TheDarkKnight schrieb:Und was Personen aus Fraukes Umfeld angeht - man darf sich denke ich sicher sein, dass die Ermittler da alles überprüft haben, worauf es auch nur geringste Rückschlüsse gegeben hätte. Da ist sicher kein Stein auf dem anderen geblieben und nichts unversucht gelassen worden sowie jedes Alibi bis ins Detail geprüft worden. Ich glaube fest an die ermittelnden Behörden und bin daher leider aus mehr als pessimistisch, dass ein neuer, ungetrübter Blick neue Erkenntnisse oder Ansätze mit sich bringen könnte. Leider. Ohne dass Täter oder Mitwisser sich verraten / anvertrauen / gestehen, wird dieser Fall ungeklärt bleiben. Da bin ich mir ziemlich sicher leider.
Dein Vertrauen in die Ermittlungen sei Dir unbenommen. Ich denke auch, dass sehr engagiert und prinzipiell akribisch ermittelt worden ist, sieht man mal von den ersten Tagen ab, als es noch ein Vermisstenfall war und für die Polizei nach Fraukes Anrufen die Lage unklar und sehr schwierig zu beurteilen gewesen sein musste.
Ich glaube aber dennoch, dass ein frischer Blick auf die Akten und Ermittlungen nicht schaden wird und neue Erkenntnisse bringen kann, ohne dass daraus die Schlussfolgerung gezogen werden muss, die alten Ermittlungen seien nicht gründlich gewesen. Ich denke, es ist natürlich, dass bei solchen Ermittlungen erst einmal bestimmte Ansätze verfolgt werden, auf die sich fokussiert wird. Ob Aufwand und Intensität sich auf einem so hohen Level dauerhaft halten lassen, dürfte schon ein Problem von Ressourcen sein, insbesondere wenn neue Fälle wieder Aufmerksamkeit benötigen. Die Polizei hatte sich damals zunächst einmal auf die Männer außerhalb der Familie konzentriert, mit denen Frauke in der Zeit zuvor mutmaßlich die engsten Kontakte hatte: Chris und Nils. Das war logisch und den Aufwand wert, beide konnten als TV ausgeschlossen werden. Danach hat wohl den Ansatz gewählt, sich ein Täterprofil zu machen und anhand dieses Täterprofils versucht etwas zu finden.
Auch wenn ich viele Kritikpunkte von Fraukes Mutter, so verständlich ihre Verbitterung angesichts des Verlusts einer geliebten Tochter sein mag, nicht teile, so erscheint es mir nachvollziehbar, wenn sie darauf hinweist, dass in den Ermittlungen offensichtlich immer auf die Denkweise des Täters abgestellt worden ist und zu wenig der Focus auf Frauke selbst gelegen habe.
Die entscheidende Frage, auch wenn sie schon oft wiederholt und diskutiert worden ist, kannte Frauke die Person/en, die sie festhielt/en?
Und was lässt sich daraus ableiten?
Nehmen wir an - für mich aus verschiedenen Gründen eine kaum wahrscheinliche Variante - Frauke war ein absolutes Zufallsopfer, es gab keine vorige Beziehung zum Täter. Schlagen diese Täter einmal zu und bleiben dann 20 Jahre unauffällig? Unwahrscheinlich aber möglich. Also wenn sie ein Zufallsopfer war und der Täter seitdem sich ruhig und brav verhält, dann dürfte es keine Chance zur Aufklärung angesichts fehlender DNA-Spuren geben, es sei denn Täter oder etwaige Mitwisser von allein auf die Polizei zukommen. Aber für mich ist dieses Szenario insgesamt unwahrscheinlich.
Wenn es aber eine irgendwie geartete Beziehungstat gewesen ist, dann dürfte Oestermann mit seiner Mutmaßung, dass der Täter schon bei der Polizei auf dem Stuhl gesessen habe, recht haben. Und genau dann muss die Tat aufzuklären sein.