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Mord an Frauke Liebs

98.411 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Entführung, Telefon ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
Zu diesem Thema gibt es eine von Diskussionsteilnehmern erstellte Zusammenfassung im Themen-Wiki.
Themen-Wiki: Mord an Frauke Liebs

Mord an Frauke Liebs

12.04.2026 um 14:09
Zitat von sommerpaulasommerpaula schrieb:Das sehe ich wiederum ganz anders. Ich z.B. würde niemals zu jemandem ins Auto steigen, den ich nicht definitiv richtig gut kenne. Erst recht nicht, wenn es nur noch wenige Minuten nach Hause sind und es ein warmer Sommerabend ist (und nicht etwa in Ströme regnet/eiskalt ist etc.). Wie Frauke in der Hinsicht gedacht hat wissen wir natürlich nicht. Aber ich glaube, der Großteil der Frauen würde da ähnlich wie ich handeln. Trotzdem, bei dem kurzen Heimweg erscheint mir das einfach nicht logisch. Wenn Frauen freiwillig zu fremden Männern ins Auto steigen dann ja eher, wenn sie trampen und weitere Strecken vor sich haben. Ich glaube daher, dass sie unfreiwillig im Auto gelandet ist. Wenn er ihr z.B. eine Waffe von der Seite an den Rücken gehalten hat muss das ja keiner mitbekommen haben - da hätte ich auch nicht geschrien.
Das sehe ich auch für mich so. Allerdings gibt es Situationen, wo man aus guten Gründen andes handelt. Beispiel: Ich hab mich beim Wandern auf dem Weg zum Bahnhof in einem Neubaugebiet total verfranst und hatte den Druck, einen bestimmten Zug zu erreichen. Als endlich ein Auto an einer Ampel hielt, fragte ich den Fahrer nach dem Weg. Ich hätte mehr als 2,5 KM erstmal zurücklaufen müssen. Er bot mir an, mich zum Bahnhof mitzunehmen. Ich nahm an.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 10:23
Zitat von TheDarkKnightTheDarkKnight schrieb:Und was Personen aus Fraukes Umfeld angeht - man darf sich denke ich sicher sein, dass die Ermittler da alles überprüft haben, worauf es auch nur geringste Rückschlüsse gegeben hätte. Da ist sicher kein Stein auf dem anderen geblieben und nichts unversucht gelassen worden sowie jedes Alibi bis ins Detail geprüft worden. Ich glaube fest an die ermittelnden Behörden und bin daher leider aus mehr als pessimistisch, dass ein neuer, ungetrübter Blick neue Erkenntnisse oder Ansätze mit sich bringen könnte. Leider. Ohne dass Täter oder Mitwisser sich verraten / anvertrauen / gestehen, wird dieser Fall ungeklärt bleiben. Da bin ich mir ziemlich sicher leider.
Dein Vertrauen in die Ermittlungen sei Dir unbenommen. Ich denke auch, dass sehr engagiert und prinzipiell akribisch ermittelt worden ist, sieht man mal von den ersten Tagen ab, als es noch ein Vermisstenfall war und für die Polizei nach Fraukes Anrufen die Lage unklar und sehr schwierig zu beurteilen gewesen sein musste.

Ich glaube aber dennoch, dass ein frischer Blick auf die Akten und Ermittlungen nicht schaden wird und neue Erkenntnisse bringen kann, ohne dass daraus die Schlussfolgerung gezogen werden muss, die alten Ermittlungen seien nicht gründlich gewesen. Ich denke, es ist natürlich, dass bei solchen Ermittlungen erst einmal bestimmte Ansätze verfolgt werden, auf die sich fokussiert wird. Ob Aufwand und Intensität sich auf einem so hohen Level dauerhaft halten lassen, dürfte schon ein Problem von Ressourcen sein, insbesondere wenn neue Fälle wieder Aufmerksamkeit benötigen. Die Polizei hatte sich damals zunächst einmal auf die Männer außerhalb der Familie konzentriert, mit denen Frauke in der Zeit zuvor mutmaßlich die engsten Kontakte hatte: Chris und Nils. Das war logisch und den Aufwand wert, beide konnten als TV ausgeschlossen werden. Danach hat wohl den Ansatz gewählt, sich ein Täterprofil zu machen und anhand dieses Täterprofils versucht etwas zu finden.

Auch wenn ich viele Kritikpunkte von Fraukes Mutter, so verständlich ihre Verbitterung angesichts des Verlusts einer geliebten Tochter sein mag, nicht teile, so erscheint es mir nachvollziehbar, wenn sie darauf hinweist, dass in den Ermittlungen offensichtlich immer auf die Denkweise des Täters abgestellt worden ist und zu wenig der Focus auf Frauke selbst gelegen habe.

Die entscheidende Frage, auch wenn sie schon oft wiederholt und diskutiert worden ist, kannte Frauke die Person/en, die sie festhielt/en?

Und was lässt sich daraus ableiten?

Nehmen wir an - für mich aus verschiedenen Gründen eine kaum wahrscheinliche Variante - Frauke war ein absolutes Zufallsopfer, es gab keine vorige Beziehung zum Täter. Schlagen diese Täter einmal zu und bleiben dann 20 Jahre unauffällig? Unwahrscheinlich aber möglich. Also wenn sie ein Zufallsopfer war und der Täter seitdem sich ruhig und brav verhält, dann dürfte es keine Chance zur Aufklärung angesichts fehlender DNA-Spuren geben, es sei denn Täter oder etwaige Mitwisser von allein auf die Polizei zukommen. Aber für mich ist dieses Szenario insgesamt unwahrscheinlich.

Wenn es aber eine irgendwie geartete Beziehungstat gewesen ist, dann dürfte Oestermann mit seiner Mutmaßung, dass der Täter schon bei der Polizei auf dem Stuhl gesessen habe, recht haben. Und genau dann muss die Tat aufzuklären sein.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 11:10
Ja, aber wieviele haben denn dort schon gesessen? Bestimmt nicht hunderte. Irgendwelche Chatkontakte haben sie bestimmt nicht eingeflogen. Familie, Freunde, Kommilitonen/Kollegen/Mitauszubildende. Wenn man sich die mit frischem Blick nochmal anschaut…Vielleicht auch ein (jüngerer) Profiler (aus dem Ausland), damit mal ganz unvoreingenommen ermittelt wird und die Polizei nicht mehr darauf achtet, dass Fehler/Versäumnisse nicht aufgedeckt werden. Darum geht es ja nicht (mehr). Fraukes Mörder muss gefunden werden und vor Gericht gestellt werden.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 12:15
Zitat von NobisottiNobisotti schrieb:Ja, aber wieviele haben denn dort schon gesessen? Bestimmt nicht hunderte. Irgendwelche Chatkontakte haben sie bestimmt nicht eingeflogen.
Östermann spricht von etwa tausend Personen, die er vernommen hat und davon, dass er für die Vernehmungen von Chatkontakten bis Nürnberg gefahren ist.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 13:21
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Ob Aufwand und Intensität sich auf einem so hohen Level dauerhaft halten lassen, dürfte schon ein Problem von Ressourcen sein, insbesondere wenn neue Fälle wieder Aufmerksamkeit benötigen.
Von welchen neuen Fällen sprichst du? Magst du die mal konkreter benennen? Mir wäre das neu.

Der Fall Frauke Liebs wurde von der mittlerweile aufgelösten BAO Cold Case in Köln geprüft und an die Ermittlungsgruppe Cold Case in Bielefeld mit weiteren 41 Fällen zur weiteren Bearbeitung zurückgesandt. Einige dieser Fälle wurden bereits gelöst.
Bereits im Oktober 2023 ist die Ermittlungsgruppe Cold Case beim Polizeipräsidium Bielefeld gegründet worden und erhält Unterstützung durch ehemalige Kriminalbeamte und erfahrene Ermittler der ostwestfälischen Kreispolizeibehörden. Sie beschäftigt sich in ganz Ostwestfalen mit etwa 42 alten Kriminalfällen ehemaliger Mordkommissionen.

https://bielefeld.polizei.nrw/presse/bielefelder-ermittlungsgruppe-cold-case-gestartet-neue-ermittlungsansaetze-zu-einem-fall-aus-2009-in-guetersloh



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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 13:41
Zitat von emzemz schrieb:Von welchen neuen Fällen sprichst du? Magst du die mal konkreter benennen? Mir wäre das neu.
Naja, mir fallen allein bis heute 3 Mordfälle in dem Bezirk OWL, die nach Frauke Liebs stattfanden und bis heute ungeklärt sind, ein:

-Nelly Graf aus Halle (sicher der Fall nach Frauke Liebs mit der größten medialen Aufmerksamkeit), sie verschwand im Herbst 2011 und wurde auch erst später aufgefunden
-Ingrid Amtenbrink (Gütersloh), im Mai 2009 ermordet
-Bettina Rahrig aus dem Jahre 2010 (Warstein)

Es gibt sicher noch mehr Cold Cases nach dem Tod von Frauke in der Region OWL

Und dann gab es ja bestimmt Fälle, die mittlerweile geklärt sind und die dürften auch Kapazitäten gebunden haben, wie z.B. "Horrorhaus Höxter". Die Ressourcen der Polizei in OWL dürften nicht unerschöpflich sein. Gerade im Fall Nelly Graf wurde auch sehr aufwendig ermittelt.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 14:06
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Naja, mir fallen allein bis heute 3 Mordfälle in dem Bezirk OWL, die nach Frauke Liebs stattfanden und bis heute ungeklärt sind, ein:

-Nelly Graf aus Halle (sicher der Fall nach Frauke Liebs mit der größten medialen Aufmerksamkeit), sie verschwand im Herbst 2011 und wurde auch erst später aufgefunden
-Ingrid Amtenbrink (Gütersloh), im Mai 2009 ermordet
-Bettina Rahrig aus dem Jahre 2010 (Warstein)
Hier geht es aber um Mordfälle, die bei der Ermittlungsgruppe Cold Case Bielefeld zur Bearbeitung liegen, so wie der Fall Frauke Liebs. Ob die von dir Genannten auch von der Ermittlungsgruppe betreut werden, weiß ich nicht. Aber nicht jeder Cold Case wurde von der BAO aufbereitet und wird nun von dieser EG bearbeitet. Das scheinst du falsch einzuordnen.
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Die Ressourcen der Polizei in OWL dürften nicht unerschöpflich sein.
Richtig. Deshalb wurde ja eigens diese Ermittlungsgruppe für die 42 ausgewählten Fälle gebildet, um die Polizei zu entlasten.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 14:17
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Danach hat wohl den Ansatz gewählt, sich ein Täterprofil zu machen und anhand dieses Täterprofils versucht etwas zu finden. Auch wenn ich viele Kritikpunkte von Fraukes Mutter, so verständlich ihre Verbitterung angesichts des Verlusts einer geliebten Tochter sein mag, nicht teile, so erscheint es mir nachvollziehbar, wenn sie darauf hinweist, dass in den Ermittlungen offensichtlich immer auf die Denkweise des Täters abgestellt worden ist und zu wenig der Focus auf Frauke selbst gelegen habe.
Nun, das ist das übliche Vorgehen. Schon deshalb, weil das Opfer bekannt ist, der Täter jedoch unbekannt.

Dabei wird in jeder Ermittlung auch versucht, die Persönlichkeit des Opfers, seine Denkweise, Biographie, Charakter, Vorlieben, Denkweise, Verhalten usw. vollständig zu erfassen. Das auch recht intensiv, v.a. wenn ein Kennverhältnis oder eine Beziehungstat vermutet oder ausgeschlossen werden. Denn nur so lässt sich ein Täterkreis eingrenzen. "Was ist das Opfer für ein Mensch?" ist zentraler Bestandteil jeder Mordermittlung.

Die Erkenntnisse dürften aber schon 2006 generiert worden sein. Weil Frauke tot ist, kam nichts mehr Neues hinzu.

Ob die Persönlichkeit Fraukes "unterbelichtet" ist oder ihre Mutter nur das Empfinden hat, ihre Tochter spiele in den Ermittlungen keine Rolle mehr (was nicht weiter verwunderlich ist, weil ja der Täter identifiziert werden sollte), können wir von hier aus nicht entscheiden.

Meiner Ansicht nach hat die Kritik von Angehörigen an der Polizeiarbeit nur im Ausnahmefall eine konstruktive Wirkung. Sie ist zumeist nicht gerechtfertigt, weil Angehörige natürlich befangen sind. Es ist ihnen aber gerade deshalb auch nachzusehen.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 17:08
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Nehmen wir an - für mich aus verschiedenen Gründen eine kaum wahrscheinliche Variante - Frauke war ein absolutes Zufallsopfer
Was lässt dich so stark vermuten, dass sie kein Zufallsopfer war?


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 17:37
Zitat von OriginesOrigines schrieb:Meiner Ansicht nach hat die Kritik von Angehörigen an der Polizeiarbeit nur im Ausnahmefall eine konstruktive Wirkung. Sie ist zumeist nicht gerechtfertigt, weil Angehörige natürlich befangen sind. Es ist ihnen aber gerade deshalb auch nachzusehen.
Meistens hat sie keine konstruktive Wirkung. Was nicht heißen muss, dass sie ungeachtet dessen in dem einen oder anderen Fall inhaltlich nicht dennoch gerechtfertigt sein mag. Dann liegt die im Ergebnis fehlende "konstruktive Wirkung" vielleicht auch an der Reaktion der Polizei. Man bekommt oft das Gefühl, dass das Kaschieren oder Nichtzugeben von Dingen, die andere als Fehler oder Versäumnis sehen, dann erst einmal oberste Priorität bekommt und bisweilen zu grotesken Ergebnissen führt. Dabei ist es im Nachhinein doch immer einfacher zu sagen: "Warum habt Ihr nicht die oder jenes sofort getan?"

Als die Mutter von Tanja Gräff sich nicht damit zufrieden geben wollte, dass es ein Unfall gewesen sein sollte und weiter medialen Druck machte (ihre Bewertung der Polizeiarbeit, auch was deren Sensibilität gegenüber Angehörigen von Opfern anging, war ähnlich desillusioniert wie die von Fraukes Mutter), wurde 10 Jahre (!) nach ihrem Tod ein psychologisches Gutachten in Auftrag gegeben, in der Tanja in ein negatives Bild gerückt wird, auch im Hinblick auf Alkoholkonsum. Dabei wurde wohl weder mit Angehörigen noch sonstigen Personen aus ihrem Umfeld gesprochen, sondern allein nach Aktenlage über eine Person, die 10 Jahre tot war, geurteilt. Zum Vergleich mal im "Eiskeller-Fall", wo ich gewisse Parallelen zum Fall Tanja Graeff sehe (ungeklärter Todesfall nach einer "Partynacht" mit viel Alkoholkonsum der Person, die später auf unnatürliche Weise zu Tode kam), da wäre die Polizei sicher nie auf die Idee gekommen, über Hanna ein solches Gutachten in Auftrag zu geben.

Zurück zu Frauke L.: Was die Mutter sagen wollte, ist, dass sie den Eindruck hatte (ob berechtigt oder nicht, lass ich mal dahingestellt), dass gerade bei den Hypothesen über den mutmaßlichen Ablauf der Tat zu wenig gewürdigt worden sei, wie Frauke sich in bestimmten Situationen mutmaßlich verhalten hat.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 18:07
Zitat von TheDarkKnightTheDarkKnight schrieb:Was lässt dich so stark vermuten, dass sie kein Zufallsopfer war?
Folgende Indizien:
1. Die Recherchen in Fraukes Umfeld haben ergeben, dass alle zwar Frauke als kontaktfreudig ansahen, aber sie wurde von niemanden als so unvorsichtig eingeschätzt, dass sie in das Auto einer ihr völlig unbekannten Person gestiegen sein könnte.

2. Wenn Frauke auf offener Straße auf dem Heimweg angegriffen worden wäre, ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass es dann nicht irgendeine Beobachtung (optisch oder akustisch) gegeben hätte. Es wäre mitten in Paderborn passiert. Es gibt meines Wissens überhaupt KEINE Zeugenaussage zu Beobachtungen, die mit dem Verschwinden von Frauke in Zusammenhang stehen könnten, die den Zeitraum nach Verlassen des Pubs bis zur Zustellung der ersten SMS an Chris betrifft.

3. Wie schon zuvor gesagt: Wenn einer so viel kriminelle Energie hat, schafft er es dann wirklich zwei Jahrzehnte unauffällig zu bleiben, ohne dann irgendwie mal wieder ähnliche Taten zu begehen?

Bei jedem einzelnen Punkt ist es individuell gesehen nicht völlig unwahrscheinlich, dass es auch anders sein könnte. Punkt 1) und Punkt 2) würden sich gegenseitig ausschließen, aber dass Punkt 1) bzw. 2) in Kumulation mit Punkt 3) zutrifft, für mich halt eher unwahrscheinlich. Kein wissenschaftlicher Beweis, eine sehr subjektive Einschätzung.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 18:14
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:3. Wie schon zuvor gesagt: Wenn einer so viel kriminelle Energie hat, schafft er es dann wirklich zwei Jahrzehnte unauffällig zu bleiben, ohne dann irgendwie mal wieder ähnliche Taten zu begehen?
Den Punkt habe ich auch schon so gesehen, die Entgegnungen waren aber plausibel: keiner weiß, ob der Täter nicht nochmal tätig wurde. Außerdem ist er vielleicht auf selig, dass er damit einmal durchkam und weiß vielleicht selbst, wieviel Glück er hatte etc.pp.

Deine Punkte sind aber valide. Ich kann mir nur kam vorstellen, dass jemand, der Frauke kannte, dann in den Ermittlungen unter dem Radar flog und nicht aufgeflogen worden wäre. Dann müsste es ein weit entfernter Bekannter sein, der weder der Familie noch Freunden und letztlich den Ermittlern nicht bekannt war. Und dann ist die Frage, wie kann derjenige Frauke bekannt genug gewesen sein, dass sie einsteigt? Sollte er benanntem Kreis bekannt gewesen sein, wäre er doch wohl auch überprüft worden. Irgendwo müssen die hunderten von Personen ja herkommen, die Oestermann laut eigener Aussage überprüft hat.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 18:48
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Was die Mutter sagen wollte, ist, dass sie den Eindruck hatte (ob berechtigt oder nicht, lass ich mal dahingestellt), dass gerade bei den Hypothesen über den mutmaßlichen Ablauf der Tat zu wenig gewürdigt worden sei, wie Frauke sich in bestimmten Situationen mutmaßlich verhalten hat.
Nachdem ich mir Mord auf Ex angehört habe, lässt sich für mich die grundlegende Aussage von Frau Liebs in diesem einen Satz der Podcasterin zusammenfassen:
Zitat von emzemz schrieb am 09.02.2026:"Für Ingrid Liebs heißt das bis heute, Niels hat eigentlich kein Alibi".



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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 18:55
Zitat von TheDarkKnightTheDarkKnight schrieb:Deine Punkte sind aber valide. Ich kann mir nur kam vorstellen, dass jemand, der Frauke kannte, dann in den Ermittlungen unter dem Radar flog und nicht aufgeflogen worden wäre. Dann müsste es ein weit entfernter Bekannter sein, der weder der Familie noch Freunden und letztlich den Ermittlern nicht bekannt war. Und dann ist die Frage, wie kann derjenige Frauke bekannt genug gewesen sein, dass sie einsteigt? Sollte er benanntem Kreis bekannt gewesen sein, wäre er doch wohl auch überprüft worden. Irgendwo müssen die hunderte von Personen ja herkommen, die Oestermann laut eigener Aussage überprüft hat.
Tja, das ist die Frage aller Fragen. In dem Laufe eines Lebens mit Schule, Kleinstadt, wo jeder jeden kennt und Fraukes Familie sehr bekannt war, und dann so eine kontaktfreudige Person wie Frauke, die dann noch in Foren unterwegs war, da kommt schon in ihren jungen Jahren so einiges zusammen. Ich würde mal sagen, sie kannte mehr Leute (digital wie auch real), als man realistischerweise erwarten konnte, dass sie die Polizei genau prüfen kann. Mitschüler, die nach der Klasse 10 getrennte Wege gingen, konnten die wirklich alle auf dem Schirm sein? Stell Dir vor, du gehst aus dem Pub und rennst in die Arme eines ehemaligen Mitschülers (ob zufällig oder von ihm geplant). "Mensch, Frauke, was eine Überraschung? Gehst du schon nach Hause?" Frauke frustiert über die Absage von Nils ist plötzlich positiv gestimmt hat Bock über alte Zeiten zu quatschen. Vielleicht hatte der Typ auch gar nicht die Absicht, vielleicht eskalierte das, weil er Fraukes Reaktion missverstand. Er wollte Frauke "für sich besitzen", wollte dies insgeheim schon immer, hat sie nach Jahren nie vergessen können und hat ihre digitalen Spuren aufgenommen? Ein völlig unauffälliger Typ, Marke "Nerd"?
Konnte die Polizei wirklich alle überprüfen, die irgendwann mal mit Frauke für eine gewisse Zeit zur Schule gingen, die aber vielleicht schon seit ein paar Jahren nicht mehr auf "Fraukes Schirm" waren? Und wo Außenstehende gesagt hätten: War kein enger Bekannter von ihr, die waren halt mal für zwei Jahre in derselben Stufe. Nur eine von mehreren Möglichkeiten.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 18:58
Zitat von emzemz schrieb:Nachdem ich mir Mord auf Ex angehört habe, lässt sich für mich die grundlegende Aussage von Frau Liebs in diesem einen Satz der Podcasterin zusammenfassen:
Zitat von emzemz schrieb am 09.02.2026:"Für Ingrid Liebs heißt das bis heute, Niels hat eigentlich kein Alibi".
Das ist sicherlich eine wenn nicht DIE Quintessenz, aber eben nicht die einzige Ausführung. Sie sagt dann irgendwie gegen Ende so was wie "von Fraukes Sicht gedacht nicht richtig hineinversetzt, was möglich war oder nicht". Das bezieht sich nicht direkt auf die Sache mit N., sondern auf die Hypothese der OFA, dass ein Frauke Unbekannter der Täter sein könnte.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 19:44
@RedRalph

Nun gut, Frau Liebs konnte sich aussprechen, war ihr wohl ein Bedürfnis, bis zu einem gewissen Grad verständlich.
Was sie damit aber in Bezug auf Niels angerichtet hat - der Fall wird ja nicht nur im Almy diskutiert.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 20:18
Zitat von emzemz schrieb:Was sie damit aber in Bezug auf Niels angerichtet hat - der Fall wird ja nicht nur im Almy diskutiert.
Wenn man sich die entsprechenden Stellen im Podcast "Mord auf Ex" anhört, dann wird das nicht nur von Fraukes Mutter hochgezogen, sondern auch ganz stark von den "Moderatorinnen". Die machen daraus einen "neuen" Verdacht - freilich ohne irgendwelche zusätzlichen Anhaltspunkte. Es wird munter vermutet und geraunt.

Dabei sei gesagt, dass mir diese Podcast-Reihe schon immer unsympathisch war, weil sich die beiden Damen in einer für mich schwer erträglichen Weise selbst inszenieren und in der Sache oberflächlich bleiben und sehr aus der Hüfte schießen. Da wird viel reißerisch geframed, das ist mehr Unterhaltung denn Information.

Letztlich geht es um ein polizeilich überprüftes sicheres Alibi eines Freundes von Frauke. Die Mutter hat jüngst Skepsis geäußert, ob dieses Alibi wirklich so 100%ig wasserdicht ist. Allerdings ohne echte Gründe dafür zu nennen. Ich sehe ihn ihrem Zweifel eher den Ausdruck von Resignation und Hoffnungslosigkeit, weil es nicht so aussieht, als ob der Tod ihrer Tochter nach bald 20 Jahren doch noch einmal geklärt werden könnte. Sie greift nach Strohhalmen, beißt sich fest, sucht Ermittlungsfehler. Ob sie damit eine "Hexenjagd" gegen Niels lostreten wollte, kann ich nicht beurteilen.

Tatsache ist, dass das wohl passiert ist. Nicht hier. Zum Glück.

Im Übrigen zeigt sich: Der Versuch von Fraukes Freunden, Isabelle und Niels, sich vor ein paar Jahren im "stern"-Podcast öffentlich zu der Nacht zu erklären, in der Frauke verschwand, hat offenbar nichts genützt. Im Gegenteil. Das hat wüste Verdächtigungen nur noch angeheizt.


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Mord an Frauke Liebs

14.04.2026 um 21:04
@Origines
Die Folge von Mord auf Ex war große Scheiße. Überhaupt nicht differenziert und vorallem schlecht recherchiert.
Du fasst es schon ganz gut zusammen.

Zu dem anderen kann ich nur sagen, dass ich froh bin, dass wir uns hier in einem gut moderierten Forum befinden....


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Mord an Frauke Liebs

15.04.2026 um 08:33
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:Konnte die Polizei wirklich alle überprüfen, die irgendwann mal mit Frauke für eine gewisse Zeit zur Schule gingen, die aber vielleicht schon seit ein paar Jahren nicht mehr auf "Fraukes Schirm" waren?
Sicher nicht. Kann schon passieren, dass man überraschend einen alten Schulkollegen trifft. Aber wie wäre das abgelaufen?
Sie trifft also einen Bekannten draußen vor dem Pub. Da bleiben sie sicher ein paar Minuten stehen und reden. Andere fremde Leute stehen auch in der Nähe, wie das so ist vor Lokalen. Ist der Bekannte alleine zum Pub gekommen? Jetzt wo das Spiel zu Ende ist, eher unwahrscheinlich. Vor dem Spiel schon eher, da hätte er drinnen Freunde treffen können zum Spiel gucken. Aber um die Zeit war er eher schon wo anders, will noch was trinken im Pub. Also eher in Begleitung von Freunden. Also dass er sich dann entscheidet noch schnell Frauke wegzulocken und zu entführen, wo er doch mit ihr gesehen wurde, finde ich eher nicht so wahrscheinlich. Selbst wenn er allein da war. Aber er weiß ja nicht, ob in der Gruppe von Leuten vor dem Pub nicht jemand dabei war, der Frauke kannte und beobachtet hatte, wie sie mit ihm redete.

Ich glaube eher, dass das Ansprechen und Einsteigen ins Auto auf dem nach Hause Weg passierte, wo wenig Leute waren und keiner, der Frauke kannte. Und da wird wohl eher niemand gerade zufällig vorbeigefahren sein, sondern sie gezielt abgepasst haben.


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Mord an Frauke Liebs

15.04.2026 um 08:53
Zitat von RedRalphRedRalph schrieb:
Zitat von TheDarkKnightTheDarkKnight schrieb:Was lässt dich so stark vermuten, dass sie kein Zufallsopfer war?
Folgende Indizien:
1. ...
Als weiteres Indiz könnte man noch anführen, dass ein unbekannter Täter sein Zufallsopfer (Frauke) nicht mehrmals mit den Angehörigen telefonieren bzw. Kontakt aufnehmen hätte lassen. Ein Entführer, der Frauke zuvor nicht kannte und nie begegnet ist, müsste allein der Gedanke völlig absurd erschienen sein. Imho gibt es nur zwei Möglichkeiten: Der Täter und Frauke kannten sich und der Entführer hatte einen perfiden Plan, den er in die Tat umsetzte. Oder: Der Täter und Frauke kannten sich, aber der Täter hatte keinen bestimmten Plan und eine mehr oder weniger harmlose Begegnung ist dann irgendwie aus dem Ruder gelaufen. Ich halte die erste Variante für wahrscheinlicher.


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