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Mordfall Hinterkaifeck

47.641 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Bauernhof, Hinterkaifeck ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mordfall Hinterkaifeck

Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 16:38
Über die Dienstboten bzw. die Aushilfen auf HK hat sich, so glaube ich, ein falsches Bild festgesetzt.


Unter "Soziale Situation" ist im Hinterkaifeck-Artikel von Wikipedia zu lesen:

"Die Bewohner der Einöde lebten zurückgezogen. Um Geld zu sparen, beschäftigten sie (auch illegal) - oft nur für einige Wochen - u.a. auch kriminelle und umherziehende Hilfsarbeiter."


Dafür sehe ich keine Anhaltspunkte. Die Aushilfen (Schrätzenstaller, Schrittenlocher, Schwaiger) waren Bauernburschen aus Gröbern und der näheren Umgebung, die wahrscheinlich - zur Ernte oder beim Dreschen - über eine kleine Verdienstmöglichkeit recht froh waren. Eine Aushilfe mit schlechtem Ruf war allenfalls Anton Bichler.

Bis zum Kriegsdienst von Martin Asam war evtl. auf HK überhaupt kein festes Personal (ob Magd oder Knecht) nötig. Dann folgt eine Reihe von Personen mit "Handicap":
Georg Siegl scheint von kleiner, schmächtiger Statur gewesen zu sein.
Kreszenz Rieger war schwanger bzw. hatte sich dann um einen Säugling zu kümmern.
Maria Baumgartner war anscheinend körperlich und geistig etwas eingeschränkt.

Ein Knecht - Hartl, wenn ich es richtig erinnere - war ein sechzehnjähriger Bursche, der nicht lange blieb. Er soll auf HK Rauchfleisch und Kinderkleidung gestohlen haben.
Der Knecht, den man vor Maria Baumgartner eingestellt hatte (Name unbekannt), ebenfalls ein junger Bursche, war nur wenige Wochen auf HK und ist dann zu seinem alten Arbeitgeber zurück - soll vorkommen.

In der Summe sehe ich nicht, daß man auf HK quasi gewohnheitsmässig "kriminelle und umherziehende Hilfsarbeiter" beschäftigt hat.

Wahrscheinlich haben die HKer auch prompt und angemessen bezahlt, sonst hätte man nicht die Bauernburschen aus der Umgebung als Aushilfen gewinnen können.


Oder habe ich etwas übersehen??


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Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 20:18
Ne, ich weiß z. B von ner älteren Bekannten (Jg 1930) das deren Mutter und Großmutter aus Unterwittelsbach (b. Aichach) als Erntehelfer oder zum dreschen nach HK kamen. Nach dem Mord war das innerhalb dieser Familie ein ständiges Thema worüber gesprochen wurde (wie konnte sowas passieren...wer macht sowas...) Werde da mal nach fragen was noch so alles über die HK in der Fam. gesprochen wurde. Wenn es soo schlechte AG o. Leute waren, kommt wohl keiner aus der Umgegend (muß erst noch nach d. Entfernung schauen) dort zum helfen o. arbeiten hin.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 22:33
@tanja078

hallo Tanja,
das wäre doch schon mal was, wenn Du nachfragen könntest, was da in der Familie über HK gesprochen wurde.
Also Aichach bei Augsburg ist ca. 25 km von Hinterkaifeck entfernt. Das könnte mit den Erntehelfern schon hinkommen.
Wäre super von Dir, wenn Du mal Erkundigungen einholen könntest.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 22:45
@Badesalz
Nicht nur über die Dienstboten sondern auch wegen des Inzests hat sich auch ein falsches Bild über die HK'ler festgesetzt, glaube ich.
Jeder weiß daß er stattgefunden hat, und Vater und Tochter mussten büßen. Aber ich glaube, daß es bei weitem nicht so häufig vorgekommen ist, wie angenommen.
Wie auch schon Hauinolos Oma sagte, war das zu der damaligen Zeit keine Seltenheit. Aber auch nicht Gang und Gäbe. Wir dürfen das nicht so sehen, als ob der Gruber seiner Tochter ständig hinterher war. Es wird Ausnahmen gegeben haben, aber es war nicht die Regel.
Sonst hätte sich weder der Karl Gabriel mit der Viktoria verheiratet weder noch der L.S. mit ihr verheiraten wollen.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 23:09
@elfee

klar mach ich das, die Frau ist schließlich die Mutti meiner Halbschwester, werd das mit nem Kaffee-Besuch verbinden. Den Leuschner mit im Gepäck. Vielleicht weiß sie tatsächlich meh. z. B. wegen Bezahlung oder Behandlung. Lt. meiner Schwester ist ihre Mutti mit der "Story" aufgewachsen.


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Mordfall Hinterkaifeck

25.05.2008 um 23:36
Link: wissen.spiegel.de (extern)

Verjährungsfrist/ Beichtgeheimnis/ "Neue-alte" Details zu HK
Ich habe gerade entdeckt, dass es von einigen Spiegel-Artikeln bis in die 50er zurück nun Online-Versionen gibt. Darunter ist mind. einer über HK mit dem Titel "Das Gewissen entscheidet", in dem eine Gegendarstellung des bayer. Justizministeriums zu einem Artikel vom Gerichtsreporter Siola der in Augsburg erscheinenden "Schwäbischen Landeszeitung"veröffentlicht wird.
Neben den damals schon strittigen rechtlichen Grundlagen zur Verjährungsfrist werden auch kirchliche Stellungnahmen zum Thema Beichtgeheimnis genannt. In der gescannten Version des Artikels gibts auch Fotos des Setzerlehrlings Rudolf Storz, der eine Anzeige ins Rollen brachte, und des Benefiziaten Anton Haubers.

Außerdem gibt es einige konkrete Punkte zu den Morden, die ich zumindest so noch nie gehört hatte. Unter anderem:

1. Die Ermittlungen hätten nachgewiesen, dass der kl. Josef tatsächlich ein Inzestkind war.
2. Der Andreas G. war das erste Todesopfer im Stadel, danach seine Frau, seine Tochter und schliesslich seine Enkelin.
3. Es gab mehrere Schläge auf das Verdeck des Stubenwagens.
4. 1946/47 wurde bei der Staatsanwaltschaft Augsburg ein neuer Akt zu Hinterkaifeck angelegt, zunächst nur mit Zeitungsartikeln zum Thema, da zu dieser Zeit ungeklärte Todesfälle "in" waren.
...


Spannend wäre nun natürlich zu wissen, ob an diesen Punkten was Wahres dran ist, ob es damals dafür Belege gab und ob dieser "Akt" in Augsburg noch existiert.
Viel Spass beim Stöbern
Jaska



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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 06:40
Jaksa, interessanter Artikel!


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 06:55
@Badesalz

Ich teile Deine Ansicht bezüglich der Dienstbotensituation auf HK. Dass die Hker u.a. auch kriminelle und umherziehende Hilfsarbeiter beschäftigt haben sollen ist m.E. ein Gerücht, das bewusst gestreut worden ist, um darauf hinzuweisen, dass sie durch ihr geiziges und unvorsichtiges Verhalten die Mörder ins Haus geholt haben.

@elfeee

Bezüglich des Inzests schreibst Du mir aus der Seele. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass der Inzest nicht häufig stattgefunden hat. Im abgeurteilten Zeitraum von 1907 bis 1910 wird es Entgleisungen gegeben haben. Die Hofübergabe und der Ehe-und Erbvertrag zwischen Victoria und Karl Gabriel sprechen ebenfalls gegen intensiven Inzest. Auch 1918 ff dürfte der Inzest kaum eine Rolle gespielthaben, denn ansonsten ist, wie Du schon sagtest, nicht nachvollziehbar, warum L.S. Victoria so gerne geheiratet hätte.

Mir ist natürlich bewusst, dass einige hier im Forum das alles ganz anders sehen.

@jaska

Danke für den interessanten Artikel.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 07:36
Was hier für die Beichte nach Kirchenrecht gilt, erweitert der Gesetzgeber in seinem Paragraphen 53 der Strafprozeßordnung: "Zur Verweigerung des Zeugnisses sind berechtigt: Geistliche über das, was ihnen bei Ausübung der Seelsorgertätigkeit anvertraut ist."

Verstehe ich überhaupt nicht dass Gesetze einer Sekte in die Gesetze eines Landes übernommen werden.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 07:43
@lesmona

Die katholische Kirche ist doch keine Sekte.

Der Gesetzgeber hat gut daran getan Rechtsklarheit zu schaffen und in § 53 der Strafprozessordnung Geistlichen ein Aussageverweigerungsrecht zu gewähren über das, was sie im Rahmen einer Beichte erfahren haben. 1922 war das so nicht festgeschrieben und katholische Pfarrer konnten zur Aussage gezwungen werden, obwohl sie das Beichtgeheimnis nach kanonischem Recht niemals brechen dürfen auch bei Gefahr für ihr Leben nicht.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 07:52
Das wäre ein Thema für sich AngRa :-/


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 09:42
Eine Schwangerschaft bei Viktoria wurde bei der Obduktion ja ausgeschlossen. Weiß man ob sie vor ihrem Tod GV hatte? (Vergewaltigung?)
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Würgemale???? ------ Von Händen oder einem Seil?
Vor oder nach Eintritt des Todes?


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 11:05
@tanja078
In meiner Familie gibt es eine Menge Fotos, die zum Schluß der Ernte oder nach dem Dreschen aufgenommen wurden, bei der sog. "Drischleg". Auf jedem sind eine Gruppe Leute in Arbeitskleidung, meist liegen vorne auf dem Boden quer zwei Männer mit Bierkrügen in den Händen, dazu evtl. noch ein Hund. Vielleicht hat Deine Bekannte auch noch so ein Dokument von ihrer Großmutter, das in HK gemacht wurde. Das wäre echt `ne Sensation. Trink doch eine Tasse Kaffee mehr, und frage sie danach, ja?


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 12:20
Na klar, in den Augen meiner Fam. bin ich sowieso scho wahnsinnig, da HK pos.

also bestätige ich den Wahnsinn und riskier nen Kaffee-Schock. Vielleicht klappt es ja am Wochenende. A Foto wär ja ne Sensation.Aber das was damals außerhalb Gröberns über die Gruber /Gabriels gesprochen wurde, wäre au interessant.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 13:19
@tanja078,
hihi ..... HK-POSITIV :-)) Gute Definition !
... Also da gibts auf jeden Fall schlimmeres !
*********
Bernie


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 13:34
@tanja078,

naaaa, DAS würde mich aber auch brennend interessieren.
schön am ball bleiben, gelle.

ich habe manchmal das gefühl, daß die hkfler gar nicht so ohne waren.
sie hielten sich zurück. na und?? mach ich in meiner nachbarschaft auch,
weil es mehr tratschen gibt, als mir lieb ist, und ich denen keinen anlaß
dazu geben will.

außerdem is mir nix so zwieda wiara treppenhausgeklatsche:
pssst, hosch scho ghert, dui wieder hot am samschdich bsuach ghet voma mo,
des war aber ned ihrer, der isch doch ned do.
wer war des denn, woisch du was?

zur aufklärung: war mein schwager, der hat mir den pc repariert, sonst
könnte ich nicht mehr mitmachen.

zum k....... würg

liebe grüße hulla


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 16:48
@tanja078

Anhaltspunkte für eine Vergewaltigung der Victoria gibt es nicht. Das wäre bei der Obduktion aufgefallen.

Zum Punkt Würgespuren

Der Begriff Würgespuren ist uns allein aus dem Bericht von StA Renner an seinen Vorgesetzten und aus einer Telefonnotiz bekannt, als Renner die Münchner Polizeidirektion angerufen hat, um sie über das Ergebnis der ersten drei Obduktionen zu inormieren.

Der Fachbegriff für eine Strangulation durch ein Werkzeug, also meist durch ein Seil, Schal, Schnur etc. lautet eigentlich erdrosseln. Das, was man an der Leiche sehen kann, heißt dann Drosselmarke.

Das Erwürgen einer Person erfolgt allein durch die Kraft der Hände.

Ich gehe mal davon aus, dass Renner das aufgeschrieben hat, was er von Dr. Aumüller gehört hat und der wird über Würgespuren am Hals berichtet haben. Also wurde hiernach kein Seil etc. zum Strangulieren verwendet, sondern es wurde mit den Händen gewürgt.

Vielleicht kann es jemand noch besser erklären. Eine Fachfrau für Strangulationen bin ich an sich nicht.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 17:54
@hulla

z. Thema Dorf/Treppenhausgetratsche: manchmal nervig, manchmal informativ *gg*


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 18:08
Ich vermute ja, das 1921 und früher noch nicht so wahnsinnig viel zum Ernteschluss fotografiert worden ist. Die Amateur-Fotografie steckte damals nämlich noch in den Kinderschuhen und war deshab noch sehr teuer.
Letzteres wird wohl eher ein Hinderungsgrund gewesen sein für einen Bauern, der offenbar als geizig galt.

Aber wer weiß, vielleicht gibt es ja doch solche Bilder aus Hinterkaifeck.


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Mordfall Hinterkaifeck

26.05.2008 um 18:13
Ich glaube das die HKer hinterher massiv ausgerichtet worden sind, wie wenn sich da jemand für die Tat vor sich selbst rechtfertigen wollte "da hat der Herrgott scho sei Hand am rechten Platz gehabt" etc.

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Das mit dem Inzest haben die ja bestimmt net in der Öffentlichkeit gemacht.
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Und nur weil sie nicht jeden ins Haus ließen, oder für sich selbst lebten, ohne Wirtshaus,etc, deshalb ist man doch nicht eigenbrödlerisch.

Man stelle sich vor wie getratscht worden wäre, wenn der alte Gruber regelmäßig ins Wirtshaus gegangen wäre.(Jetzt läßt der die Weiber u. Kinder allein i.d. Einöde um sich zu vergnügen)

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Da wollte jemand hinterher Bestätigung für die Tat.
--- die Tochter drängt sich jedem auf und läßt sogar den eigenen Vater ran.

Glaub das wurde danach so richtig hochgeschaukelt wie auch der Spitzname "Holz-Vik".
Hört sich eher so an als wäre da jemand abgeblitzt.

Und wehren konnten die sich leider nimmer


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