen Grund hatte der Täter überhaupt die irgendwo unterzubringen? Warum nicht einfach liegen lassen?


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26.03.2026 um 19:39
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Das stimmt schon aber warum versteckt man die Waffe überhaupt? Welchen Grund hatte der Täter überhaupt die irgendwo unterzubringen? Warum nicht einfach liegen lassen?
Oh ja, das ist ein springender Punkt m.E. in dieser ganzen Geschichte. Entweder liegenlassen, weil egal, oder vernichten, weil Spurenträger, oder eben verstecken. Nicht alles macht für alle Täter Sinn, auch abhängig vom Kenntnisstand zu den damaligen kriminologischen Nachweismethoden. Die meisten dürften zwar von Fingerabdrücken gehört haben, aber auch nicht alle.

Das ist wahrscheinlichlich hier schon sehr oft diskutiert worden. Mit verschiedenen Meinungen. zum Versteck der Reuthaue hatte ich 2012 mal was dazu geschrieben. Der Fall hat einige Merkwürdigkeiten, insbesondere auch in den zeitlichen Abläufen (warum ausgerechnet am Abend der Ankunft der neuen Magd? Zufall? dumme Planung? oder mit ein Auslöser?).

Wir werden es nicht mehr klären. Ich bin hier irgendwann bei Seite 1500 oder so eingestiegen, jetzt sind wir bei > 2600 und der Täter ist immer noch nicht gefunden. Obwohl es eigentlich jede Theorie mal gab. ;-)


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26.03.2026 um 20:32
Zitat von megavoltmegavolt schrieb:Das ist wahrscheinlichlich hier schon sehr oft diskutiert worden. Mit verschiedenen Meinungen. zum Versteck der Reuthaue hatte ich 2012 mal was dazu geschrieben. Der Fall hat einige Merkwürdigkeiten, insbesondere auch in den zeitlichen Abläufen (warum ausgerechnet am Abend der Ankunft der neuen Magd? Zufall? dumme Planung? oder mit ein Auslöser?).
Danke für den Link. Am Ende deiner Überlegungen bleibt aber wieder nur ein Rätsel. Es wäre schon ein mögliches Motiv, dass der Täter die Haue für spätere Verwendung versteckt. Aber wenn es LS war, warum holt er sie dann nicht? Vor allem, weil er ja sicher erfahren hatte, dass das Haus abgerissen werden sollte und er nicht mehr viel Zeit hat. Das spricht auch generell für andere Verdächtige im Dorf. Die wussten doch sicher alle vom geplanten Abriss. Und wenn es AG war, sind wir wieder bei dem Problem, dass sein Tod neben den anderen Opfern einfach zu unwahrscheinlich ist.


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26.03.2026 um 20:39
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Aber wenn es LS war, warum holt er sie dann nicht?
Ich glaube nicht, dass er der Täter ist. Schlittenbauer wäre schlau genug gewesen, die Tatwaffe richtig verschwinden zu lassen. Er hätte keinen Grund gehabt, sie dort zu verstecken.


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27.03.2026 um 10:58
@Dew
Die Frage, ob diese "Theorie" vom Tisch sei, hat mich schon die Tage amüsiert. Die hatte es doch nie ernsthaft auf den Tisch geschafft.

Diese "Theorie" ist eine der typischen Ausgeburten eines Zeitalters, in dem es bestimmte Leute zu brauchen scheinen, völlig unbelastet von detaillierten Kenntnissen über Sachverhalte und historischen Rahmen, nicht gewillt, Zeit damit zuzubringen, sich diese Kenntnisse zu verschaffen, irgendeine Absurdität von sich zu geben, um eine wie auch immer geartete Aufmerksamkeit zu erregen um ggfs. damit ein paar Kröten zu machen.
Was bist du denn für ein unfreundliche Kerl! Alle möglichen Theorien waren hier schon am "Tisch" und letztlich kann keine richtig oder falsch sein, weil der Fall einfach nicht mehr lösbar ist. Alles ist möglich oder unmöglich. Du meinst echt, du hast die Weisheit mit den Löffeln gefressen, in Bezug auf den Fall.


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Mordfall Hinterkaifeck

27.03.2026 um 11:53
Zitat von KonifereKonifere schrieb:Was bist du denn für ein unfreundliche Kerl! Alle möglichen Theorien waren hier schon am "Tisch" und letztlich kann keine richtig oder falsch sein, weil der Fall einfach nicht mehr lösbar ist. Alles ist möglich oder unmöglich. Du meinst echt, du hast die Weisheit mit den Löffeln gefressen, in Bezug auf den Fall.
Dieser Aussage wiederspreche ich auf das Heftigste!

Wenn eine Theorie zeitlich in sich nicht stimmig ist, ist sie definitiv falsch!


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27.03.2026 um 12:02
@arschimedes

So. Und welche Theorie ist zeitlich in sich stimmig? Abgesehen davon könnte man die Theorie auch zeitlich stimmig machen, sofern sie es nicht ist.


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27.03.2026 um 12:05
@Kjansen86 :
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Naja, wie sicher kann man sich da sein.
Eben. Wobei das "sicher" von Dir kam.
Also nochmal: eine Reuthaue ist keine Axt, die regelmäßige Verwendung der stumpfen Rückseite von am vorderen Arbeitsteil scharfen Werkzeugen im ländlichen Bereich zum Betäuben von Schlachttieren hinreichend belegt.

Was den Grabenkampf angeht:
Zitat von Kjansen86Kjansen86 schrieb:Soweit ich weiß, haben die aber eher Spaten oder so verwendet.
Es lohnt sich mehr darüber zu wissen. Nur eins von vielen Beispielen: https://www.deutschlandmuseum.de/sammlung/grabenkeule/
Aufgrund des Einsatzes neuartiger Waffensysteme gilt der Erste Weltkrieg als einer der ersten modernen Kriege. Zum ersten Mal kamen Panzer, Giftgas oder Jagdflugzeuge zum Einsatz. Doch im festgefahrenen Stellungskrieg an der Westfront mussten die Soldaten mitunter auf altertümliche Waffentechnik zurückgreifen. Als eindrückliches Exponat aus dieser Zeit zeigt das Deutschlandmuseum eine originale Grabenkeule.
Quelle: link Deutschlandmuseum
Die Grabenkeule aber ließ sich im Nahkampf auf beengtem Raum zielgerichtet führen und zudem lautlos einsetzen – bei Überraschungsangriffen ein großer Vorteil.
Quelle: s. o.
Neben den beschriebenen Vorteilen im Grabenkampf ist auch die leichte Verfügbarkeit von Grabenkeulen zu erwähnen. Die Soldaten bauten diese Waffen in Handarbeit mit den Materialien, die ihnen zur Verfügung standen: Holz, Nägel und andere Eisenutensilien. Jede Grabenkeule ist ein Unikat, es gab keine vereinheitlichte, serienmäßige Herstellung. Neben Grabenkeulen setzten die Soldaten zudem häufig jene handlichen Spaten ein, mit denen sie die Schützengräben ausbauten. Oft schliffen sie dazu die Ränder des Spatenblatts scharf.
Quelle: s.o., Hervorhebung von mir.

Kein Museum, dass sich mit dem I. WK befasst, ist ohne Exemplare dieser Eigenbauten.

Wikipedia:
Wikipedia: Grabenkrieg im Ersten Weltkrieg#/media/Datei:Grabenkeulen IMG 1703.JPG

Wikipedia: Grabenkrieg im Ersten Weltkrieg
Der typische Infanterist hatte drei Waffen zur Verfügung: Gewehr, Bajonett (Messer) und Handgranaten. Hinzu kamen noch verschiedene improvisierte, zweckentfremdete Gegenstände, wie zum Beispiel der Feldspaten oder mit Stacheldraht umwickelte Stöcke (Grabenkeulen) und ähnliches.
Quelle: o. g. Wiki-Artikel
Die britischen Soldaten waren zudem mit einem 43 cm langen Schwertbajonett (sword-bayonet) ausgestattet, welches aber zu lang und unhandlich war, um im engen Nahkampf im Graben effektiv eingesetzt zu werden. Das deutsche Bajonett S98/05 besaß das gleiche Manko.
Quelle: o. g. Wiki-Artikel
Viele Soldaten zogen den kurzstieligen Feldspaten oder einen Grabendolch dem Bajonett vor. Eine Seite des Spatens wurde dafür scharf geschliffen. Der Spaten war kürzer und handlicher und daher in der Enge der Gräben besser für den Nahkampf geeignet.
Quelle: o. g. Wiki-Artikel

Vergessen wurde hier ein Grabendolch mit Aufnahme für die Bajonettschiene am Gewehr, ein Kurzbajonett also. Bilder finden sich unter der Bezeichnung "DEMAG-Grabendolch"
Speziell für nächtliche Überfälle wurden auch wieder Morgenstern, Streitkolben und ähnliche Hiebwaffen verwandt. Diese Waffen waren im Mittelalter weit verbreitet, mit dem Aufkommen der Feuerwaffen aber praktisch bedeutungslos geworden. Im Grabenkrieg kamen sie wieder in Gebrauch, weil sie wirkungsvoll und lautlos waren.
Quelle: o. g. Wiki-Artikel

Der Täter konnte offenbar mit der Enge des Raumes gut umgehen.
"Ihr war ebenfalls durch kreuzweis geführte Hiebe der Schädel eingeschlagen"
Quelle: Wiessner, 1922
"Diese sämtlichen Leichen wiesen Spuren auf, die darauf hinzeigten, daß sie durch Schläge auf den Kopf umgebracht worden waren." [2]
"Sämtliche 4 Leichen hatten schwere Schädelverletzungen und lagen in Blutlachen." [3]
"Der Gerichtsarzt ist der Ansicht, daß die Verletzungen mit einem stumpfen Gegenstand, nicht mit der Kreuzhacke der Toten beigebracht worden ist." [4]
Quelle: https://wiki.hinterkaifeck.net/wiki/Sachverhalte:_Die_Verletzungen_der_Opfer
hier Wiessner, Reingruber und ein Telefonprotokoll

MfG

Dew


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Mordfall Hinterkaifeck

27.03.2026 um 12:11
Zitat von schluesselbundschluesselbund schrieb:So. Und welche Theorie ist zeitlich in sich stimmig? Abgesehen davon könnte man die Theorie auch zeitlich stimmig machen, sofern sie es nicht ist.
Erstens habe ich Dir das bereits gesagt, aber offensichtlich ist dein Gedächtnis sehr kurz und zweitens ist das bei dkesen Unstimmigkeiten nicht möglich!


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27.03.2026 um 12:24
@arschimedes

Ob es möglich ist oder nicht ist Auffassungssache. Zweitens habe ich dir gesagt, dass das Buch nur als Grundlage zur These der Gruber wars dient.

Wenn dir die These überhaupt nicht gefällt dann sag es einfach. Geht ja auch in Ordnung. Ohne dass du da sekundäre Ausflüchte suchst und nennst.


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