Triquetrum
Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen
dabei seit 2019Unterstützer
Profil anzeigen
Private Nachricht
Link kopieren
Lesezeichen setzen
Mord an Frauke Liebs
um 01:05planebene schrieb:Warum betont Frauke in den Anrufen - sehr wahrscheinlich auf Veranlassung des Entführers, dass sie sich in Paderborn befindet?
Geht man davon aus, dass der Wortlaut der jeweiligen Telefonate sinngemäß seine Richtigkeit hat, so ist es für mich auch schlüssig zu vermuten, dass Frauke während der entsprechenden Fahrten nicht zwingend gefesselt auf einer Rückbank oder Ladefläche gelegen haben muss. Vielmehr halte ich es nicht für unwahrscheinlich, dass sie ganz normal in einem Fahrzeug saß und somit auch den üblichen Blick aus selbigen hatte. Je nachdem, in welcher Verfassung hierbei Frauke war, sei es nun unter Drogen oder aufgrund mangelnder eventuell verweigerter Ernährung entsprechend geschwächt, wäre es auch für einen Einzeltäter, eine sehr wahrscheinlich gefesselte Frauke so zu transportieren. Bei einem Mittäter wäre dies auf der Rückbank eines Pkws wohl noch einfacher zu bewerkstelligen gewesen.planebene schrieb:Gibt es weitere logische Erklärungen?
Nachdem entsprechende Aufenthalte in Paderborn nicht bloß ein einmaliges Ereignis waren, ist für mich ein persönlicher Grund mehr als wahrscheinlich. Ich möchte so dem Opfer zeigen, dass ich die absolute Kontrolle habe und ich sie selbst an ihrem eigenen Wohnanwesen oder dem Haus der Mutter vorbeifahren kann (beides natürlich rein spekulativ), ohne dass sie nur die geringste Chance hat, dahin zurückzukehren. Hierzu auch ein kleiner Ausschnitt aus dem letzten Anruf:
Frauke: „Sind Mama und Papa auch da?"Man stelle sich nur einmal in diesem Zusammenhang vor, dass der Täter kurz vor dem Anruf noch vor ihrem Wohnanwesen vorbeifuhr und hierbei Frauke wahrgenommen hat, eventuell durch das geparkte Fahrzeug der Eltern, dass diese auch gerade vor Ort sind.
Chris: „Die waren hier."
Als zweite Alternative wäre dann natürlich als Ziel noch die angerufene Person zu sehen, die ja ausschließlich Chris war. Als Täter will ich damit zeigen, dass ich sie in der Gewalt habe, er vielleicht sogar eine Vorstellung hat, wer dafür verantwortlich sein könnte und ihm mit dem Anruf aus Paderborn zusätzlich noch das Gefühl gebe, dass er Frauke ganz nah ist, aber trotzdem nichts ausrichten kann. Sollte diese Variante zutreffen, so ging der Täter wohl durch eine Äußerung von Frauke davon aus, dass Chris möglicherweise immer zwischen einer ihm angestrebten Beziehung mit ihr stehen wird. Bei der Wahl zwischen den angegriffenen Personen, die ja dann auch Chris hätte sein können, fiel diese wohl dann auf Frauke, mit dem oftmals zu hörenden Motiv "wenn ich sie nicht haben kann, dann gar keiner".
Auch noch eine kurze Anmerkung zu dem letzten Gespräch, aus dem ich folgende Passage mal anführen möchte:
Karen: „Wir räumen auch die Wohnung, und keiner fragt dich, was passiert ist. Komm wieder."Sollte der Wortlaut nur annähernd der Richtigkeit entsprechen, dann halte ich es nicht einmal für unwahrscheinlich, dass Frauke gar nicht durch Fremdeinwirkung zu Tode kam, sondern sie möglicherweise so weit getrieben wurde, dass sie sich selbst das Leben nahm. Eventuell wusste Frauke bei dieser Äußerung schon, rückschließend aus gemachten Äußerungen des Täters, dass er sie nicht lebend laufen lassen würde und sie dem Leiden, welches er sie weiterhin aussetzten wird, auch vorzeitig ein eigenständiges Ende bereiten könnte. Ändert nichts an dem Verbrechen selbst, dass wohl immer noch Mord heißen wird, nur mittels Begehen durch Unterlassen.
Frauke: „Das geht nicht, ich lebe noch!"
