FrauZimt schrieb:Chris muss den Entführer doch nicht gekannt haben.
Noch nicht einmal Frauke muss ihn gekannt haben.
Bei Punkt 1) gehe ich mit, aber wie schon gesagt, wie wahrscheinlich ist es, dass Frauke zu einem Fremden ins Auto gestiegen wäre und wie wahrscheinlich ist es, dass es keine Zeugenaussage im Falle einer gewaltsamen Entführung gegeben hätte.
Warum Chris angerufen worden ist, dafür habe ich eine einfach Erklärung: Wenn Frauke ihm die SMS schon im Beisein des Täters geschickt hat, sie sich aber noch nicht bedroht gefühlt hatte, war das quasi ihr letzter Kontakt. Und wahrscheinlich hat sie das dem Entführer auch arglos erzählt.
Der Entführer wollte Kontrolle, nicht nur bei dem, was sie sagt, sondern auch WEN sie anruft. Hätte er das sicher haben können, wenn er die Familienverhältnisse nicht bis ins letzte Detail kannte? Vielleicht waren alle Personen im Adressbuch mit Kosenamen oder Vornamen gespeichert? Oder er wusste den Vornamen von Ingrid Liebs nicht? Sie hätte eine Nummer wählen können (z.B. Nils oder Isabella?) und dem Entführer sagen, dass es ihre Mutter/Vater ist. Wenn sie mit der Person dann so gesprochen hätte, wie sie es mit ihrer Mutter getan hätte, dann wären doch bei dieser Person alle Alarmglocken geschrillt und es wäre klar, dass etwas nicht stimmte, weil diese Aussage dann nicht von einer "überfürsorglichen Mutter" kam.
Er war sich vielleicht sicher so viel Kontrolle zu haben, dass sie seinen Namen am Telefon nicht sagen würde, aber er wollte vielleicht bei der Identität der Person des Angerufenen kein Risiko eingehen.
Aber bei Chris wusste er halt, wer das war und dass das seine Nummer ist.
Wenn das so wäre, dann spricht das allerdings dagegen, dass im Umfeld von Ingrid Liebs nach dem Täter zu suchen wäre, weil ein ehemaliger Schüler oder gar Vater eines Schülers sich an ihr rächen wollte. Er hätte doch eher darauf bestanden, dass Frauke genau bei ihrer Mutter anruft?